Freitag, 23. Juni 2017

Zwiebelchen goes on holiday!

Ja, einmal im Jahr machen wir auch unseren großen Familienurlaub. Und nun ist es soweit.
Sommer, Sonne, Strand und noch viel, viel mehr.



In diesem Jahr geht nach zehn Jahren ein Traum in Erfüllung. Mit der Großen waren wir schon einmal da, doch mit allen drei Kindern, das schien in den letzten Jahren fast unmöglich. Wohin es genau geht, verrate ich nicht. Ich glaube es erst, wenn ich wirklich dort bin. Im Moment verschiebt sich der morgige Flug immer weiter nach hinten. Bitte drückt die Daumen, dass alles gut geht!




Falls ich irgendwo ein freies WLAN finde, vorausgesetzt, mein Handy macht auch mit, gibt es sicher einmal zwischendurch Bilder via Instagram.

Ansonsten bleibt es hier in den nächsten zwei Wochen ruhig. Bis bald!

Rezension: "Fürchte die Nacht" von Claudia Puhlfürst - Coppenrath Verlag



Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: Coppenrath; Auflage: 1 (16. Februar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3649671271
ISBN-13: 978-3649671275
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
D: 14,95 Euro





Inhalt:

Eine Woche Exkursion ins Nirgendwo – auf so eine Idee können auch nur verschrobene Biolehrer kommen, finden Lena und ihre beste Freundin Anne. Rund um ihr Landschulheim gibt es nichts als hohe Bäume und dichtes Unterholz. Zumindest eignet sich dieser Ort bestens für nächtliche Mutproben, und gleich am ersten Abend fordern die Jungs Lena und ihre Freundinnen dazu heraus, mit ihnen im Wald zu übernachten. Doch spät in der Nacht wird Anne von einer vermummten Gestalt angegriffen und gleich am nächsten Abend kommt es zu einem weiteren Überfall. Ein Mädchen aus der Gruppe wird im Wald erdrosselt aufgefunden! Völlig traumatisiert bricht die Klasse den Ausflug ab – doch der Mörder muss ihnen nach Hause gefolgt sein und lauert schon auf sein nächstes Opfer … Jugendthriller mit raffiniertem Katz-und-Maus-Spiel.
Quelle: Coppenrath Verlag





Die Autorin:


Claudia Puhlfürst, geboren 1963, studierte Biologie und Chemie und arbeitete als Dozentin und Lehrerin, bevor sie Redakteurin beim Duden-Verlag wurde. In der Belletristik hat sich die Autorin mit mehreren Psychothrillern einen Namen gemacht. Sie bezeichnet sich selbst als "kriminelle Schreibtischtäterin". Mit ihrem Hund und zwei Meerschweinchen lebt Claudia Puhlfürst in Zwickau.
Quelle: Coppenrath Verlag




Rezension:


Wäldern wohnt etwas Geheimnisvolles und Romantisches inne. 
Eine sonnendurchflutete Waldlichtung strahlt pure Magie aus. Ganz anders verhält es sich bei Nacht. Undefinierbare Schatten im trüben Mondlicht, das leiseste Rascheln im Unterholz verursachen Gänsehaut. Die Fantasie schlägt Purzelbäume und unsere Urängste kommen hervor. 
Doch gerade dieses Gefühl von Gefahr reizt. So stürzen sich Lena und Anna ins vermeintliche Abenteuer.

Was danach geschieht erscheint so real und wäre für mich der pure Alptraum. Egal, ob selbst betroffen oder als Elternteil. 
Da es sich bei den Protagonisten um Sechzehn-/Siebzehnjährige handelt, spiegelt sich dies auch in ihrem Verhalten wieder. Manchmal erscheinen sie dadurch recht nervig. Doch genau das spricht für eine authentische Handlung. Mal ernsthaft, nachdenklich, dann wieder recht oberflächlich oder naiv erlegen wir die Jugendlichen. Der Autorin gelingt es das typische Verhalten von Teenagern und auch die Unterschiede im Wesen ihrer Protagonisten herauszuarbeiten.

Das Szenario ist geheimnisvoll, stellenweise düster und quälend. Psychologisch war das Buch für mich ein Pageturner

Claudia Puhlfürst spielt regelrecht mich den Ängsten ihrer Leser. Von Beginn an möchte man die Geheimnisse lösen, denn es gibt mehr als nur eines zu erforschen. Immer, wenn ich mich am Ziel angekommen fühlte, gab es eine neue Wendung und die Lösung rückte in weite Ferne. 

Das Ende hat mich sehr überrascht und ich wollte es am liebsten gar nicht wahrhaben... 


Sonntag, 18. Juni 2017

Rezension "Kasimir Karton – Mein Leben als unsichtbarer Freund" von Michelle Cuevas - FISCHER KJB





Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Verlag: FISCHER KJB; Auflage: 1 (23. Februar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3737340463
ISBN-13: 978-3737340465
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 8 Jahren
D: 12,99 Euro





Inhalt:


"Man ist nur so unsichtbar, wie man sich fühlt ..."
Manchmal wundert Kasimir sich schon, warum ihn niemand beachtet. Im Sportunterricht wird er nicht als Letzter ins Team gewählt, er wird gar nicht gewählt. Der Busfahrer schließt die Tür vor seiner Nase, und seine Eltern vergessen, ihm bei den Mahlzeiten einen Teller hinzustellen. Nur seine Zwillingsschwester Fleur hält zu ihm. Doch eines Tages macht Kasimir eine schockierende Entdeckung: Er ist unsichtbar! Fleur hat sich ihn ausgedacht! Mit dem Wunsch, ein echter Junge zu werden, begibt sich Kasimir auf eine lange Reise …
Die wirklich wahre Lebensgeschichte eines unsichtbaren Freundes – phantasievoll, pfiffig und superwitzig!

Quelle: Amazon

Die Autorin:



Michelle Cuevas wurde 1982 in Massachussetts, USA, geboren. Sie studierte Kunst und Kreatives Schreiben und arbeitete als Kunstpädagogin beim Whitney Museum of American Art in New York. Eines Tages begegnete ihr Kasimir Karton und erzählte ihr seine ganz echte Lebensgeschichte. Und die musste sie einfach aufschreiben.

Literaturpreise:
Die italienische Ausgabe von Kasimir Karton/Confessions of an imaginary friend hat in Italien den ›Premio Andersen‹ 2016 in der Kategorie Kinderbuch von 9-12 gewonnen.

Quelle: Amazon


Rezension:


Kinder leben ihre Fantasie unbekümmert aus. Leider verlieren wir im Erwachsenenalter diese Fähigkeit zunehmend. Mit Kasimir Karton dürfen alle noch einmal in das Reich der Fantasie und Kindheit abtauchen.

Ganz ehrlich, wer hatte als Kind keinen unsichtbaren Freund? Jemanden, der einfach da war, wenn man ihn brauchte, dem man Geheimnisse erzählen konnte, mit dem man weinen durfte, ohne sich zu schämen, der auch bei Wutattacken verständnisvoll und geduldig zuhörte?

Bei mir war es keine konkrete Gestalt, die ich mir vorstellte, dafür wohnte meinen Plüschtieren Leben inne und wir spielten miteinander, führten tiefsinnige Gespräche oder tanzten durch die Wohnung. Sie waren im weiteren Sinne also auch eine Art unsichtbare Freunde.

Manchmal fühlen sich Kinder selbst unsichtbar und werden durch einen erfundenen Freund für sich selbst wieder realer oder fühlen sich sicherer. Sie sind nicht mehr so allein.

An diesem Buch reizte mich, dass es nicht um ein Kind mit einem unsichtbaren Freund, sondern um diesen Freund selbst geht. Kasimir muss schmerzvoll feststellen, dass er der unsichtbare Freund seiner heißgeliebten Schwester ist. Mit einem Schlag stellt Kasimir fest, dass es ihn eigentlich gar nicht gibt – oder doch? Was passiert, wenn Kinder aus dem Alter herauswachsen und keinen imaginären Freund mehr brauchen? Verschwinden unsere Fantasiewesen einfach, lösen sie sich in Luft auf? 


Diesen Fragen geht Michelle Cuevas in ihrem Buch nach. Mit großer Sensibilität, geht sie mit dem Thema um. Auch wenn das Buch aus Kasimirs Sicht geschrieben ist, wird noch einmal deutlich, wie wichtig so ein imaginärer Freund für ein Kind sein kann und dass Eltern diesen ernst nehmen sollten. 


Kasimirs Existenz ist ein ewiger Kreislauf und zeigt, wie sehr wir in unserer Entwicklung Träume und Fantasien brauchen. Ein unsichtbarer Freund kann trösten und Geheimnisse bewahren, die niemand sonst verstehen würde. Jeder imaginäre Freund ist anders. Ihre Verschiedenartigkeit zeigt, wie facettenreich wir Menschen und wie unterschiedlich unsere Bedürfnisse sind.

Dabei ist Kasimirs Geschichte poetisch und humorvoll. Es wird turbulent, witzig und nachdenklich. 
Die einzelnen Kapitel lassen sich leicht und schnell lesen. Für die jüngere Zielgruppe sind einige Passagen vielleicht noch zu anspruchsvoll ausgearbeitet, bieten aber wunderbaren Gesprächsstoff für die ganze Familie.

„Kasimir Karton: Mein Leben als unsichtbarer Freund“
ist originell und hebt sich von den üblichen Kindergeschichten ab. 
Ich empfand den Ausspruch: „Du bist nur so unsichtbar, wie du dich fühlst, egal ob dich jemand erfunden hat oder nicht“ sehr prägend und möchte euch diesen gern mit auf den Weg geben.



Freitag, 16. Juni 2017

Rezension "Heftiges Umarmen im Eingangsbereich der Pension verboten" von Mamen Sánchez - Thiele & Brandstätter Verlag





Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: Thiele & Brandstätter Verlag (17. Februar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3851793382
ISBN-13: 978-3851793383
D: 20,00 Euro






Inhalt:


Der Fund eines zierlichen Damenstrumpfs in ihrer Wäsche verändert das Leben der 43jährigen Anwältin Cecilia von einem Tag auf den anderen. Nach zwölf Jahren Ehe und dem vergeblichen Versuch, ein Kind zu bekommen, ist sie plötzlich wieder allein und muss sich neu erfinden. Sie zieht aus ihrer schicken Dachterrassenwohnung am Retiro-Park in Madrid aus und beschließt, das alte Haus am Ufer des Manzanares, das sie von ihren Großeltern geerbt hat, in eine Pension für Studentinnen umzuwandeln.

Doch schon bei der Renovierung kommt es zu hitzigen Wortgefechten mit dem ruppigen Bauleiter Andrés Leal, der alles besser weiß. Ein geheimnisvolles goldenes Medaillon, das bei den Umbauarbeiten in einer Zwischenwand gefunden wird, sorgt für weitere Verwirrung. Vor allem als Cecilia später denselben Anhänger am Hals der neuen Haushälterin Azucena entdeckt.
Als endlich mit der schüchternen Noelia, der wunderschönen Ivana und der kriminalistisch veranlagten Catalina die ersten Pensionsgäste einziehen, stellt Cecilia kuriose Hausregeln auf, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Doch Regeln sind dazu da, gebrochen zu werden, und auch Cecilia kann nicht verhindern, dass nach vielen Turbulenzen die Liebe Einzug hält in der schönsten Pension der Welt ...
Quelle: Thiele Verlag





Die Autorin:


Mamen Sánchez studierte in Madrid Kommunikationswissenschaften, dann Literaturwissenschaften an der Sorbonne und an den Universitäten von London und Oxford. Heute ist sie die stellvertretende Chefredakteurin der spanischen Zeitschrift Hola! und Chefredakteurin der mexikanischen Ausgabe. Sie ist verheiratet und hat fünf Kinder. Mit dem Roman Die schönste Art sein Herz zu verlieren erzielte die Journalistin und Autorin in Spanien einen grandiosen Erfolg. Der Roman verkaufte sich 150.000 Mal und stand in Deutschland auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.
Quelle Thiele Verlag




Rezension:


Um es gleich vorweg zu nehmen, entweder man liebt diesen Roman oder mag ihn nicht. Die Entscheidung muss jeder für sich selbst fällen. 

Mich hat die Geschichte rund um Cecilia toll aus dem Alltag entführen können und mir so eine schöne Auszeit beschert. Dabei war es ganz leicht, den Kopf und auch das ein oder andere Mal die Logik auszuschalten und sich treiben zu lassen.

Die Geschichte lebt von ihren facettenreichen sympathischen Charakteren. Sie wirken verletzlich, beweisen aber in kritischen Situationen große Stärke. Jede einzelne Figur trägt eine Last mit sich herum, die es zu erkunden gilt. Witzige, oftmals überspitzt ausgedrückte Hausregeln werden zu einem Mantra von Cecilia und leiten die einzelnen Kapitel ein. Nur dumm, dass sich niemand, nicht einmal Cecilia selbst, daran hält. Unsere Protagonisten stürzen sich dabei in tragische, komische oder abstruse Abenteuer. Intrigen werden gesponnen, Freundschaften geschlossen und natürlich kommt die Liebe nicht zu kurz. Das ein oder andere Geheimnis wird aufgedeckt und ab und zu schimmert auch etwas Gesellschaftskritik mit durch. Aktuelle Themen, wie Flüchtlingspolitik etc. werden zwar aufgegriffen, aber eben nur am Rande gestreift und dienen als Rahmen für die Handlung. Zu viel Tiefgang darf man als Leser hierbei nicht erwarten.
Dennoch gibt es einige Überraschungen und sehr berührende Momente.

Mamen Sánchez
 hat es manchmal mit der Romantik etwas zu gut gemeint und das Ende kommt auf einer großen rosaroten Zuckerwattewolke daher. Ich muss gestehen, genau das habe ich aber zum Zeitpunkt meines Lesens auch gebraucht und daher war ich glücklich mit diesem Abschluss. Für mich einfach das passende Buch zur richtigen Zeit.

Jetzt seid ihr an der Reihe zu entscheiden, ob „Heftiges Umarmen im Eingangsbereich der Pension verboten“ heute, morgen oder überhaupt der passende Lesebegleiter für euch ist.




Mittwoch, 14. Juni 2017

Rezension "Mein Geheimes Tagebuch" von Klaartje de Zwarte-Walvisch - C.H.Beck Verlag



Gebundene Ausgabe: 202 Seiten
Verlag: C.H.Beck; Auflage: 2 (30. März 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3406688306
ISBN-13: 978-3406688300
Originaltitel: Alles ging aan flarden. Het oorlogsdagboek van Klaartje de Zwarte-Walvisch. Met een inleiding van Ad van Liempt. Tekstbezorging Ariane Zwiers
D: 17,95 Euro






Inhalt:


Am 22. März 1943 dringen „Judenjäger“ in das Amsterdamer Haus von Klaartje de Zwarte-Walvisch ein. Während sie auf ihren Mann warten, vertreibt sich einer von ihnen mit Klavierspiel die Zeit. Die Hölle beginnt langsam. Die Registrierung erweist sich als Internierung, und der neue Wohnort ist in Wirklichkeit ein Konzentrationslager. Das erst vor wenigen Jahren entdeckte Tagebuch der jungen Jüdin Klaartje de Zwarte-Walvisch ist in mehrfacher Hinsicht ein Wunder: Sie kann fast täglich protokollieren, was sie erlebt, ohne entdeckt zu werden. Kurz bevor sie den Zug in ein Vernichtungslager besteigt, übergibt sie das Tagebuch heimlich einem Verwandten, dem gegen alle Wahrscheinlichkeit die Flucht gelingt. Mehr als sechzig Jahre nach Kriegsende werden die Hefte in seinem Nachlass entdeckt. Ein Wunder sind die Aufzeichnungen aber vor allem, weil es kein zweites Zeugnis gibt, das so furchtlos und unbefangen, so wütend und fassungslos und zugleich mit so viel Witz und Ironie schildert, welches Schicksal die niederländischen Juden zu erleiden hatten.
Quelle: Amazon




Autorenkommentar:


Klaartje de Zwarte-Walvisch, geboren 1911, arbeitete in Amsterdam als Näherin und heiratete 1934 den Lagerarbeiter Joseph de Zwarte. Im März 1943 wurden beide in das Konzentrationslager Herzogenbusch (Kamp Vught) deportiert. Am 16. Juli 1943 wurde sie in Sobibór ermordet.

Quelle: Amazon




Rezension:


In diesen Tagen wäre Anne Frank 88 Jahre alt geworden. Ihr Leben endete jedoch bereits 1945 mit gerade einmal 15 Jahren. Ohne ihr Tagebuch wäre ihr Name nur ein Sandkorn im Wind und bereits lange in Vergessenheit geraten. Ihre Aufzeichnungen sind ein Vermächtnis, ungefilterte Gedanken und ein direkter Blick auf die damaligen Ereignisse. Diese Tagebucheintragungen waren nie für die Allgemeinheit gedacht. Sie sollten ihr als Vorlage für ein Buch dienen, welches sie nach Kriegsende gern geschrieben hätte. 

Dagegen schrieb Klaartje de Zwarte-Walvisch ihre Gedanken mit der Hoffnung nieder, dass diese der Nachwelt erhalten bleiben würden. Ihr großer Wunsch, dass diese Zeilen gelesen werden, wenn sie nicht mehr da ist, ging in Erfüllung. Sie offenbaren einen neuen Blick auf die Zeit des Naziterrors, denn Klaartjes Eintragungen beginnen dort, wo die Anne Franks enden. Wir Menschen sind verschieden und genauso unterschiedlich sind unsere Wahrnehmungen und Erlebnisse in vergleichbaren Situationen.



Klaartje ermöglicht uns einen weiteren differenzierten Blick auf ein unmenschliches System, das rein auf die Massenvernichtung einzelner Bevölkerungsgruppen ausgerichtet war. Unwertes Leben nannten Sie es, Menschen zweiter Klasse. Die Auswirkungen musste Klaartje am eigenen Leib erfahren. Als Jüdin stand sie im Focus der Vernichtungsmaschinerie.

Heimlich und unter Lebensgefahr entstand ein authentischer Bericht über das Leben in Gefangenschaft, mit unbändigem Hunger, Verzweiflung und Angst. Das Schreiben wurde immer mehr zum Anker, der sie festhielt und aus dem sie ihre Kraft bezog.

Wir erleben zwischen den Zeilen eine verbitterte, mit dem Schicksal hadernde Frau. Sie schreibt sich ihre Wut und Verzweiflung vom Herzen und dennoch verspürt man dahinter immer wieder einen Funken Hoffnung. Eine Hoffnung, die sich leider nicht erfüllen sollte. Klaartje findet harte Worte, sarkastisch blickt sie auf ihre Peiniger und deren Mitläufer. Da ist kein Platz für Sentimentalitäten. Dafür wohnt ihr eine Kraft und Stärke inne, die eher wächst, als unter den menschenverachtenden Umständen im Lager zu versiegen. Gerade einmal eine Zeitspanne von 5 Monaten umfasst ihr Geheimes Tagebuch. Doch diese konnte sie als Mahnmal für die Nachwelt erhalten, bevor sie mit nur 32 Jahren ermordet wurde.

Wie wichtig es ist, sich mit dieser Vergangenheit auseinander zu setzen, das Leid der Menschen nicht zu vergessen, zeigt sich heute immer wieder deutlich.

Klaartje war eine einfache Frau, die nur eines wollte, leben und in Würde alt werden. Auch wenn ihr dies verwehrt blieb, ihre deutlichen, klaren Worte blieben als Vermächtnis bestehen und helfen uns, weiter „Gegen das Vergessen“ anzukämpfen.


Collectie Joods Historisch Museum, Amsterdam
Klaartje de Zwarte-Walvisch und ein Ausschnitt aus ihrem Tagebuch



Samstag, 10. Juni 2017

Rezension "Das Bild aus meinem Traum" von Antoine Laurain - Atlantik Verlag





Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: Atlantik (14. Oktober 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3455650457
ISBN-13: 978-3455650457
Originaltitel: Ailleurs si j'y suis
D: 20,00 Euro






Inhalt:


Maître Pierre-François Chaumont, ein brillanter Pariser Anwalt, ist leidenschaftlicher Kunstsammler und lässt sich keine Auktion entgehen. Von einem alten Ölgemälde kann er eines Tages den Blick nicht mehr abwenden: Der dargestellte Mann mit gepuderter Perücke ähnelt ihm wie sein Spiegelbild! Das Porträt soll seine Sammlung krönen und er ersteigert es, aber schon bald wandelt sich das Glücksgefühl in Paranoia, denn Pierre-François fürchtet, verrückt geworden zu sein: Niemand seiner Familie oder Freunde sieht die frappierende Ähnlichkeit.
Mithilfe des Wappens findet er jedoch die Familie des Porträtierten - ein altes Adelsgeschlecht, das seit Jahrhunderten auf Schloss Mandragore in der Bourgogne lebt. Heimlich reist Pierre-François dorthin und erlebt eine weitere Überraschung: Jeder scheint ihn zu kennen! Man hält ihn für den seit Jahrzehnten verschollenen Grafen, und Pierre-François belässt es dabei - er kann der Versuchung nicht widerstehen, einfach eine neue Identität anzunehmen und ein neues Leben anzufangen … Antoine Laurain erzählt in seinem Debüt von der Suche nach Identität, sich selbst und dem Glück, und von der Faszination für schöne und alte Dinge, die ihre eigenen Geschichten haben.
Quelle: Amazon






Der Autor und Mitwirkende:


Antoine Laurain arbeitete als Drehbuchautor und Antiquitätenhändler in Paris. Er ist in Frankreich ein gefeierter Bestsellerautor. Mit Liebe mit zwei Unbekannten (Atlantik Verlag, 2015) gelang ihm der internationale Durchbruch. Zuletzt erschien sein Roman Der Hut des Präsidenten (Atlantik Verlag, 2016), mit dem er an seinen großen Erfolg anknüpfte.

Sina de Malafosse, geboren 1984 in Siegen, studierte Romanistik und Vergleichende Literaturwissenschaften in Mainz und Dijon. Zuletzt als Verlagslektorin in Frankfurt a.M. tätig, lebt sie nun als Übersetzerin und Lektorin in Toulouse.
Quelle: Amazon




Rezension:



Spätestens nach "Der Hut des Präsidenten" bin ich der Feder von Antoine Laurain verfallen. Da war es einfach ein Muss, dass "Das Bild aus meinem Traum" in Zwiebelchens Plauderecke einzog. Und ich bin dem Autor und seinem Werk erneut erlegen. 

Ich liebe es, durch Schlösser zu wandern und die Porträts der ehemaligen Bewohner zu betrachten. Als Kind stellte ich mir gern vor, wie es wäre, zu diesen Zeiten gelebt zu haben oder wenn die dargestellten Personen Ahnen von mir wären. Manchmal mache ich das heute noch. 

Ich fühlte mich Pierre-François Chaumont im Buch stellenweise sehr nah. Auch mich begeistert das Sammeln antiquarischer Dinge. Es fasziniert, sich vorzustellen, mit welchen Erlebnissen diese einst verflochten waren. In manchen Dingen scheint die Seele der ehemaligen Eigentümer noch sehr präsent und sie erzählen uns Geschichten. Manchmal sind sie auch der Beginn einer neuen Geschichte. Hier kann die Fantasie noch ungebremst Purzelbäume schlagen. 




Pierre-François Chaumont ist ein Suchender. Fast schon obsessiv verfolgt er seine Sammelleidenschaft. Stellenweise scheint es, als ob sich unser Protagonist in einer Sackgasse verfangen hat. Auf seinem Weg muss er lernen loszulassen, sich von altem Ballast zu trennen, um vielleicht seiner wahren Bestimmung folgen zu können. 

Vom Leben überrannt, so würde ich unseren Protagonisten beschreiben, bis er auf diesen einen Gegenstand trifft, der ihn bis in die Seele hinein trifft. Dies ist der Augenblick, der alles verändert und zum Neubeginn seines Lebens werden soll.

Raffiniert verbindet Antoine Lauraint Realität und Traum miteinander und fügt gekonnt feinsinnige Prisen Humor an den richtigen Stellen ein. Mit seiner einprägsamen farbigen Sprachgestaltung zeichnet er die Bilder der Geschichte lebendig in unsere Köpfe.

"Das Bild aus meinem Traum"
ist keine komplizierte Geschichte, dafür umso wärmer und voller Glücksmomente. Es ist einfach 192 Seiten geballte Lesefreude.





Mittwoch, 7. Juni 2017

Rezension "Wenn Liebe Cowboystiefel trägt" von Emily Bold - Montlake Romance - #AmazonPublishing





Taschenbuch: 300 Seiten
Verlag: Montlake Romance (28. März 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1477824634
ISBN-13: 978-1477824634
D: 9,99 Euro







Inhalt:


Als Avery Davis nach acht Jahren und einem schweren Kampf gegen den Krebs in ihren Heimatort Littletree zurückkehrt, steht sie vor den Trümmern ihres Lebens. Ohne Job, ohne Partner – und ohne Haare. Doch ihr unfreiwilliger Neuanfang wird noch verkompliziert, als sie dort ausgerechnet ihrer Jugendliebe Mason King in die Arme läuft. Der draufgängerische Rodeo-Reiter und Lokalheld rüttelt Avery mit seinen Sprüchen ganz schön auf und weckt längst vergessene Erinnerungen. Doch ein Mann, der seine Gesundheit bei jedem Ritt aufs Spiel setzt, wird nie verstehen, wie hart sie um ihr Leben gekämpft hat. Auf so einen Mann kann sie sich nicht einlassen – egal, was ihr Herz sagt.
Quelle: Amazon




Die Autorin:


Emily Bold wurde 1980 in Mittelfranken geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern lebt. Sie schreibt Romane für Erwachsene und Jugendliche und blickt mittlerweile auf vierundzwanzig deutschsprachige sowie acht englischsprachige Bücher und Novellen zurück, die den Lesern viele romantische Stunden, und Emily Bold eine begeisterte Leserschaft beschert haben. Roman Nr. 25 ist bereits in Arbeit.

Mit “Wenn Liebe nach Pralinen schmeckt” veröffentlichte Emily nach "Ein Kuss in den Highlands", "Klang der Gezeiten" und "Lichtblaue Sommernächte" bereits ihren vierten zeitgenössischen Liebesroman. Im Mai 2017 erscheint Emilys neuer Roman "Wenn Liebe Cowboystiefel trägt".

"Auf der Suche nach Mr. Grey" war unter den zehn beliebtesten Romanen 2015 in Amazons Kindle-Shop, die Fortsetzung des No. 1 Bestsellers - "Ein Tanz mit Mr. Grey" - wurde von der LovelyBooks.de Community auf den zweiten Platz der beliebtesten Romane 2015 in der Kategorie "Humor" gewählt.

Emily freut sich über Post von ihren Lesern - schreiben Sie ihr: kontakt@emilybold.de oder besuchen Sie Emily auf ihrer Homepage: emilybold.de und thecurse.de. Werden Sie Fan bei Facebook: facebook.com/emilybold.de
Quelle: Amazon




Rezension:


Eine Geschichte, wie aus dem Leben gegriffen...


Emily Bold nimmt uns mit aufs Land. Hier in ihrer beschaulichen Heimat möchte Avery wieder auf die Beine kommen und Kraft für einen Neuanfang sammeln.
Mit Avery treffen wir auf eine starke Protagonistin, die trotz herber Schicksalsschläge nicht aufhört zu kämpfen. Mit viel Willenskraft meistert sie ihr Leben und zeigt uns, wie wertvoll unsere Zeit ist. Sie hält uns vor Augen, dass wir aus unserem Leben etwas machen, unsere Zeit sinnvoll nutzen und uns gerade an den vielen kleinen alltäglichen Dingen erfreuen sollten. Prioritäten können sich sehr rasch verschieben und manchmal muss man eine Abzweigung nehmen, um glücklich zu werden.




Von der Liebe enttäuscht, zieht sich Avery in sich selbst zurück und doch kann sie nicht verhindern, dass ihr Herz bei der ersten Wiederbegegnung mit Mason höher schlägt. Schon einmal hat er die Tür zu ihrem Herzen gefunden und es zerbrochen zurück gelassen. 
Mit Mason begegnen wir einem richtigen Cowboy und Herzensbrecher. Mason ist der Traummann schlechthin. Aber ist er wirklich so selbstsüchtig und umtriebig, wie es den Anschein hat?

Realistische charismatische Protagonisten und eine beeindruckende Kulisse nehmen den Leser mit auf eine vielschichtige Reise. "Wenn Liebe Cowboystiefel trägt" ist ein eher ruhiger Roman, der Hoffnung schenkt und ein warmes Gefühl von Liebe und Geborgenheit vermittelt.





Ich liebe den besonderen Charme, den die Geschichten von Emily Bold versprühen. Einzig, kurz vor Schluss hat mir Emily beinahe einen Herzinfarkt beschert, denn das konnte doch nicht wirklich.... Diejenigen, die das Buch bereits gelesen haben, wissen sicher, welche Passage ich meine.

Ich hoffe, Eure Neugierde wurde angestachelt und Ihr lasst Euch auf dieses Abenteuer mit Pferden, wilden Bullen, verwegenen Cowboys und der Liebe ein.