Montag, 30. Dezember 2013

Schichtsalat

Wer für den Silvesterabend noch nach einer Idee fürs Buffet sucht, sollte diesen Salat einmal probieren. 
Er ist schnell zubereitet und schmeckt zu vielen Beilagen. 
Natürlich eignet sich der Schichtsalat auch als Zugabe bei allen anderen Feierlichkeiten.


Zutaten:

Streifensellerie aus dem Glas
Kochschinken in kleine Streifen geschnitten
Annanas aus der Dose - stückig
Eier in dünne Scheiben geschnitten
Mais
Miracle Wip
geriebener Käse

Die einzelnen Mengen richtet sich nach der verwendeten Salatschüssel und gewünschter Endmasse.

Zubereitung:

Alle Zutaten in der obigen Reihenfolge in einer Schüssel übereinander schichten. 
Je nach gewünschter Menge Vorgang wiederholen.
Schichtsalat über Nacht kaltstellen und ziehen lassen.

In einer Glasschale kommt die Optik der einzelnen Schichten besonders schön zur Geltung.

Je nach Geschmack kann der Salat vor dem Servieren auch vermischt werden.



Sonntag, 29. Dezember 2013

Väterchen Frost gesucht!

„Vermisst wird seit mehreren Wochen, speziell seit der Weihnachtszeit ein rüstiger alter Herr mit weißem Haar und wallendem weißen Bart. Er ist groß, hält sich für sein Alter sehr aufrecht, trägt ein weißes glitzerndes Gewand und ist im Besitz eines eisblauen Zepters. Überall wo er entlanggeht hinterlässt er Spuren von glitzernden Eiskristallen und zarten Schneeflocken. Zuletzt wurde er in Regionen wie Kanada gesichtet. In manchen Ländern lässt er sich auch gern mit Herr Winter ansprechen. Wer ihn sieht möge ihm doch bitte den Weg nach Deutschland zeigen! Die Kinder werden es danken!“

Ja, Väterchen Frost scheint in diesem Jahr nicht zu uns nach Deutschland zu finden. Außer den Kindern und Wintersportfans vermissen wir Eis und Schnee nicht wirklich – oder doch?
Weihnachten ohne Schnee, dafür aber mit Frühlingshaften Temperaturen und Sonnenschein ist nicht wirklich Weihnachten. Viele Freunde und Bekannte wünschten sich dafür mit einem Augenzwinkern „Schöne Ostern“.
Mir jedenfalls mochte in diesem Jahr trotz der Kinder und Spaß beim Geschenke aussuchen keine so wirkliche Weihnachtsstimmung aufkommen. Das erste Jahr überhaupt. Mir fehlte die wie mit Puderzucker bestäubte Landschaft, die schimmernden Eiskristalle an den Fenstern und das Knacken der Eiszapfen unterm Dach. Ich brauche dieses winterlich romantische „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel – Feeling“. So ein bisschen Schnee in der Weihnachtszeit muss einfach sein.
Auf das Verkehrschaos, die Kälte und glatten Fußwege bzw. Fahrbahnen kann ich dabei verzichten, da ich dann  doch eher ein Sommermensch bin.
Aber man kann eben nicht alles gleichzeitig haben.

Und schwuppdiwupp ist auch Weihnachten schon wieder vorbei und der Jahreswechsel steht an. Von Winter oder Schnee ist weit und breit noch immer nichts in Sicht.
Dabei habe ich im Dezember endlich einen preislich im Rahmen bleibenden und doch niedlichen zweiteiligen hellblauen Schneeanzug mit Mickey Mouse Applikationen ergattern können. Nachdem ich bereits zwei Einteiler wieder zurückgeschickt hatte und alle anderen passablen Anzüge ab der Größe 92/98 vergriffen oder nur noch in rosa erhältlich waren – für einen 18 Monate alten Jungen nicht unbedingt geeignet – hängt dieser nun ungenutzt im Schrank. Ich hoffe, wir können im Januar und Februar noch ausgiebig den Schneetest machen.

Es gibt den Spruch: „Pass auf, was du dir wünschst, es könnte in Erfüllung gehen.“
So befürchte ich, dass uns Väterchen Frost im Januar/Februar noch heimsuchen wird.
Im Internet lästern wir ja gern darüber, dass dann zu Ostern der Schneehase unterwegs ist und wir die Ostereier gar nicht mehr suchen müssen, weil sie im Schnee so farbenfroh leuchten.
Die Gefahr, erneut weiße Ostern zu feiern ist meiner Meinung nach sehr groß.


Was denkt ihr? Vermisst ihr so ein klitzekleines bisschen Schnee zu Weihnachten auch oder ist euch das egal? Glaubt ihr, dass wir noch einmal das winterliche Chaos zu spüren bekommen?

Freitag, 27. Dezember 2013

Interpretation Gedicht „Frühlingsglaube“ von Ludwig Uhland


Frühlingsglaube


Die linden Lüfte sind erwacht,
Sie säuseln und weben Tag und Nacht,
Sie schaffen an allen Enden.
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herze, sei nicht bang! 
Nun muss sich alles, alles wenden. 

Die Welt wird schöner mit jedem Tag, 
Man weiß nicht, was noch werden mag, 
Das Blühen will nicht enden. 
Es blüht das fernste, tiefste Tal: 
Nun, armes Herz, vergiss der Qual! 
Nun muss sich alles, alles wenden.



Das vor mir liegende Gedicht „Frühlingsglaube“ lässt sich auf sehr unterschiedliche Weise interpretieren.

Auf den ersten Blick mutet es wie ein fröhliches, Hoffnung gebendes Frühlingsgedicht an. Die Natur beginnt sich nach einem dunklen, kalten Winter neu zu entfalten. Die Luft ist klar und frisch und die ersten Frühlingsblumen erblühen. Jedoch glaube ich, dass Ludwig Uhland die eben beschriebenen Naturereignisse nur als „Deckmantel“ für viel wichtigere und tiefgreifendere Aussagen benutzt.
Der Dichter lebte von 1787 bis 1862, also in einer Zeit politischer, gesellschaftlicher und industrieller Umwälzungen. In dieser Zeitspanne ereigneten sich sehr viele Aufstände und Revolutionen. Es ist möglich, dass er diese Verse nach der bürgerlichen Revolution in Deutschland 1848 geschrieben hat. In diesen Jahren sind die Anfänge der industriellen Entwicklung zu finden.
Uhland „kleidet“ seine Gedanken hierzu in Sätze und ganz knapp in Verben, z. B. „… erwacht …“, „“…Sie schaffen an allen Enden …“ und „…Die Welt wird schöner mit jedem Tag …“.

Der Frühling gilt in der Literatur als ein Symbol für Erneuerungen oder einen Neubeginn. Nach Kriegen ist die Welt oft verwüstet. So haben nach der Revolution in Deutschland sehr viele Menschen ihren gesamten Besitz verloren. Mit ihren Besitztümern wurden aber auch ihr Lebensmut, ihre Hoffnungen und Träume zerstört.
Der Titel des Gedichtes „Frühlingsglaube“ macht Mut und soll den Menschen zeigen, dass die Welt noch sehr viele schöne Dinge zu bieten hat, solange man daran glaubt. Ludwig Uhlands Gedicht stellt einen Aufruf an die Menschheit dar, nicht an ihren zerbrochenen Hoffnungen zu scheitern, sondern vorwärts zu streben und nicht in Selbstmitleid oder Melancholie zu versinken.
Durch den gleichmäßigen Aufbau der zwei kurzen Strophen und seine verwendeten Interpunktionen, z. B. „…, vergiss der Qual!“ wird dies von ihm verdeutlicht.

Es gab in dieser Zeit so viel zu tun. Neue Fabriken und Industriezweige entstanden. Zwar gab es noch immer Elend und Armut in der Bevölkerung, doch veränderten sich die gesamten Lebensbedingungen zum Besseren. Die Arbeit, die schweren handwerklichen Tätigkeiten, wurden von Maschinen übernommen. Alles war geprägt von emsigen Schaffen, was Ludwig Uhland mit den Worten „Sie schaffen an allen Enden“ auszudrücken versucht.
Um aufzuzeigen, dass diese Geschehnisse erst ein Anfang für noch viel weitreichendere Veränderungen sind, hat der Dichter die Zeilen „Man weiß nicht, was noch werden mag, Das Blühen will nicht enden …“ verwendet.

Er möchte den Menschen verdeutlichen, dass sie leben und dieses Leben auch genießen sollen. Sie müssen in die Zukunft schauen und sich nicht immer in die düstere, traurige und hoffnungslose Vergangenheit flüchten.
Dieses Gedicht ist ein Aufruf, seine Träume nicht zu vergessen.
Durch seine klare und freundliche Beschreibung der Natur gelingt es Uhland sehr gut, dieses Thema des Neubeginns darzustellen.

Beim Lesen des Gedichtes ergreift mich eine fröhliche, unbeschwerte und hoffnungsvolle Stimmung.
Durch die Art der verwendeten Symboliken und Formen lässt sich dieses Gedicht auch auf unsere heutige Zeit anwenden. Gerade in diesem Jahrzehnt, welches von Arbeitslosigkeit und Gewalt geprägt ist, kann man solche Worte der Hoffnung gebrauchen. Ludwig Uhland gibt durch seine Zeilen allen Menschen Mut, die ihn gerade benötigen. Besonders durch diese zeitlosen Formulierungen und Natursymbole behält das Gedicht seine eindrucksvolle Wirkung auf den Leser.

Sonntag, 22. Dezember 2013

Babybauch

Als ich hochschwanger war, fragte mich unsere damals gerade ca. 3½ jährige Tochter:
"Mama, wenn das Brüderchen da ist, dann darf ich doch mal wieder in deinen Bauch?"

Schoko-Crossies selbstgemacht

Schoko-Crossies


Dieses Rezept stammt von einer lieben Kollegin und ist ganz einfach und schnell zuzubereiten. Eine kleine Alternative zu gekauften Süßigkeiten.

Zutaten:

250 g  Kokosfett
  75 g  Kakao
200 g  Puderzucker
1 Päck. Vanillezucker
½ Paket Cornflakes
Mandelstifte nach Belieben

evtl. 1 TL löslicher Kaffee
evtl. Oblaten


Zubereitung:

Kokosfett zerlassen und zum Abkühlen beiseite stellen.
In der Zwischenzeit alle Zutaten mischen, anschließend des Kokosfett unterrühren.
Mit Hilfe von zwei Teelöffeln Schoko-Crossie-Häufchen formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben. Je nach Wunsch, können die Schoko-Crossies auch auf Oblaten angerichtet werden.
Nun ca.1-2 Stunden kalt stellen und genießen. (kühl lagern!)

Die Schoko-Crossies lassen sich auch schön in Folie verpacken und können so als kleine Aufmerksamkeit weitergereicht werden.


Freitag, 20. Dezember 2013

Last Minute Weihnachtsgeschenk

Kerzenhalter

Für alle, die für einen Weihnachtsbesuch noch ein kleines Mitbringsel benötigen oder mit den Kindern ohne großen Aufwand noch etwas basteln möchten. Der Kerzenhalter ist leicht und schnell anzufertigen.

Material:

Bastelkarton in beliebiger Farbe
ca. 6 halbe Walnussschalen
1 kleine Pyramidenkerze
Heißkleber oder alternativ Alleskleber
evtl. Geschenkpapierfolie und Band zum Verpacken




Anleitung:

Aus dem Kartonpapier eine Grundform z. B. Kreis, Stern etc. in der gewünschten Größe ausschneiden.
Die Walnusshälften mit der offenen Seite nach unten kreisförmig anordnen und auf der Grundform mit Heißkleber fixieren. Danach eine weitere Walnusshälfte mit der offenen Seite nach oben mittig platzieren und festkleben. Nun kann in der Öffnung der Walnussschale mit Kerzenwachs die Pyramidenkerze befestigt werden.
Natürlich kann der Kerzenhalter nach Wunsch auch noch mit Glitter o. a. etwas aufgepeppt werden.

Dies ist eine kleine Bastelei, die etwas größere Kinder auch einmal allein anfertigen können.
In Geschenkpapierfolie schön verpackt eine kleine Aufmerksamkeit für Freunde.


Donnerstag, 19. Dezember 2013

Soljanka a la Oma

Soljanka a la Oma

Mit Gerüchen um uns herum oder dem Geschmack einer Speise verbinden wir automatisch Erinnerungen.
Meine Oma hat mir früher sehr oft einfach so oder zu Kindergeburtstagen Soljanka gekocht.  Ich war als Kind kein guter Esser, aber an diesen Tagen konnte ich richtig zulangen. Und auch heute noch esse ich Soljanka unheimlich gern und erinnere mich dabei an meine Oma.

Für alle, die es gern einmal ausprobieren möchten, nachfolgend unser Familienrezept.

Zutaten:

Kassler oder Kasslerrippchen
ca. 1 Flasche Ketchup
ca. 1 Glas Letscho
3 Paprika
Würstchen (frische Wiener oder aus dem Glas ca. 1-1½ Gläser)
Saure Gurken
Salz & Pfeffer
Soßenbinder

Zubereitung:

Mit Kasslerrippchen  eine Brühe kochen (alternativ: Kassler anbraten und mit genügend Wasser ablöschen), Fleisch klein schneiden.
Paprika, Würstchen und saure Gurken klein würfeln und hinzugeben.
Restliche Zutaten beimischen und je nach Geschmack mit Salz und Pfeffer nachwürzen.
Sollte die Soljanka noch zu wässrig sein, mit Soßenbinder andicken.


Die genauen Mengen der einzelnen Zutaten richten sich nach dem Geschmack jedes Einzelnen – einfach ausprobieren!

Der Herbst

Der Herbst

Wenn die Blätter fallen,
und die Nebel wallen,
dann dauert´s nicht mehr lange.

Wenn die Drachen steigen,
und wachsen die Feigen,
dann beginnt der Herbst.

Wenn Kürbisse vor jeder Tür stehen,
und man kann viele Kinder sehen,
dann ist da der Herbst.

Wenn keine Blätter mehr sind am Baum,
wird man es glauben kaum,
dann ist vorbei der Herbst.


Jessica Schmidt 2013 (11 Jahre)

Der letzte Tag

Der letzte Tag

Wenn heute der letzte Tag meines Lebens wäre,
möchte ich noch einmal mit Dir den Sonnenaufgang erleben,
meinen Liebsten einen langen Brief schreiben, 
Wind und Sonne auf meiner Haut spüren,
allen die mir am Herzen liegen sagen –
„Ich liebe Euch!“,
wissen, ich würde mein Leben noch einmal genauso leben 
und dann in den Sonnenuntergang reiten.

Anja Schmidt 2013

Samstag, 30. November 2013

Die böse "Vier"!

Jetzt erwischt es auch mich. Die böse »Vier« holt mich ein. In wenigen Wochen feiern wir meinen Geburtstag. Bisher kein Grund, um sentimental zu werden.
Mit Achtzehn dachte ich, Siebzehn hörte sich doch irgendwie besser an. Viele Dinge erschienen mir damals spannender, aufregender und einfacher. Außerdem mochte ich den Klang dieser Zahl. Achtzehn empfand ich eher als langweilig. Die ganze Aufregung um den Achtzehnten Geburtstag, die Volljährigkeit, konnte ich nicht verstehen. Vieles wurde vielmehr komplizierter. Die Zwanzig war keine so große Hürde, eher unspektakulär. An meinem Dreißigsten Geburtstag schlich sich dann schon ein merkwürdiges Gefühl in die Magengegend, doch wirklich realisieren wollte ich das nicht. Zu diesem Zeitpunkt hielt mich unsere gerade knapp vier Monate alte erste Tochter auf Trapp. Ich genoss es, einfach nur Mama zu sein und dachte weniger über mein Alter nach. Mit Vierunddreißig fast Fünfunddreißig sah das dann schon anders aus. Während ich mit unserer zweiten Tochter schwanger war, musste ich mir die ersten kritischen Kommentare über mein Alter gefallen lassen. Schließlich zählte ich nun zu den Risikoschwangeren. Ich fühlte mich aber gar nicht alt und die schrägen Blicke, weil ich sämtliche riskanten bzw. in meinen Augen unsinnigen Untersuchungen nicht durchführen ließ, nervten einfach nur. Natürlich kamen Gedanken auf, wie alt ich in einigen Jahren sein würde, wenn dieses kleine Wesen 15, 20 oder 30 Jahre alt wäre. Doch ganz tief drin in mir, fühlte ich mich manchmal noch wie Achtzehn und der alltägliche Trott hielt mich von weiterem Nachdenken ab.

Die Zahlen nach der Drei wurden immer größer und ich begann meine Umgebung mit kritischeren Augen anzusehen. Vielleicht ist es nur eine punktuelle Wahrnehmung, doch um mich herum veränderten sich Freunde und Bekannte. Nicht offenkundig, aber doch unterschwellig. Es war, als würden alle Personen, die ich kenne, Ende der Dreißig / Anfang Vierzig in Panik verfallen und nach dem Sinn ihres Lebens bzw. neuen Perspektiven suchen. Einerseits geschah dies vorsätzlich und berechnend andererseits eher unbewusst, ob nun in der realen oder einer virtuellen Welt. Freunde kamen aus sich heraus und zeigten nie geahnte Seiten oder Talente an sich. Andere wiederum zogen sich aus dem wirklichen Leben und von langjährigen Freunden zurück und suchten sich dafür einen entsprechenden Ersatz bzw. virtuelle Freunde. Letztere sind ja auch nicht „gefährlich“, da alles recht locker und unverbindlich bleiben kann. Es gibt sie nur im Netz und die Wirklichkeit ist weit weg. Sie kommen nur so nah an jemanden heran, wie dieser es zulässt.  Auf den einzelnen Plattformen rückt die Realität beiseite und niemand weiß, wie der Gegenpart in Wirklichkeit ist. Jeder kann hier so sein, wie er möchte, jünger oder älter, gebildeter sogar männlich oder weiblich. Niemand kann nachvollziehen, was der andere im realen Leben so macht oder denkt. Viele geben nicht einmal ihren wirklichen Namen oder gar eine Adresse preis.
Eine andere Gruppe setzte sich nochmals auf die Schulbank, sie erweiterten ihre Studienabschlüsse, bauten sich neue Existenzen auf oder entschieden sich noch einmal für Familienzuwachs.

Vieles, was meine Altersgenossinnen taten vermittelte mir den Eindruck von Torschlusspanik und ich konnte manche Dinge nicht nachvollziehen, einige bis heute nicht. Naja und ich war der irrigen Meinung, mir würde so etwas nie passieren. Oh, wie hatte ich mich geirrt.
Nach meinem 38. Geburtstag sah ich um mich herum plötzlich nur noch Frauen mit kugelrunden Bäuchen und Watschelgang. In der Stadt und selbst im Urlaub schien es mehr Kinderwagen als Autos zu geben und es wimmelte einfach nur so vor Babys. Und dann war er einfach da, der Wunsch nach einem dritten Kind. Mein Mann wollte schon immer drei Kinder und natürlich hoffte er noch immer auf einen Stammhalter. Momentan befand er sich zu Hause in der Minderheit - drei Frauen gegen einen. Wir hatten im Scherz schon mehrfach darüber philosophiert, gingen aber nie direkt auf das Thema ein.
Aber ich war ja auch schon Achtunddreißig, hatte bereits zwei süße Mädchen im Alter von 9 und 3 Jahren, unser Haus, einen Job, viel zu viele Hobbys und verrückte Ideen. Also genügend Arbeit und Verpflichtungen, dafür viel zu wenig freie Zeit. Wie sollte das gehen? Diese Frage stellte mir später dann auch meine Mom.
Dennoch, ich hörte meine biologische Uhr ticken. Dieses Tick Tack wurde von Tag zu Tag lauter und übertönte jegliche Bedenken. Der Wunsch nach einem weiteren Baby wurde übermächtig und natürlich auch die winzige Hoffnung auf einen kleinen Jungen. Aller guten Dinge sind schließlich Drei sagten wir uns. Wenig später bekamen wir tatsächlich Besuch vom Klapperstorch und zu unseren zwei Mäusen gesellte sich ein kleiner aufgeweckter Mäuserich hinzu. Alle waren glücklich, selbst die nun dreifachen Großeltern, die uns kurzerhand kopfschüttelnd für verrückt erklärt hatten, als sie die Neuigkeit erfuhren. Die Kinder liebten sich von der ersten Sekunde an abgöttisch und auch jetzt, acht Monate später hat sich daran nichts geändert. Alles war gut und hatte sich leichter eingespielt als gedacht. Natürlich funktioniert manches nur mit Unterstützung der Omas.

Eigentlich hätte ich nun glücklich und zufrieden sein müssen. Ich war mittlerweile Neununddreißig, hatte einen tollen Mann und drei supersüße, liebe, gesunde und intelligente Kinder. Weit gefehlt, denn da gab es noch diesen besonderen Traum, den nur meine Mom wirklich ernst nahm. Neben vielen kurzen Abhandlungen und Gedankenfetzen lag in meinem Schreibtisch ein kleiner ordentlicher Stapel Papier, eng bedruckt und liebevoll gehütet. Mein Manuskript für ein Kinderbuch. Der Text wurde immer mal wieder umgestellt, korrigiert und neu ausgedruckt. Danach lagen die Blätter erneut in der Schublade. Mein Traum, mein eigenes Buch im Buchhandel zu sehen schien unerreichbar. Es war ja auch nur eine nette kleine Geschichte für Kinder, nicht ganz fünfzig Seiten lang und für die renommierten Verlage uninteressant, da eben kein Harry Potter.
Hier zeigt sich einmal wieder, wie wundervoll Mütter sein können. Egal wie alt man ist, Mama ist doch die Beste, zumindest meine. Mit ihrer Hilfe wird nun in wenigen Wochen mein Buch verlegt. Zwar in einem Zuschussverlag, doch es ist mein Werk und ich bin stolz darauf, es geschafft zu haben. Und als Zugabe gab es wunderschöne und liebevoll entworfene Zeichnungen zur Untermalung der einzelnen Geschichten sowie ein tolles Buchcover. Ob es sich verkauft, wird sich zeigen. Dennoch hinterlasse ich, wenn auch nur winzige, aber doch Spuren auf dieser Welt.

Wenn da nur nicht dieser verflixte 40. Geburtstag wäre. Hat mich die Torschlusspanik jetzt auch eingeholt oder wird unsere Generation ab diesem Alter eben einfach nur kreativer und energetischer? Krempeln sich nur meine Geburtsjahrgänge in diesem Alter um und erfinden sich neu oder ist es ein generelles Altersproblem? Ich weiß es nicht. Vielleicht ist es auch einfach nur die Angst, das halbe Leben hinter sich zu haben, die Zeit davonrennen zu sehen. Die Aussicht auf eine langweilige Zukunft mit Frauenzeitschriften und Gesprächen über Antifaltencremes oder Rheumasalbe. Meiner Mom sage ich immer, sie sei nicht alt und meine das auch so, weil ich sie nicht als alt empfinde. Doch geht es um mich selbst, verändert sich die eigene Sichtweise.
Jedenfalls erwachte ich eines Morgens und in mir brodelte es. Eine innere Unruhe hatte mich erfasst und in meinem Kopf spukte nur noch eine Frage herum: »Warum nicht doch noch ein Fernstudium anfangen?«  Aber geht das? Da wären ja auch noch die drei Kinder, der Haushalt und später dann mein Job. Bleibt da genügend Zeit für alles und vor allem auch zum Lernen? Jetzt kann ich sagen, es funktioniert. Gut, manchmal eher schlecht als recht und ob ich die ersten Prüfungen schaffe, ist auch noch nicht raus. Doch es geht und es wird von Tag zu Tag besser. Organisation ist alles. Ich finde auch jeden Tag noch ein paar verloren geglaubte graue Zellen wieder. Vielleicht sollte man die Welt nicht mit einem allzu starren Blick betrachten, sich einfach mehr zutrauen und das eigene Alter nicht ganz so ernst nehmen. Es kommt auf die inneren Werte an und wie man sich selbst fühlt.
Die Meinung von Außenstehenden ist oft wichtig, sollte aber nicht die eigene Persönlichkeit untergraben. Man kommt vielleicht weiter, wenn man sich die Meinung anderer aneignet und vertritt, doch glücklich macht das auf Dauer nicht. Ich behalte lieber meine eigene Lebensansicht, habe eine tolle Familie und wenige, dafür aber gute Freunde.
Bei den einen werden jetzt die Kinder bereits flügge und verlassen das Nest. Sie sind wieder „frei“. Andere beginnen gerade erst mit der Familienplanung oder starten noch einmal durch. Egal wie, jeder richtet sich das Leben so ein, wie er mag und genießt es. Eben nur auf eine andere Art und Weise.
Es gibt Menschen, die sind bereits mit Zwanzig schon alt. Ich gehöre nicht in diese Kategorie und werde sicher auch nie ganz „erwachsen“ werden. Das Leben ist zu schön und hat noch viel zu viel zu bieten, als dass man sich von einer Zahl in seiner Altersangabe unterkriegen lassen sollte. Egal in welchem Alter, jeder sollte den Mut haben,  seine Ideen – und klingen diese auch noch so verrückt - umzusetzen. Fatal ist nur, irgendwann zu bedauern, es nicht getan zu haben. Im Englischen gibt es einen Ausspruch dem ich folgen möchte: „Live your dreams. Because if you don´t, you will regret it one day.

Also, keine  Angst vor der ach so bösen »Vier« ! Das Leben bietet uns noch viele Möglichkeiten, man muss sich einfach nur trauen, diese wahrzunehmen.