Montag, 25. August 2014

Rezension "Einer da oben hasst mich" von Hollis Seamon aus dem cbt Verlag

Originaltitel: Somebody Up There Hates Me
Originalverlag: Algonquin, US
Aus dem Amerikanischen von Edith Beleites
Verlag: cbt

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Ab 14 Jahren
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 256 Seiten,13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-570-16283-5
€ 14,99 [D] | € 15,50 [A] | CHF 21,90 * (* empf. VK-Preis)

Erscheinungstermin: 26. Mai 2014



Inhalt:


Lasst mich lieben, bevor ich sterbe!

Eigentlich ist der 17-jährige Richard ein ganz normaler Teenager – doch er hat Krebs und verbringt die letzten Tage seines Lebens in einem Sterbehospiz. Trotz dieses »Einer-da-oben-hasst-mich-Syndroms«, wie Richard es selbst nennt, hat er seinen Lebensmut nicht verloren und tut alles dafür, so viel wie möglich aus der ihm verbleibenden Zeit zu machen: Sei es, sich Privatsphäre zu verschaffen, wo es eigentlich keine gibt, zu Halloween verkleidet durch die Straßen zu fahren oder die Nähe der 15-jährigen und ebenfalls sterbenskranken Sylvie zu suchen …

Die Autorin:


Durch die jahrelange Pflege ihres Sohnes hat Hollis Seamon viel Zeit in Kinderkrankenhäusern verbracht. Die Jugendlichen dort, die trotz ihrer Krankheit Teenager blieben, haben sie dazu inspiriert, ihr erstes Jugendbuch, „Einer da oben hasst mich“, zu schreiben. Seamon lebt in Kinderhook, New York, und unterrichtet Englisch und Kreatives Schreiben.

Leseprobe:    Einer da oben hasst mich




Rezension:


Ein unheimlich berührendes Buch, das seine Leser nachdenklich zurück lässt. Dabei ist es nicht übertrieben sentimental, sondern teilweise sogar ein wenig pragmatisch geschrieben. 

Diese Geschichte zeigt, welche Größe und innere Stärke Kinder und Teenager in extremen Situationen entwickeln können. Trotz einer ausweglosen Situation und Krankheiten, die nur einen Verlauf nehmen können, haben sie das Feingefühl für ihre Mitmenschen nicht verloren. Sie versinken nicht in Selbstmitleid, sondern genießen das, was ihnen die wenigen verbleibenden Tage noch bringen können. Dabei bleiben sie aber auch Kinder mit Wünschen und Sehnsüchten, Teenager, die die erste Liebe erleben möchten. 
Wir erleben mit Richard und Sylvie aber nicht nur harte Zeiten. Es gibt komische humorvolle Situationen, die die Stimmung immer wieder auflockern. Dadurch wirkt die Geschichte umso authentischer.

Richard ist sich bewusst, dass er nur noch Wochen oder gar Tage zu leben hat und doch ist er sogar bereit, auf ein wenig mehr Lebenszeit zu verzichten, um seiner Freundin einige Tage mehr zu gönnen. Er sorgt sich um seine Mutter und versucht, sich um ihre Zukunft zu kümmern. Dabei verschanzt er seine Sensibilität und Unsicherheit hinter einem Schutzschild von Sarkasmus und versucht seine Umgebung durch makabere     Aktionen zu provozieren. 

Dieses Jugendbuch ist nichts für zarte Gemüter. Hollis Seamon greift die Themen Krankheit und Tod schonungslos auf und schreibt sehr anschaulich über die unterschiedlichen psychischen Auswirkungen auf die Betroffenen und ihre Familien. 
Ich würde das Buch für Jugendliche ab 16 Jahren empfehlen, da ich denke, dass es schon so einiges an Emotionen zu verarbeiten gibt und nach dem Lesen sicher auch Gesprächsbedarf mit Gleichaltrigen oder Eltern bestehen wird.

Dieses Buch gibt uns den Rat mit auf den Weg, mehr auf die kleinen Dinge im Leben zu achten, die gemeinsame Zeit mit den Kindern, Lebenspartnern, Familie und Freunden intensiv zu nutzen und jeden Tag aufs Neue zu genießen. Wichtig ist nicht das, was man verpasst, sondern das, was man erleben durfte.


Kimmy vergibt 5 von 5 Käseecken

Kommentare:

Irve hat gesagt…

Tolle Rezi, habe schon Tränchen in den Augen. Das Buch klingt sehr gut!

Anja Schmidt hat gesagt…

Danke Irve! Ich kann das Buch nur empfehlen.