Donnerstag, 25. September 2014

Die Blogtour zu "Rache wird kalt serviert" von Jasmin De macht heute bei mir Station

Vor Kurzem konntet ihr ja hier meine Rezension zu "Rache wird kalt serviert" lesen.
Seit Montag läuft nun die Blogtour zu diesem Roman und ist heute bei mir angekommen.
Die junge sympathische Autorin hat mir einen kleinen Blick auf die Entstehungsgeschichte ihres Buches erlaubt und ich möchte euch gern daran teilhaben lassen.


Jetzt übergebe ich das Wort an Jasmin und ich hoffe, ihr findet diese Informationen genauso interessant wie ich.

Der Anfang …


Alles fing mir einem Bild, oder eher mit einem kurzen Video in meinem Kopf an.

…Es war eine milde Nacht und der Himmel war sternenlos. Eine schwache Straßenlaterne beleuchtete einen industrieähnlichen Platz. Der Boden war aus Beton und im Hintergrund war etwas wellenartiges zu erkennen – es waren Schiffscontainer.
Ich hörte ein hallendes Klackern von Absätzen. Am Rande des Platzes tauchte ein Paar schwarzer High Heels auf. Die Person kam näher, mit sicheren und selbstbewussten Schritten und mein Blick wanderte höher, entlang an zwei langen Beinen, bis zum Saum eines schwarzen Lederkleides. Ihr braunes Harr, das im schwachen Schein der Lampe leicht rot schimmerte, ergoss sich wellig wie ein Wasserfall über die schwarze Lederjacke, die sie trug. In der linken Hand (und ich weiß bis heute noch, dass sie keinen Schmuck oder Nagellack getragen hatte) war eine Waffe. Der Griff um das dunkle Metall war sicher und fest, so als gehörte die Waffe zu ihr.
Oberhalb ihrer Nasenspitze blieb ihr Gesicht verborgen, aber ich sah blutrote Lippen, die sich zu einem geheimnisvollen Lächeln verzogen, und ich spürte ihren intelligenten und wachsamen Blick auf mir, auch wenn ich ihn nicht sah…

Mit dieser Szene im Kopf hatte damals alles angefangen. Es ließ mich nicht los und immer mehr fragte ich mich, wer sie war und was sie an so einem Ort tat. In meinem Kopf schwirrten haufenweise Vermutungen und ich beschloss, es aufzuschreiben, damit ich es nicht vergas. So schrieb ich das erste Kapitel von „Rache wird kalt serviert“ und feilte immer weiter, sowohl an der Szene, als auch daran, wie es weiter gehen könnte. Mit jedem weiteren Satz wurde es ein wenig klarer, bis die Frau, Luna, in meinen Kopf drang und anfing, mit mir zu sprechen und weitere Bilder zu zeigen. Aber sie hatte keine festen Termine, oder half mir in den Momenten, wenn ich nicht weiter kam beim schreiben – nein, sie überfiel mich quasi in den unpassendsten Momenten. Wenn jemand mit mir sprach, oder ich im Unterricht etwas sagte, oder wenn ich grade beschäftigt war. Dann überfielen mich die Bilder im Kopf oder Luna schrie so laut, dass ich sie nicht ignorieren konnte. Es war ein Fluch und Segen, belustigend und frustrierend zugleich. Oft passierte es mir, dass ich so überrumpelt war und vergaß, was ich eigentlich tun oder sagen wollte. Der einzige Weg, damit ich nicht durchdrehte, war weiter zu schreiben und das tat ich. Egal, ob ich früh am Morgen im Zug saß und auf dem Weg zur Schule war, oder mit Freunden in der Mittagspause in der Mensa saß. Mein Handy lag stets in der Hand und ich tippte weiter, bis aus der Idee am Ende ein Roman entstand.


Das Schreiben …


Erst hatte ich mich gescheut zu schreiben, denn viele wichtige Details hatten noch gefehlt und Luna ließ mich oft im Dunklen tappen. Selbst bis heute hat sie mir nie alles gezeigt. Also musste ich mir etwas einfallen lassen und das war manchmal schwieriger als gedacht.
Um diese Zeit zeigte mir Luna ein Bild, wo sie mit erhobener Waffe auf einen wahnsinnig sexy schwarzhaarigen Mann zielte, der ebenfalls eine Waffe auf Luna gerichtet hatte – die letzte Szene des Romans. Somit hatte ich einen Anfang und ein Ende, aber der Mittelteil fehlte. Also nahm ich ein Blatt und Stift und setzte mich hin, um einen Plan für den Verlauf der Geschichte aufzuschreiben.
Zu der Zeit freundete ich mich mit jemanden an, die dafür sorgte, das ich nicht den Verstand verlor wenn es eng wurde und die Geschichte zu dem wurde, was sie jetzt war: Julia. Ich hätte nie gedacht, wie wichtig sie für diesem Roman, aber auch für mich als Freundin werden würde. Wir sprachen stundenlang über die Ideen, die in meinem Kopf schwirrten und sie war begeistert von Luna und Leo. Julia lenkte mich auf die richtige Bahn, wenn ich schon wieder in eine Sackgasse gelaufen war und sie war die erste Person, die die Texte gelesen hat. Wenn ich vom Weg abgekommen war – und das passiert schnell, wenn man schreibt – gab sie mir immer einen ordentlichen Tritt in den Hintern, damit wieder den richtigen Weg fand.
Mit diesem Wissen, schrieb ich weiter.
Viele Autoren haben ihre eigene Art des Schreibens. Die, die ich kenne schreiben oft an ihrem Laptop, wenn sie zu Hause sind. Ich habe „Rache wird kalt serviert“ die meiste Zeit im Zug am Handy geschrieben. Dort konnte keine Hausarbeit oder mein Kater mich ablenken und die Anonymität sorgte dafür, dass ich mich in die Geschichte von Luna und Leo verlieren konnte. Meistens hatte ich dazu Kopfhörer im Ohr und lauschte der Musik. Die Lieder, die ich dabei am meisten gehört habe waren „Radioactive“ von Imagine Dragons,“ I see fire“ von Ed Sheeran, „Love me again“ von John Newman und „Intro“ von The XX – oft in Dauerschleife.


Die Recherche …


Viel recherchieren konnte ich nicht, da sich der Verlauf der Handlung immer wieder änderte und Luna nicht großzügig viel verriet.
Das Erste, wonach ich schaute, waren die Namen. Ohne Namen wirkten die Figuren für mich nicht real. Aber ich wollte keine 08/15 Namen, nein, sie sollten sowohl vom Klang, als auch mit ihrer Bedeutung zu den Figuren passen. Nach ihren Charakteren suchte ich in sämtlichen Babynamenforen. Es war nicht einfach, da bei jeder Suche immer weitere Namen auftauchten, die in Frage kamen. Für Luna hatte ich mich als erstes entschieden. Dieser Name schwebte schon lange wie ein Pochen in meinem Kopf und nachdem ich die Bedeutung kannte, nahm ich ihn. Bei Leo wurde es schwieriger. Es gab eine Menge guter Namen, aber nichts wollte mit Luna zusammen passen. Bis ich die drei Buchstaben sah, Leo. Seine Bedeutung passte zum Charakter und in Kombination mit Luna gefiel er mir noch besser.
Bei den anderen Charakteren war es leichter. Lunas Tante erinnerte mich an Julia, also machte ich aus dem a ein e und schon hatte ich den Namen Julie.
Es gab nur einen Namens, den ich bis heute nicht weiß … Lunas Nachname. Nichts passte und dazu gab es auch keinen Anhaltspunkt in den Bildern oder Gesprächen in meinem Kopf. Bis heute hat Luna für mich keinen Nachnamen, aber ich habe auch nie das Bedürfnis gehabt, ihr unbedingt einen geben zu müssen. Für mich war sie Luna, die starke und selbstbewusste Frau, die aber eigentlich tief in ihr ein kleines, verängstigtes Kind ist.
Bei den Waffen sah es etwas anders aus. Auch wenn ich kein Waffenexperte war, kannte ich die Sig Sauer. Von Anfang an war es klar, dass dies die Waffe von Luna sein würde und keine andere. Also recherchierte ich auch hierfür im Internet und las Beiträge von Waffenmagazinen. Für die anderen Waffen, reichten Google und Wikipedia völlig aus. Ich hoffe, dass die NSA jetzt nicht denkt, dass ich ein Attentat verüben will oder so :s
Was ich nicht wusste, waren die Regeln für ein Poloturnier. Bei allen anderen Dingen, wie die Kleidung von Luna, oder die das C’s aussehen sollte, verließ ich mich ganz auf mein Bauchgefühl, meine Fantasie und die Häppchen, die Luna mir manchmal zuwarf J
Das Letzte, wozu ich recherchieren musste, war die Verfassung der Psyche von Luna. Das, was ihr in jungen Jahren wiederfahren war, musste Spuren hinterlassen haben. Ich konnte mir vorstellen, welche Auswirkungen es haben könnte, aber um sicher zu sein, sprach ich mit zwei tollen Sozialarbeiterinnen. Für jemanden, dem so etwas nicht passiert war - und das wünsche ich keinem - ist es schwer zu begreifen.
Ich habe versucht, Luna so gerecht wie möglich zu werden, aber dieser Roman ist kein psychologisches Werk, sondern eine Belletristik = Unterhaltungsliteratur.


Das Ende …


Von dem was ich am Anfang geplant hatte,  ist nur noch das Grundgerüst geblieben. Das grobe Konzept blieb erhalten, aber vieles hatte sich beim Schreiben geändert. Entweder hatte es nicht gepasst oder die Folgen einer Handlung konnte ich nicht umsetzten oder Luna hatte sich in meinem Kopf so sehr dagegen gewehrt, bis ich Kopfschmerzen bekam und mich  somit gezwungen, umzudenken. Manche Ideen wiederum würden zwar in die Geschichte hinein passen, aber dafür war es noch nicht soweit. Diese Ideen liegen jetzt aufgeschrieben neben mir, ebenso, wie die Geschichte weiter gehen soll. Vielleicht, wenn sich Luna in meinem Kopf dazu entscheidet, mich weiter zu nerven, könnte ein zweiter Teil entstehen. Doch dafür müssen die Ideen reifen, ebenso wie die Figuren.
In den fast drei Monaten, in denen ich die Geschichte getippt habe, gab es Dinge, die später geändert werden mussten. Eins davon war, in welchem Land die Handlung spielen sollte. Für mich gab es keinen festen Ort, da sich alles in meinem Kopf abspielte und ich somit an nichts und niemanden gebunden war.  Doch meine Lektorin wies mich darauf hin, dass sich manche Dinge bissen, wie Frau und Miss. Eine Entscheidung musste her. Dabei sah ich meinen Romane an, die in meinem Schrank standen und mir fiel auf, dass die meisten in Amerika spielten und so gut wie keine in Deutschland. Erstaunt darüber traf ich meine Wahl: aus Miss wurde Frau und aus dem FBI das SEK. Aber eine großartige bzw. grundlegende Veränderung war nicht nötig.
Eine weitere Änderung war das Ende. Ich habe eine kleine sadistische Ader, die gepocht hatte, als ich das letzte Kapitel schrieb. Da Klischees und aufgedrungene Happy Ends überhaupt nicht zu mir passen, wollte ich ein realistisches Ende. Für mich war es klar, wie es ausgehen würde. Zu der Zeit dache ich über einen möglichen zweiten Teil gar nicht nach. Am Ende des Romans sollte Leo sterben. Den fertigen Text schickte ich Julia zu. Sie ist ein Fan von Kitsch und Happy Ends und hätte mich am liebsten erschlagen :D
Luna saß amüsiert mit einer Tüte Popcorn in meinem Kopf und sah uns zu.
Als ich mich dazu entschloss, den Roman zu veröffentlichen, wusste ich, dass das Ende so nicht bleiben konnte. Also vereinbarte ich einen Kompromiss mit mir selbst und schrieb das Ende um.
So wurde der Roman zu dem, was er jetzt ist.

Wenn ich jetzt zurückblicke, kann ich sagen, dass ich eigentlich nur für mich schreiben wollte, eine Geschichte, die mir eine Frau in meinem Kopf zuflüsterte. Aber mit der Zeit hat sich die Geschichte so sehr verändert und dabei sind so viele Dinge in meinem Leben passiert, dass ich gemerkt habe, dass mit dem letzten Punkt des Romans noch nicht Schluss ist. Etwas würde damit passieren und  mit meiner Vermutung behielt ich Recht. Ein langer Weg hinter mir und das Ende ist noch nicht in Sicht.

Ein großes Dankeschön an Jasmin für diese ausführlichen Informationen.

Ich kenne das Ende der Geschichte bereits und es lässt viel Spielraum für Spekulationen.
Über eine Fortsetzung würde ich mich riesig freuen und bin schon gespannt.

Das Buch könnte ihr übrigens über Amazon für den Kindle derzeit für 0,99 Euro sowie als Taschenbuch für 11,94 Euro erwerben.


Zum Abschluss gibt es für euch noch ein Gewinnspiel!


Jasmin De war so lieb und hat ein paar tolle Preise für euch zur Verfügung gestellt, die wir am Ende der Blogtour unter allen, die sich am Gewinnspiel beteilt haben, auslosen werden.

Das könnt ihr gewinnen:

1-3 Taschenbüchern + Plakat und Lesezeichen
4-7 eBooks + Plakat und Lesezeichen
7-10 Trostpreise + Plakat und Lesezeichen

Um teilzunehmen füllt einfach das nachfolgende Formular aus. Viel Glück!




Teilnahmebedingungen:

- Du bist mindestens 18 Jahre alt oder hast die Erlaubnis deiner Eltern.
- Der Rechtsweg ist ausgeschlossen und ich übernehme keine Haftung für auf dem 
  Versandweg verlorene Post.
Doppelt Teilnehmende werden kommentarlos von diesem und weiteren Gewinnspielen    
  ausgeschlossen
- Teilnahme nur aus Deutschland möglich
- Das Gewinnspiel endet am 27.09.2014 um 23.59 Uhr

Ihr müsst nicht Leser meines Blogs sein, um am Gewinnspiel teilzunehmen. Natürlich freue ich mich immer über neue Follower.


Morgen macht unsere Blogtour bei Jeanne D'Arc Bücherblog halt. Schaut doch mal vorbei.



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