Freitag, 19. Juni 2015

Rezension " Die uns lieben" von Jenna Blum - Aufbau Verlag


Gebundene Ausgabe: 518 Seiten
Verlag: Aufbau Verlag; Auflage: 1 (13. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3351035888
ISBN-13: 978-3351035884
D: 19,95







Inhalt:


Die Frau des Offiziers Fünfzig Jahre lang hat Trudys Mutter kein Wort über ihre Vergangenheit verloren. Doch es gibt ein verstörendes Souvenir, tief vergraben in der Wäscheschublade: ein Familienporträt, auf dem sie und ihre kleine Tochter gemeinsam mit einem Nazi-Offizier zu sehen sind, dem Obersturmführer von Buchenwald. Jenna Blums preisgekrönter Roman war ein Bestseller in zahlreichen Ländern. Ihre universelle Geschichte von Schuld, Liebe und Vergebung wird für die große Leinwand verfilmt. Weimar, 1940. Ledig, schwanger und von ihrem Vater vestoßen, kommt die 19-jährige Anna bei der Bäckerin Mathilde unter. Mathilde erhält Mehl, Zucker und Butter von den Nazis, um das Offizierskasino von Buchenwald mit Gebäck zu beliefern. Gleichzeitig schmuggeln die beiden Frauen Brot ins KZ und geheime Botschaften hinaus. Als Mathilde zwei Jahre später auf frischer Tat ertappt wird und der Obersturmführer Heinz von Steuern in der Bäckerei auftaucht, sieht Anna nur einen vezweifelten Ausweg, um sich und ihre kleine Tochter Trudy zu retten. Minneapolis, 1996. Ein paar diffuse Erinnerungsschnipsel, ein verstecktes Familienfoto und ein unauslöschliches Gefühl der Schuld sind alles, was Trudy mit ihrem Geburtsort Weimar verbindet. Erschüttert vom Tod ihres Stiefvaters und erdrückt von der Last einer Vergangenheit, die ihre Mutter hinter eine Mauer aus Schweigen verbannt hat, beginnt die Geschichtsprofessorin endlich mit Recherchen zum Alltag nichtjüdischer deutscher Frauen im Dritten Reich. Nach und nach legt sie dabei die erschütternde Geschichte ihrer Mutter frei, die so ganz anders ist, als sie es erwartet hat. Jenna Blums einfühlsamer und sorgfältig recherchierter Roman, der sich zwei Jahre auf der New York Times-Bestenliste hielt, erzählt von einer verbotenen Liebe, vom zwiespältigen Wesen der Schuld, vom Recht auf Vergessen und von einer außergewöhnlichen Mutter-Tochter-Beziehung. "Die packende Geschichte zweier Frauen, die mit der Last und Verantwortung der Erinnerung ringen." The Boston Globe "Ein eindringlicher Roman, der das Herz berührt und das Gewissen aufruft." Independent on Sunday

Quelle: Amazon


Die Autorin und Übersetzerin:

Jenna Blum, geboren 1970, unterrichtet kreatives Schreiben und ist Mitarbeiterin verschiedener Zeitschriften. Ihre deutschen und jüdischen Wurzeln brachten sie auf die Frage, wie sie selbst sich zu Zeiten des Nazi-Regimes verhalten hätte. So entstand, nach jahrelangen Recherchen und zahllosen Interviews, die sie im Auftrag von Steven Spielbergs Survivors of the Shoah Foundation führte, ihr beeindruckendes Debüt „Die uns lieben“.

Yasemin Dinçer, geb. 1983, studierte Literaturübersetzen und hat u. a. Daphne Kalotays »Die Tänzerin im Schnee« übersetzt.
Quelle: Amazon


Rezension:


Ich habe mich seit langem nicht mehr so schwer damit getan, eine Rezension zu verfassen und diese daher auch monatelang vor mir her geschoben.

Die Inhaltsbeschreibung und das wirklich wunderbare Cover haben mich dazu bewogen, das Buch im Rahmen einer Leserunde zu lesen. Hinzu kam der Bezug zu Weimar, meiner Heimatstadt.
Anfangs dachte ich noch, dies könnte eine wundervolle Ergänzung zur Rubrik "Gegen das Vergessen" werden, da die Autorin die andere wenig beachtete Seite des 2. Weltkrieges beleuchtet.
Wie kam die normale deutsche Bevölkerung mit den Gräueltaten der Nazis klar, wie gestaltete sich der gutbürgerliche Alltag in Zeiten des Krieges? usw.

Leider erfüllte dieses Buch meine Erwartungen kaum und lies mich nach dem Lesen mit sehr gemischten Gefühlen zurück. Dabei ist die Grundidee absolut interessant und Stellenweise sind auch sehr gute Ansätze zu finden. Dennoch fehlt es an einer glaubwürdigen Umsetzung. 
Szenerien und Personen werden klischeehaft beschrieben und in Schubladen verfrachtet. Jenna Blum vermittelt dem Leser das amerikanische Denken über die Deutschen, was ihre familiären Wurzeln nicht zu verhindern wissen. Deutsche sind korpulent, vollbusig, unheimlich ordentlich, steif und haben Kuckucksuhren in der Wohnung hängen - um nur einige Beispiele anzuführen, die sich wie ein roter Faden durch die komplette Handlung schlängeln. Es wird zwar auch aufgezeigt, dass es unter der normalen bürgerlichen Bevölkerung genug Menschen gab, die sich dem Widerstand anschlossen und ihr Leben für ihre Überzeugung aufs Spiel setzten bzw. opferten, doch diese Passagen sind mir zu flüchtig. 
Auch während der Interviewphase in der Gegenwart, werden die jüdischen Überlebenden und Opfer als gut und die Deutschen als uneinsichtig, nazistisch und negativ dargestellt. 
Die gesamt Darstellung ist mir zu einseitig und oberflächlich. 

Anna ist zu Beginn ein naives junges Mädchen, das die erste Liebe erlebt und von da an in einen Strudel der Ereignisse gerät.
Anna nimmt eine Art Zwischenrolle ein. Auch wenn man am Ende ihr Wesen recht gut verstehen und ihre Entwicklung nachvollziehen kann, wird auch sie hauptsächlich als unnahbar und kalt dargestellt. Nur Ansatzweise bekommt man ein Gespür bzw. den Zugang zu ihren Gefühlen.

Das Verhältnis von Anna und dem Obersturmführer wird rein auf sexuelle Gelüste und Brutalität reduziert. In wenigen kurzen Momenten kann man einen nebulösen Blick auf die Gedankenwelt dieses Mannes und seine Beweggründe bzw. Vergangenheit erhaschen. Dennoch hatte ich am Ende ein flaues Gefühl im Magen. Als Verallgemeinerung würde ich nach diesem Buch denken: Alle Nazis waren geistig gestört, hatten eine schlimme Kindheit und besaßen nicht unbedingt geistig hohes Niveau." Diese eingleisigen Beschreibungen haben mich immer wieder enorm gestört. 
Das Anna alles getan hätte, um sich und vor allem Trudy zu retten ist wiederum greifbar und verständlich. Auch wenn ich nicht all ihre Handlungen realistisch finde, gibt es sicher viele Dinge, die ein Mensch in Ausnahmesituationen tun würde, die wir im hier und jetzt nur mit Kopfschütteln betrachten würden.

Das Handlungsgeschehen wechselt zwischen dem hier und heute in Amerika und der Vergangenheit zu Zeiten des 2. Weltkrieges. Diese Zeitsprünge sind gut nachvollziehbar und ergänzen sich, so dass ein übersichtlicher nachvollziehbarer Handlungsstrang entsteht. Bei oberflächlicher Betrachtung hat Jenna Blum einen Roman geschaffen, der schockiert, die Nerven aufreibt, fesselt und berührt. Jedoch fehlt die notwendige Tiefe.

Gewöhnungsbedürftig ist auch die textliche Gestaltung. Wörtliche Reden werden ohne Anführungszeichen oder besondere Hervorhebung fließend im Text integriert. Man gewöhnt sich mit der Zeit an diesen recht eigenen Satzbau, aber es erschwert anfangs das Lesen und man konzentriert sich weniger auf den eigentlichen Inhalt. 

Ein großer Anreiz für mich, dieses Buch lesen zu wollen war der Handlungsort Weimar. Ich bin hier aufgewachsen und damit auch automatisch mit der Geschichte von Buchenwald. Im Buch konnte ich aber keine Verbindung zu Weimar herstellen. Auch wenn die Stadt damals noch anders ausgesehen und sich Straßenführungen bzw. Häuserfronten von den mir bekannten unterschieden haben, fehlte mir beim Lesen das Gefühl genau hier in Weimar zu sein.  Es hätte sich um jede beliebige Stadt handeln können. Ich glaube nicht, dass die Autorin hierbei die Absicht verfolgte, den Handlungsort zu verallgemeinern, um eine größere Reichweite zu erreichen und aufzuzeigen, dass alles auch an jedem anderen Ort hätte passieren können. Dagegen sprich auch der explizite Bezug zu Buchenwald.   
Die Beschreibung von Buchenwald dagegen erscheint gründlicher recherchiert und wirkt realer. Hier konnte ich Bezugspunkte finden.

Leider lässt mich das Buch enttäuscht und mit einem fahlen Nachgeschmack zurück.


Kimmy vergibt 3 von 5 Käseecken





Montag, 15. Juni 2015

Rezension "Öffne mir das Tor zur Welt - Das Leben der taubblinden Helen Keller und ihrer Lehrerin Anne Sullivan" von Helen E. Waite - Verlag Freies Geistesleben


Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Freies Geistesleben; Auflage: 2 (25. Februar 2015)
Sprache: Deutsch

Aus dem Amerikanischen von Sabine Gabert
ISBN-10: 3772523722
ISBN-13: 978-3772523724
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre

D: 15,99 Euro





Inhalt:


Diese beeindruckende Biografie schildert den Lebensweg der taubblinden Schriftstellerin Helen Keller, die sich rückhaltlos für die Interessen ihrer blinden und gehörlosen Mitmenschen einsetzte, und ihrer mutigen, pädagogisch weitblickenden Lehrerin Anne Sullivan. Helen Keller wurde mit neunzehn Monaten taub und blind; eine Heilung war aussichtslos. Erst als sich fünf Jahre später die junge Anne Sullivan der kleinen Helen annahm, lernte das Mädchen allmählich, Begriffe zu entwickeln, zu denken und sich ihrer Umwelt mitzuteilen. Eine erstaunliche Entwicklung begann: Helen absolvierte die Schule, beendete erfolgreich ein Universitätsstudium und wurde eine weithin bekannte Schriftstellerin und Rednerin.
Quelle: Amazon



Die Autorin:


Helen E. Waite beschäftigte sich schon als Kind am liebsten mit der Schreibmaschine. Ebenso anziehend waren für sie die Vorhänge einer Bühne und die Zettelkästen auf dem Tisch eines Bibliothekars. Mit zehn Jahren beschloss sie, Theaterstücke auf der Schreibmaschine zu schreiben und Bibliothekarin zu werden – so konnte sie die drei Dinge, die sie am meisten fesselten, vereinen und außerdem noch alle Bücher der Bibliothek lesen! Später studierte sie Bibliothekswissenschaften und Jugendliteratur. Viele Jahre war sie Bibliothekarin in der Oradell Public Library.

Quelle: Verlag Freies Geistesleben


Rezension:


Wir starten heute als erstes ein Experiment.
Verbindet euch einmal die Augen, verschließt eure Ohren mit Watte und versucht euch in eurer Wohnung oder im Haus zurecht zu finden. Na, könnt ihr auf Dauer euer Gleichgewicht halten oder Entfernungen richtig einschätzen? Gar nicht so einfach. 
Und nun stellt euch vor, eure Welt würde von einem Tag auf den anderen für immer in Dunkelheit und Stille versinken.

Helen Keller ist dies in einem Alter passiert, in dem Kinder ihre ersten Worte sprechen lernen, beginnen die Welt um sich herum zu erkunden. Wie beängstigend musste dieses Gefühl sein, da ihr ja niemand erklären konnte, was da mit ihr passierte.
Sie ist nicht das einzige Kind, dem ein solches Schicksal widerfahren ist, doch sie ist wohl die populärste Person, da sie als eine Art Vorreiterin für alle taubblinden Menschen gilt. Es war ihr in ihrem Leben nie genug allein voran zu kommen, nein, sie ebnete den Weg für viele fortschrittliche Lehrweisen und neue Erkenntnisse auf diesem Gebiet.

Helen Keller hat mich bereits als Kind fasziniert und beeindruckt. Unsere erste Begegnung erfolgte durch Evelyn Cleve´s Buch "Helen Keller" aus dem Jahr 1947 (Williams & Co ~ Verlag Berlin).



Hierbei handelt es sich um ein Kinderbuch aus dem Fundus meiner Oma. Es entspricht vom Stil her der damaligen Zeit und wurde mit sehr viel Feingefühl geschrieben. Ein großer Schatz in meinem Bücherregal.








"Öffne mir das Tor zur Welt" lässt uns auf modernere Art einen Blick auf das Leben und die Entwicklung von Helen Keller werfen. Auch nimmt es uns mit auf eine Reise in die späteren Jahre dieser beeindruckenden Frau bis hin zu ihrem Tod. 
Besonders gefallen hat mir, dass wir als Leser auch sehr viel über Anne Sullivan erfahren. Ohne sie, wäre das Leben, wie es Helen Keller führen durfte, nicht möglich gewesen. Dennoch wird sie oft nur als Lehrerin und Freundin erwähnt. Helen Waite jedoch lässt sie als eigenständige Person in Erscheinung treten. Anne Sullivan opferte sehr viel für Helen Keller. Ihr gebührt sehr große Anerkennung, die sie immer wieder bescheiden ablehnte.

"... Gewiss war Helen intelligent und furchtlos, aber es kam noch etwas hinzu. Sie war im Schoße einer wunderbaren Familie aufgewachsen und hatte vor allem eine Mutter, die die Weisheit, die Geduld und die Stärke besaß, ihr kleines Kind frei herumlaufen, die Umwelt erforschen und durch Erfahrungen so lernen zu lassen, wie das jedes gesunde Kind tut; eine Mutter, die es nicht zurückhielt aus Angst, es könnte sich verletzen..."

Helen Keller hatte das große Glück in einer liebevollen zu  Beginn ihrer Krankheit finanziell gut gestellten Familie aufzuwachsen. Ich weiß nicht, ob ich mein Kind in dieser Situation hätte so loslassen können, wie es Helens Mutter tat. Sie trat auch nie in Konkurrenz mit Anne Sullivan und versperrte durch Eifersucht, die sicher verständlich gewesen wäre, Helens Weg.

"... Vielleicht ist der Grund für Helen Kellers hervorragende Leistungen darin zu suchen, dass sie während der ersten beiden Jahre ihrer Erziehung nicht merkte, dass sie `erzogen` wurde. Sie besaß die ungeteilte Aufmerksamkeit von Teacher, und Teacher hatte die Einsicht und die Fantasie, sich über Regeln und Routine hinwegzusetzen. Lernen bedeutete niemals Aufgabe und Arbeit für die kleine Helen Keller, sondern Spaß und Abenteuer..."

Mit Anne Sullivan wurde ihr nicht einfach nur eine Lehrerin zur Seite gestellt. Nein, die beiden verband ein Leben lang eine innige Vertrautheit und Freundschaft. Anne Sullivan, die in ihrer Kindheit selbst mit Blindheit geschlagen war, konnte die Verhaltensweisen des anfangs ungebärdigen Kindes nachvollziehen. Beide waren sich in vielen Dingen äußerst ähnlich. 
Sie war es auch, die die wache Intelligenz und den Ehrgeiz ihres Schützlings erkannte. Noch jung und unerfahren verließ sich Anne auf ihre Intuition.

"... Sie übt eine starke Anziehungskraft auf Menschen aus", meinte Annie. "Wahrscheinlich, weil sie an allem und jedem so lebhaft interessiert ist. Niemand kommt auf den Gedanken, sie zu bemitleiden..."

Dennoch wäre diese für die damalige Zeit weit fortschrittliche Entwicklung und Bildung von Helen Keller nicht ohne viele weitere Menschen möglich gewesen. Helen besaß die Gabe, dass sich die anfängliche Neugier der Bostener Gesellschaft in wahre Zuneigung und Freundschaft zu ihr verwandelte. Sie nahm die Menschen für sich ein und beeindruckte durch ihre Willenskraft und Intelligenz. Ohne diverse Gönner und Zuwendungen hätte sie nie die Ausbildung, Freiheit und Unabhängigkeit genießen können, die ihr zu diesem außergewöhnlichen Leben verhalfen. So verband sie eine lebenslange spontan entstandene Freundschaft mit Mark Twain.

"... So zynisch und sarkastisch er sein konnte, Samuel Clemens hatte ein Herz, das immer leicht und schnell von allem Ergreifenden gerührt wurde, und sowohl in Helen als auch in Annie entdeckte er etwas Reines und Schönes. ...  Helen liebte er, Annie würdigte er, wie es nur wenig andere taten..."

Bedenkt beim Lesen, dass Helen Keller 1880 geboren wurde. Nur so könnt ihr erfassen, wie weit sie und vor allem auch Annie ihrer Zeit voraus waren. Welche enorm fortschrittliche Lebensweise und Entwicklung das Leben dieser beiden Frauen bestimmte.

Trotz ihres sehr privilegierten Lebens, sah sie nie über das Leid anderer hinweg. Bereits mit zehneinhalb Jahren besaß sie die Größe, sich mit Erfolg und all den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln für einen kleinen taubblinden von der Gesellschaft ausgestoßenen und im Armenhaus dahinsiechenden Jungen einzusetzen. Dafür verzichtete sie ohne zu überlegen auf Geschenke oder Zuwendungen. Welches gesunde Kind würde dies heute ohne weiteres tun?

Überhaupt erst einmal zu begreifen, was die auf ihren Händen per Fingersprache aufgetragenen Zeichen zu bedeuten haben, die Abstraktion von Worten und Sätzen zu verstehen, wenn man weder sehen noch hören kann ist faszinierend. 
Beeindruckt hat mich die in dieser Zeit vorherrschende Vielzahl an Blindenschriften. Helen beherrschte eine große Anzahl dieser Schriftalphabete. Das ist so, als würde man durch Deutschland reisen und alle gängigen Dialekte erlernen. Nebenbei "sprach" sie fließend Französisch, lernte Griechisch und Latein. Sie lernte die "normale" Druckschrift und Schreibmaschine zu schreiben.

Ich habe begonnen, mich mit der Brailleschrift zu beschäftigen.




Bislang wusste ich nicht, dass man Braille von rechts nach links schreibt, in umgekehrter Reihenfolge der Buchstaben, damit die Braille-Höcker - nach dem Umdrehen des Blattes zum Lesen - in der richtigen Reihenfolge erscheinen.
Auch das Erfühlen der einzelnen Punkte ist für ungeübte und entsprechend unempfindliche Finger recht schwierig.

Ihre Prüfungen fürs College schrieb sie auf der Schreibmaschine und erzielte beeindruckende Ergebnisse, so z. B. mit Auszeichnung in englischer Literatur. Wenn ich mir vorstelle, wie oft ich Texte noch einmal quer lese und verändere... Dies war für Helen Keller nicht möglich. 
Auch wurden ihre seitens der Prüfungskommissionen sehr viele Steine in den Weg gelegt. Ihre Prüfungen fanden unter weit erschwerteren Bedingungen als nötig statt. Doch sie gab nie auf und bewies, dass auch ein taubblinder Mensch einen Studienabschluss erreichen kann - mit oft besseren Ergebnissen als ihre Mitkommilitonen.

Helen Keller und Anne Sullivan öffneten dem Fortschritt die Tür. Das Buch "Öffne mir das Tor zu Welt" hat mir einen neuen weitreichenderen Blick auf das Leben dieser beiden bewundernswerten Frauen erlaubt. Dabei ist es keine langweilige Biografie, sondern einfühlsam und unterhaltsam in Romanform gefasst. Man freut sich und leidet mit ihnen, ist stolz über jede neue Hürde, die gemeistert wurde und ist gespannt auf das noch kommende.

Nachfolgend noch eine kurze Zusammenfassung der Lebensdaten und von Helen Keller veröffentlichten Publikationen. Die Daten stammen aus meinem "alten" Buch und sind nicht vollständig. 



Sollte eure Neugier geweckt worden sein, dann lest doch mal rein. Ich kann das Buch nur empfehlen.


Kimmy vergibt 5 von 5 Käseecken

Sonntag, 14. Juni 2015

Kindermund "Geschwisterchen"

Da habe ich vor einer Weile mal wieder etwas süßes gehört.

Die zweijährige Laura wurde von ihrer Mama vom Spielen mit den Nachbarskindern abgeholt.
Laura zupft ihre Mama am Ärmel: "Mama, bekomme ich auch ein Geschwisterchen?"
Mama: "Ja weißt du denn, was ein Geschwisterchen ist?"
Laura nickt strahlend "Ein Haustier!"

Dienstag, 9. Juni 2015

Blogtour "Adolescentia Aeterna" von Betty Kay - Tag 2 - Hintergründe zur Reihe + Gewinnspiel

Tag 2 unserer Blogtour ist angebrochen und Betty Kay hat für euch ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert.

Ich wollte gern wissen, ob es einen bestimmten Auslöser gab, der zu dieser Geschichte geführt hat, wie sie sich entwickelte und woher sie die Ideen genommen hat. Warum es ausgerechnet zu diesem und keinem anderen Buchtitel kommen musste und ob umfangreiche Recherchen zu Sekten/Bruderschaften notwendig waren? Ich mag ja Romane über Unsterbliche oder Vampire und mir ist aufgefallen, das die guten wundervollen Männer sehr oft Julian heißen. Irgendwie ist mir dieser spezielle Name in diesem Zusammenhang auch richtig sympathisch. Da lag es nahe auch einmal nachzufragen, wie es zur Namensgebung der Protagonisten kam.



Doch nun möchte ich Betty gern selbst zu Wort kommen lassen. Seid gespannt!


"Die Idee zu der Geschichte von Adolescentia Aeterna hatte ich bereits vor vielen Jahren. Lange bevor durch die Shades of Grey-Reihe die Erotikromane boomten. Begonnen hat alles mit einer Szene zwischen Eva und Jul, die nun in der zweiten Hälfte des ersten Teils von Adolescentia Aeterna angesiedelt ist. Ich wollte eigentlich eine Vampirgeschichte schreiben, eine Charakterstudie eines Jahrhunderte alten Unsterblichen. Das Schicksal hinter dem Vampir Lestat aus „Der Fürst der Finsternis“ von Anne Rice hat mich fasziniert. Doch es sollte sich beim Helden meines Romans um keinen herkömmlichen Vampir handeln. Ich wollte keinen Jungfrauen beißenden, blutrüstigen Mann der Nacht. So wurden aus Jul und den Brüdern Unsterbliche, wobei sie diesen Ausdruck nicht besonders mögen.

Der erotische Anteil in der Geschichte war bei der anfänglichen Idee nicht so ausgeprägt. Als ich nach dem großen Erfolg von Shades of Grey beschlossen hatte, dass es Zeit für das Schreiben von Adolescentia Aeterna war, wurde Erotik in den Romanen aber immer wichtiger. Der Grund dafür wird beim Lesen von Adolescentia Aeterna ersichtlich. Ich lege Wert darauf, dass die Liebesszenen nicht plump oder zu direkt beschrieben werden. Gewisse Worte werden in meinen Romanen nie zu finden sein ;-)
Adolescentia Aeterna sollte auch nur ein Einteiler werden. Während des Schreibens wurde mir allerdings klar, dass ich die vorgesehene Handlung nicht in ein einzelnes Buch bekam und es mehr zu erzählen gab, als gedacht. Das Grundgerüst von drei Teilen entstand. Eva und Jul dürfen sich dadurch weiterentwickeln und Tiefe zeigen.
Nachdem ich ziemlich früh wusste, dass die Bruderschaft Ewige Jugend heißen sollte, stand die lateinische Übersetzung Adolescentia Aeterna und damit der Titel der Reihe rasch fest. Nur bei den drei Untertiteln habe ich ein wenig herumgebastelt. Ich wollte, dass sie sich möglichst ähneln, den Inhalt des jeweiligen Teils aber möglichst genau beschreiben. Mit „Die Entdeckung der Ewigen Jugend“, „Die Neuordnung der Ewigen Jugend“ und „Die Bedrohung der Ewigen Jugend“ ist mir das schließlich glücklicherweise gelungen: Der gleiche Artikel und das spezifische Wort mit der Endung –ung.

Zum Thema Sekten oder Bruderschaften habe ich nur wenig recherchiert. Ich habe herausgefunden, dass es keine genaue Definition gibt, welche Voraussetzungen eine Gruppierung haben muss, damit sie als Sekte gilt. Dadurch wurde mir große gestalterische Freiheit geschenkt. Doch ich wollte ohnehin eine ganz besondere Bruderschaft kreieren, etwas, das mit nichts existierendem vergleichbar ist.

Der Name Eva für die Hauptperson war rasch gefunden. Warum dieser Name so gut zu ihr passt, wird im Laufe der anderen Teile deutlich. Bei ihren Freundinnen Ellen, Mimi und Marianne kommt einmal der gleiche Anfangsbuchstaben von Eva und zweimal das M vor. Ellen und Mimi sind sehr selbstbewusste außergewöhnliche Charaktere. Marianne ist die ruhigste der vier. Das wollte ich schon bei den Namen ersichtlich machen. Bei Julian habe ich tatsächlich kurzzeitig überlegt, ob ich ihn umbenennen soll. Doch ich wollte einen Namen mit altertümlichen Wurzeln. Und einen Namen, der für Stärke und Willenskraft steht. Alles andere fühlte sich plötzlich „zu weich“ an. Auch bei den Brüdern suchte ich zum Teil nach lange existierenden Namen, um das Alter der Brüder hervorzuheben.

Zusatzinfos: Eva und die Bruderschaft haben mich auch nach dem letzten Teil der Adolescentia Aeterna-Reihe nicht losgelassen. Deshalb kann jetzt ein Special vorbestellt werden, in dem Manus‘ Sicht auf die Jahre nach dem Ende des dritten Teils der Adolescentia Aeterna beschrieben wird.

Außerdem habe ich beim Schreiben dieses Specials gemerkt, dass die Geschichte der Brüder noch nicht abgeschlossen ist. Deswegen wird es irgendwann noch ein Wiedersehen mit den Helden der Reihe geben. Wie sieht die Zukunft der Bruderschaft aus? Ich will damit auch junge Leser erreichen, die die Adolescentia Aeterna-Romane nicht kennen müssen. Eine Andeutung findet sich bereits im Manus-Special. Mehr Details kann ich im Moment aber noch nicht verraten. ;-) Und vielleicht finden Leser einzelne Mitglieder der Bruderschaft so interessant, dass ich ihnen eigene Bücher widme. Dafür würde sich doch ein Blick in die Vergangenheit lohnen."



Na, neugierig geworden?
Ich hoffe, euch gefällt das Buch genauso gut wie mir und ihr lasst euch von dieser Reihe begeistern.

Meine Rezension zu Teil 1 "Die Entdeckung der Ewigen Jugend" könnt ihr hier gern noch einmal nachlesen http://zwiebelchens-plauderecke.blogspot.com/2015/05/rezension-adolescentia-aeterna-die.html

Wie bei jeder Blogtour haben wir auch ein Gewinnspiel für euch vorbereitet. 

Jeden Tag könnt ihr auf allen teilnehmenden Blogs bis zum Abschluss der Blogtour teilnehmen und mit ein bischen Glück einen der folgenden Preise gewinnen. An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an Betty Kay.


Beantwortet mir als Kommentar einfach die Frage: 

"Wie sollte euer Traummann aussehen?"


Teilnahmebedingungen:

1. Verlost werden am Ende der Blogtour die oben angegebenen Gewinne unter allen Kommentatoren auf den 
    teilnehmenden Blogs.
2. Mitmachen darf jede/r mit Hauptwohnsitz in Deutschland, der/die mindestens 18 Jahre alt ist. Mit dem 
    Abschicken des Kommentars bestätigt Ihr, dass Ihr volljährig seid oder die Genehmigung 
   eines Erziehungsberechtigten vorliegt.
3. Keine Barauszahlung möglich.
4. Keine Haftung, falls der Gewinn auf dem Postweg verloren geht. Doch davon gehen wir ja nicht aus.
5. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Morgen stoppt die Blogtour bei Corinna von Kleeblatts-Buecherblog. Sie hat ein exclusives Interview mit den Protagonisten für euch.



Doch auch alle weiteren Tage versprechen interessante Artikel, Informationen 
u. v. m. Ich wünsche euch viel Spaß.

Freitag, 5. Juni 2015

Auslosung Gewinnspiel zum Kindertag "Diana Gabaldon"

Ihr wartet bestimmt schon gespannt auf die Auslosung meines letzten Gewinnspiels. Ich muss mich dafür entschuldigen, dass ihr gestern ganz umsonst gehibbelt habt, doch ich habe es einfach zeitlich nicht mehr geschafft.



Dieses Mal standen die Chancen 50:50, da es nur zwei Teilnehmerinnen gab.
Ich hoffe, ihr habt alle schon die Bücher von Diana Gabaldon in euren Regalen stehen, sonst würdet ihr wirklich eine wundervolle Buchreihe verpassen.


Gewonnen hat:

Tanja Grösch

Ich wünsche dir viele spannende Stunden in den Highlands.

Bitte melde dich bei mir, gern auch via Facebook per PN, da ich keine Mailadresse von dir habe, damit ich das Buch auf die Reise schicken kann.

Montag, 1. Juni 2015

Gewinnspiel zum Kindertag für alle Diana Gabaldon - Fans

Wir feiern heute Kindertag und sicher habt ihr alle euren Kindern eine Kleinigkeit geschenkt und so für strahlende Augen gesorgt. Doch auch wir Großen freuen uns ja über Geschenke. Vielleicht hat der ein oder andere sogar selbst etwas bekommen. Wenn nicht, dann braucht ihr nicht traurig sein, denn ich möchte heute etwas an euch verschenken.

Derzeit schwappt eine stetig wachsende Welle der Outlanderbegeisterung über uns hinweg und für alle, die sich von diesem Fieber haben anstecken lassen, aber die Bücher noch nicht kennen bzw. endlich in ihren heimischen Regalen stehen haben möchten, verlose ich heute den ersten Teil "Feuer und Stein" von Diana Gabaldons Highlandersaga .




Hetty und Wally sind begeistert und warten jede Woche ungeduldig, dass die Abenteuer weitergehen. Geht es euch genauso?

Schreibt mir unter diesen Post oder via Facebook, warum ausgerechnet ihr dieses Buch gewinnen müsst. Ihr habt bis einschließlich 


Mittwoch, 03.06.2015 um 23.59 Uhr 

Zeit. Am Donnerstag lose ich aus und gebe den/die Gewinner/in hier bekannt.
Wer mir seine Mailadresse mitteilt, den benachrichtige ich gern auch noch einmal persönlich.

Ich wünsche euch viel Glück und freue mich über eure Kommentare.