Montag, 30. November 2015

2. Bloggeburtstag von Zwiebelchens Plauderecke mit Gewinnspiel

Happy Birthday!



Kaum zu glauben, aber genau vor zwei Jahren habe ich mit einer großen Portion Enthusiasmus, Ideen und ein wenig Blauäugigkeit mein Baby ins Leben gerufen. Wie schnell die Zeit vergeht!

Ich habe viel dazugelernt und vor allem wundervolle Menschen kennengelernt, die ich nicht mehr missen möchte. Freundschaften sind entstanden und gewachsen. Auch mein Sub wächst ständig und ja, ich kann an keinem Buchladen einfach nur so vorbei gehen. Dabei lese ich heute eine fast völlig andere Bandbreite, als noch vor zwei Jahren. Die Lesegebiete haben sich verändert, erweitert und es öffnen sich ständig neue Türen in geheime Lesewelten.
Dennoch bin ich mir immer treu geblieben, lese querbeet was mir gefällt und schreibe ehrlich, was ich beim Lesen des jeweiligen Buches empfunden habe. Das wird auch so bleiben.
Es gibt kaum negative Rezensionen auf Zwiebelchens Plauderecke. Das liegt aber nicht daran, dass ich Bücher schönrede, sondern dass ich mir vorher ganz genau Gedanken darüber mache und auch ein gutes Gespür entwickelt haben, was ich lesen möchte und mir gefällt. Fehlgriffe sind nicht ausgeschlossen, doch in der Regel passt alles.
Sollte es einmal eine zeitlang ruhiger auf dem Blog zugehen, so liegt es daran, dass im Hintergrund noch drei wundervolle Kinder und mein Schatz herumturnen. Manchmal geht einfach die Familie vor.

Ich hoffe, ihr habt Spaß auf dem Blog zu stöbern und ich konnte euch das eine oder andere Buchschätzchen ans Herz legen.

Zu Geburtstagen gibt es ja auch Geschenke. Heute möchte ich mich bei allen treuen Lesern bedanken und starte ein kleines Gewinnspiel.


1. Geschenk:  "Das Vermächtnis der Feen" von Brigitte Endres als Hardcover




Meine Rezension zu diesem Buch könnt ihr gern unter dem folgenden Link nachlesen:
"Das Vermächtnis der Feen"








2. Geschenk: Notizbuch von My Notes



3. Geschenk: Buchkette



Bis zum 06.12.2015 um 23.59 Uhr könnt ihr in den Lostopf hüpfen, ein Kommentar genügt.
Am Montag wird dann ausgelost.




Das notwendige Kleingedruckte:
  • Teilnahme ab 18 Jahren oder mit Einverständniserklärung der Eltern.
  • Der Gewinner oder die Gewinnerin erklärt sich im Gewinnfall bereit, dass sein oder ihr Name öffentlich genannt wird.
  • Versand nur innerhalb von Deutschland. 
  • Für den Postversand wird keine Haftung übernommen.
  • Keine Barauszahlung möglich.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Ich wünsche euch viel Glück und drücke jedem die Daumen!






Montag, 23. November 2015

Rezension: "Eiskalte Verschwörung" von Astrid Korten - CW Niemeyer Buchverlage GmbH


Broschiert: 304 Seiten
Verlag: CW Niemeyer Buchverlage GmbH; Auflage: 1. (21. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3827194377
ISBN-13: 978-3827194374
D: 9,95 Euro







Inhalt:


Berlin ist in Aufruhr. Als das Herz von Bardo Erbach, renommierter Kriminologe und Berater des Innenministeriums, aufhört zu schlagen, erschüttert gleichzeitig ein bestialischer Mord die Bundeshauptstadt. Seine Tochter Alexa, Leiterin der Forensischen Strafanstalt, stimmt nach seiner Beisetzung einer Studie des Innenministeriums zu. Parallel geraten Alexa, ihr siebenjähriger Sohn Josh und Tom, ihr Ehemann und Ermittler beim BKA, ins Visier des Softwareentwicklers und Psychopathen Janus. Gewalt und Tod bestimmen auf einmal Alexas Leben ... Ein spannender, hochbrisanter Top-Thriller, der die Gefahren von Predictive Policing die vorhersehende Polizeiarbeit und der digitalen Überwachung skizziert.
Quelle: Amazon




Die Autorin:


Geboren 1962 im niederländischen Heerlen, lebt heute mit ihrer Familie in Essen. Sie studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität Maastricht. Nach dem Studium arbeitete sie viele Jahre als Marketing- und Vertriebsleiterin und als Geschäftsführerin renommierter Firmen. Ihre große Leidenschaft aber ist das Schreiben, das sie 2004 zu ihrem Beruf machte. Ihr Spezialgeiet: Suspence Thriller und Psychothriller. Bei ihrer akribischen Recherche lässt sie sich von Forensikern, Psychologen, Gentechnologen, Pathologen und Mediziner beraten.
Sie schreibt außerdem Biografien, satirische Kurzgeschichten, Romane, Dreh- und Kinderbücher. Über ihr bevorzugtes Genre, die Spannung, sagt Astrid Korten: "Psychopathen faszinieren mich. Sie leben außerhalb der Norm und meinen, über dem Gesetz zu stehen. Meine Feder kann genau so furchtbar und gnadenlos böse sein."
Ihre "eiskalten" Thriller erreichten 2014 und 2015 alle die Top-Ten Bestsellerlisten, darunter Eiskalte Umarmung auf Platz 1.
Im November 2015 erscheint der hochbrisanter Top-Thriller Eiskalte Verschwörung, der nicht nur die Gefahren der digitalen Überwachung skizziert, sondern auch der Missbrauch von Drohneneinsatz und die Manipulation mittels der ,Mindmachine.' - Ein Thriller, der von der Kritik hochgelobt wird.
Im März 2016 erscheint der Platz 1 Bestseller "Eiskalte Umarmung" als Print im Gmeiner-Verlag und der Roman "Die verlorenen Zeilen der Liebe" im Amazon-Publishing-Verlag, Luxemburg. Weitere Romane sind geplant
Die Autorin ist Mitglied der Mörderischen Schwestern e.V. und außerdem als Kultur-Redakteurin für das erfolgreiche Online-Portal FRAUENPANORAMA tätig. In ihrer Freizeit spielt sie Saxophon, malt (Öl auf Leinen) und unterstützt ehrenamtlich diverse humanitäre Organisationen.
Mehr über die Autorin auf: www.astrid-korten.com
Quelle: Amazon



Rezension:


Bereits in dem der eigentlichen Handlung vorab stehenden Prolog wird der Leser mit dem manifestierten Bösen konfrontiert. Wir erhalten einen kurzen Einblick in das absolute Dunkel von Janus Seele. Er ist ein Psychopath, wie man ihn sich nicht ausdenken kann. Er ist die sprichwörtliche Bestie in Menschengestalt. Seine wahre Identität bleibt dem Leser bis zum Schluss verschlossen. 
Das Ausmaß von Macht und Einfluss, der Möglichkeiten, in der Öffentlichkeit eine Maske der biederen Normalität aufrecht zu erhalten ist faszinierend und zum Fürchten gleichermaßen.

Da das Buch gemäß der Autorin zu 90 % auf realen und gut recherchierten Geschehnissen basiert, wirkt die Geschichte umso erschreckender. So auch der in der ersten Hälfte des Buches sehr ausführlich und detailliert geschilderte Mord. Hier waren mir die Einzelheiten ein wenig zu intensiv und brutal beschrieben. Auch wenn sich die Realität oft genauso zeigt, wäre mir hier weniger lieber gewesen. "Eiskalte Verschwörung" ist nichts für empfindliche Gemüter.
Dafür gefiel mir die zweite Hälfte wesentlich besser, da hier viel mit Psychogrammen gearbeitet wurde. Astrid Korten spielt mit ihren Lesern, stiftet Verwirrung und lässt sich bis zum Schluss nicht in die Karten schauen. Manche Rätsel werden auch bis zum Ende hin nicht vollständig aufgelöst. Der Leser bleibt neugierig und mit genügend Fragen im Hinterkopf zurück, die gespannt auf die Fortsetzung warten lassen und dort hoffentlich beantwortet werden.

Es ist nicht immer leicht Fiktion, Alptraum und Halluzination von den tatsächlich stattfindenden Aktionen zu unterscheiden. An einigen Stellen hofft man als Leser regelrecht, dass es sich „nur“ um einen Alptraum handelt. „Eiskalte Verschwörung“ wirkt dermaßen realistisch, dass einem mulmig werden kann. Viele Technologien sind heute entsprechend weit entwickelt, durch das Internet sind wir bereits gläsern geworden, so dass es wir nur noch einen Schritt von den im Buch beschriebenen Manipulationen entfernt sind.

Dennoch konfrontiert uns die Autorin nicht nur mit dem „Bösen“, sondern bringt auch viele positive Charaktere in die Handlung mit ein, die immer wieder einen Lichtblick aufflackern lassen.

Fazit:



Astrid Korten hat mit „Eiskalte Verschwörung“ einen spannenden, schockierenden Thriller geschaffen, der nachhaltig eine Gänsehaut erzeugt.


Kimmy vergibt 4 von 5 Käseecken

Freitag, 20. November 2015

Vorleseabend in der "Die Eule Knabes Verlagsbuchhandlung Weimar" als Auftakt für das 3. Märchen Filmfest in Weimar

Habt ihr heute schon vorgelesen? Na, dann wird es aber Zeit, denn heute ist der 12. Bundesweite Vorlesetag.

Bücher gehören schon immer zu meinem Alltag Ich genieße es, diese Liebe mit meinen Kindern teilen zu können und auch den Kleinsten (3 ½) bereits infiziert zu haben.
Da ich meinen Kindern fast jeden Abend Geschichten vorlese, von meiner mittleren Tochter zuvor auch immer einen kurzen Text gelesen bekomme, habe ich mich heute für eine ganz besondere Gestaltung des Vorlesetages entschieden. In meiner Lieblingsbuchhandlung "Die Eule" fand ein ungewöhnlicher Vorlesenachmittag statt. Nein, es kam kein berühmter Schriftsteller und nein, es las auch keine geschulte Vorleserin...



Steffen Knabe & Juliane Bleis - Inhaber der Buchhandlung sowie Gerd Klein - Geschäftsführer alpha medienkontor GmbH Weimar, haben in Zusammenarbeit mit dem BSVT (Blinden- und Sehbehindertenverband Thüringen e. V. eine wundervolle Idee umgesetzt. 

Gelesen wurde das Märchen der Gebrüder Grimm "Rotkäppchen". Doch wie ich schon zuvor bemerkte, es war keine normale Lesung. Martina Rother las das Märchen in der Braille-Blinden Schrift vor. Parallel wurde der gelesene Text von Birthe Seyfarth in die Deutsche Gebärdensprache (DGS) übersetzt. 



Die Kinder und auch alle anwesenden Eltern lauschten dem bekannten Text und beobachteten gebannt die Umsetzung in die Gebärdensprache. 
Birthe Seyfarth legte dabei viele Emotionen in ihre Übersetzung und es war interessant zu beobachten, dass nicht nur einzelne Wörter gemäß dem Text, sondern eine Art bildliche Wiedergabe erfolgte. Das Wort Großmutter kann ich jetzt auch in der Gebärdensprache "sprechen". 

Spannend war es, einmal ein komplettes Buch in der Braille-Schrift sehen und anfassen zu dürfen. Von Kindheitstagen an fasziniert mich die Lebensgeschichte von Helen Keller und so konnte ich einmal beide "Sprachen", die diese erlernen musste ein wenig näher kennenlernen. 



Ich habe mir immer vorgestellt, dass Bücher in Blindenschrift sehr schwer sein müssen. Sie sehen groß und wuchtig aus, wiegen jedoch nur unwesentlich mehr als normale Bücher. Auch lernte ich heute, dass die meisten Braille-Bücher ohne festen Einband (Hardcover) geliefert werden und somit das Gewicht reduziert wird. Und ganz faszinieren, es gibt sprechende Uhren.




Birthe Seyfarth und Martina Rother waren sehr offen und zugänglich. Besonders Martina Rother wurden im Anschluss an die Lesung viele Fragen über die Braille-Schrift und ihr Leben gestellt.

Die Kinder konnten einen interessanten märchenhaften Nachmittag in gemütlicher Atmosphäre erleben. Eine Lesung wie sie ruhig öfter erfolgen sollte. Ein großes Dankeschön an die Initiatoren. 

Dienstag, 17. November 2015

Rezension "Two Boys Kissing" von David Levithan - Fischer KJB




 
Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: FISCHER KJB; Auflage: 1 (24. September 2015)
Sprache: Deutsch
Aus dem Amerikanischen von Martina Tichy
ISBN-10: 3737351856
ISBN-13: 978-3737351850
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Two Boys Kissing
D: 14,99 Euro






Inhalt:


Mitreißend und tief bewegend: David Levithans neues Meisterwerk

»Harry küsst Craig und spürt etwas, das größer ist als sie beide, etwas, das über den Kuss hinausreicht. Er greift nicht danach – noch nicht. Aber er weiß, dass es da ist. Und damit wird dieser Kuss anders als all ihre anderen Küsse zuvor. Das weiß er sofort.«

Craig und Harry wollen ein Zeichen für alle schwulen Jungs setzen. Dafür küssen sie sich. 32 Stunden, 12 Minuten und 10 Sekunden. So lange dauert es, um den Weltrekord im Langzeitküssen zu brechen. So lange dauert es, sich über die Gefühle füreinander klarzuwerden, nachdem man sich doch eigentlich gerade getrennt hat. So lange dauert es, das Leben aller schwulen Pärchen in der Umgebung für immer zu verändern …
Geschickt verwebt David Levithan all ihre Geschichten zu einer großen Geschichte über homosexuelle Jugendliche von heute. Vor allem aber beschreibt er in poetischen Worten die Liebe in all ihren Facetten.

Quelle: Amazon


Der Autor:


David Levithan, geboren 1972, ist Verleger eines der größten Kinder- und Jugendbuchverlage in den USA und Autor zahlreicher erfolgreicher Jugendbücher, unter anderem ›Will & Will‹ (gemeinsam mit John Green) und ›Nick & Norah – Soundtrack einer Nacht‹ (mit Rachel Cohn). Er lebt in Hoboken, New Jersey.
Quelle: Amazon


Rezension:


Ein Kuss verändert die Welt einer Kleinstadt. Doch was ist an diesem einen Kuss so besonders?

Wir küssen ständig - unsere Kinder, Eltern, Freunde. Pärchen tauschen verliebte Küsse und alle finden das toll. Doch dieser spezielle Kuss spaltet die Menschen. Ist es im Kindergarten noch niedlich, wenn sich zwei Jungen in aller Freundschaft ein Küsschen geben, akzeptiert die Gesellschaft es bei Heranwachsenden in der Öffentlichkeit immer weniger. Viele wenden sich ab, ob aus Scham, Ekel oder Unverständnis.

Hier greift David Levithan mit seiner Geschichte von Craig und Harry und ihren Freunden ein. Sein aus der Reihe tanzender ungewöhnlicher Schreibstil passt zum Inhalt des Buches. Hat man sich als Leser erst einmal an seine spezielle Art, die Dinge auszudrücken gewöhnt, ist man rasch begeistert.
Die Handlungsstränge wechseln sich sehr oft ab, sind aber wiederum so eng miteinander verwoben, dass man nie den Faden der Geschichte verliert und sich die Schicksale der einzelnen Protagonisten miteinander verbinden.

„Two Boys Kissing“ wird aus der Perspektive von Geistern längst verstorbener Teenager erzählt, die wohlwollend, aber auch ein wenig sentimental und melancholisch auf die Welt herab blicken. Sie beobachten, kommentieren und führen durch den Verlauf der Geschichte. Wir erfahren, um wie viel offener die Gesellschaft gegenüber Homosexuellen geworden ist, aber auch wie schwer es zu ihren Lebzeiten war „anders“ zu sein. Viele sind damals an AIDS gestorben oder haben sich aus Scham bzw. wegen der erfahrenen Ausgrenzung das Leben genommen. Wahrgenommen wurden sie erst, als prominente Persönlichkeiten betroffen waren und an die Öffentlichkeit gingen.

Es hat sich vieles zum Positiven verändert. Dennoch ist es auch heute nicht einfach zu seiner Neigung zu stehen. Ob Cooper, Tariq oder all die anderen, sie stecken fast alle noch mitten in der Pubertät, müssen sich selbst und ihren Körper erst wirklich kennen lernen. In dieser Situation mit Gefühlen konfrontiert zu werden, die nicht in das allgemeine Gesellschaftsbild passen, überfordert diese Jugendlichen.

Da sind auch noch Ryan und Avery. Wobei Avery nicht immer ein Junge war und für ihn dadurch die Dinge noch komplizierter erscheinen. Beide stehen ganz am Anfang ihrer Beziehung und tasten sich vorsichtig vor.
Neil und Peter sind da bereits gefestigter und können auf die Unterstützung ihrer Familien bauen.

Familie und Freunde sind ein sehr wichtiger Faktor. Sie haben es nicht leicht, mit diesen Gegebenheiten umzugehen. Die einen versuchen das Beste aus der Situation zu machen und können akzeptieren, die anderen versuchen das Offensichtliche zu ignorieren oder verbergen ihre Frustration, ihre Enttäuschung und Hilflosigkeit hinter Wutausbrüchen.

Dabei unterscheidet sich die Gefühlswelt dieser Jungen nicht wesentlich von der anderer Jugendlicher. Abgesehen von der gleichgeschlechtlichen Liebe, durchleben sie genau die gleichen Gefühle wie andere Pärchen. Ob Unsicherheit, Sorgen, Hoffnungen, Zärtlichkeit, Gefühlschaos, innere Verbundenheit - einfach die ganze Palette von Gefühlen, die sich einem auftut, wenn man verliebt ist. Man muss selbst nicht schwul sein, um die Protagonisten im Buch zu verstehen, denn es sind die gleichen Gefühle, die jeder von uns einmal durchlebt hat.

Craig und Harry sind der Dreh und Angelpunkt des Buches. Sie wollen mit ihrem Kuss einen Weltrekord brechen, sich outen, ein Zeichen setzen. Nicht jedermann steht hinter ihnen, sie werden angefeindet und doch entwickeln Familie, Freunde, Schulkameraden, Fremde eine allumfassende Solidarität. Sie unterstützen die beiden in ihrem Vorhaben, schützen sie vor körperlichen Angriffen derer, für die Toleranz ein Fremdwort ist.

David Levithan beweist sehr viel Feingefühl im Umgang mit diesem Thema und führt uns poetisch in die Gefühlswelt seiner Helden ein. Das Buch enthält für mich sehr viele wertvolle Weisheiten. „Two Boys Kissing“ wirkt absolut authentisch, eindringlich, mit einer Intensität die zu Herzen geht.



Fazit:

Kein einfaches Jugendbuch, aber ein wahrer Schatz im Buchregal.



Kimmy vergibt 5 von 5 Käseecken

Montag, 16. November 2015

Rezension "Kein Mops ist auch keine Lösung" von Tina Voß - Dryas Verlag



Broschiert: 250 Seiten
Verlag: Dryas Verlag (29. September 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3940855626
ISBN-13: 978-3940855626
D: 10,50 Euro






Inhalt:


Die Freundinnen Kay und Juli arbeiten als erfolgreiche Unternehmerinnen. Privat läuft es leider nicht so rund. Kay verdächtigt ihren Freund, dass er sie mit seiner Ex betrügt, und sie vermutet, dass Juli spielsüchtig geworden ist. Um sich von ihrem turbulenten Alltag abzulenken, beschließen Kay und Juli einen gemeinsamen Urlaub mit Bernd, dem Mops, und fahren mit dem Wohnmobil nach Schweden. Während Kay das Vergessen sucht, ist die Reise nach Stockholm für Juli mit der Hoffnung auf etwas Neues verbunden. Jedes verkaufte Buch spendet an "Tasso e. V.", wo man sich u. a. um die Registrierung und Rückvermittlung entlaufener Tiere kümmert.
Quelle: Amazon




Die Autorin:


Tina Voß wurde 1969 in Seesen/Harz geboren. Nach Stationen in Berlin und Goslar lebt die ausgebildete Betriebswirtin in Hannover, wo sie seit den 90er Jahren erfolgreich ihr eigenes Personaldienstleistungsunternehmen leitet. Ihr Romandebüt "Ex & Mops" ist ebenfalls im Dryas Verlag erschienen.
Quelle: Amazon



Rezension:


Bereits das Cover und der Buchschnitt bezaubern bei diesem Buch. Wie der Titel verrät, begegnen wir auf jedem Fall einem Mops als Protagonisten. Diese Hunderasse lässt die Herzen ja bereits mit einem Blick in große Kulleraugen höher schlagen. Nun findet sich aber nicht nur auf dem Cover das Bild eines Mopses wieder, nein, auf dem kompletten Buchschnitt tummeln sich diese possierlichen Tiere. Nicht nur eine schöne Idee, sondern auch eine Augenweide.

Das ich den ersten Teil "Ex & Mops" noch nicht gelesen habe, stellte sich nicht als Problem in den Weg, da sich dieses Buch völlig eigenständig lesen lässt. Der flüssige humorvolle Schreibstil zieht den Leser gleich von Beginn an in den Bann der Geschichte. Die von Tina Voß liebevoll kreierten und beschrieben Personen erscheinen so lebendig, als würden sie direkt neben einem stehen. 
Kay ist auf ihre leicht chaotische verquere Art immer für eine Überraschung gut. Ihre beste Freundin Juli steht ihr auf ihre eigene Weise in nichts nach. Und so sind witzige, amüsante, merkwürdige und einzigartige Begebenheiten vorprogrammiert. Und wer nennt seinen Hund schon Bernd?!

Alle drei begeben sich im Wohnmobil auf eine Reise mit Hindernissen nach Stockholm. Unterwegs wirbeln sie das Leben derer, die ihren Weg kreuzen mächtig durcheinander. 
Kay flieht vor sich selbst, ihrem Freund und durch fehlende Kommunikation zwischen beiden entstandenen Missverständnissen. Juli dagegen hofft auf ihre große Liebe. Ob beide am Ende ihrer Reise finden, wonach sie sich sehnen bzw. suchen? Und dann ist da ja auch noch Bernd und eigentlich rückt für Kay der Abschied von ihrem geliebten Vierbeiner immer näher. Muss sie sich von ihrem Mops mit Persönlichkeit trennen? 

Begebt euch mit Kay, Juli und Bernd auf eine kurzweilige Lesereise und erfahrt, wie diese endet.

Fazit:


Ein charmanter und amüsanter Lesegenuss. Lachfältchen garantiert.



Kimmy vergibt 5 von 5 Käseecken

Dienstag, 10. November 2015

Buchankündigung "111 Katzen, die man kennen muss" von Elke Pistor mit einer ganz besonderen Aktion

Heute habe ich eine tolle Mitmachaktion für euch im Gepäck.


Ihr liebt Katzen, seid ganz vernarrt in diese Tierchen, bei euch zu Hause wuselt ein Exemplar dieser Gattung Tier oder sogar mehrere herum und stellen euren Haushalt auf den Kopf?
Dann schaut doch einmal bei Elke Pistor vorbei.

Am 25.02.2016 erscheint ihr neues Buch, in dem es um die vielschichtigen Persönlichkeiten von Katzen geht und vielleicht wird ja dein Liebling ein Held in "111 Katzen, die man kennen muss".
Bis heute haben sich bereits 108 Tiger einen Platz im Buch gesichert. Ja, ihr kombiniert richtig, es sind noch 3 Plätze frei, die mit einem Quentchen Glück von eurem Liebling besetzt werden können.


Was macht eure Katze zu etwas Besonderem, welche Eigenheiten verbindet ihr mit diesem felligen Mitbewohner? Ihr musstet euer Samtpfötchen gehen lassen, dennoch gibt es Begebenheiten oder besondere Fähigkeiten, an die ihr euch gern zurück erinnert? Auch dann könnt ihr gern mitmachen.
Also, schickt eure Bewerbung ab und vielleicht können wir dann bald spannendes über Eure Samtpfötchen lesen.

Mehr Informationen zu dieser Aktion findet ihr hier:

Bewerbungslink für euren Schmusetiger:

https://www.facebook.com/1376344372391421/photos/a.1376403519052173.1073741828.1376344372391421/1378328632192995/?type=3&theater


Link zur Fanseite auf Facebook:

https://www.facebook.com/111-Katzen-die-man-kennen-muss-1376344372391421/



Teilnehmen könnt ihr bis zum 30.11.2015. Viel Glück und ich bin gespannt auf eure Beiträge!


Freitag, 6. November 2015

Lesung von Eva Schloss in Weimar - "Amsterdam 11. Mai 1944 Das Ende meiner Kindheit" - Eckhaus Verlag Weimar



Im Rahmen eines Besuches von Eva Schloss in Weimar und den Filmaufnahmen des japanischen Fernsehens, wurde durch den Eckhaus Verlag recht spontan eine Lesung im Weimarer Schloss geplant und organisiert.




Trotz wirklich kurzfristiger Ankündigung und einer recht frühen Uhrzeit für einen Wochentag, erfreute sich diese Lesung eines regen Zuspruchs. Am Ende mussten sogar Besucher aufgrund der beschränkten Kapazitäten weggeschickt werden.



Neben wissbegierigen Schülern der Weimarer Gymnasien und geladenen Gästen konnten 50 weitere Besucher einer interessanten, ernsten, bewegenden, aber auch von Humor geprägten Lesung bzw. Unterhaltung folgen. Herr Seemann verstand es einfühlsam durch den Abend zu führen.





Eva Schloss, geborene Geiringer, war mir bereits aufgrund ihres ersten Buches aus dem Jahr 2004 "Evas Geschichte - Anne Franks Stiefschwester erzählt" bekannt.





Ich habe "Amsterdam 11. Mai 1944 - Das Ende meiner Kindheit" noch nicht gelesen, werde euch aber später an meinen Leseeindrücken teilhaben lassen.




Eva Schloss ist für ihre 86 Jahre eine noch sehr agile Dame, die sich selbst als ungebrochene Optimistin bezeichnet. Sie hat mich durch ihre Art zu erzählen, ihre Ausstrahlung und einen ganz besonderen Humor beeindruckt. Es war meine erste persönliche Begegnung mit einer Zeitzeugin und ich bin dankbar, diese Gelegenheit bekommen zu haben.

Eva Schloss floh mit ihrer Familie bereits im Alter von 9 Jahren über Belgien nach Holland. In Belgien waren die Emigranten aus Deutschland jedoch nicht willkommen und man grenzte das junge Mädchen aus. So wurden alle ausgereichten Geburtstagseinladungen von den Eltern der Kinder ausgeschlagen. Ein Vorfall, der einem 10jährigen Kind sehr wehtun muss. Dagegen wurde die Familie in Holland freundlich aufgenommen. Hier lernte Eva auch ihre Altersgenossin Anne Frank kennen und die Mädchen freundeten sich an. Jedoch gab es zwischen ihnen nicht viele Berührungspunkte, da Anne Frank bereits zu dieser Zeit eher ein Bücherwurm war, Wert auf ihr Aussehen legte und nach Jungs Ausschau hielt. Dagegen war Eva ein ungestümer Wildfang, der wenig auf Äußerlichkeiten achtete und sich lieber sportlich betätigte. Dagegen fiel ihr das Lernen zu dieser Zeit schwer.
Evas Bruder und Margot Frank waren gleichaltrig und erhielten zum selben Zeitpunkt ihren Aufruf zum Transport ins Arbeitslager. Aus diesem Grund verschwanden beide Familien gleichzeitig. Im Gegensatz zur Familie Frank versteckte sich die Familie Geiringer getrennt in wechselnden Verstecken. So hatte Eva in diesem Zeitraum wenig Gelegenheit zu Gesprächen mit ihrem Vater und ihrem Bruder. Dies bedauert sie noch heute. Evas Vater erhoffte sich auf diese Weise eine größere Überlebenschance für die Familie.
Ausgerechnet an ihrem 15. Geburtstag wurden sie durch eine Doppelspionin verraten und inhaftiert.
Nur Eva und ihre Mutter überlebten die Schrecken des Konzentrationslagers.

Wenn man sich überlegt, dass diese Menschen für 5 Gulden pro Kopf verraten wurden - sicher viel Geld, wenn man Lebensmittel kaufen muss - doch nichts im Vergleich für ein Menschenleben.

Durch ein gut gewähltes Versteck überstanden ca. 200 Gedichte und Bilder ihres Bruders Heinz den Krieg und kamen zurück in den Besitz von Evas Mutter. Heute befinden sich diese Bilder in einem Museum, werden in wechselnden Ausstellungen gezeigt und bleiben so der Nachwelt erhalten.

Eva Schloss war nach dem Krieg nur ein einziges Mal zusammen mit ihrer Tochter in Wien, konnte aber keinen Bezug mehr zu ihrer Heimatstadt aufbauen. Im Gespräch verriet sie, dass ihr partout die alte Wohnadresse nicht einfallen wollte. Als sie jedoch nach Hause kam, war alles wieder da.




Otto Frank wurde nach Kriegsende zu einem guten Freund, bis er dann 1953 Evas Mutter heiratete. Für sie war er väterlicher Freund, Stütze und er gab ihr die Motivation zum Weiterleben.
Entgegen dem, was viele denken, war Eva Schloss nicht glücklich, den Holocaust überlebt zu haben. Sie war voller Wut und Hass, doch Otto Frank zeigte ihr, dass sie mit diesen Gefühlen ihr Leben zerstören würde. Lange Zeit überwiegte die Traurigkeit über die erlittenen Verluste. In Ausschwitz gab es eine nicht enden wollende Hoffnung, die ihr den Lebensmut erhielt, doch nach Kriegsende fühlte sie sich viele Jahre einfach nur unglücklich. Es gibt sogar eine Notiz vom 01.01.1942, dass sie sich umbringen wollte.
Eine Zeitlang war die junge Eva eifersüchtig auf ihre einstige Freundin Anne Frank, hatte sie doch ein ähnliches Schicksal erlitten und überlebt. Doch erkannte sie, dass sie selbst eine neue Familie, ein neues Leben bekommen hatte. Ihre Aussage: "Man muss nicht eifersüchtig sein auf jemanden, der kein Leben hat.", beeindruckte mich, stimmte mich aber auch sehr nachdenklich.

Erst 1986 begann Eva Schloss mit ihrem Mann, ihren Töchtern und Außenstehenden über die Vergangenheit zu sprechen. Seitdem hat sie damit nicht aufgehört.



Sie sprach auch darüber, dass die Menschen nicht genug aus der Vergangenheit gelernt haben und es in der Welt an vielen Orten noch schlimmer geworden ist. Sie möchte niemanden verdammen. Sie möchte mit ihren Büchern und in Gesprächen Verständnis erwecken, aber keine Schuldgefühle bei der heutigen Generation hervorrufen. Es sollen Lehren aus der Vergangenheit gezogen werden. Stolpersteine sind für Eva Schloss sehr wichtig, um zu zeigen, dass diese Menschen je gelebt haben und nicht vergessen werden.

Über Politik wollte sie eigentlich nicht sprechen. Dennoch bewegt sie die aktuelle Flüchtlingspolitik sehr. Eva Schloss weiß, wie schuldig sich ihr Vater gefühlt hat, dass er seine Familie nicht beschützen konnte. Wie er sich für sein "Versagen" schämte. So gehen ihr die aktuellen Geschehen sehr nahe. Jedoch ist sie beeindruckt, von der in Deutschland vielerorts gezeigten Hilfsbereitschaft. Sie bezeichnete ihre Erlebnisse in Weimar als erfrischend positiv.



Auch nach einer sicher anstrengenden Gesprächs- und Lesestunde wurde Eva Schloss nicht müde, zahlreiche Bücher zu signieren und Fragen zu ihrem Leben zu beantworten.
















Eine sehr beeindruckende Frau.