Mittwoch, 28. Dezember 2016

Rezension "Book of Lies" von Teri Terry - Coppenrath Verlag

Hardcover mit Schutzumschlag
Seiten: 400
Verlag: Coppenrath Verlag
Originaltitel: Book of Lies
Sprache: Deutsch
Übersetzer: Knese, Petra
ab 14 Jahre
ISBN: 978-3-649-66752-0
D: 17,95 Euro





Inhalt:



Quinn und Piper sind Zwillinge, doch sie sind sich noch nie begegnet. Erst als ihre Mutter bei einem tragischen Unfall stirbt, treffen sich die Schwestern auf der Beerdigung. Piper ist begeistert und fasziniert. Für sie ist Quinn der Schlüssel zu einem uralten Familiengeheimnis. Doch Quinn ist voller Misstrauen. Warum wurde sie ihr Leben lang von ihrer Schwester ferngehalten? Schlummert in ihr tatsächlich eine dunkle Seite, vor der sie ihre Mutter und Großmutter immer gewarnt haben? Ist sie eine Gefahr für Piper? Während Quinn ihre Vergangenheit hinter sich lassen will, vergräbt sich Piper immer tiefer in die Mythen und Prophezeiungen, die sich um ihre Familie ranken – und tritt damit ein Inferno los. Düster, fesselnd, magisch - Teri Terry schlägt alle in ihren Bann und erobert ein neues Genre: Psychothriller mit einer Prise Fantasy.
Quelle: Coppenrath Verlag



Die Autorin:



Teri Terry lebte in Frankreich, Kanada, Australien und England, und sie hat dabei drei Abschlüsse, eine ganze Sammlung von Reisepässen und mehr Adressen, als sie zählen kann, erworben. Ihre häufigen Umzüge haben Teri oft in eine Beobachterrolle gezwungen. Seitdem interessiert sie sich sehr für Personen, die in eine fremde Umgebung kommen oder sich dort eingliedern müssen.
Quelle: Coppenrath Verlag



Rezension:



Faszination Zwillinge. Seit Urzeiten sind sie für die Menschen ein Phänomen. Man verbindet mit ihnen Mythen, Legenden, Hexentum. Es gab Zeiten, da galten vor allem eineiige Zwillinge als Teufelswerk. Sie wurden gefürchtet und verfolgt.

Licht und Schatten, Gut und Böse vereint in einer Person oder in diesem Fall aufgesplittet in jeweils einen Part des Zwillingspaares? Können sich Gene so verteilen, dass sich hinter einem vermeintlich gleichen Äußeren zwei grundsätzlich unterschiedliche Charaktere verstecken, der eine nur die positiven Eigenschaften und der andere Zwilling alles Negative in sich vereint? Oder besitzen Zwillinge eine Art doppelte Macht, um ihre Umgebung zu täuschen?

Nicht endgültig erforscht, aber immer wieder beobachtet, besteht zwischen Zwillingen eine besondere Verbindung, ein Verstehen, das „normalen“ Geschwistern selten zu eigen ist. Ob Gestiken, Mimik oder eine eigene Zwillingssprache, oftmals gleichwertige Begabungen, zeichnen immer wieder ein faszinierendes Bild vom Zwillingsdasein. Wie wäre es, ein Zwilling zu sein, immer eine Art Spiegelbild von sich selbst vor Augen zu haben? Können Zwillinge eine unabhängige Persönlichkeit entwickeln? Oder existieren sie ein Leben lang immer nur als Teil eines Ganzen, sind nur vereint wirklich komplett?

Ihr seht schon, dies ist ein komplexes Themengebiet, mit vielen Blickwinkeln und Interpretationen. Es liefert aber auch den perfekten Stoff für mystische, Gänsehaut hervorrufende, spannende Geschichten.

All diese Fragen und auch die Urängste der Menschen hat Teri Terry in „Book of Lies“ gekonnt verarbeitet. Sie spielt mit unseren Gefühlen, setzt an genau den richtigen Stellen leichte Akzente, um die Leser zu verwirren. Wer von den Zwillingen ist gut und wer böse? Wer lügt und wer ist hier ehrlich? Eine einfache Antwort wird es nicht geben.

Dabei lernen sich Quinn und Piper erst kennen, als sie bereits siebzehn Jahren alt sind und auf eine Vergangenheit zurückblicken, die unterschiedlicher nicht sein könnte. Doch da ist auch ein Band, das sie nicht leugnen können. Unausgesprochene Fragen stehen im Raum, Neid und die Trauer um vertane Gelegenheiten. Aber vor allem sind sie auf der Suche nach Liebe und Zugehörigkeit, ihrer wahren Identität. Welche Rolle spielt die Großmutter der beiden und kennt sie die Antworten, die über die Zukunft der Mädchen entscheiden werden? Doch bis dahin müssen Piper und Quinn zum Anfang zurückgehen, dorthin, wo alles begann…

Durch die Perspektivwechsel fühlt man sich in seinen Gefühlen immer wieder hin- und hergerissen. Man mag das Buch kaum aus der Hand legen und wartet ungeduldig auf die nächsten Lesestunden.

Was wäre, wenn Deine ausgesprochenen Lügen sich in Wahrheiten wandeln würden? Ein Leben aufgebaut auf Scheinwahrheiten, Lug und Trug? Wo enden die Lügen und wo beginnt die Wahrheit?
Auch nach Auflösung aller Verstrickungen kann ich nicht sagen, wem meine größere Sympathie gehörte. Beide sind das Werk ihres inneren Wesens verbunden mit der Erziehung und den durchlebten Ereignissen. Sie tragen ein gemeinsames Erbe und eine große Verantwortung. Doch werden sie dieser Last standhalten?

Teri Terry hat einen wundervollen, fesselnden Roman geschaffen, der mystische und Fantasieelemente miteinander verbindet, alte Legenden aufleben lässt und so die ganz normale Neugier der Leser schürt. „Book of Lies“ birgt in sich genau die richtigen Gänsehautmomente, um für spannende Lesestunden zu sorgt.

Freitag, 23. Dezember 2016

Rezension "Eine Weihnachtsgeschichte" von Charles Dickens - arsEdition GmbH



Gebundene Ausgabe: 110 Seiten
Verlag: ars Edition GmbH (2014)
Sprache: Deutsch
übersetzt von Sybil Gräfin Schönfeldt
Illustration: Anastassija Archipowa
ISBN-13: 978-3-8458-0337-1
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren
Originaltitel: A Christmas Carol
D: 16,99 Euro





Inhalt:


Die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens ist erstmals 1843 erschienen und berührt seitdem Generationen von Lesern.
In der Weihnachtszeit wird der herzlose alte Geizkragen Ebenezer Scooge von mehreren Geistern heimgesucht. Diesem gelingt es, den habgierigen Geschäftsmann zu einem großzügigen und mitfühlenden Menschen zu verwandeln.
Quelle: Klappentext



Der Autor und weitere Mitwirkende


Charles Dickens
(1812-1870), geboren in Landport bei Portsea, wuchs in Chatham bei London auf. Als er elf Jahre alt war, musste sein Vater wegen nicht eingelöster Schuldscheine ins Schuldgefängnis; seine Mutter folgte ihm mit Charles' Geschwistern dorthin. Charles, das zweitälteste Kind, musste währenddessen in einer Schuhwichsfabrik arbeiten. Erst als der Vater nach einigen Monaten entlassen wurde, besuchte Charles wieder eine Schule. Mit fünfzehn begann er in einem Rechtsanwaltsbüro als Gehilfe zu arbeiten, später wurde er Zeitungsreporter.


Seine schriftstellerische Karriere begann er mit seinen Skizzen des Londoner Alltagslebens, die unter dem Titel «Sketches by Boz» 1836 in Buchform erschienen. Seine «Pickwick Papers» folgten ein Jahr später und machten Dickens über England hinaus berühmt. Anschließend entstanden in rascher Folge die ersten Romane, u.a. «Oliver Twist» und «Nicholas Nickleby». Dickens wurde Herausgeber der liberalen Londoner Zeitung «Daily News», reiste in die USA und nach Italien und verfasste 1848/1849 «David Copperfield», der viel autobiographisches Material enthält.

Dickens' liebevolle Schilderungen menschlicher Schwächen, sein Kosmos skurriler und schrulliger englischer «Originale» und die satirische Anprangerung sozialer Missstände machten ihn bereits zu Lebzeiten zu einem der beliebtesten Romanciers der Weltliteratur. Seine Bücher brachten ihm außerdem beträchtlichen Wohlstand ein. Seit 1860 lebte er auf seinem Landsitz Gad's Hill Place in Kent, wo er im Alter von nur 58 Jahren an einem Schlaganfall starb.


Sybil Gräfin Schönfeldt ist Journalistin und Kolumnistin von Rang. Am bekanntesten sind ihre zahlreichen feuilletonistischen Beiträge in der ZEIT. Auch als Übersetzerin und Autorin preisgekrönter Jugendbücher hat sie sich einen Namen gemacht. Im Mosaik Verlag erschienen ihre Bücher zum Thema Benehmen und Etikette. Sie wurden zu Bestsellern.
Quelle: Amazon




Rezension:


Was wäre ein Weihnachtsfest ohne die Weihnachtsmärchen von Charles Dickens? Diese gehören für mich zu Weihnachten wie "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" anschauen oder der Weihnachtsbaum im Wohnzimmer. Zu erleben, wie aus dem reichen, habgierigen, verbitterten und vor allem einsamen Ebenezer Scrooge ein gütiger und mitfühlender Mensch wird, geht immer wieder ans Herz.
Gerade in der heutigen Zeit sollten wir uns des Zaubers von Weihnachten und seiner Botschaft bewusst werden. 

"Eine Weihnachtsgeschichte" trifft immer wieder den Nerv dieser ganz besonderen Zeit im Jahr. Ein wenig rührselig, aber nie kitschig, moralisierend und dennoch unterhaltsam ist es ein Buch, das auch unsere Kinder immer wieder lieben. Egal wie sich die Zeiten verändern, der darin enthaltene Appell an unser Gewissen, Hilfsbereitschaft und Solidarität bleibt. Zeitlos und immer wieder berührend führt für mich an Weihnachten kein Weg an Charles Dickens vorbei.

Eine schöne Übersetzung dieser Geschichte habe ich mit diesem bereits 2014 herausgegebenen Buch gefunden. Die Zeichnungen werden der Handlung und dem vom Autor gewollten Flair nur zu gerecht. Sie betonen seine Aussagen, ohne diese zu überdecken. Als Leser kann man sich so direkt in das London Mitte des 19. Jahrhunderts versetzten. Ein bisschen Nostalgie gehört für mich eben auch zu Weihnachten.






Montag, 19. Dezember 2016

Rezension "Dem Leben ins Gesicht gelacht: Gespräche mit Olaf Köhne und Peter Käfferlein" - Hoffmann und Campe Verlag




Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
Verlag: HOFFMANN UND CAMPE VERLAG GmbH (17. September 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3455504167
ISBN-13: 978-3455504163
D: 20,00 Euro






Inhalt:



Liselotte Pulver war einer der erfolgreichsten Kinostars Deutschlands der fünfziger und sechziger Jahre und Publikumsliebling der siebziger und achtziger Jahre. Ihre Markenzeichen waren und sind bis heute: das unnachahmliche, ansteckende Lilo-Pulver-Lachen, ihr Optimismus und ihre Lebensfreude. Diese hat sie sich, trotz persönlicher Krisen und Rückschläge, immer bewahrt. Mit Filmen wie Ich denke oft an Piroschka, Die Zürcher Verlobung, Kohlhiesels Töchter und Das Wirtshaus im Spessart schrieb sie deutsche Filmgeschichte. Und auch in Frankreich und Amerika stand die Pulver regelmäßig vor der Kamera - unvergessen ist ihr legendärer Auftritt in Billy Wilders Hollywood-Klassiker Eins, Zwei, Drei. Sie spielte an der Seite großer Kinohelden wie Curd Jürgens, Jean Gabin, O.W. Fischer, Philippe Noiret und Bob Hope - und verliebte sich nach eigenen Aussagen oft in ihre Filmpartner ...
Im deutschen Fernsehen war sie immer wieder in neuen Rollen präsent bis in die neunziger Jahre, u. a. in der Sesamstraße. Im Gespräch mit Olaf Köhne und Peter Käfferlein wagt Liselotte Pulver nach jahrelangem Schweigen noch einmal den Schritt in die Öffentlichkeit.
Mit Beiträgen von langjährigen Weggefährten und Freunden wie Hans-Dietrich Genscher, Gunnar Möller, Veronica Ferres und Horst Janson. Außerdem erzählt Sohn Marc-Tell Schmid vom Leben mit seiner berühmten Mutter.
Quelle: Hoffmann und Campe


Über denAutor und weitere Mitwirkende



Liselotte Pulver wurde 1929 in Bern geboren. Sie besuchte die Schauspielschule Bern, wurde danach am Schauspielhaus Zürich engagiert und hatte ihr Kinodebüt in Deutschland 1950 in dem Film Föhn, für den sie zusammen mit Hans Albers vor der Kamera stand. Schon bald avancierte sie zu den beliebtesten Schauspielerinnen des deutschsprachigen Kinos. Der internationale Durchbruch gelang ihr 1958 in der Erich-Maria-Remarque-Verfilmung Zeit zu leben und Zeit zu sterben. In den siebziger und achtziger Jahren war sie vor allem im Fernsehen präsent. Im Laufe ihrer langen Karriere hat Liselotte Pulver unter anderem sechsmal den Bambi erhalten, zweimal den Deutschen Filmpreis und 2007 die Goldene Kamera für ihr Lebenswerk.
Quelle: Amazon


Rezension:



Weihnachten ist eine Zeit der Besinnlichkeit und Nostalgie. Wir schwelgen in Erinnerungen und schauen uns immer wieder ganz besondere Filme an. "Sissi", "Winnetou" oder "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" laufen in diesen Wochen Senderübergreifend. Auch ich kann mich dieser ganz besonderen Anziehung der Filme nicht entziehen. 

So ist es auch, wenn ich den Namen Liselotte Pulver lese oder höre. Er weckt Erinnerungen an meine Kindheit. Ich liebe ihre Filme und habe diese oft mit gemeinsam mit meiner Oma angeschaut. Damals habe ich jede Menge Zeitungsartikel über Schauspieler und ihre Filme gesammelt, ausgeschnitten und aufgeklebt. Ich habe für diesen Artikel einmal in meinen Ordnern geblättert und auch einige Berichte zu bzw. über Liselotte Pulver gefunden.


Bei „Ich denke oft an Piroschka“ haben mich damals das Kostüm und ihr lustiger Akzent beeindruckt, auch wenn ich vielleicht noch nicht den kompletten Inhalt des Films erfassen konnte. Das Lied „Jedes Töpfchen hat sein Deckelchen“ aus „Kohlhiesels Töchter“ konnte ich auswendig und ich hörte es mir oft auf Tonbanddauerschleife an. Ganz ehrlich, ich mochte Lilo Pulvers Darstellung der grantigen, weniger hübschen Schwester am meisten. Und dann gibt es ja noch die Verfilmungen von „Ein Wirtshaus im Spessart“ etc., die noch immer ungebremst ihre Magie auf mich ausüben.

Da war es einfach ein großes Bedürfnis, dieses Buch lesen zu müssen. 
Es ist, als würde man mit Liselotte Pulver auf dem Sofa sitzen und über ihr Leben plaudern. Charmant und witzig gewährt sie uns einen Blick auf ihr Leben und ihre Arbeit. Humorvoll, aber auch mit ernsteren Tönen lässt sie die Jahre Revue passieren. Ja, ein wenig eitel ist sie schon, möchte den Menschen um sich herum gefallen. Dabei ist sie dennoch auf ihre ganz eigene Art erfrischend natürlich. Ihr Lachen begeisterte Millionen und auch heute wirkt es nicht weniger ansteckend. Sie sprüht noch immer vor Optimismus und Lebensfreude. Vielleicht ist genau diese Seite ihrer Persönlichkeit der Jungbrunnen aus dem Liselotte Pulver, mit ihren mittlerweile 87 Jahren, diese schier unerschöpfliche Energie zieht.

Sie wollte immer ernsthafte Rollen spielen, nicht nur als guter Kumpel gelten und doch war sie für Komödien wie geschaffen. Ihr boten sich die ganz großen Rollen, waren ihr zum Teil bereits sicher. Das Schicksal aber verwehrte ihr den Durchbruch in Hollywood. Den verpassten Gelegenheiten trauert sie in manch ruhiger Minute nach, dennoch ist sie sich sicher, die richtigen Wege beschritten zu haben.

Liselotte Pulver erlebte allerdings nicht nur die Sonnenseiten des Lebens. Es gab auch düstere Momente und gerade privat musste sie schmerzliche Verluste verkraftet. Doch in der zierlichen Frau steckt eine enorme Kraft und ein eiserner Wille. Lilo Pulver wirkt auch mit 87 Jahren noch sehr agil. Nur ihr heißgeliebtes Auto kann mit der Geschwindigkeit des Lebens nicht mehr mithalten. 

Während der geführten Gespräche mit ihr erleben wir eine Frau, die das Leben genossen hat, sich dessen Zerbrechlichkeit aber wohl bewusst war. Die Schauspielerei war ihr Leben, dennoch bedeutete dieser Beruf auch einen immerwährenden Kampf um gute Rollen und Popularität. Sie nahm ihre Arbeit ernst und mochte immer mehr als 100 Prozent geben. Sie muss sich in ihren Rollen wohl fühlen und lies sich sehr intensiv darauf ein. 


Mit dem Alter wurde es für Lilo Pulver schwieriger, ihren eigenen Maßstäben gerecht zu werden. Aus diesem Grund hat sie sich auch vor Jahren aus dem Rampenlicht zurückgezogen und wird wohl nicht mehr auf die Leinwand zurückkehren. 
Ihre Filme und Aufzeichnungen aber bleiben. 

Ich würde Liselotte Pulver sehr gern einmal persönlich kennen lernen. Ihr facettenreiches Wesen und ihr unverwüstlicher Optimismus faszinieren mich immer wieder. 

Freitag, 16. Dezember 2016

Rezension "Aklak, der kleine Eskimo - Spuren im Schnee" (Der kleine Eskimo - Die Reihe, Band 2) - Hörbuch

Hörbuch
Spieldauer: 1 Stunde und 19 Minuten
Format: Hörbuch-Download
Version: Gekürzte Ausgabe
Verlag: Random House Audio, Deutschland
Audible.de Erscheinungsdatum: 28. November 2016
Sprache: Deutsch
D: 9,99 Euro





Inhalt:



Ein mutiger kleiner Eskimo und die große Kraft der Freundschaft

Vor Eisbären sollte man sich in Acht nehmen, das weiß jedes Eskimokind. Doch die frischen Spuren, die Aklak in der Nähe des Eskimodorfs entdeckt, können nur von einem kleinen Eisbärjungen stammen. Da sich seine Freunde verspäten, folgt er allein mit seinem Husky Tuktuk der Spur. Tuktuk warnt Aklak: Wo ein kleiner Eisbär ist, ist auch die Eisbärmutter nicht weit. Aber der kleine Eskimo will noch ein kleines Stück weiter, nur noch hundert Schritte. Doch das Schneetreiben wird immer stärker und die Eisbärmutter ist den beiden längst auf der Spur ...

Variantenreich gesprochen von Sigrid Burkholder

(1 CD, Laufzeit: 1h 19)
Quelle: Random House


Die Autorin und andere Mitwirkende


Anu Stohner (Autorin)

Anu Stohner wurde 1952 in Helsinki geboren und lebt als freie Autorin und Übersetzerin in Altlußheim am Rhein. Für ihre Übersetzungen aus dem Englischen, Schwedischen und Finnischen wurde sie vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Finnischen Staatspreis. Zu ihren bekanntesten Büchern zählen die vom »Kleinen Weihnachtsmann«, vom »Schaf Charlotte« und von der »Kleinen Schusselhexe«, die alle in Zusammenarbeit mit Henrike Wilson entstanden sind.


Sigrid Burkholder (Sprecher)

Sigrid Burkholder ist Schauspielerin, Synchron- und Hörbuchsprecherin. Man kann sie u. a. in Rennschwein Rudi Rüssel – Die Serie sehen oder in zahlreichen Kinderhörspielen wie Herr Bello oder Räuber Hotzenplotz sowie regelmäßig im WDR und Deutschlandfunk hören. Für cbj audio hat sie bereits den ersten Band von Aklak, der kleine Eskimo eingelesen.


Henrike Wilson (Illustratorin)

Henrike Wilson studierte in Washington D. C. und Köln Malerei und Grafikdesign. Sie unternahm lange Reisen in die Karibik und nach Asien. Die intensiven Farben ihrer Reiseziele finden sich in ihren kraftvollen Illustrationen wieder. Heute lebt Henrike Wilson in Berlin und hat sich als Kinderbuchillustratorin international einen Namen gemacht. Ihre Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. 2007 wurde sie für ihre Illustrationskunst mit dem New York Times-Award ausgezeichnet.
Quelle: Random House



Rezension:


Im vergangenen Jahr erlebten wir wundervolle Abenteuer mit dem kleinen Eskimojungen Aklak und seinen Freunden. Wir meisterten das große Rennen um den Eisbärbuckel und hatten sehr viel Spaß. Mehr über das erste Abenteuer im Schnee erfahrt ihr hier: "Aklak - Der kleine Eskimo"

In diesem Jahr herrscht – im Gegensatz zu unseren Gefilden – am Nordpol ein wildes Schneegestöber. Mittendrin unser Freund, der kleine Aklak. 
Aklak ist ein typischer Junge und wenn ihm ein Gedanke durch den Kopf schießt, vergisst er auch gern einmal alle Warnungen und begibt sich unbewusst in Gefahr. Zum Glück hat er gute Freunde, wie Wal, Robbe, Schneehuhn und Schneehase, die sich um ihn sorgen, denn Aklak folgt den Spuren eines kleinen Eisbären. Zu gern möchte er dieses niedliche Tier aus der Nähe sehen. Allerdings hat er dabei nicht bedacht, das es da ja auch noch die Eisbärenmutter gibt, die über ihr Junges wacht…


Ich habe diese schöne Geschichte erneut gemeinsam mit meinen Kindern angehört und kann nur sagen, wir sind wieder total begeistert. Die kleinen und großen Hörer erwartet eine weitere spannende, lustige Geschichte über Freundschaft. Der Text ist auch für die jüngeren Kinder gut verständlich.

Sigrid Burkholder hat auch das zweite Hörbuch von Aklak auf wunderbare Weise eingesprochen. Untermalt mit der passenden Musik fühlten wir uns direkt an den Nordpol versetzt und werden den Spuren unseres kleinen Freundes noch an so manchen Winterabenden folgen.

Falls Ihr noch ein passendes Geschenk zu Weihnachten sucht, ich kann die Geschichten mit Aklak und seinen Freunden nur empfehlen.

Montag, 12. Dezember 2016

Abschlussabend mit Literaturkritiker Denis Scheck - Erfurter Herbstlese 2016



Denis Scheck ist einer der bekanntesten Literaturkritiker in Deutschland und vielen durch seine Moderation der Sendung "Druckfrisch" in der ARD bekannt. Es ist eine liebgewordene Tradition, dass Denis Scheck das Publikum durch den letzten Herbstleseabend führt. Bereits zum 11. Mal war er an diesem Sonntag im Theater Erfurt zu Gast bei der Erfurter Herbstlese. 


Nur Stubbs, seinen nach einem englischen Maler benannten Jack-Russel-Terrier, musste er entschuldigen. Dieser müsse zu Hause an seinem Roman feilen, der bereits seit einem Jahr überfällig ist und in naher Zukunft beim Verlag Kiepenheuer & Witsch erscheinen soll. Wir dürfen gespannt sein.


Mit viel Witz, großem Sachverstand und temporeich führte der Literaturkritiker die Besucher auch in diesem Jahr durch die Bücherwelt 2016. Die Hauptfrage lautete: 

"Wie findet man einen passenden Orientierungsmechanismus, eine Art Kompass, durch die stetig wachsende Bücherflut?" 


Sollte man sich an den Bestsellerlisten orientieren?

Denis Scheck wagte sich mit dem Vorsatz, die vier blödesten Bücher, die er finden konnte zu kaufen, in eine Buchhandlung. Kurios oder vorhersehbar? Alle vier Bücher fanden sich später auf den Bestsellerlisten wieder. Ob "Eine Tussi sagt `Ja!" von `Daniela Katzenberger, "Am Arsch vorbei geht auch ein Weg" von Alexandra Reinwarth , "Die Millionärsformel" von Carsten Maschmeyer oder "Das Mondjahr" (Kalenderbuch) von Johanna Paungger - keines dieser Bücher hielt dem kritischen Auge von Denis Scheck stand.

Bestsellerlisten sind eben nur der kleinste gemeinsame Nenner des Massengeschmacks und zeigen auf, wie oft ein Buch gekauft wurde, sagen aber nichts über dessen Qualität aus, wie er am Ende seines Verrisses anmerkte.
Eine weitere Möglichkeit im Bücherdschungel auf die richtigen Werke zu treffen, wäre eine Orientierung im Bereich der Literaturpreise, die jedes Jahr verliehen werden. 

Aber auch die Vergabe vom Nobelpreis der Literatur ist nicht über Fehler erhaben. Obwohl er Bob Dylan und seine Texte sehr mag, bezeichnete Denis Scheck die Vergabe dieses Literaturpreises als kategoriales Missverständnis. 


Dann doch dem Literaturkritiker vertrauen?

Es gab 2016 eine große Bandbreite an empfehlenswerten Buchneuheiten.
Vor allem österreichische Autoren haben es Denis Scheck in diesem Jahr angetan.

Ob Christoph Ransmayr mit "Cox", Christian Kracht mit "Die Toten", einem Buch, das die richtigen Fragen stellt oder Martin Mosebach mit "Mogador", bei allen handelt es sich um Werke, die einen bestimmten Nerv treffen. So beinhaltet "Mogador" ein Zauberwort der Literatur. Angelehnt an das Zauberwort Mutabor (übersetzt: Ich verwandele mich) aus dem Märchen Kalif Storch, zeigt der Autor raffiniert und hintergründig initiiert, dass wir uns unser Leben selbst schaffen - positiv wie auch negativ.

Mit "Drehtür" von Katja Lange-Müller erwartet den Leser ein politisch hochaktuelles Buch, das die Asymetrie von Hilfe und deren Machtmechanismus aufzeigt.

In "Die Unglückseligen" von Thea Dorn trifft der wissenschaftliche Geist auf die Romantik des 18. Jahrhundert. Cynthia DÁprix Sweeney erfreut in "Das Nest" Liebhaber von Jane Austen mit einer lustigen Geschichte, sofern man nicht selbst betroffen ist und zeigt auf, was Geld anrichten kann.

Ein absolut finsteres Buch mit einem winzigen Fenster in Richtung Humor finden wir in "Der goldene Handschuh" von Heinz Strunk.
Als humorvolle oder unterhaltenden Literatur stellte Denis Scheck "Willkommen in Night Vale" von J. Fink & J. Cranor, "Die Merowinger" von Heimito von Dorer und "Meine geniale Freundin" von Elena Ferante vor.

Der neue Asterixband "Der Papyrus des Cäsar" knüpft mit seinen satirischen Einlagen an das Niveau der alten Bände an.

Marcel Beyer, Empfänger des Georg-Büchner-Preises, überzeugte mit "Erdkunde" und seinem Gedicht "Raps".

Krimifans sollten ein Auge auf Dominique Manottis "Schwarzes Gold" oder "Das barmherzige Fallbeil" von Fred Vargas werfen.

Denis Scheck ist bekennender Science Fiktion Fan und empfiehlt hier "Amaltheas" von Neal Stephenson.

Weiterhin befanden sich hinreißende Sachbücher, humorvolle Crashkurse in moderner Kunst und Recht sowie eines mit einem Liebesbrief ans Kartoffelpüree unter den vorgestellten Büchern.

Aber auch unter all dieser Vielzahl von Buchempfehlungen durfte ein kleiner Verriss nicht fehlen.
Bodo Kirchhoff traf mit "Widerfahrnis" auf wenig Gegenliebe. Scheck bezeichnete das Buch als ein grotesk misslungenes, rückwärtsgewandtes und verkitschtes Werk.



Noch immer verbleibt nun die Frage, wie findet der Leser das richtige Buch.

Denis Scheck empfiehlt jedem Leser den Weg der Selbstemanzipation, um für sich herauszufinden, welches Buch zu ihm passt.

Zum Glück sind Geschmäcker verschieden und der Buchmarkt bietet eine große Bandbreite an Literatur. Ich habe an diesem Abend das ein oder andere Buch meiner Wunschliste hinzufügen können.

Während des dem Abend vorangegangenen Meet & Greets durfte ich gemeinsam mit meiner Freundin und vier weiteren Lesern einen entspannten und sehr sympatischen Denis Scheck erleben. Wir bekamen die Gelegenheit kleinen Anekdoten aus seinem Leben zu lauschen und einen Blick hinter die Kulissen seiner Sendung "Druckfrisch" zu erhaschen.


An dieser Stelle endet meine Zeit als TA-Herbstlese-Bloggerin 2016. Es waren aufregende, interessante und ereignisreiche Wochen. Ich möchte mich beim Team der Thüringer Allgemeinen und der Erfurter Herbstlese für eine Vielzahl an unvergesslichen Leseabenden bedanken.





Dienstag, 6. Dezember 2016

**Geburtstagsgewinnspielauslosung**


Vielen Dank für Eure lieben Kommentare und die Teilnahme an meinem Geburtstagsgewinnspiel.

Und da heute Nikolaus ist, macht es noch einmal so viel Spaß, Geschenke zu verteilen. Meine kleine persönliche Losfee war fleißig und hat für mich die Lose gezogen.

Ich mache es auch ganz kurz, die Bücher/Hörbücher gehen an:

Moni von Buecherloewe


Sinni



Miri von Geschichtenwolke
Yvonne und Pauli






 



Die Päckchen machen sich diese Woche noch auf den Weg zu Euch.

Ich wünsche Euch ganz viel Spaß mit Euren Gewinnen und allen eine schöne Vorweihnachtszeit.



Sonntag, 4. Dezember 2016

Rezension "Der namenlose Tag" von Friedrich Ani - Suhrkamp Verlag





Taschenbuch: 298 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (29. Oktober 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3518467204
ISBN-13: 978-3518467206
D: 10,99 Euro







Inhalt:


Kriminalhauptkommissar Jakob Franck ist seit zwei Monaten im Ruhestand und glaubt nun, ein Leben jenseits der Toten beginnen zu können. Vor zwanzig Jahren hatte er sieben Stunden, ohne ein Wort zu sagen, der Mutter einer toten Siebzehnjährigen beigestanden. Jetzt wird der Kommissar von dieser Konstellation eingeholt: Ludwig Winther tritt mit ihm in Kontakt; er ist der Vater des jungen Mädchens, das sich umgebracht haben soll, und Ehemann jener Frau, der Franck so viel Aufmerksamkeit widmete.
Zwanzig Jahre sind vergangen, und Ludwig Winther glaubt noch immer nicht an den Selbstmord seiner Tochter. Er ist überzeugt, dass sie ermordet wurde. Ex-Kommissar Jakob Franck macht sich also daran, die näheren Umstände ihres Todes aufzuklären, »einen toten Fall zum Leben zu erwecken «. Jakob Franck folgt dabei seiner ureigenen Methode, der »Gedankenfühligkeit «: Diese ist unnachahmlich und unübertroffen bei der Lösung der kompliziertesten und überraschendsten Fälle.

Friedrich Ani und seine Kunst der Konstruktion gewöhnlich-außergewöhnlicher Kriminalistikrätsel; Friedrich Ani und seine Sprache, die vom Tod auf das Leben melancholisch gelöste Perspektiven wirft – Friedrich Ani und seine Kunst erreichen in seinem neuen Roman unvorhersehbare Dimensionen.
Quelle: Amazon




Der Autor:


Friedrich Ani (geb. 1959) schreibt Romane, Gedichte, Jugendbücher, Hörspiele und Drehbücher. Er erhielt mehrfach den Deutschen Krimipreis, den Stuttgarter Krimipreis sowie den Adolf-Grimme-Preis und den Bayerischen Fernsehpreis. Sein Roman „Der namenlose Tag“ (Suhrkamp) wurde unter die zehn besten internationalen Kriminalromane des Jahres gewählt. Friedrich Ani ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und des Internationalen PEN-Clubs. Er lebt in München.
Quelle: Amazon




Rezension:


Dieses Buch in eine bestimmte Kategorie einzuordnen fällt mir schwer. Meinem Empfinden nach handelt es sich weder um einen Krimi, noch um einen Thriller. Vielleicht könnte man es der Sparte Spannungsroman zuordnen. Dies setze ich voran, da die Erwartungshaltung, die wir in ein Buch setzen, oftmals das weitere Lesen und unsere Emotionen stark beeinflusst.

Als Leser müsst ihr vor allem Geduld und ein wenig Ausdauer mitbringen. Der Sog in das Geschehen selbst entwickelt sich erst mit dem Fortgang der Handlung von Seite zu Seite. Ich gebe zu, anfangs tat ich mich mit dem Schreibstil von Friedrich Ani schwer und war schon fast an dem Punkt angelangt, das Buch beiseite zu legen. Er führt den Leser eher bedächtig langsam an das eigentliche Szenario heran. Es gibt keinen brausenden Orkan, der durch die Handlung fegt und dennoch war da dieser eine Punkt, an dem er mich hatte. Ab da mochte ich das Buch nicht mehr weglegen und mehr über die Ereignisse erfahren. 

"Der namenlose Tag" zeigt jedem Einzelnen sein Spiegelbild auf, blickt hinter das nach außen getragene Gesicht einer angepassten Gesellschaft. Wie wirken sich die Erlebnisse der eigenen Kindheit auf das Spätere Leben und die folgenden Generationen aus? Sprachlosigkeit führt zu  Missverständnissen und Hilflosigkeit, die wiederum in Gefühlskälte enden kann. Anstelle von einer einfachen tröstlichen Umarmung, tritt Distanz und man geht sich aus dem Weg. Schweigen macht sich breit und frisst die Menschen von innen heraus auf.
Welche Kreise der Verlust einfacher alltäglicher, für die Mehrheit von uns normaler kleiner Gesten, führen kann, wird hier deutlich. Melancholie und das Wissen um verpasste Gelegenheiten, aber auch der Verlust von kindlicher Naivität und die Frage nach der eigenen Identität sind in der Handlung dieser Geschichte verwoben. 

Mit einer sehr komplexen Handlung, die sich mit der Psyche der Menschen beschäftigt, geht Friedrich Ani der Frage nach, was an diesem einen Tag vor zwanzig Jahren wirklich geschah. 
Er zeigt, wie schnell Menschen verurteilt werden und daran zerbrechen, welche Auswirkungen eine einzige Tat haben kann. Die Lösung am Ende ist keine einfache und wirft noch viele Fragen auf, gibt aber auch den Anstoß für Veränderungen.

Und da bin ich wieder bei der Frage, in welche Kategorie ich das Buch einzuordnen würde. Vielleicht könnt ihr mir ja dabei weiterhelfen...

Mittwoch, 30. November 2016

3 Jahre "Zwiebelchens Plauderecke" - Geburtstagsparty mit Verlosung

Happy Birthday to me, Happy Birthday to me.....






Zwiebelchens Plauderecke“ ist auf den Tag genau drei Jahre alt. 

Vor drei Jahren hätte ich mir nie träumen lassen, wohin mich meine spontane Idee, einen eigenen Internetblog zu betreiben, einmal hinführen würde.
Doch ich habe in dieser Zeit sehr viel erlebt und dazugelernt, bin öfter über meinen eigenen Schatten gesprungen und habe vor allem ganz viele liebe Menschen kennengelernt.

In diesem Jahr durfte ich als erste TA-Herbstlese-Bloggerin unterwegs sein und viele interessante Lesungen in Erfurt besuchen. Ein Highlight, von dem ich vor einem Jahr nicht zu träumen gewagt hätte. Ich hoffe, ich konnte den ein oder anderen von Euch mit meinen Berichten mit vor Ort nehmen.

Heute ist es an der Zeit, einmal Danke zu sagen. 

Ohne meine Familie, die immer hinter mir steht und mir auch die notwendigen Freiräume gewährt, könnte ich mein Hobby nicht so ausleben. Ich habe Freunde gewonnen, die mir lieb und teuer geworden sind und die ich nicht mehr missen mag. Es hat sich eine für mich wichtige Gemeinschaft entwickelt und fast alle von Euch habe ich inzwischen auch schon persönlich treffen dürfen.

Danke, dass ihr irgendwie immer da seid.

Danken möchte ich allen Verlagen, für viele Anregungen, Einblicke und die gewährte Unterstützung. Ja und ganz wichtig seid Ihr als Leser, denn was nützt ein Blog mit Beiträgen, die keiner liest.

Ich mag Euch jetzt auch gar nicht weiter zutexten. Zwar hat „Zwiebelchens Plauderecke“ Geburtstag, doch zur Feier des Tages gibt es Geschenke für Euch.

Ich bitte Euch hierfür nur um einen kurzen Kommentar unter dem Post, für welches der Geschenke oder auch alle vier, Ihr in den Lostopf hüpfen möchtet und wie ich Euch im Gewinnfall kontaktieren kann. 

Vielleicht verratet Ihr mir ja auch, welcher Beitrag Euch bisher auf dem Blog am besten gefallen hat oder ihr habt Tipps, was ich in Zukunft verbessern könnte. Ich bin für alles offen.


Auswählen dürft Ihr unter den folgenden Büchern/Hörbüchern. 



Alle Bücher/Hörbücher sind neu und ungelesen. Einzig bei "Winterträume in Virgin River" handelt es sich um ein Mängelexemplar.

Die Teilnahme am Gewinnspiel ist bis zum 04.12.2016 um 23.59 Uhr möglich.

Ich drücke allen die Daumen und bin gespannt auf Eure Kommentare.


Eure Anja






Teilnahmebedingungen

  • Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberechtigten möglich.
  • Der Versand erfolgt nur innerhalb Deutschland, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
  • Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
  • Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass im Gewinnfall der Gewinner öffentlich auf dem Blog genannt werden darf.
  • Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal an dem Gewinnspiel teilnehmen. Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen.
  • Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
  • Das Gewinnspiel endet am 04.12.2016 um 23:59 Uhr.

Sonntag, 27. November 2016

Erfurter Herbstlese 2016: Heinz Rudolf Kunze & Co lassen mit "Quentin Qualle" Kinderaugen strahlen


Der erste Advent stand bei der diesjährigen Herbstlese ganz im Zeichen der Kinder bzw. derer, die sich den kindlichen Blick auf die Welt erhalten haben. 



Heinz Rudolf Kunze lies gemeinsam mit dem Autor und Musiker Jens Carstens und der Illustratorin Julia Ginsbach Quentin Qualle auf der Bühne lebendig werden. Es folgte eine Mitmachlesung der besonderen Art.


Die Idee zu Quentin Qualle entstand nach einer Idee von Heinz Rudolf Kunze und der Überlegung, welche Namen sich mit dem Anfangsbuchstaben Q bilden lassen. 
Kein leichtes Unterfangen. Doch es ist geglückt und unsere Helden tragen kuriose Namen wie Quadalbert, Quotan oder Quendola, um nur einige zu nennen. 






Inzwischen dürfen wir uns bereits über das dritte Unterwasserabenteuer mit der witzigen Quallenfamilie freuen. 

Mit „Die Muräne hat Migräne“ begannen die Erlebnisse von Quentin und seinen Freunden. Es folgten „Rock am Riff“ und „Halligalli bei Zirkus Koralli“. In den Geschichten geht es um Mut, Freundschaft und Zusammenhalt. 



Gebundene Ausgabe: 32 Seiten
Verlag: Loewe; Auflage: 1 (17. Juni 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 378558038X
ISBN-13: 978-3785580387
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 4 - 6 Jahre
D: 14,95 Euro

Gebundene Ausgabe: 32 Seiten
Verlag: Loewe; Auflage: 1 (14. Januar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3785580398
ISBN-13: 978-3785580394
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 4 - 6 Jahre
D: 14,95 Euro



Gebundene Ausgabe: 32 Seiten
Verlag: Loewe; Auflage: 1 (22. Juni 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3785581807
ISBN-13: 978-3785581803
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 4 - 6 Jahre
D: 14,95 Euro

Die Kinder erleben, was es bedeutet, füreinander einzustehen, Spaß und Freude zu erleben und wie Musik eine ganz eigene Gemeinschaft schaffen kann. 



Kindgerechte Texte und zauberhafte Bilder werden musikalisch ergänzt, da jedes Buch eine passende Lieder-CD beinhaltet. Quentin Qualle ist der Erlebnisspaß für die komplette Familie.


Einige Wörter oder Sachverhalte bedürfen bei den kleineren Lesern noch der Erläuterung durch die Eltern. Manch versteckter Witz ist eher für die Vorleser gedacht, doch dadurch wird für genügend Gesprächsstoff zwischen den Großen und Kleinen gesorgt. So erleben wir zum Beispiel im zweiten Band einen Musikwettbewerb zwischen den Bands „Status Q“ und „KRABBA“. 


Heinz Rudolf Kunze stellte mit tatkräftiger Unterstützung von Jens Carstens und Julia Ginsbach die Familie und Freunde rund um Quentin Qualle musikalisch und unterhaltsam für Kinder und Erwachsene vor. Neben den hörspielartigen Inszenierungen, durften die Gäste das zeichnerische Talent von Julia Ginsbach live bestaunen. 





Es war eine spannende und lustige Reise durch alle drei Quentin Bücher. Die Lesung kam einem Rollenspiel mit musikalischer Begleitung gleich. 














Dieser Spätnachmittag wurde für alle Anwesenden zu einem eindrucksvollen Leseabenteuer mit Musik und Tanz.




Auch Tiffany (8) hatte ihren Spaß und genoss mit mir gemeinsam diesen besonderen Nachmittag.

  


Natürlich hat uns Quentin Qualle mit persönlicher Signatur nach Hause begleitet und wird nun unsere Abende mit Leben erfüllen.












Sonntag, 20. November 2016

Rezension "Der SS-Arzt und die Kinder vom Bullenhuser Damm" von Günther Schwarberg - Steidl Verlag

Gebunden: 224 Seiten
Steidl-Verlag
Deutsch

ISBN 978-3-86930-837-1
1. Auflage 05/2016
D: 18,00 Euro








Inhalt:

»Ich war und bin so erschüttert und fassungslos, kann gar nicht meine Gefühle beschreiben. [...] Mein Vater, meine Mutter, Walter und ich wurden im Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert. Die Männer und Kinder wurden von uns getrennt. Walter hat seine Kappe vergessen und ist zurückgekommen um sie zu holen, danach war er der letzte in der Reihe, hat sich umgedreht, gewinkt und gelächelt und das war das letzte Mal, dass meine Mutter und ich Walter gesehen haben.« – Siebzig Jahre lang glaubte die Shoa-Überlebende Grete Hamburg, ihr Bruder Walter Jungleib sei auf einem der Todesmärsche von Auschwitz umgekommen. Erst im Jahr 2015 konnte sie herausfinden, dass sich Walter unter den zwanzig Kindern befand, die am 20. April 1945 mit 18 anderen jüdischen Jungen und Mädchen im Keller einer Hamburger Schule auf barbarische Weise ermordet worden waren. An diesen Kindern – die jüngsten fünf, die ältesten zwölf Jahre alt – hatte der KZ-Arzt Kurt Heißmeyer monatelang pseudowissenschaftliche Experimente durchgeführt, sie mit Tuberkulose infiziert, ihnen die Lymphdrüsen herausoperiert. Kurz vor Kriegsende erhielt SS-Obersturmbannführer Arnold Strippel per Fernschreiben den Befehl, »die Abteilung Heißmeyer aufzulösen«, was nicht weniger hieß, als den Kindsmord einzuleiten
 und alle Beweise zu vernichten.

In jahrelanger Arbeit ist der Journalist Günther Schwarberg den Spuren der Kinder vom Bullenhuser Damm nachgegangen, hat Eltern und Geschwister ausfindig gemacht, die Tat und ihre Hintergründe bis ins Detail rekonstruiert. Zu seiner Recherche gehören auch die juristischen Nachspiele in der jungen BRD, die bis heute Fragen aufwerfen.
Quelle: Steidl Verlag



Der Autor:

Günther Schwarberg, geboren 1926 in Vegesack, war ein deutscher Journalist und Autor. Er arbeitete mehr als 20 Jahre für den stern. Die Recherche und Aufarbeitung des Kindermords am Bullenhuser Damm wurde zu Schwarbergs Lebensaufgabe. Dafür erhielt er, zusammen mit der Rechtsanwältin Barbara Hüsing, 1988 den Anne-Frank-Preis. Günther Schwarberg starb 2008 in Hamburg.


Quelle: Steidl Verlag 
Rezension:
© Wikipedia -
Schule Bullenhuser Damm in Rothenburgsort


Dies ist ein Buch, das traurig und vor allem wütend macht. Wütend auf Menschen, deren Gewalt sich gegen hilflose Kinder richtete, gegen deren menschenverachtenden Praktiken, ihr Denken und Handeln, aber auch gegen diejenigen, die ihre Augen vor den unbeschreiblichen Tatsachen verschlossen haben. Es geht hier nicht nur um die Täter an sich, sondern die Justiz und all die Menschen, die die Täter bis zuletzt schützten.

Noch immer kann ich nicht nachvollziehen, wie ein zu Hause liebevoller fürsorglicher Vater an anderer Stelle diese Verbrechen an unschuldigen Kindern vornehmen konnte.

Auf den ersten Blick sind es „nur“ zwanzig Namen auf weißem Papier, dann kommen die Jahreszahlen – Geburts- und Todesdatum hinzu. Wem hierbei keine Gänsehaut über den Rücken läuft, ich weiß nicht. Das jüngste der Kinder war gerade einmal fünf Jahre alt. Man mag sich die Torturen, denen sie in ihren letzten Lebensmonaten ausgeliefert waren, nicht vorstellen. Günther Schwarberg gibt diesen Kindern und auch den Menschen, die bis zum Schluss an ihrer Seite waren und ihnen mit geringen Mitteln versuchten, ein wenig der Geborgenheit und Liebe zu vermitteln, die so sehr fehlte, wieder ein Gesicht.

Dabei bleiben von einigen nur die Namen zurück. Fotografien sind nicht von allen Kindern und weiteren Opfern vorhanden. Ganze Familien wurden ausgelöscht, ihr Leben schlichtweg ausradiert. Unkorrektheiten in der Schreibweise der Namen führten dazu, dass sich die Suche nach evtl. überlebenden Verwandten schwierig gestaltete. Noch immer verbleibt das Schicksal vieler im Unklaren. 

Das Buch hat aber auch auf diesem Wege einiges bewirken und Schicksalsfäden zusammenführen können. 


*1938 in Radom, Polen
*1933 in Polen


*1933/1936 in Eindhoven, Niederlande


*1934/35 in Polen
*1938 in Zduńska Wola, Polen
*1937 in Neapel, Italien
*1939 in Polen
*1934 in Sandomierz, Polen
*1932 in Paris, Frankreich
*1937 in Polen
*1932 in Paris, Frankreich
*1934 in Kattowitz, Polen

*1937 in Radom, Polen
*1938/1939 in Radom, Polen
*1937 in Ostrowiec, Polen
*1933 in Polen
*1936 in Zawichost, Polen
*1933 in der Slowakei







Die Betreuer der Kinder, die in dieser schweren Zeit immer bei ihnen waren und mit ihnen gemeinsam in den Tod gingen.




*1886 im Elsass, Frankreich
*1884 in Sarlat-la-Caneda, Frankreich

Dirk Deutekom
*1885 in Amsterdam, Niederlande
*1909 in Deventer, Niederlande














Das Schicksal dieser zwanzig Kinder steht symbolisch für das von vielen Tausenden. Wir dürfen nicht vergessen, damit genau das nie wieder geschieht. 

All diese Kinder starben nur wenige Tage vor Kriegsende und traurig ist, es gab mehr als eine Gelegenheit, ihr Leben zu retten. Es hätte nur ein wenig Menschlichkeit und Courage ausgereicht.

Doch was erwartet man, wenn Ärzte experimentelle Versuche an Kindern vornehmen, deren Leben sie auf eine Stufe mit dem eines Meerschweinchens setzen. 

"Für mich gab es keinen prinzipiellen Unterschied zwischen Menschen und Versuchstieren."
Experimente, deren wissenschaftliche Bedeutung bereits null und nichtig war. Das Ergebnis von Dr. Kurt Heißmeyers makaberen Studie stand bereits fest – negativ - doch die Versuchsreihe musste von ihm vervollständigt und abgeschlossen werden. 

Wie krank muss man als Mensch sein? Wie kann ein Arzt dieses Handeln mit seinem einmal geleisteten hippokratischen Eid vereinbaren? Die Beteiligten empfanden auch Jahre später weder Schuld noch Reue. Dr. Alfred Trzebinski versteckte sich sogar hinter dem Mantel der Humanität, da er die Kinder vor deren Tötung mit Morphium betäubt und so ihr Leiden verringert hätte. 


"Ich kann mir keinen Vorwurf machen, dass ich den Kindern vor ihrer Hinrichtung eine barherzige Morphiumspritze gemacht habe. Dies war im Gegenteil eine humane Tat, der ich mich nicht zu schämen brauche"
Eine Aussage, bei der man in Unglauben und Unverständnis den Kopf schüttelt und die Gänsehaut verursacht. Wie krank doch die Gedankengänge dieses Mannes waren und es gab so viele Gleichgesinnte...

Aber auch viele Jahre später erfuhren die Opfer keine wirkliche Gerechtigkeit. Einer der Täter rutschte immer wieder durch die Maschen des Gesetzes. SS-Obersturmführer Arnold Strippel musste seine Taten nie büßen. 
Er ist kein Ausnahmefall, doch hier wurde umfassend recherchiert sowie Faktenwissen gesammelt, die Hintergründe aufgedeckt – und genau diese Tatsachen machen wütend.

Ich habe bereits viele Bücher über den Holocaust und Vernichtungslager gelesen. Einzelschicksale von Überlebenden, Zeitzeugenberichte oder Lebensgeschichten derer, die nicht so viel Glück hatten und in Konzentrationslagern für immer verschwanden. Doch so hilflos und wütend habe ich mich beim Lesen noch nie gefühlt. Um meine Gefühle nicht mit in den Alltag zu übernehmen, musste ich im Anschluss immer wieder zu einer leichteren Lektüre umschwenken. Etwas, das mir in dieser Intensität noch nicht passiert ist. 


"Der SS-Arzt und die Kinder vom Bullenhuser Damm" ist kein einfaches Buch und verlangt seinen Lesern sehr viel ab. Doch es ist wichtig, damit wir niemals Vergessen und eine Wiederholung dessen nie erfolgen wird.

Ja, es geht um Kinder, auch sehr kleine Kinder und als Mutter reagiert man besonders emotional. Doch das allein war es nicht einmal. Emotional aufgewühlt hat mich das Prozedere nach Kriegsende bis in die heutige Zeit. Die Manipulation von Beweisen, der Umgang mit Zeitzeugen in den wiederkehrenden Prozessen und die immer währende Straffreiheit für einen Haupttäter. Als normal denkender und empfindender Mensch kann man dessen Kälte, Selbstherrlichkeit und Ignoranz nicht nachvollziehen. Und in seinen Augen, war er immer im Recht und hat dies auch von den Behörden durch die abgebrochenen Prozesse und aufgehobenen Urteile immer wieder bestätigt bekommen. 

Eine Realität, die mich noch lange nach Beendigung des Buches arg beschäftigen wird.

In der Hamburger Schule am Bullenhuser Damm entstand nach vielen Widerständen eine Gedenkstätte, in der man dem Andenken an die getöteten Kinder und deren Betreuer gerecht wird. Ein wichtiger Beitrag "Gegen das Vergessen". Die Zeit und unsere Gesellschaft werden immer schnelllebiger, historisch unangenehme Tatsachen geraten ins Abseits und drohen zu verblassen. Dabei scheint es heute wichtiger denn je, sich die damaligen Ereignisse vor Augen zu führen und seine Lehren daraus zu ziehen.


Die im Artikel verwendeten Fotos stammen von der Website der Gedenkstätte Bullenhuser Damm und ich bedanke mich für die freundliche Erlaubnis, diese hier nutzen zu dürfen. 





Foto des Ausstellungsraums mit den Biografien der Kinder in der Gedenkstätte Bullenhuser Damm. Foto: KZ-Gedenkstätte Neuengamme, 2012.


Ausstellungsraum mit den Biografien der Kinder in der Gedenkstätte Bullenhuser Damm. Foto: KZ-Gedenkstätte Neuengamme, 2012. (ANg 2014-471)