Dienstag, 10. Mai 2016

Rezension "Remember Mia" von Alexandra Burt - dtv Verlag



Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (22. April 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423261013
ISBN-13: 978-3423261012
Originaltitel: REMEMBER MIA
D: 14,90 Euro





Inhalt:

Eine junge Mutter kämpft darum, ihr Gedächtnis wiederzuerlangen – während die Welt sie für die Mörderin ihres Kindes hält.

Nach einem Autounfall erwacht Estelle Paradise im Krankenhaus und kann sich an nichts erinnern. Man hat sie in einer tiefen Schlucht aus dem Wrack ihres Wagens geborgen – schwer verletzt. Doch nicht alle Verletzungen stammen von dem Unfall: Es hat auch jemand auf Estelle geschossen. Wer? Nur sehr langsam dringt die wichtigste Frage in ihr Bewusstsein: Wo ist Mia, ihre sieben Monate alte Tochter? Sie war nicht mit im Unfallwagen. In einem schmerzlichen Prozess kehrt Estelles Erinnerungsvermögen zurück: Mia war schon drei Tage vor dem Unfall aus ihrem Apartment in New York verschwunden. Und Estelle wird auf einmal vom Opfer zur Hauptverdächtigen.

Quelle: Amazon



Die Autorin:

Alexandra Burt ist in Fulda geboren und zog nach einem Studium der Betriebswirtschaft in die USA. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Texas und schreibt auf Englisch. Dies ist ihr erster Roman.

Mehr zur Autorin unter www.alexandraburt.com.
Quelle: dtv-Verlag



Rezension:



Ein schlichtes schwarze Cover und eine geheimnisvolle Geschichte, nehmen uns in „Remember Mia“ mit auf die Suche nach der Wahrheit. Ein einzelner Schmetterling zeigt die Machtlosigkeit, in der die Protagonisten anfangs verharren, die Zartheit und Hilflosigkeit, die das Baby Mia umgeben.

Die Ereignisse werden aus der Sicht der Hauptprotagonistin Estelle erzählt. Gemeinsam mit ihr erleben wir die Vergangenheit noch einmal und setzen ihr Leben, wie es vor dem Unfall war, Puzzleteil für Puzzleteil zusammen. Wir fühlen ihre Ängste, Zweifel und die immense Schuld, die sie immer wieder verspürt.

Doch was passierte wirklich? Wie kann ein Baby aus einer abgeschlossenen Wohnung samt Kleidung und Spielzeug verschwinden? Existierte Mia überhaupt oder ist sie das Hirngespinst einer traumatisierten Seele, eine Wunschvorstellung? Welche Rolle spielt Stellas Mann Jack?
Jeder ist verdächtig. Doch was geschah wirklich?


Alexandra Burt bietet einen großen Spielraum für Spekulationen und Gedankenspiele. Mit jedem Erinnerungsfetzen ihrer Hauptprotagonistin verschiebt sich das gewonnene Bild für den Leser und macht Platz für einen neuen imaginären Handlungsablauf.

Dabei gibt sie an einer Stelle relativ am Anfang der Geschichte einen winzigen Hinweis, bei dem ich kurz gestutzt, ihn dann aber – wie sicher fast jeder Leser - recht schnell ausgeblendet habe. Im Nachhinein wurde mir die Bedeutung dieses kurzen Momentes erst bewusst. Diese unscheinbare Szene fügt letztendlich die Handlungsstränge wieder zusammen.

Stella ist eine Protagonistin, die man einerseits gern haben muss, andererseits nicht immer versteht. Ihre empathischen Gefühlsdefizite treten auch später noch sehr deutlich zutage.
Bei Jack verhält es sich anders. Trotz einiger guter Seiten ist er für mich kein Sympathieträger. Er ist der absolute Erfolgsmensch, der Schwächen bei anderen nicht eingestehen bzw. akzeptieren kann, seine eigenen aber gern unter den Tisch kehrt. Seine halbherzige Hilfe kommt in Estelles Situation zu spät. Einzig seine Entscheidung, sie in eine psychiatrische Klinik einweisen zu lassen, stellt sich am Ende als der Rettungsanker heraus, den unsere Protagonistin brauchte. Jedoch geschah dies nicht aus Liebe und Mitgefühl, sondern eher aus Eigennutz und Blick auf eine angestrebte Karriere.

Selbst als so gut wie alle Knoten der Geschichte entworren sind, reißt die Spannung nicht ab. Stella zeigt sich zäher und entschlossener, als es anfangs den Anschein hatte.
Dennoch erwartet uns kein heiter Sonnenscheinende und genau aus diesem Grund hat mir der Abschluss gefallen.

Mit „Remember Mia“ erwartet den Leser ein psychologisch spannender und gut durchdachter Thriller. Dabei verzichtet die Autorin auf blutige verstörende Szenen und entfacht dennoch ein Kopfkino, wie ich es lange nicht mehr beim lesen eines Thrillers erlebte.

Wir werden mit alltäglichen Versagensängsten und unseren Schwächen konfrontiert, finden aber tief verborgen auch unerwartete Stärken. Gerade die Mütter unter den Lesern dieses Buches möchte ich „warnen“ – es schickt euch auf eine Gefühlsachterbahn, die niemanden unberührt lässt.

1 Kommentar:

  1. Hallo :)

    auf das Buch wurde ich schon aufmerksam. Ich mag schon blutige Szenen. Schade, dass es hier keine gibt. Aber dennoch kann ein Thriller gut sein. Vielleicht werde ich es auch mal lesen.

    Liebe Grüße
    Schneeflöckchen Blog

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