Donnerstag, 15. September 2016

Buchpremiere Stolperstein Geschichten - Weimar aus dem Eckhaus Verlag



Gestern erfolgte die Veröffentlichung des ersten Buches der Stolpersteinreihe in einer angenehmen Atmosphäre und vor vollem Haus.
Zur musikalischen Untermalung war der Ameisenchor des Goethegymnasiums Weimar zu Gast. Mit Liedern wie "Shalom aleichem", aber auch "Imagine" verbreiteten sie die richtige Stimmung im Raum. 



Zwei Jahre lang wurde mit Hingabe und Herzblut recherchiert, geplant, organisiert und geschrieben.
Das Ergebnis ist ein beeindruckendes Werk mit einem Inhalt, der gerade in der heutigen Zeit umso wichtiger scheint.
Verlagsleiterin Katja Völkel dankte vor allem Ulrich Völkel, dessen Streben von Beginn der Verlagsgründung an der Verwirklichung dieses Buches galt.



Während des Holocaust wurden nicht nur tausende von Menschen deportiert und ihres Lebens beraubt. Nein, ganze Existenzen wurden vom Naziregime geradezu akribisch ausradiert. Die Verlegung von Stolpersteinen in vielen Städten Deutschlands ist ein erster Schritt, diesen Menschen zu gedenken, das Vergessen aufzuhalten. Doch wer waren die Gesichter hinter diesen Namen und Zahlen, welche Geschichten würden sie uns heute erzählen?




Genau hier schließt der Eckhaus Verlag mit seinem Buch „Stolpersteine“ eine wichtige Lücke. Er gibt diesen Frauen, Männern und Kindern ihr Gesicht zurück, holt sie aus der Vergessenheit und erinnert an ihr Leben.

Jana Rogge  brachte es auf den Punkt: "Es sind die kleinen Zahlen, Kleinigkeiten, die erschrecken und so tief berühren."



Die Autoren Steffi von dem Fange, Jonny Thimm und Rüdiger Haufe haben gegen eine eher symbolische Vergütung recherchiert und die Lebensgeschichten derer, von denen oftmals nur Namen und die Geburts- bzw. Sterbedaten blieben niedergeschrieben. 




Schicksale, die bewegen, unter die Haut gehen und auch die Verlegerin Jana Rogge in ihrer Rede tief berührten.

Begonnen wurde mit den Familien, deren Stolpersteine wir in Weimar vor ihren ehemaligen Wohnhäusern finden können. Von weiteren 25 Städten liegen dem Verlag Zusagen zur Unterstützung vor, um auch für diese eine Stolpersteinchronik zu erarbeiten. Ich bin zuversichtlich, dass hier eine ganze Serie an Büchern folgen wird.  

Nach der Eröffnung der Veranstaltung durch Jana Rogge erfolgte eine Laudatio durch den Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow. Der Grundtenor seiner Rede beruht auf einem Ausspruch von Erich Kästner: "Man darf nicht warten, bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist. Man muss den rollenden Schneeball zertreten«.




Schülerinnen der "Jenaplan-Schule" hatten eine Lesung mit eigenen Gedichten und einer kurzen Zusammenfassung der Lebensgeschichte der Familie Ortlepp vorbereitet.  




Eine Überraschung hatte der Eckhaus Verlag auch im Gepäck. 
Sebastian Krumbiegel, der das Vorwort zum Weimar gewidmeten Buch verfasste, bereicherte die Buchpräsentation mit zwei musikalischen Darbietungen. 



Der in diesem Bereich sehr engagierte Sänger der „Prinzen“ war auch nach der Veranstaltung gern zu einem Gespräch mit den anwesenden Schülern und Gästen bereit und signierte die gekauften Bücher. 




Den Erlös, der an diesem Nachmittag verkauften Bücher, sprach der Eckhaus Verlag dem Ameisenchor der Goetheschule zu.




Dank zahlreicher Sponsoren, können insgesamt 23 Klassensätze an Weimarer Schulen verteilt werden. 




Eine symbolische Übergabe erfolgte am gestrigen Spätnachmittag an die Vertreter dieser Schulbereiche. Mit Hilfe der Bücher kann nun eine schulische Auseinandersetzung mit den geschichtlichen Fakten mit räumlicher Bezugsbasis erfolgen.




Wer es nicht zur gestrigen Veranstaltung geschafft hat, kann das Buch direkt beim Eckhaus Verlag beziehen.






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