Mittwoch, 5. Oktober 2016

Die Frauen im viktorianischen Zeitalter - Blogtour Tag 3 zu "Engel der Themse"

Wer träumt nicht davon, einmal in die Vergangenheit reisen zu dürfen?

Was reizt uns so daran? Sind es die traumhaften Kleider, wundervolle Ballabende, Männer, die uns als Helden erscheinen und jede Dame in Not erretten? Ich denke, es sind die nostalgischen Vorstellungen, die wir mit einem Leben z. B. im viktorianischen England verbinden. Aber waren die Zeiten wirklich so romantisch?

Romane, die in dieser Zeit spielen, vermitteln vor allem die romantischen Seiten, dass wovon Frauenherzen immer träumen. Die weniger schönen Seiten dieser Zeit verblassen und rücken dabei weit in den Hintergrund. In Romanen rettet der Earl das arme Küchenmädchen und die kleine Lady erlebt kuriose Abenteuer. Beide gewinnen am Ende das Herz ihres Helden.



Queen Victoria   © Wikipedia


Doch wie verlief das Leben einer Frau damals wirklich?

Ab einem gewissen gesellschaftlichen Rang, war das Leben in dieser Zeitepoche sicher recht angenehm. Doch auch in den gehobeneren Schichten besaß eine Frau so gut wie keine Rechte. Frauen durften nicht wählen, keinen Besitz ihr Eigen nennen und auch nicht vor Gericht klagen. Sie waren Ihrem Vater, Bruder oder Ehegatten unterstellt. Nur deren Wort zählte und eine Frau war vom Wohlwollen einer Männerdominanten Umwelt abhängig. 
Im 19. Jahrhundert durften Frauen, die mit 21 Jahren noch ledig waren zwar über eigenen Besitz verfügen, dieser ging jedoch bei einer Heirat unwiderruflich in den des Ehemannes über. 

Heute sind wir stolz auf unser Bildung. 

Doch zu dieser Zeit durften Frauen nicht studieren und erhielten meist nur eine geringe Schulbildung. Die schulische Ausbildung junger Mädchen belief sich vorrangig auf die schöngeistigen Fächer wie Musizieren, Malen oder Handarbeiten. Eventuell erhielten sie zusätzlich Unterricht in der französischen Sprache. Mathematik, Naturwissenschaften allgemein, Philosophie oder Latein wurden als überflüssig oder zu schwer für den weiblichen Geist empfunden.

Eine Ehe wurde selten aus Liebe geschlossen. 



© gemeinfrei


Selbst in den niedersten Gesellschaftsschichten spielte die Liebe nur eine untergeordnete Rolle. Dabei waren Liebesheiraten sicher nicht ausgeschlossen, allerdings recht selten zu finden. In der Regel diente die Eheschließung politischen, finanziellen oder den gesellschaftlichen Vorteilen der Elternhäuser und wurde von diesen arrangiert. 
Das Leben einer Frau im viktorianischen Zeitalter war darauf ausgerichtet, eine gute Ehefrau und Mutter zu sein und den Haushalt zu führen. Gehorsam und unterwürfig sollte sie sein und ihrem Mann jeden Wunsch von den Augen ablesen. 
Seelische Misshandlungen und häusliche Gewalt gab es oft hinter den herrschaftlichen Türen, blieben aber der Außenwelt verborgen bzw. verschloss man die Augen vor derartigen Vorfällen und gab den Frauen die Schuld. Der Mann hatte die alleinige Macht. Der Wert einer Frau stieg mit der Anzahl der Kinder, vorrangig der männlichen Erben, die sie ihrem Mann gebar. 

Gehörten Frauen nicht der oberen privilegierteren Gesellschaft an, wurde das Leben oft zu einem Überlebenskampf.



Einstellung einer Gouvernante
© gemeinfrei

Für mittellose Frauen der Mittelschicht ohne Familie blieb die Möglichkeit, als Gouvernante eine Art standesgemäßen Beruf auszuüben, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen. Auch die Anstellung als Kindermädchen oder Zofe galt als erstrebenswert. Für junge Mädchen und Frauen der unteren Schichten bedeutete es einen großen Schritt, die Stelle eines Küchenmädchens oder einer Dienstmagd zu erhalten. Manchen gelang über die Jahre hinweg der Aufstieg zur Köchin oder gar Haushälterin. Weniger Glückliche darbten in den Elendsvierteln der Städte, streiften durch die Gassen Londons und verkauften Tand oder gar ihren Körper. Auch sie waren vor allem der Willkür der Männer um sie herum ausgesetzt.

Ausnahmen von diesen Schilderungen gab es bestimmt auch. Liebesheiraten oder Eltern, die ihren Töchtern mehr Freiheiten und Selbstbestimmung einräumten, ihnen eine höhere Bildung angedeihen ließen, wird man in der Geschichte sicher finden, nur leider viel zu selten. 

Was uns bleibt sind nostalgische Schwärmereien und romantische Träume, die wir mit dieser Zeit verbinden. Geschichten, die uns in eine Art Märchenwelt entführen und vom Alltag ablenken.

An diesem Punkt komme ich auch direkt zu meiner heutigen Gewinnspielfrage.

Im London welcher Zeitspanne hättet ihr gern als Frau gelebt und warum?

Ich freue mich auf Eure Antworten.



Teilnahmebedingungen
  • Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
  • Der Versand erfolgt nur innerhalb Deutschland, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
  • Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
  • Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass im Gewinnfall die Adresse dem Verlag übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.
  • Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal an dem Gewinnspiel teilnehmen. Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen.
  • Das Gewinnspiel wird vom Verlag im Rahmen der Blogrunde veranstaltet.
  • Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
  • Das Gewinnspiel endet am 12.10.2016 um 23:59 Uhr.
  • Ausgelost wird in der Folgewoche.


Nachfolgend die weiteren Stationen unserer Blogtour. 
Klickt einfach die jeweiligen Beiträge an und schon seit ihr dabei.

Kommentare:

  1. Morgen schön :-)

    Schwierige Frage wenn denn eher zu den Zeiten wo es keine Verfolgungen, wie Hexenverfolgungen oder Sklaverei oder auch eben Krieg gab-da wäre mir die Zeiten ohne diese negativen Punkte wirklich viel lieber!

    LG Jenny
    jspatchouly@gmail.com

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  2. Hallo,
    aber bitte nur zeitweise. Ich hätte gerne London zu römischer Zeit erlebt, weil ich mich sehr für die Antike interessiere und das ist mal was Ungewöhnlicheres als Shakespeare-Zeit.

    lg, Jutta

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  3. Hallo,
    also auf keinen Fall im viktorianischen Zeitalter. Wahrscheinlich erst dann, als zumindest eine vernünftige Bildung für Frauen möglich war.
    LG Bettina Hertz
    bettinahertz66@googlemail.com

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