Montag, 10. Oktober 2016

Rezension "Irgendwo im Glück" von Anna McParlin - Rowohlt Verlag - rororo



Taschenbuch: 464 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: 1 (26. August 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499272237
ISBN-13: 978-3499272233
Originaltitel: Somewhere Inside of Happy
D: 12,99 Euro







Inhalt:


Von der Autorin des Bestsellers «Die letzten Tage von Rabbit Hayes»: Ein neuer Roman voller Humor, Liebe, Traurigkeit und Hoffnung.


Dublin, 1995: Maisie Bean ist eine Frau, die sich nicht unterkriegen lässt. Ihr erstes Date vor siebzehn Jahren endete so schlimm, dass es ihr für den Rest des Lebens den Appetit auf Pommes verdarb. Die Ehe, die folgte, war die Hölle für Maisie, doch sie gab ihr zwei wundervolle Kinder: den sensiblen, humorvollen Jeremy und die starrsinnige, schlaue Valerie. Mit Hilfe der beiden schafft es Maisie sogar, ihre demente Mutter zu Hause zu pflegen. Alle packen mit an.

Als Maisie denkt, ihr Leben läuft endlich rund, geschieht das Unfassbare: Jeremy verschwindet eines Tages spurlos. Sie steht einem neuen Kampf gegenüber, dem Kampf ihres Lebens - für die Wahrheit über Jeremy, gegen Vorurteile und Ablehnung. Doch Aufgeben kommt für Maisie niemals in Frage.
Quelle: Amazon



Die Autorin:


Anna McPartlin wurde 1972 in Dublin geboren und verbrachte dort ihre frühe Kindheit. Wegen einer Krankheit in ihrer engsten Familie zog sie als Teenager nach Kerry, wo Onkel und Tante sie als Pflegekind aufnahmen. Nach der Schule studierte Anna ziemlich unwillig Marketing, doch sie blieb dabei ihrer wahren Liebe, der Stand-up-Comedy, und dem Schreiben treu. Bei der künstlerischen Arbeit lernte sie ihren späteren Ehemann Donal kennen. Die beiden leben in der Nähe von Dublin.

Quelle: Amazon




Rezension:


Betrachtet man nur den Titel "Irgendwo im Glück" und das wunderschön gestaltete Cover, erwartet der Leser eine leichte schöne Liebesgeschichte. Weit gefehlt. Anna McParlin hat mit diesem Buch etwas viel umfassenderes geschaffen. 

"... Mein Sohn Jeremy wurde gewaltsam gezeugt und er starb gewaltsam, aber während er lebte, war er das Licht meines Lebens..."

Bereits am Anfang erfahren wir, dass es für Jeremy kein Happy End geben wird. Dennoch bleibt bis zum Schluss die Frage über das Wie und Warum. Dabei entwickelt sich die Geschichte anders, als anfangs erwartet.

Das Leben ist nicht fair!

Maisie Bean muss dies schon in jungen Jahren erfahren. Anstatt jedoch daran zu zerbrechen, gewinnt sie an innerer Stärke. Die Liebe, die sie ihren Kindern, ihrer Mutter, aber auch den Menschen in ihrem Umfeld schenkt, scheint grenzenlos.

Maisie hat keine hohe Schulbildung, ihre Sprache wird von derben Flüchen durchzogen, dennoch hat sie ein Herz aus Gold. Ihre Kinder sind typische Teenager und sie muss sich mit den alltäglichen Sorgen einer Mutter herumschlagen. Sie muss sich und ihre Familie gegen Ungerechtigkeiten und Vorurteile verteidigen. Dabei hat sie mit Spott und Demütigungen von Außenstehenden zu kämpfen. 

Und da ist noch Bridie. Einst für alle der Fels in der Brandung. Doch das Leben fordert seinen Tribut und entgleitet ihr von Tag zu Tag mehr. In klaren Momenten erwacht ihr Kampfgeist und im entscheidenden Moment steht sie Maisie noch einmal bei.

Anna McParlin versteht es, das Zusammenspiel der einzelnen Charaktere und die tiefen Gefühle ohne kitschige Schnörkel und sehr authentisch zu übermitteln. Interessant waren für mich die wechselnden Perspektiven in den verschiedenen Handlungssträngen.
Die Autorin hat einen sehr eindringlichen und dennoch leichten Schreibstil, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte. Ich fühlte mich wie in einer warmen Oase geborgen.

Dieses Buch gibt Mut, zeigt, welch schöne Seiten das Leben bereithält, selbst wenn alles trist und grau erscheint. Eine Geschichte, bei der ich mehr als nur eine Träne vergossen habe.

"Irgendwo im Glück" ist ein Buch voller Liebe, intensiver Gefühle und tiefer Einsichten. Es handelt von Abschied und Neuanfang. Es ist eine Geschichte über Missverständnisse, Freundschaft, Zusammenhalt und ein Appell an die Toleranz in unserer Gesellschaft. 

Ja, das Ende ist auf seine Art sehr traurig und besonders der Epilog rührt noch einmal tief an das Herz jedes einzelnen Lesers.

Doch gleichzeitig es ist auch eine Hommage an das Leben.

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