Mittwoch, 30. März 2016

Rezension "Mr. Gwyn" von Alessandro Baricco - Hoffmann und Campe Verlag


    Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
    Verlag: HOFFMANN UND CAMPE VERLAG GmbH (27. Februar 2016)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3455405614
    ISBN-13: 978-3455405613
    Originaltitel: Mr. Gwyn
    D: 22,00 Euro





    Inhalt:


    Jasper Gwyn, ein berühmter englischer Schriftsteller Anfang vierzig, fasst eines Tages einen weitreichenden Entschluss. In einem Zeitungsartikel listet er 52 Dinge auf, die er fortan nicht mehr zu tun gedenkt, darunter auch: Bücher schreiben. Stattdessen beschließt er, in seinem neuen Leben als "Kopist" zu arbeiten und Porträts anzufertigen - dies allerdings nicht mit Pinsel und Palette, sondern in geschriebener Form. Er mietet ein Atelier an, wo ihm fortan Menschen Modell sitzen, die sich später in seinen Porträts gänzlich wiederfinden werden. Bis eine junge Frau auftaucht, die sich den strengen Regeln des Kopisten entzieht.
    Quelle: Amazon


    Der Autor:


    ALESSANDRO BARICCO, 1958 in Turin geboren, studierte Philosophie und Musikwissenschaft. Er ist Mitherausgeber verschiedener Literaturzeitschriften und von La Repubblica. 1994 gründete Baricco zusammen mit Freunden die Scuola Holden, eine Privatuniversität, an der er kreatives Schreiben unterrichtet. Neben seinen Romanen hat Baricco zahlreiche Essays, Erzählungen und Theaterstücke verfasst. Sein RomanSeide wurde zum internationalen Bestseller. Er wurde mit dem Premio Campiello, dem Premio Viareggio und dem Prix Médicis Étranger ausgezeichnet. Seide und Novecento wurden erfolgreich verfilmt.
    Quelle: Amazon


    Rezension:



    Dies ist mein erstes Zusammentreffen mit Alessandro Baricco. Es ist nicht immer einfach, neugierig durch die Welt zu laufen, doch in diesem Fall bin ich sehr dankbar für diese Charaktereigenschaft. Ohne sie, hätte ich Alessandro Baricco und Mr. Gwyn nie kennengelernt.

    Dieses Buch nahm mich mit auf eine ganz besondere Lesereise, die nur gelingt, wenn man sich komplett fallen und auf Mr. Gwyn einlässt.





    Wir erleben einen Mann, der am Höhepunkt seiner Kariere als Autor beschließt, einen völlig neuen Weg zu beschreiten und vermeintlich alten Ballast hinter sich zu lassen. So erstellt Jasper Gwyn eine Liste mit 52 Dingen, die er von nun an nicht mehr tun möchte. Stehen am Anfang noch ganz harmlose Stichpunkte, arbeitet sich die Liste bis zu dem letzten und einschneidensten Punkt vor – nie mehr schreiben. Kann ein eingefleischter Autor wirklich von einem Moment auf den anderen aufhören zu schreiben? Diese Frage geisterte direkt in meinem Kopf herum. Ich sage „Nein.“ und wirklich Unrecht habe ich damit nicht.

    Doch Mr. Gwyn ist davon überzeugt und auch sein Verleger und langjähriger Freund kann daran nichts ändern. Nach einer Zeit des Suchens findet Gwyn eine neue Lebensaufgabe – er wird Kopist. Nun klingt dieser Beruf ein klein wenig kurios und auch die Vorgehensweise der Umsetzung durch unseren Protagonisten wird dies sein, jedoch erleben wir ein ganz besonderes Lebensgefühl, wenn wir ihm folgen. 
    Er kopiert keine Schreiben oder Bilder, nein er erstellt Porträts in Schriftform. Dabei beobachtet er die zu porträtierende Person in einem geschlossenen Raum. Gespräche werden dabei fast nie geführt und die Person ist bar jeglicher Bekleidung. 




    Erlischt die letzte im Raum brennende Glühbirne, ist die Sitzungszeit beendet und der Auftraggeber erhält nach wenigen Tagen sein geschriebenes Porträt. Zu gern möchte man nun lesen, was Jasper Gwyn geschrieben hat, in welcher Form diese Porträtierung erfolgte und was genau sich ihm in all diesen Tagen über die Person offenbart hat. Bleibt dies ein Geheimnis zwischen Alessandro Baricco und Mr. Gwyn?

    Vielleicht...

    In diesem Fall haben Hoffmann & Campe uns Lesern ein wundervolles Geschenk bereitet.
    Das Buch ist nach dem Schlusssatz noch nicht zu Ende. Im Anschluss an die Hauptgeschichte dürfen wir "Dreimal im Morgengrauen" genießen. Ob es sich hierbei um drei Porträts von im Buch vorkommenden Personen handelt oder einfach nur Geschichten, muss jeder für sich selbst herausfinden.

    Es ist erstaunlich zu beobachten, welche Veränderungen in den Menschen vor sich gehen, die einem ungewöhnlichen Umfeld ausgesetzt werden und wie man sich selbst als Leser in Raum und Zeit verliert. Es erwacht der Wunsch, selbst einmal Modell stehen zu wollen und so etwas ganz besonderes über die eigene Persönlichkeit zu erfahren.

    Philosophisch, skurril, poetisch und berührend tiefsinnig beginnen wir gemeinsam mit Alessandro Baricco und seinem Mr. Gwyn die Welt aus einem bisher verborgenen Winkel aus zu betrachten. Lasst euch fallen und begebt euch auf eine eigenwillige Lesereise.

    Jeder wird dieses Buch auf eine unterschiedliche Weise empfinden und aufnehmen, doch am Ende werden viele Fäden an einem Punkt zusammenlaufen. 

    Mein erster Baricco - jedoch nicht mein letzter!

Sonntag, 13. März 2016

Blogtour "Mordsdelikatessen" von Bianca Heidelberg & Björn Sünder - Tag 4 - "Racheengel - kann man vom Pech verfolgt sein?"



Heute darf ich euch zu unserer Blogtour "Mordsdelikatessen" begrüßen.
Ich habe mir einmal Gedanken darüber gemacht, ob das Pech an einem kleben kann oder wir uns das alles nur einbilden.

"Racheengel - kann man vom Pech verfolgt sein?"


In Racheengel schwört das Opfer mit seinen letzten Atemzügen Rache.
Von diesem Moment an ist plötzlich alles anders im Leben von
Nichts gelingt mehr, alles läuft schief. Hat der Racheengel zugeschlagen?

Gibt es wirklich einen Zusammenhang zwischen allem, was nach dieser einen Nacht passiert und dem Racheschwur? Kann man aufgrund eines einzelnen Vorkommnisses oder generell vom Pech verfolgt sein? Oder ist dies alles purer Aberglaube?

Es sagt sich so leicht hin: "Ich habe eine Pechsträhne." oder "Ich werde vom Pech verfolgt."
Nur die anderen gewinnen im Lotto, nur man selbst lässt alles fallen, verpasst den Bus, verliert die Arbeitsstelle…

Oder liegt es an der eigenen negativen Lebenseinstellung, die sich mit jedem Rückschlag, jedem Scheitern eines Vorhabens ausbreitet? Wird auf einmal das, was andere als harmloses Vorkommnis betrachten, nur für denjenigen, der sich vom Pech verfolgt fühlt, als Unglück angesehen? Sind es nicht eher Zufälle die aufeinander treffen? Negative Erwartungen, die das eigene Verhalten verändern? Eine Spirale, die ihren Anfang und ihr Ende in der menschlichen Psyche findet?

Tanja kommt mit ihren Schuldgefühlen nicht zurecht. Die Konzentration auf wichtige und wesentliche Dinge geht von Tag zu Tag mehr verloren. Fehlender Schlaf, Frustration und Angst bringen sie an den Rand der Erschöpfung. Ich denke, im Fall von Tanja ist es eine Kombination all dieser Dinge, die Wahnvorstellungen hervorruft und sie in Panik versetzt. Sie wird psychisch immer instabiler. Ihre Aktionen werden von Mal zu Mal unorganisierter, die Schuldgefühle zerfressen sie.

Wer an das Pech glaubt, wird letzten Endes unbewusst sein eigenes Verhalten so abändern, das schief läuft, was nur schief laufen kann. Wahrnehmungen verschieben sich und ergeben so ein verändertes Gesamtbild. Die dadurch hervorgerufenen Aktionen und Reaktionen verlaufen negativ und festigen den Glauben an eine Pechsträhne. Jedoch sind es meist dumme Zufälle die aufeinander treffen. Ihre Interpretation und der Glaube steuern die weiteren Ereignisse.

Ich persönlich glaube nicht, dass man vom Pech verfolgt sein kann, jedoch wird es immer Zeiten geben, in denen das Leben nicht so verläuft, wie man es sich wünscht. Wichtig ist, dass man an sich glaubt und nach vorn sieht, sich nicht hängen lässt.


Dank den beiden Autoren gibt es auch ein Gewinnspiel
Beantwortet einfach per Kommentar die Frage und gebt am Besten eine Mailadresse mit an unter der ich euch kontaktieren kann:

Hattet ihr schon einmal eine Pechsträhne? Wenn ja, verratet ihr mir (kein Muss), was euch passiert ist?

Und das sind die Preise, die auf euch warten.

1. Preis: 
Ein signiertes Taschenbuch, ein Eulen-Lesezeichen, ein Traumzeit-Bad, Postkarten und Lesezeichen
2. Preis: 
Eine Tasse, eine Leseprobe, ein Eulen-Lesezeichen, ein Traumzeit-Bad, Postkarten und Lesezeichen
3. Preis: 
Eine Tasse, eine Leseprobe, ein Schlangen-Lesezeichen, ein Traumzeit-Bad, Postkarten und Lesezeichen




Teilnahmebedingungen


Das Gewinnspiel startet am 10.03.2016 und endet am 19.03.2016 um 12 Uhr.
Teilnehmen können Personen ab 18 Jahren oder mit Erlaubnis der Erziehungsberechtigten.
Die Teilnahme erfolgt durch Beantworten der Gewinnspielfragen auf den Blogs. Jeder Teilnehmer kann pro Blog einmal im Lostopf landen (also maximal fünfmal). Die Gewinner werden am 19.03.2016 ausgelost und auf den Blogs und auf Facebook bekannt gegeben.
Die Preise werden nur innerhalb Deutschlands, nach Österreich oder in die Schweiz versendet. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen. Eine Barauszahlung der Preise ist nicht möglich.
Die Teilnehmer erklären sich damit einverstanden, dass die Adresse im Gewinnfall an die Autorin übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf. Alle Daten werden ausschließlich für die Durchführung des Gewinnspiels erhoben und verarbeitet. Sie werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.
Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.






Hier noch einmal eine Übersicht mit den direkten Links zu allen teilnehmenden Blogs - Ihr könnt auch dort gern euer Glück versuchen


10.03. - Buchvorstellung
bei Charleen´s Traumbibliothek


11.03. - Tatwaffe Blauer Eisenhut - 
Hinrichtungen und prominente Opfer
bei Bücherfunke

12.03. - Kurzgeschichten - Ein Trend
bei Bibilotta

13.03. - Racheengel -
Kann man vom Pech verfolgt sein?
hier bei mir

14.03. - Interview mit den Autoren
bei Bücherleser


19.03. - Gewinnerbekanntgabe
auf allen Blogs - 
bei mir evtl. erst am 20.03.16, 
da ich in Leipzig auf der Buchmesse bin



Update

Bianca Heidelberg hat ausgelost und die Gewinner stehen fest:

1. Preis: Margareta Gebhardt
2. Preis: Bettina Hertz
3. Preis: Tiffi2000

Die Gewinner sollen ihre Adresse an kontakt@biancaheidelberg.de schicken. 

Herzlichen Glückwunsch! Ich freue mich für euch.

Donnerstag, 10. März 2016

Rezension "Immer wieder du und ich" von Juliet Ashton - Rowohlt Taschenbuch (rororo)


    Taschenbuch: 400 Seiten
    Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag (22. Januar 2016)
    Sprache: Deutsch
    übersetzt von: Katharina Naumann
    ISBN-10: 3499271222
    ISBN-13: 978-3499271229
    Originaltitel: These Days of Ours
    D: 9,99 Euro




    Inhalt:


    Ein Roman über die Liebe. Über die kleinen und großen Abenteuer des Lebens. Und über zwei, die sich lieben, aber immer wieder verpassen.
    Kate liebt Charlie. Charlie liebt Kate. Das war schon immer so. Sie sind füreinander geschaffen. Aber es ist kompliziert: Denn stets ist Charlie gerade vergeben, wenn Kate bereit ist. Und umgekehrt. Immer wieder kreuzen sich ihre Wege, auf Partys, Hochzeiten und Beerdigungen. Vergessen können Kate und Charlie einander nicht. Aber ist es nicht irgendwann zu spät für die große Liebe? Oder bietet ihnen das Leben noch eine zweite Chance?
    Nach dem großen Erfolg von «Ein letzter Brief von dir» der neue, berührende Roman von Juliet Ashton
    Quelle: Amazon

    Die Autorin:


    Juliet Ashton stammt aus Irland und lebt heute mit ihrer Familie und ihren Haustieren in London. «Ein letzter Brief von dir» ist ihr erster Roman.
    Quelle: Amazon


    Rezension:


    Immer wieder ziehen uns Geschichten in ihren Bann, die von unerfüllter grenzenloser und ewig fortdauernder Liebe handeln. Wir träumen zusammen mit den Protagonisten von einer heilen Zukunft, die wir nach vielen Irrungen und Wirrungen des Lebens gemeinsam erreichen.

    So einfach ist dies bei „Immer wieder du und ich“ nicht.

    Eigentlich, ja eigentlich, hatten sich die beiden Protagonisten Kate und Charlie bereits gefunden. Jedoch fehlte es ihnen an der Kraft zueinander zu stehen und sie gaben bei der ersten sich bietenden Gelegenheit auf. Sie versuchten nicht einmal, um ihre Beziehung und Liebe zu kämpfen. Sicher tat das intrigante Verhalten von Becca das seine dazu.

    An dieser Stelle ist der Leser bereit, sich auf eine turbulente Liebesgeschichte einzulassen.
    Leider blieben die weiteren Szenen hinter meinen Erwartungen zurück.

    Kate und Charlie sind liebenswert, aber eher blass. Sie können nicht ohne, aber auch nicht miteinander.

    Becca sticht in diesem Roman für mich persönlich am deutlichsten hervor. Obwohl egozentrisch, dramatisch, unzuverlässig und vom ersten Gefühl her ein recht unsympathischer Charakter, bestimmt sie die Haupthandlung der Geschichte. Die von ihr im Hintergrund gewebten Fäden verbinden sich zu einem immer wieder veränderlichen Gesamtbild. Durch ihre vielen Ecken und Kanten ist sie greifbar und polarisiert.

    Julian ist der notwendige Zusatzpart, spielt aber kaum eine tragende Rolle.

    Das Buch ist sehr gut aufgebaut und die Idee hinter dem Plot reizvoll. Gefallen haben mir die in Form einer Einladungskarte formulierten und grafisch untermalten Kapitelüberschriften.

    Trotz des flüssigen Schreibstils ist es der Autorin leider nicht gelungen, eine Sogwirkung hervorzurufen.


    Fazit:


    Es macht Spaß, mit Kate, Charlie und Becca durch die Lebensjahre zu wandern und der Leser findet auch einige sehr amüsante Begebenheiten, doch es bleibt eine eher blasse Geschichte.



    Kimmy vergibt 3,5 von 5 Käseecken

Dienstag, 8. März 2016

Rezension "Steve Jobs - Das wahnsinnig geniale Leben des iPhone-Erfinders. Eine Comic-Biographie" von Jessie Hartland - FISCHER KJB


    Broschiert: 240 Seiten
    Verlag: FISCHER KJB; Auflage: 1 (25. Februar 2016)
    Sprache: Deutsch
    übersetzt von: Ulrike Schimming
    ISBN-10: 3737340277
    ISBN-13: 978-3737340274
    Originaltitel: Steve Jobs: Insanely Great
    D: 16,99 Euro




    Inhalt:


    Das Genie hinter dem iPhone – Steve Jobs, der Mann mit der Zukunftsvision.
    Die Wetter-App auf unserem iPad sagt uns, was wir morgens anziehen sollen. Die Musik, die uns den Tag über begleitet, haben wir von iTunes. Und der Film, den wir abends schauen, ist von Pixar.
    Hinter all diesen Produkten steht Steve Jobs. Der Mann mit dem schwarzen Pullover bestimmt unseren Alltag – auch noch Jahre nach seinem Tod. Selbst das Internet gäbe es ohne ihn vermutlich nicht.
    Guru, Visionär, Tyrann, Erfinder, Verkäufer, Apple-Gründer – es gibt viele Geschichten über Steve Jobs. Zusammen ergeben sie das wahnsinnig geniale Leben einer der schillerndsten Persönlichkeiten unserer Zeit.
    Umwerfend gezeichnet, locker erzählt und trotzdem mit Tiefgang: Diese Graphic Novel ist das iPhone unter den Biographien. Alle anderen sind bloß Telefone!
    Quelle: Amazon


    Die Autorin:


    Jessie Hartland ist eine vielseitige Künstlerin. Ihre Arbeiten sind unter anderem in der »New York Times« erschienen, sie hatte bereits Ausstellungen in Tokyo, Venedig und New York City. Außerdem schreibt und illustriert sie Kinderbücher. Jessie Hartland lebt in New York, USA.
    Quelle: Amazon


    Rezension:


    Ihr habt euch bisher nicht an das Lesen von Biografien getraut. Noch nie eine Graphic Novel gelesen. Dann wird es Zeit. Und ich habe heute auch genau das richtige Buch für euch im Gepäck.

    Eine Biografie muss nicht staubtrocken, nüchtern und allein mit Faktenwissen angefüllt sein. Jessie Hartland hat sich durch einen 1,5 Meter hohen Materialstapel gewühlt und ein Buch geschaffen, das es in seiner kurzweiligen Form schafft, den Leser einzufangen. Wer schon immer ein wenig mehr über das Leben und Wirken von Steve Jobs wissen wollte, sollte genau diese Biografie zur Hand nehmen. Ich selbst habe auch noch einige mir unbekannte Informationen mitnehmen können.

    Untermalt mit schlichten, leicht karikativen Zeichnungen, skizziert Jessie Hartland sehr intensiv das Leben von Steve Jobs von dessen Geburt an bis zu seinem Tod. Wir erhalten einen sehr anschaulichen Einblick in die Entwicklung eines facettenreichen Menschen. Er war nicht einfach, dieser Steve Jobs. Getrieben von Neugier, Ehrgeiz und kuriosen Ideen, formte er das Leben nach seinen eigenen Maßstäben. Wir lernen einen revolutionären Erfinder kennen, dem allerdings das Gespür für den Umgang mit Menschen, ein Gespür fürs Zwischenmenschliche fehlte. Steve Jobs war ein Visionär, aber auch ein Tyrann. Dennoch gäbe es heute seine technischen Errungenschaften vielleicht nicht, ohne diese Charaktereigenschaften. Selbst von schwerer Krankheit gezeichnet zog er seinen Lebensmut und Kraft aus der Arbeit.

    Jetzt werdet ihr vielleicht vermuten, dass die Autorin auf diesen wenigen Buchseiten kaum eine aussagekräftige Biografie erstellen konnte. Doch es ist ihr gelungen. Ihr findet keine überflüssigen Querverweise oder Untermalungen. Sie bringt die Fakten hervor und schafft es diese in Wort und Bild unterhaltsam, informativ und witzig darzustellen. Wir erleben den Wandel und die Entwicklung der Technik in einem angenehmen Zeitraffer. Kommt mit auf eine Reise durch mehrere Jahrzehnte der technischen Umwälzungen und das turbulente Leben von Steve Jobs.

    Fazit:


    Eine absolute Leseempfehlung.





    Kimmy vergibt 5 von 5 Käseecken



Sonntag, 6. März 2016

Rezension "Northanger Abbey" von Val McDermid - Harper Collins


Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: HarperCollins; Auflage: 1 (11. Januar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3959670184
ISBN-13: 978-3959670180
Originaltitel: Northanger Abbey
D: 19,90 Euro







Inhalt:



Millionen Leser hat Val McDermid mit ihren psychologischen Krimis begeistert. Jetzt bezaubert sie mit einer Neufassung von Jane Austens Northanger Abbey.

Lesen ist gefährlich! Zu gern verliert die 17-jährige Pfarrerstochter Cat Morland sich in der Welt der Bücher und träumt von aufregenden Abenteuern. Die sie im ländlichen Piddle Valley niemals finden wird! Doch dann darf sie ihre Nachbarn, die Allens, zu einem Kulturfestival nach Edinburgh begleiten. Wo sie nicht nur unerwartet in Bella Thorpe eine neue Freundin findet, sondern sich in den jungen, aufstrebenden Rechtsanwalt Henry Tilney verliebt. Als Henry und seine Schwester Eleanor sie auf den schönen, aber düsteren Familiensitz Northanger Abbey einladen, geht Cats Fantasie mit ihr durch. Was, wenn hier ein Verbrechen stattgefunden hat? Und tatsächlich wird es für sie gefährlich – wenn auch auf unerwartete Weise.
Quelle: Amazon




Die Autorin:



Val McDermid stammt aus Schottland. Bereits mit siebzehn Jahren besuchte sie das renommierte St. Hilda‘s College in Oxford. Sie arbeitete als Journalistin und Bühnenautorin. Ihre psychologischen Krimis, für die sie zahlreiche Auszeichnungen erhielt, dienten mehrfach als Filmvorlage. Val McDermid lebt mit ihrem Sohn und ihrer Lebensgefährtin im Nordosten Englands.
Quelle: Amazon




Rezension:



Val McDermid versteht es sehr gut, den Sprach- und Schreibstil von Jane Austen aufzugreifen. Zu Beginn kann man sich daher auch problemlos auf die Geschichte einlassen und fühlt sich in die Zeit der Originalversion versetzt.

Jedoch kollidiert dieses Lesegefühl sehr schnell mit den heutigen Schauplätzen, denn dies ist eine moderne Adaption der Urfassung. Dabei wurden die gesellschaftlichen Hierarchien und Regeln des 19. Jahrhunderts auf diejenigen des 21. Jahrhundert projiziert. Da sich aber die Welt innerhalb von 200 Jahren doch erheblich verändert hat, wirken die geschilderten Ereignisse nur wenig glaubhaft.

Auch die Protagonisten können sich in dieser modernen Version der Northanger Abbey nicht behaupten.

Cat ist einerseits ein recht modernes junges Mädchen, andererseits wird sie dermaßen naiv und einfältig dargestellt, dass man sich nicht mit ihr identifizieren kann. Zu Jane Austens Zeiten waren naive lebensfremde junge Frauen ein normales Gesellschaftsbild und ihre Protagonistinnen daher auch glaubhaft und einfach liebenswert. In unserer heutigen Zeit wirken genau diese Schilderungen eher absurd. Als Leser entwickelt man keine Sympathien und ist recht schnell genervt.

Die übertriebene Schwärmerei für Vampirromane ist sicherlich dem noch immer grassierenden Vampierboom in der Literatur- und Filmwelt geschuldet. Dennoch ist für den Leser nicht nachvollziehbar, wie ein doch irgendwie mit beiden Beinen im Leben stehendes Mädchen unserer Zeit hinter jeder Tür echte Vampire vermuten kann. Die geschilderten Charaktereigenschaften von Cat passen für mich nicht schlüssig zusammen.

Auch alle anderen Charaktere stellen eher eine bunte Mischung aus verschiedenen Zeitepochen dar.

Von echter Spannung kann ich leider im Zusammenhang mit diesem Buch nicht sprechen. Düstere unheimliche Szenen oder echte Geheimnisse sucht man als Leser vergebens. Von Schauerroman keine Spur. Es fehlt das gewisse Etwas, die feine Brise Ironie, die Jane Austen in ihren Geschichten versprüht.

Sicher handelt sich ein Autor bei einer Buchadaption Kritik ein, wenn er zu viel vom Original verändert. Im Fall von „Northanger Abbey“ hätte sich ein bisschen mehr Mut zum Risiko gelohnt, denn die Idee selbst finde ich noch immer sehr spannend.


Fazit:



Ich bin mit sehr großen Erwartungen an dieses Buch heran gegangen und wurde herb enttäuscht. Val McDermids Version reicht bei Weitem nicht an das Original heran.




Kimmy vergibt 3 von 5 Käseecken


Vielen Dank an BloggDein Buch für dieses Rezensionsexemplar.