Freitag, 29. Juli 2016

Rezension "Schweigen ist Goldfisch" von Annabel Picher - FISCHER Sauerländer Verlag


Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer; Auflage: 1 (25. Mai 2016)
Sprache: Deutsch
übersetzt von Susanne Hornfeck
ISBN-10: 3737353751
ISBN-13: 978-3737353755
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Silence is Goldfish
D: 16,99 Euro





Inhalt:


Reden ist Silber, Schweigen ist … auch keine Lösung. Denn Worte können zwar unendlich verletzen – aber sie können auch unendlich glücklich machen.

»Mein Name ist Tess Turner – dachte ich jedenfalls bis vor kurzem.
Und ja, ich habe eine Stimme, aber sie gehört nicht wirklich mir. Ich habe Dinge gesagt, um dazuzugehören, um meinen Eltern zu gefallen, um allen zu gefallen. Ich habe so getan, als wäre ich jemand, der ich gar nicht bin. Ich habe gelogen.
Dabei ist mir übrigens nie in den Sinn gekommen, dass alle anderen auch lügen könnten.
Die Lügen sind aber eigentlich gar nicht das Problem. Was wirklich weh tut, ist die Wahrheit: Sechshundertsiebzehn wahre Worte, die meine ganze Welt auf den Kopf stellen.
Und weil Worte so gefährlich sind – die gelogenen und die wahren – , habe ich beschlossen, sie nicht mehr zu benutzen.
Ich bin Pluto. Schweigend. Unerreichbar. Milliarden Meilen von allem entfernt, was ich zu kennen glaubte.«

Tess hatte nie das Gefühl, wirklich dazuzugehören. Als sie eines Nachts am Computer ihres Vaters die Wahrheit über ihre Herkunft erfährt – nämlich dass er eben nicht ihr Vater ist – weiß sie auch, warum das so ist. Sie ist Pluto, aber ihre Eltern wollten einen Mars. Oder wenigstens eine Venus.

Was soll Tess dazu noch sagen? Ihr fehlen die Worte. Und so schweigt sie. Schweigend sucht sie ihren richtigen Vater. Schweigend unterhält sie sich mit ihrem Plastikgoldfisch, Mister Goldfisch. Schweigend verliert sie ihre beste Freundin und findet einen neuen Seelenverwandten. Und sie gewinnt die allerwichtigste Erkenntnis überhaupt: nämlich, dass Schweigen Macht verleiht – aber Reden noch viel mehr.

Ein großartiges literarisches Jugendbuch mit einer ganz eigenen Atmosphäre und einer wundervollen Erzählerin, die mit ihren klaren und poetischen Worten mitten ins Herz jeder Leserin trifft.

Der neue Roman der Autorin von ›Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims‹ und ›Ketchuprote Wolken‹.
Quelle: Amazon



Die Autorin:


Annabel Pitcher verließ die Oxford University mit einem Abschluss in Englischer Literatur und dem festen Vorsatz, Kinderbuchautorin zu werden. Es folgten diverse andere Jobs, bevor sie sich ihren Wunsch erfüllte, die Welt bereiste und sich ganz aufs Schreiben konzentrierte. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Yorkshire, England.
Quelle: Amazon



Rezension:


"Seine Ängste kann man nur überwinden, indem man sich ihnen stellt. Wahrer Mut ist..."

Dieses Zitat aus dem Buch "Schweigen ist Goldfisch" beschreibt Tess ihre Situation sehr treffend.

Unsere Protagonistin entspricht nicht dem gängigen Schönheitsideal und muss sich täglich gegenüber bösartigen verbalen Attacken ihrer Mitschüler behaupten. Dabei leidet Tess unter einem großen Minderwertigkeitskomplex. Bisher ist es ihr ganz gut gelungen, sich mit einer fast stoischen Ruhe zu behaupten. 
Doch dann entdeckt sie zufällig ein Geheimnis, das ihre noch intakte familiäre Welt zum Einstürzen und sie selbst aus dem inneren Gleichgewicht bringt. 

Aufgrund ihres Naturells schafft sie es nicht, ihre Probleme anzusprechen. Enttäuschung und Selbstzweifel fressen sie auf. Schon immer recht introvertiert zieht sie sich in ihr Schneckenhaus zurück. Tess blockiert selbst ihre beste und bis dahin einzige Freundin. Gefangen in ihrer selbst gewählten Traumwelt, wird eine Taschenlampe in der Form eines Fisches zum einzigen Vertrauten. Tess spricht nicht mehr laut. Gespräche finden nur noch in ihren Gedanken statt. Dadurch isoliert sie sich noch mehr und findet selbst vorerst keinen Ausweg aus dieser Situation. 

Ein stummer und doch sehr lauter Hilfeschrei.

Tess ist kein einfacher Charakter. Sie ist vielschichtig, unsicher und ein kleines bisschen verdreht. Man muss ganz genau durch die Schichten ihres Schweigens hindurch zuhören, um dieses Mädchen zu verstehen. In ihren stummen Selbstgesprächen ergeben sich immer wieder tiefe Einsichten. Ihr Blick auf die Umwelt und ihre Mitmenschen verschärft sich. Nicht hinter jeder hübschen und zuvorkommenden Fassade findet sich das, was man erwartet.

Ich mochte Tess von Anfang an, aber bevor ich sie richtig in mein Herz geschlossen hatte, dauerte es.

Neben dem Titel hat mich das Cover von "Schweigen ist Goldfisch" sofort angezogen. 
Es gab vor einer Weile schon einmal ein Buch mit dieser Art von Fischen auf dem Cover beim Hanser Verlag - "Glück ist eine Gleichung mit 7" von Holly Goldberg Sloan. (Meine Rezension zu diesem Buch findet ihr hier). Jedoch unterscheiden sich die Aussagen beider Bücher voneinander.
Hier ist es nicht der Fisch, der gegen den Strom schwimmt, sondern der, der genau in die entgegengesetzte Richtung flieht, um den es geht. Die Botschaft ist klar und steht für Tess ihr komplettes Handeln.
Gelingt es Tess über ihren eigenen Schatten zu springen? Mut zeigt sich in ganz unterschiedlichen Formen. 

Nicht immer ist es mutig, gegen den Strom zu schwimmen. Manchmal muss man auch von allen wegschwimmen, um den richtigen Weg zu finden. 

Montag, 25. Juli 2016

Rezension "Jules" von Didier van Cauwelaert - C. Bertelsmann Verlag





Broschiert: 224 Seiten
Verlag: C. Bertelsmann Verlag (25. April 2016)
Sprache: Deutsch
übersetzt von Jochen Winter
ISBN-10: 3570102939
ISBN-13: 978-3570102930
Originaltitel: Jules
D: 14,99 Euro





Inhalt:


Zibal de Frèges ist ein genialer Wissenschaftler, dem die Scheidung den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Im Alter von 42 Jahren muss er deshalb am Pariser Flughafen Gebäck verkaufen. Eines Tages kommt Alice, eine schöne, blinde Frau, mit ihrem Hund Jules zu seinem Stand, um Macarons für sich und ihren Hund zu kaufen. Zibal verliebt sich Hals über Kopf in sie und will sie unbedingt wiedersehen. Er weiß allerdings nicht mehr von ihr, als dass sie nach Nizza fliegt. Dort hat sie eine Augenoperation – die gelingt. Was für sie ein großes Glück ist, macht ihren Hund depressiv, weil er nun nutzlos ist. Also gibt Alice ihn schweren Herzens weg. Doch Jules reißt aus und sucht bei Zibal Zuflucht. Das kostet Zibal Job und Wohnung. Mann und Hund sind abgebrannt und nun nur noch von einem Ziel getrieben: die junge Frau zu finden, die ihnen beiden das Herz gebrochen hat …


Quelle: Amazon



Der Autor:


Didier van Cauwelaert, Dramatiker, Drehbuchautor, Regisseur und Bestsellerautor, wurde 1960 in Nizza geboren und schreibt seit seiner frühen Jugend. Seine Romane, von denen bisher acht auf Deutsch erschienen sind, wurden mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet. Für Findelkind erhielt er 1994 den begehrtesten französischen Literaturpreis, den Prix Goncourt. Einige seiner Romane wurden verfilmt, darunter 2011 Unknown Identity mit Diane Kruger, Liam Neeson und Bruno Ganz. Seine Werke wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt.

Quelle: Amazon




Rezension:


Ich bin verliebt und habe einen neuen Freund an meiner Seite. Er heißt Jules, ist äußerst gewissenhaft, zielstrebig und vor allem ist er treu. Einen besseren Beschützer findet ihr nirgends.

Nein, ich gehe nicht fremd, denn Jules ist ein Hund. Nicht irgendein Hund! Er ist ein hoch sensibler und zuverlässiger Blindenführhund. Ohne ihn würde es dieses Buch nicht geben oder es wäre nur eine ganz nette Liebesgeschichte. Aber mit Jules entwickelt das Buch einen unvergesslichen Charme.
Verbunden mit dem einzigartigen französischen Flair, ein wunderbarer Wegbegleiter.

Ja, ich komme ins Schwärmen, doch Didier van Cauwelaert hat mit "Jules" mein Herz erobert.
"Jules" ist nicht nur ein Buch für Hundeliebhaber. Seine Geschichte hat mich berührt und das nicht nur, weil der eigentliche Held ein Hund ist. Auch die Menschen im Buch, denen das Leben nicht immer wohlgesonnen war, mochte ich mit allen Ecken und Kanten. Es sind Menschen wie Du und ich, mit allen großen und kleinen Fehlern, die wir auch in uns finden.
Wir erleben in diesem Buch viele Arten, in denen sich Liebe, Zuneigung und Freundschaft ausdrücken können. So auch den Großmut und die Uneigennützigkeit wahrer Liebe. Nicht auf besitzen ausgelegt. Nein, eher der Verzicht auf etwas sehr wertvolles, versteckt unter dem Deckmantel herber Gleichgültigkeit, versteckt hinter dem Schein von Selbstsucht.

"Jules" ist eine herzerwärmende Geschichte, die wir als Leser von drei Seiten aus betrachten dürfen.
Einmal schlüpfen wir in die Haut von Zibal, dann in die von Alice und letztendlich nehmen wir an der Gefühlswelt von Jules teil. Wir erleben Zuneigung, die Bösartigkeit der Menschen, treffen auf verrückt anmutend wirkende Persönlichkeiten, die Toleranz und Freigiebigkeit wahrer Liebe. 
Der Autor zeigt uns, wie viel Empathie und Intelligenz in unseren Tieren steckt. Wir begleiten Jules auf der Suche nach einem neuen Lebensinhalt und lernen, welche Begabungen in Hunden stecken. Instinkt und Treue sind ausschlaggebend, doch Jules besitzt noch so viel mehr. 

Mit einem seinem ganz besonderen französischen Charme und komödiantischen Einlagen, ist dieses Buch nicht nur einfach etwas fürs Herz, sondern bringt seine Leser ein ums andere Mal zum Lachen.
Ein Roman, der seine Leser rundum glücklich macht. 




Samstag, 23. Juli 2016

Rezension "LuCat" von Fylvia R. Schein - Amdora-Verlag







Taschenbuch: 430 Seiten
Verlag: Amdora-Verlag; Auflage: 1 (22. Februar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3946342205
ISBN-13: 978-3946342205
D: 10,99 Euro





Inhalt:


Die charismatische und selbstbewusste Catherine lernt bei einem Schulausflug den Indianerjungen Luke kennen und beide verlieben sich Hals über Kopf ineinander. Auf Luke lastet aber eine schwere Bürde. Um seinem Stamm das Überleben zu sichern soll er einen reinrassigen Sohn zeugen. Nun soll er sich zwischen seinem Stamm und seiner Liebe entscheiden. Hat ihre junge Liebe eine Chance?
Quelle: Amazon


Die Autorin:



Rezension:

Indianer, die Weite der Prärie und die unzähligen damit verknüpften Mythen und Legenden haben mich bereits als kleines Mädchen fasziniert. Winnetou war mein absoluter Traumindianer.
Jedoch entspricht die Realität nicht immer unseren Träumen. Und es ist auch heute nicht unproblematisch, wenn ein normales weißes Mädchen und ein indianischer junger Mann, der noch dazu bestimmt ist, der nächste Häuptling zu werden, aufeinander treffen und sich verlieben. Natürlich ist dies auch der Stoff für eine spannende Liebesgeschichte. Genügend Konfliktpotential ist vorhanden und die Autorin hat auch noch einige interessante Ideen mit eingeflochten.

Das Buch ist in einem recht einfachen, leichten Stil geschrieben. Wir verfolgen die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Cat und Luke. So gibt es zwar hin und wieder einige Wiederholungen, aber als Leser bekommt man einen sehr runden Blick auf die Ereignisse. Die handelnden Personen werden recht charismatisch beschrieben.

Dennoch zeugt die gesamte Handlung von zu wenig Mut in der Umsetzung. Letztendlich folgen die Protagonisten dem einfachsten Weg. Auch bei der Ausgestaltung des Endes wurde mir ein zu einfacher Ausweg gewählt.
Gleichzeitig ergaben sich beim Lesen für mich Widersprüche im Verhalten der einzelnen Personen. Die Charaktere und ihre gezeigten Handlungen sind für mich nicht stimmig. Dies trifft besonders auf Cat zu. Ihr Verhalten ist an vielen Stellen oft übertrieben und unrealistisch dargestellt. Einerseits erleben wie sie als ein recht mutiges Mädchen, auf der anderen Seite bricht sie bei der kleinsten Belastungsprobe zusammen.

Ich empfand LuCat als eine nette Liebesgeschichte, aber leider nicht mehr. Man spürt zwar das Herzblut der Autorin zwischen den Zeilen, doch es fehlt an der richtigen Umsetzung.
Der Spannungsbogen bricht immer wieder zusammen und so wurde der Lesefluss mehrfach gehemmt.

Wer eine Geschichte ohne großen Anspruch sucht, ist hier gut aufgehoben. Für mich ist LuCat leider eine Geschichte, die sehr viel mehr hätte sein können und viel Potential verschenkt bzw. vorhandene Ressourcen nicht nutzt.




Montag, 18. Juli 2016

Rezension "Das muss Liebe sein - 54 ½ Pflegetipps für die glückliche Ehe" von Katja Kessler - Bastei Lübbe




Broschiert: 352 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Ehrenwirth) (13. Mai 2016)
Sprache: Deutsch
Illustrator: Peter "Bulo" Böhling
ISBN-10: 3431039464
ISBN-13: 978-3431039467
D: 14,99 Euro





Inhalt:


"Bevor du heiratest, halte beide Augen offen.

Danach drücke mindestens eines zu!"
Wer heute in Deutschland vor den Traualtar tritt, wird mit 35-prozentiger Wahrscheinlichkeit in den nächsten 25 Jahren geschieden. Nur mal angenommen, Sie gingen zu Douglas, dort gäbe es eine Zaubercreme gegen Falten. Allerdings würde die Verkäuferin Sie warnen: "Diese Creme macht mit 35-prozentiger Wahrscheinlichkeit, dass Ihnen in den nächsten 25 Jahre die Nase abfällt." Würden Sie diese Creme dennoch kaufen?
Ganz bestimmt nicht!
Werden Sie mit dem gleichen Risiko dem Mann, den Sie lieben, das Jawort geben?
Ganz bestimmt!
Gratulation. Richtig so!
Verlobt, verliebt, verheiratet - und dann? Bestseller-Autorin Katja Kessler weiß Rat. Hier ihre 54 ½ ultimativen Tipps, um es mit Mr. oder Mrs. Right bis ins Seniorenstift zu schaffen. Saukomisch, wissenschaftlich fundiert, noch nie gehört. Mit vielen persönlichen Anekdoten. Was ist wichtig im Rausch der Gefühle? Was auf der Langstrecke? Und was, wenn es mal heißt: Tausche Brautkleid gegen Pistole?
Mit hinreißenden Illustrationen von Kultzeichner und "Clap"-Herausgeber Peter "Bulo" Böhling.
Quelle: Amazon




Die Autorin und Mitwirkende:


Dr. Katja Kessler, geboren 1969 in Kiel, ist Zahnärztin, Journalistin und Spiegel-Beststeller-Autorin (Frag mich Schatz, ich weiß es besser! Dieter Bohlens Nichts als die Wahrheit, Silicon Wahnsinn, das Mami Buch). Sie lebt mit Mann und vier Kindern in Potsdam. Für ihre hinreißend witzige Schreibe wurde sie u.a. ausgezeichnet mit Goldener Feder, Preis für Lebensfreude und Leading Ladies Award. Nach dem Riesenerfolg des Mami-Buchs (das in 13 Sprachen übersetzt wurde) schreibt sie jetzt den fundierten, witzig-spritzigen Wissenschafts-Ratgeber zum Thema: Glücklich in der Ehe - obwohl du einen Mann geheiratet hast!


Peter "Bulo" Böhling, 1971 in München geboren, ist Kult-Illustrator und Herausgeber der Zeitschrift "Clap". Er studierte Philosophie und Soziologie in München, wechselte dann als Texter in die Werbung und landete schließlich im Journalismus. Neben seinen Buchprojekten - Schimpfen wie ein alter Römer, Ich werde mich freien von Sie zu huren!, Udo ist weg - entwickelt er Magazine und berät Unternehmen in Marketingfragen.
Quelle: Amazon



Rezension:


Das Cover ist ein Hingucker und macht direkt neugierig auf den Inhalt. Wer Katja Kessler von anderen Büchern her kennt, weiß was ihn erwartet und wird nicht enttäuscht. 

Gewohnt kurzweilig, mit viel Witz und Ironie führt uns die Autorin an das Eheleben heran und hindurch. Gespickt mit Anekdoten, fällt es ihr nicht schwer, auch das eigene häusliche Umfeld mit einem Augenzwinkern zu betrachten und das ein oder andere Mal auf die Schippe zu nehmen.
Untermalt werden ihre Ausführungen von Statistiken, Gesetzestexten und passenden Zitaten.
In einer Art Merkkästchen werden die wichtigsten Eckpunkte noch einmal zusammengefasst. Somit erhalten wir den äußerlichen Anschein eines seriösen Ratgebers. Aufgelockert wird das Ganze von treffenden Zeichnungen mit Schmunzelgarantie.

Auch wenn dieses wortwitzige Sachbuch mit Augenzwinkern zu betrachten ist, steckt doch in manch kurios anmutender Weisheit ein Krümelchen Wahrheit. Dabei ist das Buch wohl eher an uns Frauen gerichtet. Lesende Männer sollten ein dickes Fell und eine große Portion Humor mitbringen, da sie oft nicht so gut davonkommen. Aber nicht vergessen, dieses Buch soll amüsieren und den Alltag etwas beiseiteschieben. Also, nicht alles zu ernst nehmen.

Das Buch selbst in drei Teile untergliedert, wobei es immer wieder Überschneidungen und auch die ein oder andere Wiederholung gibt.
Ich empfehle, es nicht in einem Stück zu lesen, da sich sonst eine Art Routine einschleicht und man als Leser abstumpft. Auch können die einzelnen Abschnitte unabhängig voneinander bzw. querbeet gelesen werden.

Eine spaßige Abwechslung für humorvolle Leser.

Freitag, 15. Juli 2016

Rezension "Bruder Wolf" von Carla Maia de Almeida - FISCHER Sauerländer Verlag



Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer; Auflage: 1 (25. Februar 2016)
Sprache: Deutsch
António Jorge Gonçalves (Illustrator), Claudia Stein (Übersetzer)
ISBN-10: 3737353603
ISBN-13: 978-3737353601
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
Originaltitel: Irmao Lobo
D: 14,99 Euro





Inhalt:


Wenn man fünfzehn ist, sind sieben Jahre fast das halbe Leben. So lange ist es her, dass Bolotas Kindheit jäh endete. Dass in jenem Sommer alles außer Kontrolle geriet, weiß Bolota mit Sicherheit, warum und wie genau das passierte, jedoch nicht. Ihre Erinnerungen sind Bruchstücke. Da war die Autofahrt mit ihrem Vater zum Haus der Großeltern. Die Rückfahrt durch den Wald. Das Feuer, das immer näher kam. Der Vater, der Hilferufe hörte und in die Flammen lief. Und da war plötzlich ihr Hund, der aus dem Nichts neben dem Wagen auftauchte und ihr beistand – ihr Bruder Wolf.


Mit zweifarbigen Bildern des preisgekrönten Illustrators Jorge António Goncalves
Ausgewählt für den White Ravens Katalog
Quelle: Amazon



Die Autorin:


Carla Maia de Almeida wurde 1969 in Matosinhos, Portugal, geboren. Sie ist Journalistin, Autorin und Übersetzerin und schreibt u.a.für die Fachzeitschrift für Kinder- und Jugendliteratur »LER«. Carla Maia de Almeida lebt in Portugal.


›Bruder Wolf‹
- ausgewählt für die Deutschlandfunk-Bestenliste »Die Besten 7«
Quelle: Amazon




Rezension:


Zur Leipziger Buchmesse habe ich Bini von Literatwo (hier findet ihr auch einen tollen Artikel zum Buch) erzählt, dass ich Wölfe liebe. Sie hat sich dies gemerkt und mich kurz darauf mit diesem wundervollen Buch überrascht. Danke Liebes, dass ich Bolota und Bruder Wolf kennenlernen durfte.

"Bruder Wolf" ist wie für mich geschrieben. Es packte mich, wie eine Wolfsmutter ihr Junges im Genick und hielt mich sicher bis zur letzten Zeile. Doch lasst Euch vom Titel nicht täuschen. Es ist kein Buch über Wölfe, jedenfalls nicht im Sinne des Wortes. 

Manchmal ist das Leben wie ein Wolf. Es nimmt sich, was es braucht, gibt aber genauso viel wieder zurück, wenn man es zulässt.

Bolotas Leben geriet sieben Jahre zuvor aus dem Ruder. Nur Bruchstücke von dem, was damals geschah, tummeln sich in ihren Gedanken. Das Buch sammelt für uns und Bolota nach und nach alle Einzelteile auf und setzt diese Stück für Stück wieder zusammen. Dabei wechselt die Autorin zwischen den Zeiten und lässt uns die Geschichte aus Bolotas Sicht erleben. 

Nehmt Euch die Zeit und lernt ein starkes, fantasievolles Mädchen kennen. Sie gibt Ihrer Familie, Freunden und Tieren besondere Namen. Ich habe mich stellenweise wie in einer mythischen Indianergeschichte gefühlt. Dabei charakterisieren die Fantasienamen die jeweilige Person perfekt. 
Es ist eine Erzählung über gesellschaftliche Probleme und deren Auswirkungen, Träume, der Suche nach Antworten und großer Stärke.

Nach und nach zerbricht Bolotas heile Welt. Auf dem Weg durch ihre Erinnerungen erleben wir gemeinsam mit ihr die Höhen und Tiefen des Lebens aus der Sicht eines achtjährigen Kindes. 
Die gesellschaftlichen Hintergründe sind wichtig für das Verständnis, stehen aber nicht im Vordergrund der Handlung. Nein, es ist die Suche, die Suche nach Antworten darauf, was in jener Nacht vor sieben Jahren geschah und dem warum.

Die Seiten sind farbig abgesetzt. Die blauen Seiten stehen für die Personen, die für Bolota wichtig sind und erklären die allgemeine Entwicklung der Ereignisse. Auf den weißen Seiten werden wir mitgenommen auf eine Reise in einen neuen Lebensabschnitt, verbunden mit Wünschen, Träumen und verlorenen Erinnerungen. Und dann ist da noch der Abschnitt mit den wenigen schwarzen Seiten, auf denen Bolota am Rand ihrer verdrängten Erinnerungen wandelt und die uns von ihrem größten Verlust erzählen.

Das Cover ist für mich ein passendes Sinnbild, welches den Anfang und das Ende von "Bruder Wolf" sehr gut einfängt. Mit vielen einfachen, dafür sehr ausdrucksstarken Bildern unterlegt, ist es eine intensive, berührende Geschichte. Es ist ein Jugendbuch mit einer tiefgehenden poetischen Bildsprache, die noch lange nachhallt.






Dienstag, 12. Juli 2016

Kinder kreativ - Rosa Schweinchen basteln - kinderleicht

Wenn Kind 2 (gerade 8 geworden) ihrer Kreativität freien Lauf gibt, dann bekommt Mama einen neuen Stiftehalter.





Materialien:

  • 6 Einwegbecher - farblos
  • Pappe
  • Papier
  • Klebeband
  • Strickreste
  • Geschenkband
  • Wasserfarben und Pinsel


Anleitung:


Fünf Becher sowie die Pappe mit Wasserfarbe bemalen.
Vier Becher als Füße verwenden, Pappe entsprechend zuschneiden und mit Klebestreifen als Rumpf an den "Beinen" befestigen.
Einen Becher mit Papier, Wasserfarbe und den Strickresten zum Schweinchenkopf gestalten und am Rumpf befestigen.



Nun auf dem Rücken einen unbemalten Einwegbecher befestigen. Dieser dient als Stifteköcher.



Zum Schluß das Geschenkband gräuseln und als Schwanz an der der Pappe befestigen - fertig.






Montag, 11. Juli 2016

Buchiger Lesesommer in Bella Italia



Warum vergehen zwei Wochen Sommerurlaub nur immer so rasant?
Ihr kennt das sicher. Erst wartet man das ganze Jahr auf den Traumurlaub und dann ist er auch schon wieder vorbei. Doch die Erinnerungen bleiben und geben Kraft für das, was das weitere Jahr bringt.

Wir haben wundervolle erholsame Tage in einem festen Mobilhome auf einem Campingplatz in Grado, Italien verbracht.



Neben tollen Ausflügen nach Venedig und die nähere Umgebung hieß es in diesem Jahr einfach nur Akku auftanken, die Zeit mit der Familie am Strand genießen und natürlich jede Menge Muscheln sammeln.

Also, wer Ideen für schöne Basteleien kann mir gern ein paar Anleitungen schicken.

Meine Lieben haben mir auch ganz viel Freiraum zum Lesen eingeräumt und ich bin selbst etwas erschrocken darüber, wie viele Buchseiten ich in diesen Tagen verschlungen habe. Dabei hatte ich meine Büchertasche zwar gut bestückt, aber nicht im Traum daran gedacht, wirklich alle Bücher auch zu lesen. Ich wollte ursprünglich nur eine bunte Auswahl für alle möglichen Stimmungen mitnehmen.
Dieses Mal war es ein buntes Gemisch aus Buchgeschenken, selbst gekauften Büchern und Rezensionsexemplaren.



Da ich dummer Weise meine Post-it´s vergessen hatte, musste ich mir mit kleinen Notizzetteln aushelfen bzw. einfach nur das Lesen genießen. Jetzt heißt es Gedanken sammeln, verarbeiten und aufarbeiten.

Nebenbei habe ich mir auch einen großen Wunsch erfüllt und das Archäologiemuseum in Aquileia besucht.



Ich liebe Ausgrabungsstätten und Archäologie mit alle den noch ungeklärten Geheimnissen der Vergangenheit. Gerade in Aquileia gibt es ganz viel zu entdecken und momentan laufen an zwei weiteren Punkten neue Ausgrabungen. Allerdings kann man noch nicht wirklich etwas an den neuen Fundorten erkennen.




Aber ich habe auch wieder eine interessante Erkenntnis gewonnen.
Seit einiger Zeit lieben es die Kinder, Loombänder zu basteln und auch wir Erwachsenen haben unseren Spaß dabei. Dabei handelt es sich aber gar nicht um eine Erfindung unserer Neuzeit.
Nein, die alten Römer haben diese Flechttechnik bereits weit vor unserer Zeitrechnung angewandt.
Schaut mal.





So, jetzt gehe ich noch etwas Stöbern und schaue mal, was sich rundherum in den letzten beiden Wochen so ereignet hat.