Samstag, 29. Oktober 2016

Benedict Wells auf der Erfurter Herbstlese 2016 - "Vom Ende der Einsamkeit"


Bereits zum Auftakt der diesjährigen Herbstlese war sein Buch "Vom Ende der Einsamkeit" ein polarisierendes Thema. Die Gefühle und Meinungen schwankten zwischen anregend, euphorisch bis hin zu arger Kritik. Das literarische Quartett war sich bei diesem Werk einmal wieder nicht ganz Eins. (nachzulesen hier).


Heute war Benedict Wells persönlich auf der Herbstlese im Erfurter Hugendubel anzutreffen.

Doch wie muss man sich einen Ausnahmeautor vorstellen, der bereits mit 19 Jahren seinen ersten Bestseller veröffentlicht und nun bereits mit dem vierten Buch umfassende Erfolge feiern darf?

Benedict Wells ist ein natürlicher, sympathischer und bei allem Erfolg bescheiden gebliebener Mensch, der mit frischen Elan und jungenhaften Charme sein Publikum einzufangen weiß. Dabei vereint seine Leserschaar mehrere Generationen miteinander. 


Während der Lesung durften wir sogar eine Gesangseinlage von „Moon River“ genießen.





"Es gibt Dinge, die ich nicht sagen sondern nur schreiben konnte. Denn wenn ich redete, dann dachte ich, und wenn ich schrieb, dann fühlte ich."



Gefühle sind ihm wichtig, Authentizität. Und genau das ist es, was seine Werke ausmacht.
Auffallend ist, dass Benedict Wells sehr viel in Metaphern spricht, gerade so, wie man ihn auch beim Schreiben erlebt. Er bedient keine Klischees. In seinem Buch finden sich tiefgehende Charakterstudien. Seine Protagonisten sind klar gezeichnet und wir erleben als Leser die komplette Bandbreite an Gefühlen, die das Leben mit sich bringt. Ein literarisches Paket, bei dem Lesen und Gefühlserleben Hand in Hand gehen. 

„…Das Heilmittel für Einsamkeit ist Geborgenheit, nicht wahlloses Zusammenleben…“


Benedict Wells schreibt aus einem inneren Drang heraus. Ungeduldig beginnen die Geschichten aus ihm herauszusprudeln und müssen im Nachhinein gestutzt, erweitert oder komplett umgeschrieben werden, bis wir das vollendete Buch in den Händen halten dürfen. 


Ist der Anfang geschafft und die ersten Sätze füllen das weiße Papier, schreibt es sich für ihn fast wie von selbst. Das Ende ist das ultimativ Wichtigste an seinen Romanen. An diesem wird eigentlich nie etwas geändert. Dazwischen können schon einmal komplette Kapitel ausradiert werden, wenn diese den Handlungsstrang stören bzw. unpassend erscheinen. Da werden aus 800 geschriebenen Seiten auch ganz fix 355 Seiten geballte Power.

Einen Studienabschluss hat der Autor nicht, doch das Wagnis, sich in ein unbestimmtes Autorenleben zu stürzen, ist ihm mit Bravour gelungen. Hierfür gab es am gestrigen Abend eine sehr schöne und passende Einleitungsrede von Monika Rettig, welche Benedict Wells sehr gern an sein 19jähriges ICH geschickt hätte. 




Er ist Realist und betont, dass er sehr viel Glück in seiner bisherigen Schreiblaufbahn hatte. Zu verdanken ist dies vor allem zwei Menschen – seinem Agenten und seinem Verleger. Können allein ist beim Schreiben gar nicht wichtig findet er. Ein starker Wille und Durchhaltevermögen sind für ihn Wegbestimmend. 

…Manchmal bedeutet ein Buch zu schreiben, einen Turm aufzubauen, sich zu trauen, Teile oder das komplette Objekt abzureißen, zu sehen, ob die verbliebenen Elemente halten und den Turm in einer verbesserten Form neu zu errichten.. (frei nach Benedict Wells)

Bei „Vom Ende der Einsamkeit“ hat sich der Autor erstmalig getraut, nicht alle Energie komplett in den Anfang der Geschichte zu packen, sondern sich alles über 10 Kapitel hinweg langsam entwickeln und zum Ende hin Fahrt aufnehmen zu lassen. Ein Versuch, den man nur als gelungen bezeichnen kann. Auch hat er sich zum ersten Mal die Zeit genommen, sein Werk über ein Jahr hinweg zu überarbeiten. Dabei erstreckte sich die Entstehungsdauer und Vollendung dieses vierten Buches über sieben lange Jahre hinweg. 




Doch auch die Protagonisten im Buch nehmen uns mit auf ihren Entwicklungsweg, der sogar eine Zeitspanne von 35 Jahren umfasst. 
Aus der Grundidee einer Liebesgeschichte, verselbständige sich diese im Laufe von vier bis fünf Jahren, Marty ergänzt die ursprünglich zwei geplanten Geschwister und natürlich fließt auch die persönliche Weiterentwicklung des Autors in die Geschichte mit ein. So kann er auf 13 Jahre Internatserfahrung und Beobachtungen während der Schulzeit zurückblicken, wodurch seine Beschreibungen in „Vom Ende der Einsamkeit“ ihre Authentizität erlangen. Dabei hat Benedict Wells persönlich nur positive Erinnerungen an seinen Internatsaufenthalt. 
Für die eigentlichen Personen der Geschichte gibt es allerdings keine realen Vorbilder. Diese entspringen seiner Fantasie.




Noch immer irritiert ihn der riesige Erfolg seiner Bücher. Im Moment ist das, was um ihn herum geschieht für Benedict Wells nicht greifbar und er schätzt, dass es auch in zwei Jahren nicht anders sein wird. Ist er doch innerlich ein ganz normaler Typ in Berlin, der eben schreibt. 

Erinnerungen sind ihm wichtig und sich seine Empfindsamkeit zu bewahren. Er möchte kein „Arsch“ sein und sich selbst nicht zu wichtig nehmen. Seine Träume bezeichnet er momentan als übererfüllt, was sich hoffentlich noch lange Zeit fortsetzt.




Der Autor mag keine Talkshows, ist dafür aber sehr nah an seinen Lesern. Für Gespräche, Fotos und Signierwünsche nimmt er sich viel Zeit. 

Zum Glück gehen Benedict Wells die Ideen nicht aus. Ein fünftes Buch ist in Arbeit. Es wird um den „Sommer mit 16“ gehen. Die neuen Protagonisten und Ereignisse schwirren bereits in seinem Kopf herum und begleiten ihn während der Fahrten zu seinen aktuellen Lesungen.


Ich hoffe, wir dürfen das Ergebnis dieses Kopfkinos bald in den Händen halten.


















Donnerstag, 27. Oktober 2016

#mädelswaldtour - Cocktailparty! - Tag 2 unserer Blogtour zu "Im dunklen dunklen Wald" von Ruth Ware - dtv Verlag



Cocktailparty!


Willkommen zum zweiten Tag unserer Blogtour!

Ihr liebt Thriller und habt keine Angst, mit uns in die Tiefen des Waldes vorzudringen? Dann folgt uns in den nächsten Tagen. Alles beginnt mit der Einladung zu einer Party zum Junggesellinnenabschied. Ein tödliches Spiel beginnt....

Was gehört zu einer gelungenen Party zum Jungesellinnenabschied? 

Sicher dürfen dabei alkoholische Getränke z. B. leckere Cocktails nicht fehlen. 


Ich habe für Euch ein paar Rezepte herausgesucht, die Ihr gern auch zu anderen Gelegenheiten ausprobieren könnt. Doch vergesst nicht, genügend Wasser und Knabbereien bereit zu stellen, damit die hochprozentigen Mixturen nicht gleich auf den Magen schlagen. Für diejenigen, die aus verschiedenen Gründen keinen Alkohol trinken können bzw. mögen, ist auch etwas dabei.



Maracuja-Sekt-Schorle

Maracujasaft
Pfefferminzblätter
Granatapfelkerne
Sekt oder Wasser mit Kohlensäure

Mengen - je nach Geschmack.

Alles je nach Geschmack zusammen in ein Glas geben.



Wackelpudding mit Schuss

1 Päckchen Götterspeise
250 ml Wodka

Die Götterspeise mit der Hälfte der benötigten Wassermenge und dem Wodka nach Packungsanleitung zubereiten. Flüssigkeit in kleine Schnapsgläser füllen und am besten über Nacht im Kühlschrank kalt stellen. Mit einem Schuss Vanillesoße servieren.

Verschieden Götterspeiseschichten verleihen dem Ganzen noch einmal eine interessante Optik.

Für die alkoholfreie Variante Götterspeise ohne Wodka gemäß Packungsanleitung zubereiten.



Pina Colada

6 cl weißer Rum
10 cl Ananassaft
4 cl Cream of Coconut)
2 cl Schlagsahne
3–4 Eiswürfel
1 Ananasscheibe und 1 Cocktailkirsche zum Verzieren


Rum, Ananassaft, Kokosnusscreme, Sahne sowie Eiswürfel kräftig shaken, in ein Glas geben. 
Mit Ananasscheibe und Cocktailkirsche verzieren.




Pink Lady

4 cl Gin
2 cl Zitronensaft
1 cl Grendinsirup

Alles im Shaker gut durchschütteln, nach Bedarf Eiswürfel hinzugeben und im Martiniglas servieren.



Frucht-Limes (für ca. 1 Liter)

500 g frische Früchte (es geht aber auch mit gefrorenen Früchten)
200 g Zucker
130 ml Wasser
200 g Zitronensaft
250 ml Wodka

Wasser und Zucker im Topf kurz aufkochen und anschließend etwas abkühlen lassen. Früchte pürieren. Das kalte Zuckerwasser mit Zitronensaft, Wodka und pürierten Früchten verrühren.


Swimming Pool

6 cl Ananassaft

2 cl Sahne
1 cl Blue 
Curaçao
2 cl weißer Rum
2 cl Wodka
2 cl Cream of Coconut


Alle Zutaten außer Curaçao blue im Shaker schütteln. Nach Bedarf Eiswürfel hinzugeben. Flüssigkeit durch ein Barsieb in ein mit 3-4 EL zerstoßenem Eis gefülltes 
Longdrinkglas geben. Den Curaçao blue über den Drink laufen lassen. Gläser mit Ananasstückchen und einer Cocktailkirsche mit Stiel dekorieren.




Ich hoffe, es waren ein paar Ideen für Euch dabei.

Alle Cocktails könnt Ihr mit passenden Säften oder Wasser anstatt den alkoholischen Zutaten zubereiten.

Prost!


Gewinnspiel:

Bei der #Mädelswaldtour könnt ihr durch die tolle Unterstützung vom dtv Verlag ein Exemplar von Ruth Wares „Im dunklen, dunklen Wald gewinnen – und das müsst ihr dafür tun:

Auf allen 6 Stationen sind 4 Buchstaben, bzw. einmal 3 Buchstaben, im Text farbig markiert.
Diese ergeben in die richtige Reihenfolge gebracht das Lösungswort (23 Buchstaben), welches per Mail an schmidt.anja73@gmail.com bis einschließlich 31.10.2016, 23.59 Uhr geschickt werden sollte und euch mit viel Glück das Exemplar von „Im dunklen dunklen Wald“ beschert.

Teilnahmebedingungen

-Wer darf teilnehmen? Minderjährige nur mit Erlaubnis der Eltern, nur Teilnehmer aus Deutschland. Teilnehmer aus dem      Ausland sind ebenfalls zugelassen, sofern diese das Porto selbst tragen.
- Die Gewinner werden ausgelost und stimmen durch ihre Teilnahme zu, namentlich auf den teilnehmenden Blogs genannt    zu 
werden.
- Die Verlosung beginnt am 26.10.2016 und endet auch am 31.10.2016 um 23:59 Uhr.
- Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
- Eure Daten werden ausschließlich für das Gewinnspiel und den Versand benutzt und danach gelöscht.
- Eine Haftung für den Versand ist ausgeschlossen.
- keine Barauszahlung möglich
- Meldet sich der Gewinner auf unsere Nachricht nicht innerhalb von 7 Tagen nicht, wird neu ausgelost.


Der Gewinner wird am 01.11.2016 gezogen und veröffentlicht, bzw. bekommt dann auch eine entsprechende Mail mit der Bitte um Angabe seiner Anschrift.



Wer verbirgt sich hinter unserer Mädelswaldtour


Unter den nachfolgenden Links könnt Ihr unsere Blogs besuchen, in den Beiträgen stöbern und natürlich die Blogtour weiterverfolgen.


Ronja von der Bücherstöberecke

Anja von Zwiebelchens Plauderecke

Sabine von Nivilersum

Pauli in Begleitung ihres Frauchens Yvonne von Lesende Samtpfote, gemeinsam mit Julia von Ruby´s Cinnamon Dreams

Eva von Scattys Bücherblog


Heike von Irve liest


Dienstag, 18. Oktober 2016

Die Gewinnerin unserer Blogtour zu "Engel der Themse" steht fest!

Es ist soweit, Sandra Thoms vom Dryas Verlag hat unter all den tollen Kommentaren, die Ihr uns während der Blogtour hinterlassen habt, ausgelost.




Ich möchte es auch kurz machen und Euch gar nicht weiter auf die Folter spannen.

Gewonnen hat:


BARBARA SCHULZE

Herzlichen Glückwunsch!

Bitte sende Deine Anschrift an Marie Lanfermann unter vielleserin@live.de, damit sie diese direkt an den Verlag weiterleiten kann.

Dein Gewinn macht sich gleich nach der Frankfurter Buchmesse auf den Weg zu Dir.


Sonntag, 16. Oktober 2016

Erfurter Herbstlese 2016 - Sport für die Lachmuskeln mit Andrea Sawatzky

Bereits fünfzehn Minuten nach Verkaufsstart war die Lesung für den 15.10.2016 mit Andrea Sawatzky ausverkauft. Ein wiederkehrendes Phänomen, welches aber auch sehr hohe Ansprüche an den Abend weckt.




Von Druck oder Aufregung war bei der sympathischen Autorin allerdings nichts zu spüren. Souverän und mit trockenem Humor stellte sie uns den dritten Band über die Familie Bundschuh vor.
Nachdem wir bereits mit den Buntschuhs im Urlaub waren und das weihnachtliche Chaos überstanden haben, gilt es nun eine Hochzeit zu feiern. Doch die zukünftige Schwiegertochter nebst Familie passt so gar nicht in das kleinbürgerliche Bild. Als Leser darf man sich wieder auf ein liebenswert chaotisches Miteinander freuen. Sprachbarrieren scheinen da nur das kleinste Übel auf dem holprigen Weg der Familienerweiterung.





Der Abend war geprägt von vielen Leseausschnitten aus "Ihr seid natürlich eingeladen". Hier kam das schauspielerische Talent von Andrea Sawatzky voll zum Tragen. Spätestens nach der Lesung war es für die Besucher ein MUSS, das Buch mit nach Hause zu nehmen, um die turbulenten Erlebnisse der Familie Buntschuh weiterverfolgen zu können.




Wer von der chaotisch liebenswerten Familie nicht genug bekommen kann, darf sich nach den ersten beiden Bänden auch auf eine Verfilmung des dritten Teiles freuen.




Moderiert wurde der Abend von Christiane Weber vom mdr. Eine wirkliche Interaktion mit Andrea Sawatzky ergab sich leider kaum, was vielleicht an der Art der Fragestellungen lag. 
Die Autorin wich geschickt den gestellten Fragen aus. Mit dem ihr eigenen Witz umschiffte sie immer wieder die Klippen der direkten Beantwortung, was das Publikum dennoch amüsierte. Sie erzählte viel und sorgte für Lachtränen, lies sich aber gleichzeitig nicht dazu verleiten, aus dem Nähkästchen zu plaudern.



So die Frage nach ihrer realen Inspiration für die Figur des Geralds. Eine für sie wahrlich gefährliche Frage, da sich dieser Charakter wohl aus mehreren Vorbildern zusammensetzt. Wir müssen uns mit der Aussage, sie habe sich Gerald zusammengebastelt zufrieden geben. Dagegen scheint sie Rose von allen Charakteren am meisten zu inspirieren. Und ja, es existiert eine Person im Buch, die einem ihrer Familienmitglieder sehr ähnlich ist. Wem, dass wollte uns Andrea Sawatzky allerdings nicht verraten.




Es ist bereits die vierte Herbstlese zu der die Autorin in Erfurt zu Gast ist. Eine Wiederholungstäterin also. Ihr nächstes Buch wird ein Psychothriller, da sie die gerade herrschende Witterung hierzu extrem inspiriert. Vielleicht sehen wir Andrea Sawatzky ja im nächsten Jahr erneut zur Herbstlese mit diesem Buch. Sie komme sehr gern immer wieder.





Wer Andrea Sawatzky in Aktion erleben möchte, sollte am 20.10.2016 die Verfilmung "Zwei verlorene Schafe" im ZDF nicht verpassen.




Eine kleine Begebenheit am Rande:

Ich habe das Glück, zu allen Veranstaltungen der Erfurter Herbstlese, die ich besuchen darf, eine Platzreservierung zu bekommen.

Gestern nun waren wir auf der Suche nach diesen speziellen Plätzen, die sich in der Regel in der ersten bis dritten Reihe befinden. Nirgends waren Platzreservierungen mit meinem Namen zu finden. Beim dritten Versuch nun, lagen plötzlich auf zwei eingerückten Plätzen der dritten Reihe die Platzkarten. Recht ungewöhnlich, da im Normalfall die äußeren Sitzplätze dafür vorgesehen sind.
Meine Freundin und ich hatten das mysteriöse Verschwinden und Auftauchen von Platzkarten allerdings bereits bei vorherigen Veranstaltungen beobachten können und schüttelten nur den Kopf.
Da ich wegen einer anderen Sache bereits verstimmt war, diskutierten wir noch eine Weile hierüber.

Wenige Minuten später wandte sich eine ältere Dame vertrauensvoll an meine Freundin. Sie hätte die Platzkarten weggenommen und später verrückt, da sie mit ihrem Tablet vom äußeren Sitz der Reihe besser fotografieren könne und auf den anderen Plätzen zu schräg zur Bühne gesessen hätte.
Ihr Mann saß derweil noch in der ersten Reihe und besetzte zwei Plätze, da er sich nicht traute, sich zu ihr zu setzen. Sie bot uns die Plätze in der ersten Reihe an, die wir natürlich sehr gern annahmen.
Am Ende haben wir platztechnisch von dieser Situation profitiert. Dennoch bin ich noch immer am Kopfschütteln über die, ich möchte es einmal naive Dreistigkeit nennen, da sie es nicht wirklich böswillig tat. Ich wäre jedenfalls nicht einmal Ansatzweise auf eine solche Idee gekommen oder hätte mich getraut dies zu tun.

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Rezension "Zweimal mitten ins Herz" von Sarah Saxx - Books on Demand


    Taschenbuch: 240 Seiten
    Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (31. August 2016)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3741255661
    ISBN-13: 978-3741255663
    D: 8,99 Euro
    eBook: 2,99 Euro





    Inhalt:


    Hazel ist fassungslos und zutiefst verletzt, als ihre große Liebe Luca ihr seinen Seitensprung gesteht. Da hilft es auch nicht, dass er ihn aufrichtig bereut – sie braucht Abstand. Kurzerhand zieht Hazel aus ihrer Heimat weg und nimmt einen Job als Masseurin im neuen Wooden Spa Hotel in Greenwater Hill an.
    Als sie dort den sympathischen Polizisten Dean trifft, der sich gleich mehrmals als Retter in der Not erweist, vergisst sie zum ersten Mal ihren Trennungsschmerz.
    Wird es Dean gelingen, ihre Wunden zu heilen? Doch auch Luca setzt alles daran, seinen Fehler wiedergutzumachen…
    Quelle: Amazon

    Die Autorin:


    Gleich mit ihrem Debütroman "Auf Umwegen ins Herz" landete Sarah Saxx einen E-Book-Bestseller und lebt seither ihren Traum: Leser mit romantischen Geschichten tief im Herzen zu berühren und dieses gewisse Kribbeln auszulösen. Die 1982 im Sternzeichen Zwillinge geborene Tagträumerin liebt Milchkaffee, wilde Achterbahnfahrten und Jazzmusik.

    Sarah schreibt, liebt und lebt in Oberösterreich und verbringt ihre freie Zeit am liebsten mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern.
    Quelle: Amazon



    Rezension:


    Was bedeutet es, jemanden von ganzem Herzen zu lieben? Ist es möglich, einen Seitensprung des Partners zu verzeihen, noch einmal einen gemeinsamen Neuanfang zu wagen?

    Ich möchte Euch heute nach Greenwater Hill einladen, um genau das zusammen mit Hazel herauszufinden. Es geht um Liebe, Vertrauen, Freundschaft, Enttäuschungen und Verzeihen. 
    Doch jemanden zu lieben kann ganz schön verzwickt sein, wenn das Herz gebrochen wurde. 
    Logisches Denken und Gefühle passen nicht immer so recht zueinander.
    Ob ich einen dermaßen großen Vertrauensbruch verzeihen könnte, ich glaube nicht...

    Ihr werdet Hazel und auch Dean mögen. Mit Luca schaut die Sache schon anders aus. Meine Gefühle ihm gegenüber sind auch nach Abschluss des Buches recht zwiespältig. Wie es Euch während der Geschichte geht, solltet ihr allerdings selbst herausfinden.

    Sarah Saxx besticht auch in diesem Roman mit einem lockeren Schreibstil und einer guten Portion Humor. Dabei schreibt sie sehr authentisch und einfühlsam. "Zweimal mitten ins Herz" lässt sich auch ohne Vorkenntnis der ersten beiden Bände aus der Greenwater Hill Reihe wunderbar lesen. 

    Ein Ausflug nach Greenwater Hill lohnt sich und ist eine wunderbare Ablenkung von dem momentan tristen Regenwetter.



Ein kleines Gewinnspiel gibt es heute auch:




Mit der lieben Unterstützung von Sarah Saxx, darf ich drei Lesezeichen 
zum Buch an Euch weitergeben. 
Hinterlasst mir einfach einen netten Kommentar bis zum 16.10.2016 
und schon landet Ihr im Lostopf.







Teilnahmebedingungen

  • Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
  • Der Versand erfolgt nur innerhalb Deutschland, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
  • Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
  • Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass man im Gewinnfall  als Gewinner öffentlich genannt werden darf.
  • Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal an dem Gewinnspiel teilnehmen. Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen.
  • Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
  • Das Gewinnspiel endet am 16.10.2016 um 23:59 Uhr.







Montag, 10. Oktober 2016

Rezension "Irgendwo im Glück" von Anna McParlin - Rowohlt Verlag - rororo



Taschenbuch: 464 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: 1 (26. August 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499272237
ISBN-13: 978-3499272233
Originaltitel: Somewhere Inside of Happy
D: 12,99 Euro







Inhalt:


Von der Autorin des Bestsellers «Die letzten Tage von Rabbit Hayes»: Ein neuer Roman voller Humor, Liebe, Traurigkeit und Hoffnung.


Dublin, 1995: Maisie Bean ist eine Frau, die sich nicht unterkriegen lässt. Ihr erstes Date vor siebzehn Jahren endete so schlimm, dass es ihr für den Rest des Lebens den Appetit auf Pommes verdarb. Die Ehe, die folgte, war die Hölle für Maisie, doch sie gab ihr zwei wundervolle Kinder: den sensiblen, humorvollen Jeremy und die starrsinnige, schlaue Valerie. Mit Hilfe der beiden schafft es Maisie sogar, ihre demente Mutter zu Hause zu pflegen. Alle packen mit an.

Als Maisie denkt, ihr Leben läuft endlich rund, geschieht das Unfassbare: Jeremy verschwindet eines Tages spurlos. Sie steht einem neuen Kampf gegenüber, dem Kampf ihres Lebens - für die Wahrheit über Jeremy, gegen Vorurteile und Ablehnung. Doch Aufgeben kommt für Maisie niemals in Frage.
Quelle: Amazon



Die Autorin:


Anna McPartlin wurde 1972 in Dublin geboren und verbrachte dort ihre frühe Kindheit. Wegen einer Krankheit in ihrer engsten Familie zog sie als Teenager nach Kerry, wo Onkel und Tante sie als Pflegekind aufnahmen. Nach der Schule studierte Anna ziemlich unwillig Marketing, doch sie blieb dabei ihrer wahren Liebe, der Stand-up-Comedy, und dem Schreiben treu. Bei der künstlerischen Arbeit lernte sie ihren späteren Ehemann Donal kennen. Die beiden leben in der Nähe von Dublin.

Quelle: Amazon




Rezension:


Betrachtet man nur den Titel "Irgendwo im Glück" und das wunderschön gestaltete Cover, erwartet der Leser eine leichte schöne Liebesgeschichte. Weit gefehlt. Anna McParlin hat mit diesem Buch etwas viel umfassenderes geschaffen. 

"... Mein Sohn Jeremy wurde gewaltsam gezeugt und er starb gewaltsam, aber während er lebte, war er das Licht meines Lebens..."

Bereits am Anfang erfahren wir, dass es für Jeremy kein Happy End geben wird. Dennoch bleibt bis zum Schluss die Frage über das Wie und Warum. Dabei entwickelt sich die Geschichte anders, als anfangs erwartet.

Das Leben ist nicht fair!

Maisie Bean muss dies schon in jungen Jahren erfahren. Anstatt jedoch daran zu zerbrechen, gewinnt sie an innerer Stärke. Die Liebe, die sie ihren Kindern, ihrer Mutter, aber auch den Menschen in ihrem Umfeld schenkt, scheint grenzenlos.

Maisie hat keine hohe Schulbildung, ihre Sprache wird von derben Flüchen durchzogen, dennoch hat sie ein Herz aus Gold. Ihre Kinder sind typische Teenager und sie muss sich mit den alltäglichen Sorgen einer Mutter herumschlagen. Sie muss sich und ihre Familie gegen Ungerechtigkeiten und Vorurteile verteidigen. Dabei hat sie mit Spott und Demütigungen von Außenstehenden zu kämpfen. 

Und da ist noch Bridie. Einst für alle der Fels in der Brandung. Doch das Leben fordert seinen Tribut und entgleitet ihr von Tag zu Tag mehr. In klaren Momenten erwacht ihr Kampfgeist und im entscheidenden Moment steht sie Maisie noch einmal bei.

Anna McParlin versteht es, das Zusammenspiel der einzelnen Charaktere und die tiefen Gefühle ohne kitschige Schnörkel und sehr authentisch zu übermitteln. Interessant waren für mich die wechselnden Perspektiven in den verschiedenen Handlungssträngen.
Die Autorin hat einen sehr eindringlichen und dennoch leichten Schreibstil, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte. Ich fühlte mich wie in einer warmen Oase geborgen.

Dieses Buch gibt Mut, zeigt, welch schöne Seiten das Leben bereithält, selbst wenn alles trist und grau erscheint. Eine Geschichte, bei der ich mehr als nur eine Träne vergossen habe.

"Irgendwo im Glück" ist ein Buch voller Liebe, intensiver Gefühle und tiefer Einsichten. Es handelt von Abschied und Neuanfang. Es ist eine Geschichte über Missverständnisse, Freundschaft, Zusammenhalt und ein Appell an die Toleranz in unserer Gesellschaft. 

Ja, das Ende ist auf seine Art sehr traurig und besonders der Epilog rührt noch einmal tief an das Herz jedes einzelnen Lesers.

Doch gleichzeitig es ist auch eine Hommage an das Leben.

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Die Frauen im viktorianischen Zeitalter - Blogtour Tag 3 zu "Engel der Themse"

Wer träumt nicht davon, einmal in die Vergangenheit reisen zu dürfen?

Was reizt uns so daran? Sind es die traumhaften Kleider, wundervolle Ballabende, Männer, die uns als Helden erscheinen und jede Dame in Not erretten? Ich denke, es sind die nostalgischen Vorstellungen, die wir mit einem Leben z. B. im viktorianischen England verbinden. Aber waren die Zeiten wirklich so romantisch?

Romane, die in dieser Zeit spielen, vermitteln vor allem die romantischen Seiten, dass wovon Frauenherzen immer träumen. Die weniger schönen Seiten dieser Zeit verblassen und rücken dabei weit in den Hintergrund. In Romanen rettet der Earl das arme Küchenmädchen und die kleine Lady erlebt kuriose Abenteuer. Beide gewinnen am Ende das Herz ihres Helden.



Queen Victoria   © Wikipedia


Doch wie verlief das Leben einer Frau damals wirklich?

Ab einem gewissen gesellschaftlichen Rang, war das Leben in dieser Zeitepoche sicher recht angenehm. Doch auch in den gehobeneren Schichten besaß eine Frau so gut wie keine Rechte. Frauen durften nicht wählen, keinen Besitz ihr Eigen nennen und auch nicht vor Gericht klagen. Sie waren Ihrem Vater, Bruder oder Ehegatten unterstellt. Nur deren Wort zählte und eine Frau war vom Wohlwollen einer Männerdominanten Umwelt abhängig. 
Im 19. Jahrhundert durften Frauen, die mit 21 Jahren noch ledig waren zwar über eigenen Besitz verfügen, dieser ging jedoch bei einer Heirat unwiderruflich in den des Ehemannes über. 

Heute sind wir stolz auf unser Bildung. 

Doch zu dieser Zeit durften Frauen nicht studieren und erhielten meist nur eine geringe Schulbildung. Die schulische Ausbildung junger Mädchen belief sich vorrangig auf die schöngeistigen Fächer wie Musizieren, Malen oder Handarbeiten. Eventuell erhielten sie zusätzlich Unterricht in der französischen Sprache. Mathematik, Naturwissenschaften allgemein, Philosophie oder Latein wurden als überflüssig oder zu schwer für den weiblichen Geist empfunden.

Eine Ehe wurde selten aus Liebe geschlossen. 



© gemeinfrei


Selbst in den niedersten Gesellschaftsschichten spielte die Liebe nur eine untergeordnete Rolle. Dabei waren Liebesheiraten sicher nicht ausgeschlossen, allerdings recht selten zu finden. In der Regel diente die Eheschließung politischen, finanziellen oder den gesellschaftlichen Vorteilen der Elternhäuser und wurde von diesen arrangiert. 
Das Leben einer Frau im viktorianischen Zeitalter war darauf ausgerichtet, eine gute Ehefrau und Mutter zu sein und den Haushalt zu führen. Gehorsam und unterwürfig sollte sie sein und ihrem Mann jeden Wunsch von den Augen ablesen. 
Seelische Misshandlungen und häusliche Gewalt gab es oft hinter den herrschaftlichen Türen, blieben aber der Außenwelt verborgen bzw. verschloss man die Augen vor derartigen Vorfällen und gab den Frauen die Schuld. Der Mann hatte die alleinige Macht. Der Wert einer Frau stieg mit der Anzahl der Kinder, vorrangig der männlichen Erben, die sie ihrem Mann gebar. 

Gehörten Frauen nicht der oberen privilegierteren Gesellschaft an, wurde das Leben oft zu einem Überlebenskampf.



Einstellung einer Gouvernante
© gemeinfrei

Für mittellose Frauen der Mittelschicht ohne Familie blieb die Möglichkeit, als Gouvernante eine Art standesgemäßen Beruf auszuüben, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen. Auch die Anstellung als Kindermädchen oder Zofe galt als erstrebenswert. Für junge Mädchen und Frauen der unteren Schichten bedeutete es einen großen Schritt, die Stelle eines Küchenmädchens oder einer Dienstmagd zu erhalten. Manchen gelang über die Jahre hinweg der Aufstieg zur Köchin oder gar Haushälterin. Weniger Glückliche darbten in den Elendsvierteln der Städte, streiften durch die Gassen Londons und verkauften Tand oder gar ihren Körper. Auch sie waren vor allem der Willkür der Männer um sie herum ausgesetzt.

Ausnahmen von diesen Schilderungen gab es bestimmt auch. Liebesheiraten oder Eltern, die ihren Töchtern mehr Freiheiten und Selbstbestimmung einräumten, ihnen eine höhere Bildung angedeihen ließen, wird man in der Geschichte sicher finden, nur leider viel zu selten. 

Was uns bleibt sind nostalgische Schwärmereien und romantische Träume, die wir mit dieser Zeit verbinden. Geschichten, die uns in eine Art Märchenwelt entführen und vom Alltag ablenken.

An diesem Punkt komme ich auch direkt zu meiner heutigen Gewinnspielfrage.

Im London welcher Zeitspanne hättet ihr gern als Frau gelebt und warum?

Ich freue mich auf Eure Antworten.



Teilnahmebedingungen
  • Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
  • Der Versand erfolgt nur innerhalb Deutschland, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
  • Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
  • Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass im Gewinnfall die Adresse dem Verlag übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.
  • Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal an dem Gewinnspiel teilnehmen. Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen.
  • Das Gewinnspiel wird vom Verlag im Rahmen der Blogrunde veranstaltet.
  • Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
  • Das Gewinnspiel endet am 12.10.2016 um 23:59 Uhr.
  • Ausgelost wird in der Folgewoche.


Nachfolgend die weiteren Stationen unserer Blogtour. 
Klickt einfach die jeweiligen Beiträge an und schon seit ihr dabei.

Dienstag, 4. Oktober 2016

Buchvorstellung "Engel der Themse" von Anne Breckenridge - Dryas Verlag - Blogtour Tag 2



Willkommen zum zweiten Tag unserer Blogtour!


Taschenbuch, 272 Seiten, 
Dryas Verlag
ISBN: 978-3-940855-66-4,

12,00 € [D], 12,40 € [A]

E-Book, ISBN 978-3-941408-88-3, 7,99 €


Sicher möchtet ihr erst einmal erfahren, worum es in unserem aktuellen Buch "Engel der Themse" von Anne Breckenridge geht.

Der Dryas Verlag ist mittlerweile für mich eine Art Geheimtipp für spannende historische Krimis. Speziell das viktorianische London spielt darin oft eine Rolle. So auch hier.


Folgt mir in das England um 1864. Es ist eine Zeit des Aufschwungs, aber auch großer sozialer Unterschiede. 

Als eines Tages Babys verschwinden, nimmt die Polizei kaum Notiz von den Ereignissen, handelt es sich doch um die Kinder der Ärmsten. Bald wird nur noch von "Dem Schatten" gesprochen, der umgeht und Kinder entführt. Gladys gehört zur untersten Gesellschaftsschicht und als ihr neugeborener Bruder verschwindet, erfährt sie keine Hilfe. Vielmehr finden ihre Mutter, ihr jüngerer Bruder und sie selbst sich im Arbeitshaus wieder.


Doch dann geschieht das Unfassbare. 


Der kleine Sohn eines Lords verschwindet. Sofort ist alle Welt in Bewegung, um den Jungen zu finden. Rasch steht das französische Kindermädchen unter Verdacht. Doch auch Emma, die seit kurzem als Küchenmädchen im Haushalt arbeitet, gerät in den Focus der Ermittlungen. Emma muss fliehen und trifft auf Gladys. Emma und Gladys stehen auf unterschiedlichen Sprossen der Gesellschaftsleiter, könnten aufgrund ihres bisherigen Lebens nicht unterschiedlicher sein. Und doch finden sich zwischen ihnen mehr Gemeinsamkeiten als anfangs vermutet. Als auch noch der zweite, gerade wenige Stunden alte Sohn, des Lords verschwindet, sind die beiden aufeinander angewiesen. Nur gemeinsam kann es ihnen gelingen, den Schatten zu enttarnen und das Baby zu retten.

Wir erhalten im Laufe der Handlung einen spannenden Einblick in den  Lebensalltag der Menschen und die geltenden Hierarchien im viktorianischen Zeitalter. Wir begegnen Vorurteilen und lernen die Macht von Liebe und Freundschaft kennen. Gladys beeindruckt durch eine innere Größe, vor der man, mit Blick auf ihr bisheriges Leben, den Hut ziehen möchte. Aber auch Emma wächst über sich selbst hinaus und ist zäher, als der Leser anfangs vermutet.

Die Auflösung des Falls verspricht einige überraschende Wendungen, stimmt aber auch traurig. Doch dadurch wirkt die Geschichte authentisch und glaubwürdig. Anne Breckenridge erweckt den Eindruck, von wahren Ereignisse der Vergangenheit zu erzählen.

Ein spannender Fall vor einem historisch beeindruckenden Hintergrund.

Zum Schluss noch ein paar Informationen zur Autorin des Buches.


Anne Breckenridge ist das Pseudonym der Krimi-Autorin Christiane Dieckerhoff.
Die gelernte Kinderkrankenschwester und Mutter zweier erwachsener Kinder schreibt seit mehr als zehn Jahren. 2008 erschien ihr erster Kriminalroman. Seit 2013 durchstreift sie die Jahrhunderte und ist nach einem Abstecher in die Karibik im London des 19. Jahrhunderts gelandet.

Quelle: Dryas Verlag



Gewinnspiel:

In Zusammenarbeit mit dem Dryas Verlag und der Autorin gibt es für Euch an allen Tagen der Blogtour die Möglichkeit an unserem Gewinnspiel teilzunehmen und am Ende tolle Preise zu gewinnen. Um welche Überraschungen es sich dabei handelt, verraten wir in Kürze. Bleibt einfach dabei und schaut immer wieder mal rein.

Die Teilnahme ist ganz einfach, beantwortet mir in den Kommentaren die nachfolgende Frage und beachtet die Teilnahmebedingungen. 

Lest Ihr gern Romane oder Krimis, die im viktorianischen Zeitalter spielen? 
Wenn ja, welche Bücher würdet Ihr mir ans Herz legen?

Ich bin neugierig auf Eure Antworten.



Teilnahmebedingungen
  • Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
  • Der Versand erfolgt nur innerhalb Deutschland, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
  • Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
  • Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass im Gewinnfall die Adresse dem Verlag übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.
  • Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal an dem Gewinnspiel teilnehmen. Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen.
  • Das Gewinnspiel wird vom Verlag im Rahmen der Blogrunde veranstaltet.
  • Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
  • Das Gewinnspiel endet am 12.10.2016 um 23:59 Uhr.
  • Ausgelost wird in der Folgewoche.


Nachfolgend die weiteren Stationen unserer Blogtour. 
Klickt einfach im Banner die jeweiligen Beiträge an und schon seit ihr dabei.

Samstag, 1. Oktober 2016

Erfurter Herbstlese - Geschichtsträchtiger Abend mit Claudia und Nadja Beinert am 30.09.2016



Heute Abend habe ich mich weit zurück in die Zeit des 13. Jahrhunderts begeben. Gemeinsam mit Claudia und Nadja Beinert ging es auf Spurensuche nach dem Naumburger Meister. 




Leider finden sich über diesen so gut wie keine geschichtlich verbrieften Fakten in den historischen Unterlagen der Bibliotheken. Selbst sein Name bleibt auf ewige Zeiten unbekannt. Dafür lebt er in seinen lebensechten Stifterfiguren weiter und lässt die Fantasie der Menschen immer wieder aufleben. Hier war er seiner Zeit weit voraus. 
Eine dieser Stifterfiguren soll Uta darstellen, deren Geschichte uns in den beiden vorangegangenen Büchern erzählt wird. Über die Identitäten der Stifterfiguren wird noch heute viel diskutiert, da diese bisher nicht eindeutig geklärt werden konnten. Fest steht, dass mehr als eine der dargestellten Persönlichkeiten zu Lebzeiten mindestens eine große Sünde beging. Daher auch der Buchtitel "Der Sünderchor".





Ursprünglich waren "Die Herrin der Kathedrale" und "Die Kathedrale der Ewigkeit" nicht als Fortsetzungsreihe geplant. Doch mit "Der Sünderchor" hat sich nunmehr das dritte Buch hinzugesellt.

Während des heutigen Abends gewährten uns die Autorinnen mit drei Szenenlesungen einen kurzen Blick auf vier der wesentlichen Protagonisten im Buch. Hortensia, Agnes, Matizo und den Bischof von Naumburg kamen zu Wort. Wobei Hortensia eindeutig Nadjas Favoritin der Geschichte ist und Agnes die von Claudia. Gern hätten sie uns auch den Meißner Markgrafen Heinrich von Wettin und Pauline aus Freiberg vorgestellt. Dies hätte aber den zeitlichen Rahmen der Veranstaltung gesprengt.




Der Naumburger Meister hat die Zwillingsschwestern bereits vor sieben Jahren in seinen Bann gezogen. Damals wurde die Grundidee zu "Der Sünderchor" geboren, aber vorerst in einer Art Ideenkiste verstaut. Nach dem letzten Buch platzte - wie sie selbst sagen - eine Art Gärballon und Matizo von Mainz war geboren. Im dritten Buch stecken erneut viel Herzblut und detaillierte Recherchearbeit. 
Dadurch, dass sie bezüglich der Person des Bildhauermeisters kaum auf historisch belegte Fakten zurückgreifen konnten, blieb ein großer Spielraum für ihre schriftstellerische Fantasie. 




Doch wo beginnt Claudia und wo endet Nadja Beinert? Der Übergang ist so fließend, dass sie selbst es nicht recht benennen können. Sie schreiben in einer Art geschlossenen Symbiose und verschmelzen dabei zu einer einzigen Person. Im Zeitalter ihrer Romanfiguren würden wir an Magie und Teufelswerk glauben, doch heute ist es einfach faszinierend. 

Wie muss man sich die Schreibarbeit des Autorinnenduos vorstellen? Leben doch beide Kilometerweit entfernt an unterschiedlichen Orten. Nadja in Erfurt und Claudia in Würzburg.
Von der Idee bis zum fertigen Buch vergeht ca. ein Jahr. Wobei die Besprechungen und Recherchearbeiten in etwa die Hälfte dieser Zeit in Anspruch nehmen. Das historische Hintergrundrecherchen nicht staubtrocken und langweilig sein müssen, bewiesen sie und mit kurzen Passagen aus einem Versbüchlein dieser Zeit. Auch die im Roman aufgeführten Rezepte wurden von den Schwestern auf Herz und Nieren geprüft, was sich teils als ein abenteuerliches Unterfangen entpuppte. Als Grundlage diente ihnen "Das Buch von guter Speise: Mittelalterlich kochen - Gerichte und ihre Geschichte"
Die restliche Zeit besteht aus reiner intensiver Schreibarbeit.




Zu Beginn eines Romanentwurfes sitzen die Schwestern gern gemeinsam an einem Tisch und diskutieren, planen und plotten die ersten Szenenentwürfe. Nach entsprechender Hintergrundrecherche u. a. in der Erfurter Unibibliothek, wobei hier oftmals die kleinen Randdetails des Lebensalltags im Mittelalter, eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen, begibt sich Claudia in Schreibklausur. Es entsteht der erste Rohentwurf des neuen Buches. Im Anschluss macht sich Nadja an die Verfeinerung der geschriebenen Szenen. Nun wandert das unfertige Manuskript mehrfach hin und her, bis beide mit dem geschaffenen Werk zufrieden sind. Um ein einheitliches Bild der Protagonisten zu erschaffen, halten sie sich an Porträtskizzen, die man auch auf ihrer Website finden kann. Die dazugehörigen Klarbilder bleiben geheim, damit der Leser die Geschichten mit eigenen Vorstellungen und Gedankenbildern ausfüllen kann. 



Jetzt heißt es nur noch nach dem Buch greifen, sich in das Thüringen um 1248 versetzen lassen und der Magie dieser Zeitepoche und seiner Menschen folgen.


Im Februar 2017 können wir uns bereits auf ein weiteres Buch aus der Feder der Beinert Schwestern freuen - "Die Mutter des Satan". Dieses Mal dürfen wir mit den Augen einer Mutter einen Blick auf den Privatmenschen Martin Luther werfen. 

Foto: Linnea Müller

Weitere Artikel zu Erfurter Herbstlese 2016 findet ihr auf meinem Blog, in der Thüringer Allgemeinen und auf dem Onlineportal der Thüringer Allgemeinen.