Mittwoch, 28. Dezember 2016

Rezension "Book of Lies" von Teri Terry - Coppenrath Verlag

Hardcover mit Schutzumschlag
Seiten: 400
Verlag: Coppenrath Verlag
Originaltitel: Book of Lies
Sprache: Deutsch
Übersetzer: Knese, Petra
ab 14 Jahre
ISBN: 978-3-649-66752-0
D: 17,95 Euro





Inhalt:



Quinn und Piper sind Zwillinge, doch sie sind sich noch nie begegnet. Erst als ihre Mutter bei einem tragischen Unfall stirbt, treffen sich die Schwestern auf der Beerdigung. Piper ist begeistert und fasziniert. Für sie ist Quinn der Schlüssel zu einem uralten Familiengeheimnis. Doch Quinn ist voller Misstrauen. Warum wurde sie ihr Leben lang von ihrer Schwester ferngehalten? Schlummert in ihr tatsächlich eine dunkle Seite, vor der sie ihre Mutter und Großmutter immer gewarnt haben? Ist sie eine Gefahr für Piper? Während Quinn ihre Vergangenheit hinter sich lassen will, vergräbt sich Piper immer tiefer in die Mythen und Prophezeiungen, die sich um ihre Familie ranken – und tritt damit ein Inferno los. Düster, fesselnd, magisch - Teri Terry schlägt alle in ihren Bann und erobert ein neues Genre: Psychothriller mit einer Prise Fantasy.
Quelle: Coppenrath Verlag



Die Autorin:



Teri Terry lebte in Frankreich, Kanada, Australien und England, und sie hat dabei drei Abschlüsse, eine ganze Sammlung von Reisepässen und mehr Adressen, als sie zählen kann, erworben. Ihre häufigen Umzüge haben Teri oft in eine Beobachterrolle gezwungen. Seitdem interessiert sie sich sehr für Personen, die in eine fremde Umgebung kommen oder sich dort eingliedern müssen.
Quelle: Coppenrath Verlag



Rezension:



Faszination Zwillinge. Seit Urzeiten sind sie für die Menschen ein Phänomen. Man verbindet mit ihnen Mythen, Legenden, Hexentum. Es gab Zeiten, da galten vor allem eineiige Zwillinge als Teufelswerk. Sie wurden gefürchtet und verfolgt.

Licht und Schatten, Gut und Böse vereint in einer Person oder in diesem Fall aufgesplittet in jeweils einen Part des Zwillingspaares? Können sich Gene so verteilen, dass sich hinter einem vermeintlich gleichen Äußeren zwei grundsätzlich unterschiedliche Charaktere verstecken, der eine nur die positiven Eigenschaften und der andere Zwilling alles Negative in sich vereint? Oder besitzen Zwillinge eine Art doppelte Macht, um ihre Umgebung zu täuschen?

Nicht endgültig erforscht, aber immer wieder beobachtet, besteht zwischen Zwillingen eine besondere Verbindung, ein Verstehen, das „normalen“ Geschwistern selten zu eigen ist. Ob Gestiken, Mimik oder eine eigene Zwillingssprache, oftmals gleichwertige Begabungen, zeichnen immer wieder ein faszinierendes Bild vom Zwillingsdasein. Wie wäre es, ein Zwilling zu sein, immer eine Art Spiegelbild von sich selbst vor Augen zu haben? Können Zwillinge eine unabhängige Persönlichkeit entwickeln? Oder existieren sie ein Leben lang immer nur als Teil eines Ganzen, sind nur vereint wirklich komplett?

Ihr seht schon, dies ist ein komplexes Themengebiet, mit vielen Blickwinkeln und Interpretationen. Es liefert aber auch den perfekten Stoff für mystische, Gänsehaut hervorrufende, spannende Geschichten.

All diese Fragen und auch die Urängste der Menschen hat Teri Terry in „Book of Lies“ gekonnt verarbeitet. Sie spielt mit unseren Gefühlen, setzt an genau den richtigen Stellen leichte Akzente, um die Leser zu verwirren. Wer von den Zwillingen ist gut und wer böse? Wer lügt und wer ist hier ehrlich? Eine einfache Antwort wird es nicht geben.

Dabei lernen sich Quinn und Piper erst kennen, als sie bereits siebzehn Jahren alt sind und auf eine Vergangenheit zurückblicken, die unterschiedlicher nicht sein könnte. Doch da ist auch ein Band, das sie nicht leugnen können. Unausgesprochene Fragen stehen im Raum, Neid und die Trauer um vertane Gelegenheiten. Aber vor allem sind sie auf der Suche nach Liebe und Zugehörigkeit, ihrer wahren Identität. Welche Rolle spielt die Großmutter der beiden und kennt sie die Antworten, die über die Zukunft der Mädchen entscheiden werden? Doch bis dahin müssen Piper und Quinn zum Anfang zurückgehen, dorthin, wo alles begann…

Durch die Perspektivwechsel fühlt man sich in seinen Gefühlen immer wieder hin- und hergerissen. Man mag das Buch kaum aus der Hand legen und wartet ungeduldig auf die nächsten Lesestunden.

Was wäre, wenn Deine ausgesprochenen Lügen sich in Wahrheiten wandeln würden? Ein Leben aufgebaut auf Scheinwahrheiten, Lug und Trug? Wo enden die Lügen und wo beginnt die Wahrheit?
Auch nach Auflösung aller Verstrickungen kann ich nicht sagen, wem meine größere Sympathie gehörte. Beide sind das Werk ihres inneren Wesens verbunden mit der Erziehung und den durchlebten Ereignissen. Sie tragen ein gemeinsames Erbe und eine große Verantwortung. Doch werden sie dieser Last standhalten?

Teri Terry hat einen wundervollen, fesselnden Roman geschaffen, der mystische und Fantasieelemente miteinander verbindet, alte Legenden aufleben lässt und so die ganz normale Neugier der Leser schürt. „Book of Lies“ birgt in sich genau die richtigen Gänsehautmomente, um für spannende Lesestunden zu sorgt.

Freitag, 23. Dezember 2016

Rezension "Eine Weihnachtsgeschichte" von Charles Dickens - arsEdition GmbH



Gebundene Ausgabe: 110 Seiten
Verlag: ars Edition GmbH (2014)
Sprache: Deutsch
übersetzt von Sybil Gräfin Schönfeldt
Illustration: Anastassija Archipowa
ISBN-13: 978-3-8458-0337-1
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren
Originaltitel: A Christmas Carol
D: 16,99 Euro





Inhalt:


Die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens ist erstmals 1843 erschienen und berührt seitdem Generationen von Lesern.
In der Weihnachtszeit wird der herzlose alte Geizkragen Ebenezer Scooge von mehreren Geistern heimgesucht. Diesem gelingt es, den habgierigen Geschäftsmann zu einem großzügigen und mitfühlenden Menschen zu verwandeln.
Quelle: Klappentext



Der Autor und weitere Mitwirkende


Charles Dickens
(1812-1870), geboren in Landport bei Portsea, wuchs in Chatham bei London auf. Als er elf Jahre alt war, musste sein Vater wegen nicht eingelöster Schuldscheine ins Schuldgefängnis; seine Mutter folgte ihm mit Charles' Geschwistern dorthin. Charles, das zweitälteste Kind, musste währenddessen in einer Schuhwichsfabrik arbeiten. Erst als der Vater nach einigen Monaten entlassen wurde, besuchte Charles wieder eine Schule. Mit fünfzehn begann er in einem Rechtsanwaltsbüro als Gehilfe zu arbeiten, später wurde er Zeitungsreporter.


Seine schriftstellerische Karriere begann er mit seinen Skizzen des Londoner Alltagslebens, die unter dem Titel «Sketches by Boz» 1836 in Buchform erschienen. Seine «Pickwick Papers» folgten ein Jahr später und machten Dickens über England hinaus berühmt. Anschließend entstanden in rascher Folge die ersten Romane, u.a. «Oliver Twist» und «Nicholas Nickleby». Dickens wurde Herausgeber der liberalen Londoner Zeitung «Daily News», reiste in die USA und nach Italien und verfasste 1848/1849 «David Copperfield», der viel autobiographisches Material enthält.

Dickens' liebevolle Schilderungen menschlicher Schwächen, sein Kosmos skurriler und schrulliger englischer «Originale» und die satirische Anprangerung sozialer Missstände machten ihn bereits zu Lebzeiten zu einem der beliebtesten Romanciers der Weltliteratur. Seine Bücher brachten ihm außerdem beträchtlichen Wohlstand ein. Seit 1860 lebte er auf seinem Landsitz Gad's Hill Place in Kent, wo er im Alter von nur 58 Jahren an einem Schlaganfall starb.


Sybil Gräfin Schönfeldt ist Journalistin und Kolumnistin von Rang. Am bekanntesten sind ihre zahlreichen feuilletonistischen Beiträge in der ZEIT. Auch als Übersetzerin und Autorin preisgekrönter Jugendbücher hat sie sich einen Namen gemacht. Im Mosaik Verlag erschienen ihre Bücher zum Thema Benehmen und Etikette. Sie wurden zu Bestsellern.
Quelle: Amazon




Rezension:


Was wäre ein Weihnachtsfest ohne die Weihnachtsmärchen von Charles Dickens? Diese gehören für mich zu Weihnachten wie "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" anschauen oder der Weihnachtsbaum im Wohnzimmer. Zu erleben, wie aus dem reichen, habgierigen, verbitterten und vor allem einsamen Ebenezer Scrooge ein gütiger und mitfühlender Mensch wird, geht immer wieder ans Herz.
Gerade in der heutigen Zeit sollten wir uns des Zaubers von Weihnachten und seiner Botschaft bewusst werden. 

"Eine Weihnachtsgeschichte" trifft immer wieder den Nerv dieser ganz besonderen Zeit im Jahr. Ein wenig rührselig, aber nie kitschig, moralisierend und dennoch unterhaltsam ist es ein Buch, das auch unsere Kinder immer wieder lieben. Egal wie sich die Zeiten verändern, der darin enthaltene Appell an unser Gewissen, Hilfsbereitschaft und Solidarität bleibt. Zeitlos und immer wieder berührend führt für mich an Weihnachten kein Weg an Charles Dickens vorbei.

Eine schöne Übersetzung dieser Geschichte habe ich mit diesem bereits 2014 herausgegebenen Buch gefunden. Die Zeichnungen werden der Handlung und dem vom Autor gewollten Flair nur zu gerecht. Sie betonen seine Aussagen, ohne diese zu überdecken. Als Leser kann man sich so direkt in das London Mitte des 19. Jahrhunderts versetzten. Ein bisschen Nostalgie gehört für mich eben auch zu Weihnachten.






Montag, 19. Dezember 2016

Rezension "Dem Leben ins Gesicht gelacht: Gespräche mit Olaf Köhne und Peter Käfferlein" - Hoffmann und Campe Verlag




Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
Verlag: HOFFMANN UND CAMPE VERLAG GmbH (17. September 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3455504167
ISBN-13: 978-3455504163
D: 20,00 Euro






Inhalt:



Liselotte Pulver war einer der erfolgreichsten Kinostars Deutschlands der fünfziger und sechziger Jahre und Publikumsliebling der siebziger und achtziger Jahre. Ihre Markenzeichen waren und sind bis heute: das unnachahmliche, ansteckende Lilo-Pulver-Lachen, ihr Optimismus und ihre Lebensfreude. Diese hat sie sich, trotz persönlicher Krisen und Rückschläge, immer bewahrt. Mit Filmen wie Ich denke oft an Piroschka, Die Zürcher Verlobung, Kohlhiesels Töchter und Das Wirtshaus im Spessart schrieb sie deutsche Filmgeschichte. Und auch in Frankreich und Amerika stand die Pulver regelmäßig vor der Kamera - unvergessen ist ihr legendärer Auftritt in Billy Wilders Hollywood-Klassiker Eins, Zwei, Drei. Sie spielte an der Seite großer Kinohelden wie Curd Jürgens, Jean Gabin, O.W. Fischer, Philippe Noiret und Bob Hope - und verliebte sich nach eigenen Aussagen oft in ihre Filmpartner ...
Im deutschen Fernsehen war sie immer wieder in neuen Rollen präsent bis in die neunziger Jahre, u. a. in der Sesamstraße. Im Gespräch mit Olaf Köhne und Peter Käfferlein wagt Liselotte Pulver nach jahrelangem Schweigen noch einmal den Schritt in die Öffentlichkeit.
Mit Beiträgen von langjährigen Weggefährten und Freunden wie Hans-Dietrich Genscher, Gunnar Möller, Veronica Ferres und Horst Janson. Außerdem erzählt Sohn Marc-Tell Schmid vom Leben mit seiner berühmten Mutter.
Quelle: Hoffmann und Campe


Über denAutor und weitere Mitwirkende



Liselotte Pulver wurde 1929 in Bern geboren. Sie besuchte die Schauspielschule Bern, wurde danach am Schauspielhaus Zürich engagiert und hatte ihr Kinodebüt in Deutschland 1950 in dem Film Föhn, für den sie zusammen mit Hans Albers vor der Kamera stand. Schon bald avancierte sie zu den beliebtesten Schauspielerinnen des deutschsprachigen Kinos. Der internationale Durchbruch gelang ihr 1958 in der Erich-Maria-Remarque-Verfilmung Zeit zu leben und Zeit zu sterben. In den siebziger und achtziger Jahren war sie vor allem im Fernsehen präsent. Im Laufe ihrer langen Karriere hat Liselotte Pulver unter anderem sechsmal den Bambi erhalten, zweimal den Deutschen Filmpreis und 2007 die Goldene Kamera für ihr Lebenswerk.
Quelle: Amazon


Rezension:



Weihnachten ist eine Zeit der Besinnlichkeit und Nostalgie. Wir schwelgen in Erinnerungen und schauen uns immer wieder ganz besondere Filme an. "Sissi", "Winnetou" oder "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" laufen in diesen Wochen Senderübergreifend. Auch ich kann mich dieser ganz besonderen Anziehung der Filme nicht entziehen. 

So ist es auch, wenn ich den Namen Liselotte Pulver lese oder höre. Er weckt Erinnerungen an meine Kindheit. Ich liebe ihre Filme und habe diese oft mit gemeinsam mit meiner Oma angeschaut. Damals habe ich jede Menge Zeitungsartikel über Schauspieler und ihre Filme gesammelt, ausgeschnitten und aufgeklebt. Ich habe für diesen Artikel einmal in meinen Ordnern geblättert und auch einige Berichte zu bzw. über Liselotte Pulver gefunden.


Bei „Ich denke oft an Piroschka“ haben mich damals das Kostüm und ihr lustiger Akzent beeindruckt, auch wenn ich vielleicht noch nicht den kompletten Inhalt des Films erfassen konnte. Das Lied „Jedes Töpfchen hat sein Deckelchen“ aus „Kohlhiesels Töchter“ konnte ich auswendig und ich hörte es mir oft auf Tonbanddauerschleife an. Ganz ehrlich, ich mochte Lilo Pulvers Darstellung der grantigen, weniger hübschen Schwester am meisten. Und dann gibt es ja noch die Verfilmungen von „Ein Wirtshaus im Spessart“ etc., die noch immer ungebremst ihre Magie auf mich ausüben.

Da war es einfach ein großes Bedürfnis, dieses Buch lesen zu müssen. 
Es ist, als würde man mit Liselotte Pulver auf dem Sofa sitzen und über ihr Leben plaudern. Charmant und witzig gewährt sie uns einen Blick auf ihr Leben und ihre Arbeit. Humorvoll, aber auch mit ernsteren Tönen lässt sie die Jahre Revue passieren. Ja, ein wenig eitel ist sie schon, möchte den Menschen um sich herum gefallen. Dabei ist sie dennoch auf ihre ganz eigene Art erfrischend natürlich. Ihr Lachen begeisterte Millionen und auch heute wirkt es nicht weniger ansteckend. Sie sprüht noch immer vor Optimismus und Lebensfreude. Vielleicht ist genau diese Seite ihrer Persönlichkeit der Jungbrunnen aus dem Liselotte Pulver, mit ihren mittlerweile 87 Jahren, diese schier unerschöpfliche Energie zieht.

Sie wollte immer ernsthafte Rollen spielen, nicht nur als guter Kumpel gelten und doch war sie für Komödien wie geschaffen. Ihr boten sich die ganz großen Rollen, waren ihr zum Teil bereits sicher. Das Schicksal aber verwehrte ihr den Durchbruch in Hollywood. Den verpassten Gelegenheiten trauert sie in manch ruhiger Minute nach, dennoch ist sie sich sicher, die richtigen Wege beschritten zu haben.

Liselotte Pulver erlebte allerdings nicht nur die Sonnenseiten des Lebens. Es gab auch düstere Momente und gerade privat musste sie schmerzliche Verluste verkraftet. Doch in der zierlichen Frau steckt eine enorme Kraft und ein eiserner Wille. Lilo Pulver wirkt auch mit 87 Jahren noch sehr agil. Nur ihr heißgeliebtes Auto kann mit der Geschwindigkeit des Lebens nicht mehr mithalten. 

Während der geführten Gespräche mit ihr erleben wir eine Frau, die das Leben genossen hat, sich dessen Zerbrechlichkeit aber wohl bewusst war. Die Schauspielerei war ihr Leben, dennoch bedeutete dieser Beruf auch einen immerwährenden Kampf um gute Rollen und Popularität. Sie nahm ihre Arbeit ernst und mochte immer mehr als 100 Prozent geben. Sie muss sich in ihren Rollen wohl fühlen und lies sich sehr intensiv darauf ein. 


Mit dem Alter wurde es für Lilo Pulver schwieriger, ihren eigenen Maßstäben gerecht zu werden. Aus diesem Grund hat sie sich auch vor Jahren aus dem Rampenlicht zurückgezogen und wird wohl nicht mehr auf die Leinwand zurückkehren. 
Ihre Filme und Aufzeichnungen aber bleiben. 

Ich würde Liselotte Pulver sehr gern einmal persönlich kennen lernen. Ihr facettenreiches Wesen und ihr unverwüstlicher Optimismus faszinieren mich immer wieder. 

Freitag, 16. Dezember 2016

Rezension "Aklak, der kleine Eskimo - Spuren im Schnee" (Der kleine Eskimo - Die Reihe, Band 2) - Hörbuch

Hörbuch
Spieldauer: 1 Stunde und 19 Minuten
Format: Hörbuch-Download
Version: Gekürzte Ausgabe
Verlag: Random House Audio, Deutschland
Audible.de Erscheinungsdatum: 28. November 2016
Sprache: Deutsch
D: 9,99 Euro





Inhalt:



Ein mutiger kleiner Eskimo und die große Kraft der Freundschaft

Vor Eisbären sollte man sich in Acht nehmen, das weiß jedes Eskimokind. Doch die frischen Spuren, die Aklak in der Nähe des Eskimodorfs entdeckt, können nur von einem kleinen Eisbärjungen stammen. Da sich seine Freunde verspäten, folgt er allein mit seinem Husky Tuktuk der Spur. Tuktuk warnt Aklak: Wo ein kleiner Eisbär ist, ist auch die Eisbärmutter nicht weit. Aber der kleine Eskimo will noch ein kleines Stück weiter, nur noch hundert Schritte. Doch das Schneetreiben wird immer stärker und die Eisbärmutter ist den beiden längst auf der Spur ...

Variantenreich gesprochen von Sigrid Burkholder

(1 CD, Laufzeit: 1h 19)
Quelle: Random House


Die Autorin und andere Mitwirkende


Anu Stohner (Autorin)

Anu Stohner wurde 1952 in Helsinki geboren und lebt als freie Autorin und Übersetzerin in Altlußheim am Rhein. Für ihre Übersetzungen aus dem Englischen, Schwedischen und Finnischen wurde sie vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Finnischen Staatspreis. Zu ihren bekanntesten Büchern zählen die vom »Kleinen Weihnachtsmann«, vom »Schaf Charlotte« und von der »Kleinen Schusselhexe«, die alle in Zusammenarbeit mit Henrike Wilson entstanden sind.


Sigrid Burkholder (Sprecher)

Sigrid Burkholder ist Schauspielerin, Synchron- und Hörbuchsprecherin. Man kann sie u. a. in Rennschwein Rudi Rüssel – Die Serie sehen oder in zahlreichen Kinderhörspielen wie Herr Bello oder Räuber Hotzenplotz sowie regelmäßig im WDR und Deutschlandfunk hören. Für cbj audio hat sie bereits den ersten Band von Aklak, der kleine Eskimo eingelesen.


Henrike Wilson (Illustratorin)

Henrike Wilson studierte in Washington D. C. und Köln Malerei und Grafikdesign. Sie unternahm lange Reisen in die Karibik und nach Asien. Die intensiven Farben ihrer Reiseziele finden sich in ihren kraftvollen Illustrationen wieder. Heute lebt Henrike Wilson in Berlin und hat sich als Kinderbuchillustratorin international einen Namen gemacht. Ihre Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. 2007 wurde sie für ihre Illustrationskunst mit dem New York Times-Award ausgezeichnet.
Quelle: Random House



Rezension:


Im vergangenen Jahr erlebten wir wundervolle Abenteuer mit dem kleinen Eskimojungen Aklak und seinen Freunden. Wir meisterten das große Rennen um den Eisbärbuckel und hatten sehr viel Spaß. Mehr über das erste Abenteuer im Schnee erfahrt ihr hier: "Aklak - Der kleine Eskimo"

In diesem Jahr herrscht – im Gegensatz zu unseren Gefilden – am Nordpol ein wildes Schneegestöber. Mittendrin unser Freund, der kleine Aklak. 
Aklak ist ein typischer Junge und wenn ihm ein Gedanke durch den Kopf schießt, vergisst er auch gern einmal alle Warnungen und begibt sich unbewusst in Gefahr. Zum Glück hat er gute Freunde, wie Wal, Robbe, Schneehuhn und Schneehase, die sich um ihn sorgen, denn Aklak folgt den Spuren eines kleinen Eisbären. Zu gern möchte er dieses niedliche Tier aus der Nähe sehen. Allerdings hat er dabei nicht bedacht, das es da ja auch noch die Eisbärenmutter gibt, die über ihr Junges wacht…


Ich habe diese schöne Geschichte erneut gemeinsam mit meinen Kindern angehört und kann nur sagen, wir sind wieder total begeistert. Die kleinen und großen Hörer erwartet eine weitere spannende, lustige Geschichte über Freundschaft. Der Text ist auch für die jüngeren Kinder gut verständlich.

Sigrid Burkholder hat auch das zweite Hörbuch von Aklak auf wunderbare Weise eingesprochen. Untermalt mit der passenden Musik fühlten wir uns direkt an den Nordpol versetzt und werden den Spuren unseres kleinen Freundes noch an so manchen Winterabenden folgen.

Falls Ihr noch ein passendes Geschenk zu Weihnachten sucht, ich kann die Geschichten mit Aklak und seinen Freunden nur empfehlen.

Montag, 12. Dezember 2016

Abschlussabend mit Literaturkritiker Denis Scheck - Erfurter Herbstlese 2016



Denis Scheck ist einer der bekanntesten Literaturkritiker in Deutschland und vielen durch seine Moderation der Sendung "Druckfrisch" in der ARD bekannt. Es ist eine liebgewordene Tradition, dass Denis Scheck das Publikum durch den letzten Herbstleseabend führt. Bereits zum 11. Mal war er an diesem Sonntag im Theater Erfurt zu Gast bei der Erfurter Herbstlese. 


Nur Stubbs, seinen nach einem englischen Maler benannten Jack-Russel-Terrier, musste er entschuldigen. Dieser müsse zu Hause an seinem Roman feilen, der bereits seit einem Jahr überfällig ist und in naher Zukunft beim Verlag Kiepenheuer & Witsch erscheinen soll. Wir dürfen gespannt sein.


Mit viel Witz, großem Sachverstand und temporeich führte der Literaturkritiker die Besucher auch in diesem Jahr durch die Bücherwelt 2016. Die Hauptfrage lautete: 

"Wie findet man einen passenden Orientierungsmechanismus, eine Art Kompass, durch die stetig wachsende Bücherflut?" 


Sollte man sich an den Bestsellerlisten orientieren?

Denis Scheck wagte sich mit dem Vorsatz, die vier blödesten Bücher, die er finden konnte zu kaufen, in eine Buchhandlung. Kurios oder vorhersehbar? Alle vier Bücher fanden sich später auf den Bestsellerlisten wieder. Ob "Eine Tussi sagt `Ja!" von `Daniela Katzenberger, "Am Arsch vorbei geht auch ein Weg" von Alexandra Reinwarth , "Die Millionärsformel" von Carsten Maschmeyer oder "Das Mondjahr" (Kalenderbuch) von Johanna Paungger - keines dieser Bücher hielt dem kritischen Auge von Denis Scheck stand.

Bestsellerlisten sind eben nur der kleinste gemeinsame Nenner des Massengeschmacks und zeigen auf, wie oft ein Buch gekauft wurde, sagen aber nichts über dessen Qualität aus, wie er am Ende seines Verrisses anmerkte.
Eine weitere Möglichkeit im Bücherdschungel auf die richtigen Werke zu treffen, wäre eine Orientierung im Bereich der Literaturpreise, die jedes Jahr verliehen werden. 

Aber auch die Vergabe vom Nobelpreis der Literatur ist nicht über Fehler erhaben. Obwohl er Bob Dylan und seine Texte sehr mag, bezeichnete Denis Scheck die Vergabe dieses Literaturpreises als kategoriales Missverständnis. 


Dann doch dem Literaturkritiker vertrauen?

Es gab 2016 eine große Bandbreite an empfehlenswerten Buchneuheiten.
Vor allem österreichische Autoren haben es Denis Scheck in diesem Jahr angetan.

Ob Christoph Ransmayr mit "Cox", Christian Kracht mit "Die Toten", einem Buch, das die richtigen Fragen stellt oder Martin Mosebach mit "Mogador", bei allen handelt es sich um Werke, die einen bestimmten Nerv treffen. So beinhaltet "Mogador" ein Zauberwort der Literatur. Angelehnt an das Zauberwort Mutabor (übersetzt: Ich verwandele mich) aus dem Märchen Kalif Storch, zeigt der Autor raffiniert und hintergründig initiiert, dass wir uns unser Leben selbst schaffen - positiv wie auch negativ.

Mit "Drehtür" von Katja Lange-Müller erwartet den Leser ein politisch hochaktuelles Buch, das die Asymetrie von Hilfe und deren Machtmechanismus aufzeigt.

In "Die Unglückseligen" von Thea Dorn trifft der wissenschaftliche Geist auf die Romantik des 18. Jahrhundert. Cynthia DÁprix Sweeney erfreut in "Das Nest" Liebhaber von Jane Austen mit einer lustigen Geschichte, sofern man nicht selbst betroffen ist und zeigt auf, was Geld anrichten kann.

Ein absolut finsteres Buch mit einem winzigen Fenster in Richtung Humor finden wir in "Der goldene Handschuh" von Heinz Strunk.
Als humorvolle oder unterhaltenden Literatur stellte Denis Scheck "Willkommen in Night Vale" von J. Fink & J. Cranor, "Die Merowinger" von Heimito von Dorer und "Meine geniale Freundin" von Elena Ferante vor.

Der neue Asterixband "Der Papyrus des Cäsar" knüpft mit seinen satirischen Einlagen an das Niveau der alten Bände an.

Marcel Beyer, Empfänger des Georg-Büchner-Preises, überzeugte mit "Erdkunde" und seinem Gedicht "Raps".

Krimifans sollten ein Auge auf Dominique Manottis "Schwarzes Gold" oder "Das barmherzige Fallbeil" von Fred Vargas werfen.

Denis Scheck ist bekennender Science Fiktion Fan und empfiehlt hier "Amaltheas" von Neal Stephenson.

Weiterhin befanden sich hinreißende Sachbücher, humorvolle Crashkurse in moderner Kunst und Recht sowie eines mit einem Liebesbrief ans Kartoffelpüree unter den vorgestellten Büchern.

Aber auch unter all dieser Vielzahl von Buchempfehlungen durfte ein kleiner Verriss nicht fehlen.
Bodo Kirchhoff traf mit "Widerfahrnis" auf wenig Gegenliebe. Scheck bezeichnete das Buch als ein grotesk misslungenes, rückwärtsgewandtes und verkitschtes Werk.



Noch immer verbleibt nun die Frage, wie findet der Leser das richtige Buch.

Denis Scheck empfiehlt jedem Leser den Weg der Selbstemanzipation, um für sich herauszufinden, welches Buch zu ihm passt.

Zum Glück sind Geschmäcker verschieden und der Buchmarkt bietet eine große Bandbreite an Literatur. Ich habe an diesem Abend das ein oder andere Buch meiner Wunschliste hinzufügen können.

Während des dem Abend vorangegangenen Meet & Greets durfte ich gemeinsam mit meiner Freundin und vier weiteren Lesern einen entspannten und sehr sympatischen Denis Scheck erleben. Wir bekamen die Gelegenheit kleinen Anekdoten aus seinem Leben zu lauschen und einen Blick hinter die Kulissen seiner Sendung "Druckfrisch" zu erhaschen.


An dieser Stelle endet meine Zeit als TA-Herbstlese-Bloggerin 2016. Es waren aufregende, interessante und ereignisreiche Wochen. Ich möchte mich beim Team der Thüringer Allgemeinen und der Erfurter Herbstlese für eine Vielzahl an unvergesslichen Leseabenden bedanken.





Dienstag, 6. Dezember 2016

**Geburtstagsgewinnspielauslosung**


Vielen Dank für Eure lieben Kommentare und die Teilnahme an meinem Geburtstagsgewinnspiel.

Und da heute Nikolaus ist, macht es noch einmal so viel Spaß, Geschenke zu verteilen. Meine kleine persönliche Losfee war fleißig und hat für mich die Lose gezogen.

Ich mache es auch ganz kurz, die Bücher/Hörbücher gehen an:

Moni von Buecherloewe


Sinni



Miri von Geschichtenwolke
Yvonne und Pauli






 



Die Päckchen machen sich diese Woche noch auf den Weg zu Euch.

Ich wünsche Euch ganz viel Spaß mit Euren Gewinnen und allen eine schöne Vorweihnachtszeit.



Sonntag, 4. Dezember 2016

Rezension "Der namenlose Tag" von Friedrich Ani - Suhrkamp Verlag





Taschenbuch: 298 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (29. Oktober 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3518467204
ISBN-13: 978-3518467206
D: 10,99 Euro







Inhalt:


Kriminalhauptkommissar Jakob Franck ist seit zwei Monaten im Ruhestand und glaubt nun, ein Leben jenseits der Toten beginnen zu können. Vor zwanzig Jahren hatte er sieben Stunden, ohne ein Wort zu sagen, der Mutter einer toten Siebzehnjährigen beigestanden. Jetzt wird der Kommissar von dieser Konstellation eingeholt: Ludwig Winther tritt mit ihm in Kontakt; er ist der Vater des jungen Mädchens, das sich umgebracht haben soll, und Ehemann jener Frau, der Franck so viel Aufmerksamkeit widmete.
Zwanzig Jahre sind vergangen, und Ludwig Winther glaubt noch immer nicht an den Selbstmord seiner Tochter. Er ist überzeugt, dass sie ermordet wurde. Ex-Kommissar Jakob Franck macht sich also daran, die näheren Umstände ihres Todes aufzuklären, »einen toten Fall zum Leben zu erwecken «. Jakob Franck folgt dabei seiner ureigenen Methode, der »Gedankenfühligkeit «: Diese ist unnachahmlich und unübertroffen bei der Lösung der kompliziertesten und überraschendsten Fälle.

Friedrich Ani und seine Kunst der Konstruktion gewöhnlich-außergewöhnlicher Kriminalistikrätsel; Friedrich Ani und seine Sprache, die vom Tod auf das Leben melancholisch gelöste Perspektiven wirft – Friedrich Ani und seine Kunst erreichen in seinem neuen Roman unvorhersehbare Dimensionen.
Quelle: Amazon




Der Autor:


Friedrich Ani (geb. 1959) schreibt Romane, Gedichte, Jugendbücher, Hörspiele und Drehbücher. Er erhielt mehrfach den Deutschen Krimipreis, den Stuttgarter Krimipreis sowie den Adolf-Grimme-Preis und den Bayerischen Fernsehpreis. Sein Roman „Der namenlose Tag“ (Suhrkamp) wurde unter die zehn besten internationalen Kriminalromane des Jahres gewählt. Friedrich Ani ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und des Internationalen PEN-Clubs. Er lebt in München.
Quelle: Amazon




Rezension:


Dieses Buch in eine bestimmte Kategorie einzuordnen fällt mir schwer. Meinem Empfinden nach handelt es sich weder um einen Krimi, noch um einen Thriller. Vielleicht könnte man es der Sparte Spannungsroman zuordnen. Dies setze ich voran, da die Erwartungshaltung, die wir in ein Buch setzen, oftmals das weitere Lesen und unsere Emotionen stark beeinflusst.

Als Leser müsst ihr vor allem Geduld und ein wenig Ausdauer mitbringen. Der Sog in das Geschehen selbst entwickelt sich erst mit dem Fortgang der Handlung von Seite zu Seite. Ich gebe zu, anfangs tat ich mich mit dem Schreibstil von Friedrich Ani schwer und war schon fast an dem Punkt angelangt, das Buch beiseite zu legen. Er führt den Leser eher bedächtig langsam an das eigentliche Szenario heran. Es gibt keinen brausenden Orkan, der durch die Handlung fegt und dennoch war da dieser eine Punkt, an dem er mich hatte. Ab da mochte ich das Buch nicht mehr weglegen und mehr über die Ereignisse erfahren. 

"Der namenlose Tag" zeigt jedem Einzelnen sein Spiegelbild auf, blickt hinter das nach außen getragene Gesicht einer angepassten Gesellschaft. Wie wirken sich die Erlebnisse der eigenen Kindheit auf das Spätere Leben und die folgenden Generationen aus? Sprachlosigkeit führt zu  Missverständnissen und Hilflosigkeit, die wiederum in Gefühlskälte enden kann. Anstelle von einer einfachen tröstlichen Umarmung, tritt Distanz und man geht sich aus dem Weg. Schweigen macht sich breit und frisst die Menschen von innen heraus auf.
Welche Kreise der Verlust einfacher alltäglicher, für die Mehrheit von uns normaler kleiner Gesten, führen kann, wird hier deutlich. Melancholie und das Wissen um verpasste Gelegenheiten, aber auch der Verlust von kindlicher Naivität und die Frage nach der eigenen Identität sind in der Handlung dieser Geschichte verwoben. 

Mit einer sehr komplexen Handlung, die sich mit der Psyche der Menschen beschäftigt, geht Friedrich Ani der Frage nach, was an diesem einen Tag vor zwanzig Jahren wirklich geschah. 
Er zeigt, wie schnell Menschen verurteilt werden und daran zerbrechen, welche Auswirkungen eine einzige Tat haben kann. Die Lösung am Ende ist keine einfache und wirft noch viele Fragen auf, gibt aber auch den Anstoß für Veränderungen.

Und da bin ich wieder bei der Frage, in welche Kategorie ich das Buch einzuordnen würde. Vielleicht könnt ihr mir ja dabei weiterhelfen...