Sonntag, 29. Januar 2017

Rezension "Die Poesie des Tötens" von Andrea Fahringer und Thomas Köpf - Pro-Talk Verlag







Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Pro-Talk (15. November 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3939990272
ISBN-13: 978-3939990277
D: 14,90 Euro







Inhalt:


Sieben Wochen - Vier Morde - Eine Biografie

Ein idyllischer Sommer in Wien: Zwischen italienischen Designermöbeln und geschmackvollen Kunstgegenständen genießt der erfolgreiche Ghostwriter Max West sein Leben mit Frau und Kind in vollen Zügen bis zu dem Tag, an dem 'Kleist' in ihr Leben tritt. Der grausam vorgehende Serienkiller entführt die gemeinsame Tochter und zwingt Max dazu, in nur sieben Wochen seine mörderische Biografie niederzuschreiben sieben Wochen, in denen er seine Tochter in den Händen eines Psychopathen weiß...
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Die Autoren:


Andrea Fehringer & Thomas Köpf haben zusammengenommen mehr als 60 Jahre Erfahrung im Schreiben. Sie sind Journalisten und Buchautoren, waren in diversen Chefredaktionen tätig und führen seit 2004 ihr eigenes Medienunternehmen, die Xpertmedia, mit Sitz im Lehár-Schlössl in Wien-Döbling. Sie produzieren Kunden- und Publikumsmagazine, sind Berater für Konzerne, Vortragende an der Universität Wien und halten Schreibseminare ab. Sie haben 37 Bücher geschrieben, »Die Poesie des Tötens« ist ihr erster Thriller.

Der Hintergrund: Das Treffen des Ghostwriters mit dem Psychopathen beruht auf einer wahren Begebenheit. Ein Fremder stand vor der Tür der beiden Autoren und wollte sein Buch schreiben lassen. Erst nach einer halben Stunde stellte sich heraus, dass der Mann wahnsinnig und Mitglied einer Teufelssekte war. Diese Begegnung brachte die Autoren auf Idee zum Plot.
Quelle: Amazon



Rezension:


Wie weit gehen wir, um das Leben des eigenen Kindes zu schützen?
Sehr weit, bis an alle Grenzen und darüber hinaus. Genau darauf baut auch Christopher Kleist, als er mit seinem perfiden Spiel beginnt.

"Die Poesie des Tötens" gewährt uns keinen sanften Einstig, sondern wirft seine Leser direkt ins Geschehen. "Betriebsanleitung für einen Mord", in dieser Art beginnen die einzelnen Abschnitte. Distanziert, sachlich, kalt und mit kranker Faszination für das eigene Handeln bekommen wir einen Vorgeschmack auf die weitere Handlung. Erwartungen werden geweckt, an denen sich das Buch im weiteren Verlauf messen lassen muss. Dieser Thriller ist eindeutig nichts für schwache Nerven.

Mit psychologischer Intensität leiden und hoffen wir mit Max West und seiner Familie. Die Grenzen der Belastbarkeit werden ausgelotet. Ein psychologisches Machtspiel beginnt. 

Christopher Kleist demonstriert Überlegenheit, die er ständig unter Beweis stellen muss, fast wie im Zwang. Er hat Spaß an raffinierten Psychospielen. Je sadistischer und intriganter, umso besser. 
Während Max West bald nur noch ausführendes Organ ist und alles versucht, um den Anforderungen seines Peinigers gerecht zu werden, d. h. ein Buch im passenden Kontext zu verfassen, agiert seine Frau auf psychologischer Ebene gegen ihren unfreiwillig geduldeten Hausgast. Die Fassade von Kleist beginnt zu bröckeln, zeigt erste Risse...




Dabei zieht Max West zu Beginn gar nicht mal so sehr die Sympathien auf seine Seite. Im Laufe der Handlung macht er aber eine Wandelung durch und wächst an den Herausforderungen. 
Mit Christopher Kleist haben wir einen Bösewicht, der von Anfang an auf Ablehnung stößt. Dennoch gibt es Passagen, in den wir das Kind, das er einmal war, kurz erblicken können. Psychopathen werden nicht geboren, sie sind ein Produkt ihres Charakters und äußerer Umstände.
Nein, mögen werdet ihr ihn nicht, aber es entsteht eine Art Verstehen und Bedauern, wie er auf diesen Weg seines Lebens geraten ist. Dennoch hat er diesen Weg selbst gewählt und sein kranker Geist gewinnt an Macht.

Sind die Prologe eher sachlich und reserviert, zeigen sich die Szenen im Hause West sehr emotional.
Dieser Wechsel aus tief gehenden Emotionen und kalter Gefühlslosigkeit bilden einen starken Kontrast, von dem dieser Thriller lebt. Die Autoren können den hoch angesetzten Spannungsbogen leider nicht immer aufrecht erhalten. Dennoch mag man das Buch zu keiner Zeit aus der Hand legen und muss unbedingt weiterlesen. 

Dieser Thriller verspricht ein sehr intensives Leseerlebnis, dem man sich bis zum rasanten Ende hin nicht mehr entziehen kann.


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