Sonntag, 18. Juni 2017

Rezension "Kasimir Karton – Mein Leben als unsichtbarer Freund" von Michelle Cuevas - FISCHER KJB





Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Verlag: FISCHER KJB; Auflage: 1 (23. Februar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3737340463
ISBN-13: 978-3737340465
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 8 Jahren
D: 12,99 Euro





Inhalt:


"Man ist nur so unsichtbar, wie man sich fühlt ..."
Manchmal wundert Kasimir sich schon, warum ihn niemand beachtet. Im Sportunterricht wird er nicht als Letzter ins Team gewählt, er wird gar nicht gewählt. Der Busfahrer schließt die Tür vor seiner Nase, und seine Eltern vergessen, ihm bei den Mahlzeiten einen Teller hinzustellen. Nur seine Zwillingsschwester Fleur hält zu ihm. Doch eines Tages macht Kasimir eine schockierende Entdeckung: Er ist unsichtbar! Fleur hat sich ihn ausgedacht! Mit dem Wunsch, ein echter Junge zu werden, begibt sich Kasimir auf eine lange Reise …
Die wirklich wahre Lebensgeschichte eines unsichtbaren Freundes – phantasievoll, pfiffig und superwitzig!

Quelle: Amazon

Die Autorin:



Michelle Cuevas wurde 1982 in Massachussetts, USA, geboren. Sie studierte Kunst und Kreatives Schreiben und arbeitete als Kunstpädagogin beim Whitney Museum of American Art in New York. Eines Tages begegnete ihr Kasimir Karton und erzählte ihr seine ganz echte Lebensgeschichte. Und die musste sie einfach aufschreiben.

Literaturpreise:
Die italienische Ausgabe von Kasimir Karton/Confessions of an imaginary friend hat in Italien den ›Premio Andersen‹ 2016 in der Kategorie Kinderbuch von 9-12 gewonnen.

Quelle: Amazon


Rezension:


Kinder leben ihre Fantasie unbekümmert aus. Leider verlieren wir im Erwachsenenalter diese Fähigkeit zunehmend. Mit Kasimir Karton dürfen alle noch einmal in das Reich der Fantasie und Kindheit abtauchen.

Ganz ehrlich, wer hatte als Kind keinen unsichtbaren Freund? Jemanden, der einfach da war, wenn man ihn brauchte, dem man Geheimnisse erzählen konnte, mit dem man weinen durfte, ohne sich zu schämen, der auch bei Wutattacken verständnisvoll und geduldig zuhörte?

Bei mir war es keine konkrete Gestalt, die ich mir vorstellte, dafür wohnte meinen Plüschtieren Leben inne und wir spielten miteinander, führten tiefsinnige Gespräche oder tanzten durch die Wohnung. Sie waren im weiteren Sinne also auch eine Art unsichtbare Freunde.

Manchmal fühlen sich Kinder selbst unsichtbar und werden durch einen erfundenen Freund für sich selbst wieder realer oder fühlen sich sicherer. Sie sind nicht mehr so allein.

An diesem Buch reizte mich, dass es nicht um ein Kind mit einem unsichtbaren Freund, sondern um diesen Freund selbst geht. Kasimir muss schmerzvoll feststellen, dass er der unsichtbare Freund seiner heißgeliebten Schwester ist. Mit einem Schlag stellt Kasimir fest, dass es ihn eigentlich gar nicht gibt – oder doch? Was passiert, wenn Kinder aus dem Alter herauswachsen und keinen imaginären Freund mehr brauchen? Verschwinden unsere Fantasiewesen einfach, lösen sie sich in Luft auf? 


Diesen Fragen geht Michelle Cuevas in ihrem Buch nach. Mit großer Sensibilität, geht sie mit dem Thema um. Auch wenn das Buch aus Kasimirs Sicht geschrieben ist, wird noch einmal deutlich, wie wichtig so ein imaginärer Freund für ein Kind sein kann und dass Eltern diesen ernst nehmen sollten. 


Kasimirs Existenz ist ein ewiger Kreislauf und zeigt, wie sehr wir in unserer Entwicklung Träume und Fantasien brauchen. Ein unsichtbarer Freund kann trösten und Geheimnisse bewahren, die niemand sonst verstehen würde. Jeder imaginäre Freund ist anders. Ihre Verschiedenartigkeit zeigt, wie facettenreich wir Menschen und wie unterschiedlich unsere Bedürfnisse sind.

Dabei ist Kasimirs Geschichte poetisch und humorvoll. Es wird turbulent, witzig und nachdenklich. 
Die einzelnen Kapitel lassen sich leicht und schnell lesen. Für die jüngere Zielgruppe sind einige Passagen vielleicht noch zu anspruchsvoll ausgearbeitet, bieten aber wunderbaren Gesprächsstoff für die ganze Familie.

„Kasimir Karton: Mein Leben als unsichtbarer Freund“
ist originell und hebt sich von den üblichen Kindergeschichten ab. 
Ich empfand den Ausspruch: „Du bist nur so unsichtbar, wie du dich fühlst, egal ob dich jemand erfunden hat oder nicht“ sehr prägend und möchte euch diesen gern mit auf den Weg geben.



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