Sonntag, 18. November 2018

Rezension "Peter Hase - Der Weihnachtswunsch" von Beatrix Potter - FISCHER Sauerländer Verlag

Nach §2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diesen Beitrag als Werbung



Gebundene Ausgabe: 18 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer; Auflage: 1 (26. September 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 9783737355834
ISBN-13: 978-3737355834
ASIN: 3737355835
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 3 Jahren
D: 8,99 Euro





Inhalt:


Peter Hase, ein Klassiker zu Weihnachten!
Bei Peter Hase und seinen Geschwistern weihnachtet es sehr. Der Wald ist tief verschneit und im gemütlichen Hasenbau glitzern schon die Lichter am Weihnachtsbaum. Ob wohl für alle der liebste Weihnachtswunsch in Erfüllung geht? Noch einmal schlafen, dann ist es soweit. Aber Peter Hase bleibt vor lauter Aufregung wach. Dieses Knistern, Knacken und Tapsen im Hasenbau. Ist das etwa der Weihnachtsmann? Aber dann fallen auch Peter Hase die Augen zu. Und es bleibt ein Geheimnis, wer die Weihnachtsgeschenke gebracht hat.
Ein bezauberndes Pappbilderbuch als ideales Weihnachtsgeschenk schon für die Kleinen.
Quelle: Amazon


Die Autorin:


Beatrix Potter wurde 1866 in London geboren. Ihr ganzes Leben war bestimmt von der Liebe zu Tieren und zur Malerei. Ihre Kindheit war von viktorianischer Enge und den Ferienausflügen nach Schottland und zum Lake District geprägt, in denen sie mit ihren zeichnerischen Studien zu Flora und Fauna begann.
Es sollte aber Peter Hase – der berühmteste und jetzt hundertjährige Held eines ihrer Kinderbücher – sein, der Potter zu ihrer Karriere als weltberühmte Autorin und Illustratorin verhalf. Sie schrieb und illustrierte noch zahlreiche andere Kinderbücher, die jeweils von anderen, liebenswerten Tiercharakteren handelten.
Quelle: Amazon


Rezension:


Kennt jemand Peter Hase eigentlich nicht? Ich habe diesen drolligen kleinen Kerl schon vor langer Zeit in mein Herz geschlossen.
 

Beatrix Potter verzaubert mich seit jeher mit ihren Geschichten und vor allem ihren wundervollen Zeichnungen. Diese sind nicht nur detailliert und voller Liebe. Sie strahlen so viel Wärme aus, dass ich mich jedes Mal zwischen den Buchseiten und Illustrationen verlieren könnte. Ich liebe ihre Geschichten und Bücher einfach. Beim Blättern durch die Seiten und dem Lesen der kleinen Abenteuer verspüre ich immer einen Hauch von Nostalgie und auch ein trüber Herbsttag verwandelt sich so in einen besonderen Tag.


Dieses Mal ist es ein Pappbilderbuch aus dem Sauerländer Verlag, das sich in meine Sammlung einreiht. Mit dicken Seiten und einem von der Größe gut gewählten Format, passt es perfekt in kleine Kinderhände. Es ist stabil und lädt zum Entdecken der Weihnachtswelt gemeinsam mit Peter Hase ein. Aber auch als kurze Vorlesegeschichte für zwischendurch ist es ein toller Begleiter durch die Vorweihnachtszeit. 

Wenn ihr noch ein schönes Nikolausgeschenk sucht, kann ich dieses Buch auf jeden Fall empfehlen.

PS: Auch "große" Kinder/Erwachsene freuen sich so manches Mal über ein nostalgisches Bilderbuch.



Sonntag, 11. November 2018

Rezension "In der Nacht hör' ich die Sterne" von Paola Peretti - dtv Verlag

Nach §2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diesen Beitrag als Werbung



Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (26. Oktober 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423289678
ISBN-13: 978-3423289672
Originaltitel: La distanza tra me e il ciliegio
D: 18,00 Euro





Inhalt:


140 Schritte bis zur Nacht

140 Schritte: So viele trennen Mafalda noch von dem Tag, an dem es vollkommen dunkel um sie herum sein wird. Als das Mädchen vor drei Jahren erfuhr, dass mit seinen Augen etwas nicht stimmt, flüchtete es auf den Kirschbaum im Schulhof. Dank der neuen Hausmeisterin fand es wieder zurück auf den Boden der Realität. Seitdem wird Mafalda von Estella morgens mit einem Pfiff begrüßt, sobald sie in die Straße zur Schule einbiegt. Anfangs kann sie von dort aus den Kirschbaum noch sehen. Doch mit jeder Woche werden es weniger Schritte. Tapfer geht sie ihrem Schicksal entgegen − unmerklich geleitet von Estella, die ihr zeigt, dass das Wesentliche im Leben für die Augen unsichtbar ist.
Quelle: Amazon


Die Autorin:


Paola Peretti wurde 1986 in der Nähe von Verona geboren und kann sich in ihre blinde Romanheldin Mafalda einfühlen wie kaum eine andere: Vor 15 Jahren bekam sie selbst die Diagnose Morbus Stargardt, die zu vollkommener Erblindung führt. Doch die Italienerin lässt sich davon nicht unterkriegen: Nach einem Literatur-, Philosophie- und Journalismus- Studium schreibt sie heute für diverse Tageszeitungen. ›In der Nacht hör’ ich die Sterne‹ ist ihr Romandebüt.
Quelle: Amazon



Rezension:



Schließt einmal Eure Augen und versucht Euch in der gewohnten Umgebung Eurer Wohnung oder auch nur Eures Zimmers zurecht zu finden. Gar nicht so einfach oder? Mafalda ist erst neun Jahre alt und erlebt ihre Erblindung seit drei Jahren schleichend. Dennoch ist es für ein kleines Mädchen, dem die Welt offen steht, in der es noch wahnsinnig viel zu entdecken gilt, eine viel zu kurze Zeit. Es ist beängstigend und doch zeigt Mafalda uns, was Mut und die Liebe zum Leben bedeutet.



"...Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unverzichtbar...“


Wir erleben hier eine tapfere kleine Heldin, die sich vom Schicksal nicht unterkriegen lässt. Mafaldas Welt wird von Tag zu Tag kleiner, zumindest die Welt, die sie mit den Augen erkunden kann. Am Anfang trennen sie noch 140 Schritte von absoluter Dunkelheit, doch täglich verringert sich diese Zahl. 

Immer an ihrer Seite Estella. Ihr werdet diese wunderbare Frau lieben lernen. Trotz aller Schicksalsschläge steckt in ihr eine Kraft, die man bewundern kann. Sie ist es, die Mafalda den Mut vermittelt, eigenständig zu handeln, Entscheidungen zu treffen und ihr Schicksal anzunehmen. Sie zeigt ihr den Weg hinein in ein anderes Leben, das genauso schön werden kann, wie das, was sie verloren glaubt.  Neben allem, was wir im Leben brauchen, sind Freunde, die zu uns stehen, im Sonnenschein sowie in der Dunkelheit eines der wichtigsten Dinge, die ein Mensch braucht. Estella hilft Mafalda dies zu erkennen und Freunde zu finden. Nein, finden ist nicht der richtige Ausdruck, Freundschaften zuzulassen und ihnen zu trauen. 



Paola Peretti verarbeitet in dieser Geschichte ihre eigenen Gedanken und Gefühle. Mafalda ist ihr Sprachrohr. Mit sehr viel Gefühl und Poesie lässt sie uns die Schönheit der Welt und unseres Lebens erspüren. Das Licht, das langsam in ihren Augen erlischt, lebt umso intensiver in ihren Gedanken, Träumen und Gefühlen weiter. 

Philosophisch, tiefgründig und metaphorisch erleben wir die Gedankenwelt eines kleinen Mädchens. Ihre Einsichten sind dabei oft weiser, als die von uns Erwachsenen. Sie lehrt uns Empathie, Liebe, Freundschaft und für einander da zu sein. Aber auch die Schönheit der Welt um uns herum nicht als selbstverständlich zu betrachten und diese mit offenen Augen zu betrachten.

Dieses Buch darf man nicht einfach nur lesen, man muss die Worte im Herzen spüren.


Donnerstag, 8. November 2018

Rezension "Kleines Nashorn, wo fährst du hin?" von Meg McKinlay (Autor), Leila Rudge (Illustrator) - Thienemann Verlag

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Gebundene Ausgabe: 40 Seiten
Verlag: Thienemann Verlag in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH (17. August 2018)
Sprache: Deutsch
übersetzt von Inge Wehrmann
ISBN-10: 3522458737
ISBN-13: 978-3522458733
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 4 - 6 Jahre
Originaltitel: Once Upon A Small Rhinoceros
D: 12,99 Euro





Inhalt:


Ein Bilderbuch über Mut und Selbstvertrauen, für Kinder ab 4 Jahren.
Das kleine Nashorn träumt davon, einmal die große weite Welt zu sehen. Die Welt außerhalb des Sumpfes am großen Fluss, wo es mit den anderen Nashörnern lebt.
Die großen Nashörner verstehen das nicht. Hier im Sumpf ist doch alles, was ein Nashorn braucht! Das sieht das kleine Nashorn ein. Aber trotzdem verfolgt es seinen großen Traum unbeirrt weiter. Es baut sich ein Floß und sticht in See – und auch wenn es sich auf dem Weg manchmal verirrt, am Ende erreicht das kleine Nashorn sein Ziel.
Ein poetisches, warmes Bilderbuch mit einem kleinen Helden, den man mit seiner freundlichen, positiven Art sofort ins Herz schließt.
Quelle: Amazon




Die Autorin:


Meg McKinlay wuchs in Bendigo, einer Stadt im australischen Bundesstaat Victoria, auf. Bevor sie Kinderbuchautorin wurde, arbeitete sie als Schwimmlehrerin, Reiseleiterin, Übersetzerin und Lehrerin. Heute lebt sie mit ihrer Familie nahe dem Meer in Fremantle und hat stets eine neue Geschichte im Kopf.
Quelle: Amazon


Rezension:


Heute habe ich eine bezaubernde Kindergeschichte für Euch, die auch Erwachsenen noch einmal den kindlichen Blick auf die Wunder dieser Welt öffnet.
Das kleine Nashorn besitzt etwas sehr kostbares, etwas, das den großen Nashörnern abhandengekommen ist. Neugierde und Entdeckergeist. Die große weite Welt ist beängstigend, doch der Wunsch Neues zu entdecken, andere Tiere kennen zu lernen und Grenzen zu überschreiten ist größer. Und so macht sich das kleine Nashorn auf in ein großes Abenteuer.

Am Ende seiner Reise findet es zurück nach Hause und hat ganz viel zu erzählen. Die großen Nashörner stellen aber nur eine Frage und fühlen sich bei der Antwort des kleinen Nashorns in ihrer ursprünglichen Meinung bestätigt. Dabei übersehen sie aber, wie wertvoll all die Begegnungen und Erlebnisse für das kleine Nashorn waren. Einzig ein noch jüngeres Tier hört mit offenen Ohren zu und versteht, dass es nicht schlimm ist, Angst zu haben. Angst gehört zum Leben dazu und wer den Mut aufbringt, diese Angst zu überwinden, dem eröffnen sich wundervolle Welten. 
Neugierig bleiben, mutig sein und den eigenen Träumen folgen, sind nur Teilbotschaften in dieser wundervollen Bildergeschichte. Sich nicht von anderen beirren zu lassen und sich auch einmal aus der eigenen Wohlfühlzone herauszuwagen, all das zeigt uns das kleine Nashorn. Wenn wir uns den kindlichen Blick auf die Welt bewahren, können wir unseren Kindern helfen, ihren eigenen Weg zu finden und sich mutig hinaus ins Unbekannte zu wagen. Was Kinder brauchen, um mutig voran gehen zu können, ist unser Halt und unsere Unterstützung. Wenn wir sie in ihrem Handeln bestärken, wagen sie sich von ganz allein hinaus in die Welt.

Meg McKinlay versteht es, uns mit kurzen präzisen und sehr ausdrucksstarken Texten mit auf eine ungewöhnliche Abenteuerreise zu nehmen. Die liebevollen Illustrationen untermalen diese anschaulich. So ist das Buch geeignet als Vorlesegeschichte für jüngere Kinder, aber auch für erste Leseausflüge kleiner Leseanfänger. 

"Kleines Nashorn, wo fährst du hin" ist auf jeden Fall eine wunderbare Ergänzung für das heimische Bücherregal.

Sonntag, 4. November 2018

Rezension "Veranda" von J. P. Conrad - Books on Demand

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Taschenbuch: 156 Seiten
Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (19. September 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 374488600X
ISBN-13: 978-3744886000
D: 7,90 Euro







Inhalt:


Was muss passieren, damit ein Mensch zum Monster wird?

David Snow ist ein erfolgreicher Londoner Psychiater. Sein friedliches und geordnetes Leben fällt ins Chaos, als er eines Tages eine schockierende Nachricht auf seinem Smartphone erhält: Jemand hat seine Frau entführt und zwingt ihn, auf seiner gut einsehbaren Veranda zu bleiben. David ist sofort klar, dass er auf Schritt und Tritt beobachtet wird und so keine Chance hat, unbemerkt Hilfe zu rufen.

Als die Entführer David ihre wahren Absichten offenbaren, erkennt er, dass es ihnen nicht um Lösegeld geht; sie haben einen viel perfideren Plan ...
Quelle: Amazon



Der Autor:


J.P. Conrad:
J.P. Conrad (eigentlich Jens Peter Conradi), Jahrgang 1976, ist Mediendesigner und diplomierter Werbetexter. Er stammt aus der Wetterau, lebt aber seit einigen Jahren im Taunus. Er ist verheiratet und hat ein Kind.
Quelle: Amazon




Rezension:


Die Grundfrage in diesem Buch hat mich schon nach dem Klappentext nicht mehr losgelassen.

Was muss passieren, damit ein Mensch zum Monster wird?

Im Affekt oder zur Selbstverteidigung sind wir in der Lage einen anderen Menschen zu töten, doch auf Befehl und ohne Aggressionsgrund dem Opfer gegenüber - schwerlich. Dennoch müssen wir unsere Überlegungen noch einmal überdenken. Wie würden wir uns verhalten, wenn das Leben eines geliebten Menschen auf dem Spiel steht? Wie verschiebt sich hier unsere Grenze von Richtig oder Falsch?

Das grundsätzliche Geschehen spielt sich innerhalb des kleinen Radius einer Veranda ab. David Snow ist Psychiater und kennt sich mit den menschlichen Abgründen aus. Diese Situation jedoch überfordert auch ihn. Er fühlt sich macht- und hilflos. Die Umstände treiben ihn in einen Strudel der Ereignisse, denen er nur schwer entfliehen kann. Sein bisheriges Leben löst sich auf, wie ein Luftschloss. Er wird zum Spielball in einem perfide ausgeklügelten Plan und muss erkennen, dass alles, was ihm wirklich wichtig war, auf einer Lüge aufbaute.

Rache ist eine mächtige Kraft. Die Akteure vergessen sogar, dass sie letztendlich nicht besser sind, als ihr Opfer, das sie für seine Taten bestrafen möchten. Selbstjustiz ist keine wirkliche Lösung. Am Ende gibt es nur Verlierer.

J. P. Conrad versteht es geschickt, ein psychologisches Spiel mit seinen Lesern zu treiben. Die Gefühle von David Snow sind derart greifbar, dass man sich selbst in diesen Protagonisten wiederfindet und die Ereignisse mit ihm erlebt.
Die wahren Hintergründe des Verbrechens eröffnen sich uns erst nach und nach und den letzten wichtigen Faden gibt uns der Autor wirklich erst auf den allerletzten Seiten in die Hand.

Ich fühlte mich wunderbar unterhalten, konnte bis zum Schlusssatz mitfiebern und ermitteln. Ein psychologisch gut ausgereifter Thriller.


Donnerstag, 1. November 2018

Rezension "Blutrausch - Er muss töten: Thriller (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller, Band 9)" von Chris Carter - Ullstein Verlag

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Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch; Auflage: 1. (24. August 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 9783548289533
ISBN-13: 978-3548289533
ASIN: 3548289533
Originaltitel: The Gallery of The Dead
D: 10,90 Euro





Inhalt:


Ein Killer mit Künstlerseele. Das Los Angeles Police Department ist aufgeschreckt. Ein neuer Fall für Robert Hunter und seinen Partner Garcia. Die härtesten Profiler der Welt!

„Seit 37 Jahren bei der Truppe, und das Einzige, was ich vergessen möchte, ist das, was in diesem Zimmer ist.“ Ein Polizist vom LAPD warnt die Sonderermittler Robert Hunter und Carlos Garcia vor dem schockierenden Anblick. Die beiden Detectives sind auf Morde spezialisiert, bei denen der Täter mit extremer Brutalität vorgegangen ist. Im Morddezernat intern als ultra violent, kurz „UV“ eingestuft. Hunter und Garcia, ausgebildete Kriminologen und Psychologen, sind die UV-Einheit, und der neue Fall sprengt selbst für sie alle Grenzen des Verbrechens. Sie jagen einen Serienkiller, der die Welt einlädt, seine Galerie der Toten zu besichtigen.

Der 9. Fall für Hunter und Garcia: ein Mega-Thriller von Bestsellerautor Chris Carter.
Quelle: Amazon



Der Autor:


Chris Carter wurde 1965 in Brasilien als Sohn italienischer Einwanderer geboren. Er studierte in Michigan forensische Psychologie und arbeitete sechs Jahre lang als Kriminalpsychologe für die Staatsanwaltschaft. Dann zog er nach Los Angeles, wo er als Musiker Karriere machte. Gegenwärtig lebt Chris Carter in London. Seine Thriller um Profiler Robert Hunter sind allesamt Bestseller.
Quelle: Amazon




Rezension:


Vor zwei Jahren durfte ich bereits im Rahmen der Erfurter Herbstlese einen Abend mit Chris Carter erleben. Er begeistert mich immer wieder aufs Neue. Dieses Mal war ich aber rein privat in Erfurt und konnte den Abend ohne Verpflichtungen genießen. Es wurde ein humorvoller Abend mit interessanten Einblicken. Wobei ich mir für die nächste Lesung wieder Margarete von Schwarzkopf als Moderatorin wünschen würde. Sie schafft es einfach, den besonderen Tenor von Chris Carter zu reflektieren und einen Leseabend abzurunden.


Chris Carter erläuterte uns an diesem Abend in der Buchhandlung Peterknecht in Erfurt noch einmal bildgewaltig den Unterschied zwischen Serien- und Massenmördern. Des Weiteren gewährte er uns einen Einblick in die knifflige Arbeitswelt eines Krimi- bzw. Thrillerautors. 

In Büchern muss all das, was an einem realen Tatort mit den Sinnen wahrgenommen wird, mit Worten in Bilder umgesetzt werden. Jedes Verbrechen muss am Ende einer Logik folgend nach dem Ursachenprinzip aufgeklärt werden. Nur dann fühlen sich die Leser auch wirklich angesprochen.


Die Wirklichkeit folgt allerdings nicht immer einer Logik und Handlungsweisen lassen sich oft nicht zufriedenstellend klären. Ein Satz von ihm sollte uns auch einmal innehalten und nachdenken lassen. 

„..Jeder Mensch kann zu einem Mörder werden, es bedarf nur bestimmter Umstände…“ 


Die Konstellation der Umstände bewirkt eine Veränderung in unserem Verhalten, wodurch wir uns über unsere eigenen ethischen bzw. grundsätzlichen Grenzen hinwegsetzen. Diese Tatsache hat er in seinem aktuellen Buch „Blutrausch – Er muss töten“ wirkungsvoll umgesetzt.

„Blutrausch“ hat mich einmal wieder bis zum Ende gefesselt und rätseln lassen, wer denn nun der eigentliche Mörder ist. Einige Seiten vor Schluss raubte mir Chris Carter sogar kurz den Atem und ich dachte. „Das kann er jetzt nicht machen. Nein! Er wird doch wohl nicht…“. 


Chris Carter beweist einmal mehr sein Geschick, die wahrhaft dunklen Seiten der Menschen in einer fiktiven Handlung so zu verarbeiten, dass man als Leser kaum zu unterscheiden vermag, inwieweit die Schilderungen einem wahren Fall nahe kommen. Nicht immer sind uns die Täter unsympathisch oder stoßen uns ab. Schlimm wird es, wenn wir beginnen, diesen Verständnis entgegenzubringen und fragen müssen: "Wie hätte man selbst reagiert?". Gleichzeitig ist es immer wieder erschreckend, wie abgrundtief böse und krank eine menschliche Seele sein kann. 

Nach einem etwas ruhigeren, mehr in die psychologische Ermittlungsarbeit und das Umfeld seiner Ermittler eintauchenden Mittelteil, nimmt dieser Thriller am Ende noch einmal richtig an Fahrt zu. Hunter und seine Gedankenwelt faszinieren mich immer wieder.

Das Ende ist erneut mit einem Cliffhanger gespickt, der mich nun ungeduldig auf den nächsten Teil warten lässt. Zum Glück ist dieser bereits fertig geschrieben. Wie müssen uns allerdings noch bis zum Herbst 2019 gedulden, um die deutsche Fassung lesen zu dürfen. 

Chris Carter ist nicht nur ein sympathischer und humorvoller Autor, er ist auch unheimlich nah bei seinen Lesern. Zu der sich an die Lesung reihenden Signierstunde begrüßte er wirklich jeden mit Handschlag. Trotz der ihm leicht anzumerkenden Müdigkeit, nahm er sich geduldig Zeit für kurze Gespräche und gemeinsame Fotos. 


Fazit: Ein rundum gelungener Abend und ein Thriller, den ich Euch auf jeden Fall empfehlen kann.



Dienstag, 30. Oktober 2018

Rezension "Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten" und "Einladung zum Klassentreffen" von Martin Schörle - Engelsdorfer Verlag

Nach §2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diesen Beitrag als Werbung




Taschenbuch: 119 Seiten
Verlag: Engelsdorfer Verlag; Auflage: 1 (6. Dezember 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3960084080
ISBN-13: 978-3960084082
D: 9,50 Euro







Inhalt:


Der kabaretteske Monolog »Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten« beschert dem geneigten Leser Einblicke in das Leben des Vollblutverwaltungsgenies Hans Fredenbek, der sich in seinem ganz eigenen Gedankengewirr aus Aktenzeichen, Dienstverordnungen, statistischen Erhebungen zusehends verheddert. Es wird deutlich, dass er sich von dem Leben jenseits seines Büros nahezu völlig verabschiedet hat. Vor allem aber wird schonungslos aufgedeckt, dass es zwischen Slapstick und Tragik eine Nahtstelle gibt. Und dass diese Nahtstelle einen Namen hat. Und dass dieser Name Hans Fredenbek ist. Mit einer Lesung aus seinem Stück war Schörle 2008 beim Autorenwettbewerb »Perlen vor die Säue« im Literaturhaus Hamburg erfolgreich (2. Platz von acht Finalteilnehmern aus insgesamt rund 100 eingereichten Beiträgen). Das Stück wurde außerdem im Rahmen der »Hamburger Theaternacht« als offizieller Beitrag des Hamburger Sprechwerks von »Caveman« Erik Schäffler auszugsweise gelesen. - »Einladung zum Klassentreffen« In ihrer Schulzeit hatten Marina und Carsten eine Liebesbeziehung. Nach 20 Jahren soll ein Klassentreffen stattfinden. So meldet sich Carsten, einer der Initiatoren, auch bei Marina, deren Leben nach Schicksalsschlägen zeitweilig aus den Fugen geraten war. Die gemeinsame innige Zeit ist für sie längst Vergangenheit, ein Früher. Aber an Carstens Gefühlen hat sich anscheinend nichts geändert. Sein Anruf weckt auch bei Marina Erinnerungen. Das unverfänglich begonnene Telefonat führt beide in ein Wechselbad der Gefühle ... Inhaltlich eine Liebesgeschichte wagt das Stück den Spagat zwischen Komik & Tragik, Lachen & Weinen. »Einladung zum Klassentreffen« wurde vom Publikum beim Wettbewerb »Stücke Schießen - Neue Dramatik. Neue Autoren. Neue Theatertexte« der Theaterliga zum Gewinnertext gekürt und erreichte bei der Spielplanwahl 2012/2013 des Thalia Theaters Hamburg den 8. Platz.
Quelle: Amazon




Der Autor:


Ich bin 58, habe zwei erwachsene Söhne und lebe mit meiner Frau in der schönsten Stadt der Welt (Hamburg, meine Perle!). Nach dem Abitur habe ich die Beamtenlaufbahn eingeschlagen. Schauspielerisch habe ich anfangs Kabarett gemacht und spielte von 1994 bis 2011 bei verschiedenen Amateurbühnen. Das Repertoire umfasste sowohl Komödien (z.B. "Ein seltsames Paar" von Neil Simon, verfilmt mit Walter Matthau und Jack Lemmon) als auch Dramen (z.B. "Draußen vor der Tür" von Wolfgang Borchert). Schreiberisch habe ich neben den beiden in meinem Buch enthaltenen Theaterstücken den Kurzkrimi "Schöne Bescherung" verfasst, der in der Anthologie "Gepfefferte Weihnachten" beim Leda-Verlag erschienen ist. Soweit es die Zeit erlaubt, gehe ich gern ins Theater oder zu Poetry Slams und mache Lesungen aus meinem "Beamtenmonolog"; des Weiteren betreibe ich Lauf- und Krafttraining.
Quelle: Autor über Lovelybooks




Rezension:


In diesem Buch erwarten den Leser zwei sehr unterschiedlich aufgebaute Theaterstücke. Für mich war es ein Experiment und eine interessante Erfahrung.

Das erste Stück ist eine Art Slapstick, das auf der Bühne mit dem an sich einzigen Darsteller steht oder fällt. Art und Ausdrucksweise wirken an vielen Stellen recht umständlich. Sie geben dadurch zwar das verschrobene Wesen des Protagonisten Fredenbeck sehr gut wieder, erschweren aber den Lesefluss. Es ist anstrengend, den einzelnen Gedankengängen und vor allem Gedankensprüngen zu folgen. Vielen Lesern eröffnet sich dadurch wahrscheinlich kein Zugang zum kompletten Verständnis des Inhaltes. 

Mal ironisch, sarkastisch, dann überspitzt bärbeißig und wieder tief in das Seelenleben von Fredenbeck blickend, ist das Stück ein Wechselbad der Gefühle. Stellenweise blitzt ein recht böser, schwarzer Humor durch, den ich partiell gewöhnungsbedürftig empfand. Doppeldeutigkeiten und eine überraschende Auflösung am Ende sind gut inszeniert. Fredenbeck ist eine Person, die entweder Sympathie und Mitleid oder Abneigung in den Lesern erzeugen wird. Bei mir überwog dann doch Letzteres. Er blieb mir fremd, auch wenn mich seine Unbeholfenheit dauerte. Gleichzeitig zog er mich an wie die Motte das Licht. 

Mit dem zweiten Stück "Einladung zum Klassentreffen" konnte ich mich schon nach den ersten Sätzen direkt anfreunden. Es ist der totale Gegenpart zu  "Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten". Locker, leicht, ein wenig tiefgründig und mit einer angenehmen Portion Humor, ist es wie aus dem wahren Leben gegriffen. Als Leser findet man rasch in die Dialoge hinein. Die Protagonisten sind durchweg sympathisch. Unterhaltsam und mit Wortwitz leitet uns Martin Schörle durch dieses Theaterstück. Er nimmt uns mit auf eine Reise durch das Leben und die Gefühlswelt seiner Hauptdarsteller.

Auch wenn das erste der beiden Theaterstücke nicht immer meinen Geschmack traf, gestaltete sich das gesamte Buch als interessanter Leseausflug.


Sonntag, 28. Oktober 2018

Rezension "Die Schwestern vom Ku'damm: Jahre des Aufbaus (Die 50er-Jahre-Trilogie, Band 1) " von Brigitte Riebe - Wunderlich Verlag - Rowohlt Verlag

Nach §2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diesen Beitrag als Werbung



Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: Wunderlich; Auflage: 1. (23. Oktober 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3805203373
ISBN-13: 978-3805203371
D: 19,95 Euro







Inhalt:


Wirtschaftswunder, Kaufrausch, Träume in Pastell - drei Schwestern und ein Kaufhaus am Ku'damm.
Der Auftakt der großen 50er-Jahre-Trilogie von Bestseller-Autorin Brigitte Riebe.

Berlin im Mai 1945: Es ist die Stunde Null, die Stadt liegt ebenso in Trümmern wie die Seelen der Menschen. Auch das Kaufhaus Thalheim am Ku'damm ist zerstört. Fassungslos stehen die drei Schwestern Rike, Silvie und Florentine vor der Ruine des einst so stolzen Familienunternehmens. Doch Rike, die Älteste, hat einen Traum: Sie will das Kaufhaus wieder aufbauen und mit raffinierten Stoffen und neuesten Modekreationen Farbe in das triste Nachkriegsberlin bringen. Nach der Währungsreform scheint es tatsächlich aufwärts zu gehen, die Menschen hungern nach Konsum und schönen Dingen. Doch die neuen Zeiten bringen neue Probleme. Als ein dunkles Geheimnis zutage tritt, das ein unrühmliches Licht auf das Kaufhaus und seine Geschichte wirft, müssen die Schwestern erkennen, dass die Vergangenheit noch immer lebendig ist…
Quelle: Amazon



Die Autorin:


Für promovierte Historikerinnen ist es nicht unbedingt typisch, dass sie historische Romane zu verfassen. Doch Brigitte Riebe, 1953 in München geboren, hat sich nach ihrer Tätigkeit als Lektorin genau dafür entschieden. Sie möchte, wie sie sagt, „Geschichte durch Geschichten erzählen.“ Ihr erster Roman, „Palast der blauen Delphine“, erschien 1994, zahlreiche weitere schriftstellerische Reisen in die Vergangenheit folgten. Inzwischen ist sie im 20. Jahrhundert angekommen mit "Marlenes Geheimnis" (Diana Verlag, 2017) und der Trilogie (Rowohlt/Wunderlich Verlag) über das Berlin der 50er Jahre: "Die Schwestern vom Ku'damm Band 1 - Jahre des Aufbaus".
Die beiden weiteren Bände folgen.
Zusammen mit Gesine Hirsch verfasst sie unter dem Pseudonym Felicitas Gruber die Regionalkrimis über die Giesinger Rechtsmedizinerin Dr. Sofie Rosenhuth, bei Fans bekannt als "die kalte Sofie".
Riebe lebt als freie Schriftstellerin in der bayerischen Landeshauptstadt.
Quelle: Amazon


Rezension:


Ich kann Euch versprechen, mit "Die Schwestern vom Ku´damm: Jahre des Aufbaus" haltet ihr einen grandiosen Auftaktband dieser Trilogie in den Händen. 

Es ist wieder einmal ein Buch aus der Feder von Brigitte Riebe, aus dessen Welt ich nur ungern wieder aufgetaucht bin. Wenige Autoren verstehen es auf diese besondere Art und Weise - Orte, Begebenheiten und Gefühle - so nahe an die Leser zu bringen. Man ist nicht mehr nur Beobachter der Ereignisse, nein, man steckt mitten drin.

Wir tauchen ein in das Leben der Familie Thalheim. Dieser Name steht für ein großes Modekaufhaus, dessen Glanzzeiten mit den Wirren des Zweiten Weltkrieges untergingen und das durch die Bombardierung Berlins vernichtet wurde. Auch in der Familie Thalheim mussten die Männer in den Krieg ziehen und die Frauen kämpften zu Hause um das Überleben. Vertrieben aus ihrem Zuhause, hangelten sie sich mit viel Mut, Kampfgeist, Einfallsreichtum und Fleiß durch Kriegszeiten und die schwere Nachkriegszeit. Ohne die große innere Verbundenheit, Liebe und ihren ausgeprägten Familiensinn, hätten sie es vielleicht nie so weit geschafft.

Claire, die bis dahin leicht verträumte Französin, beweist wie viel Durchhaltevermögen und Kraft in ihr steckt. Flori, das Küken der Familie, wächst zu einem jungen Mädchen mit einem festen Willen heran, das die Welt mit offenen Augen betrachtet. 

Und dann sind da noch die beiden ältesten Thalheimschwestern. Auf den ersten Blick könnten sie nicht unterschiedlicher sein. Wer aber genau hinschaut, entdeckt sehr viele Gemeinsamkeiten. Die beiden Schwestern ergänzen sie sich in vielen Lebenssituationen perfekt. 
Silvie, lebenshungrig und sprunghaft entdeckt nach vielen Wirrnissen ihre eigentlichen Talente und  überrascht am Ende sogar sich selbst. Rike, die Älteste, ist auch immer die Vernünftigste. Sie hält die Fäden zusammen, die für eine neue Zukunft der Thalheims stehen. Dabei ist es gar nicht so leicht, das Geheimnis, welches ihr aufgebürdet wurde, über schweren Jahre der Not und des Hungers für sich zu behalten.

Fast wie eine weitere Schwester lernen wir die Jüdin Miri kennen, die als `U-Boot` die Verfolgung in Berlin überlebte. Diese Bezeichnung kannte ich bisher noch nicht. Ihr großer Traum ist der Besuch und Abschluss einer Modeschule. Das Talent dazu hat sie von ihrer Mutter geerbt. Mit Miris Unterstützung scheint der Traum von einem neuen Thalheim-Modeimperium greifbar. 

Eines ist ihnen aber allen gleich, die Sehnsucht nach Liebe, Geborgenheit und einer eigenen Familie.

Neben der Familien- und Firmengeschichte der Thalheims erleben wir die schwierige Nachkriegszeit voller Entbehrungen in Berlin. Das Leben wird geprägt von den politischen Veränderungen, der mit Euphorie und zugleich Skepsis erwarteten Währungsreform und 
den erneuten Existenz- und Überlebensängsten während der Luftbrücke in Berlin. Und doch erleben wir auch die Hoffnungen und Träume der Menschen. Die Liebe, Hilfsbereitschaft und den Zusammenhalt. Wir können miterleben, wie sich die Welt verändert und sich die Wege in eine neue bessere Zukunft langsam öffnen.

Brigitte Riebe hat diese vielschichtige Atmosphäre der Nachkriegszeit perfekt eingefangen. 
Liebevoll entwickelte Charaktere und authentisch wirkende Dialoge ziehen die Leser in ihren Bann. Es ist das Leben selbst, das sich hier wiederspiegelt, unsere Vergangenheit.
 
Und dann dieser das Buch beendende letzte Part. Ich kann nur sagen - perfekt. Ich hatte Tränen in den Augen und ja, ich hätte so gern noch ein paar Kapitel länger bei den Thalheims ausgeharrt. 
Doch aus sicherer Quelle weiß ich, dass Band 2 bereits in Arbeit ist und wir uns auf weitere turbulente Abenteuer mit diesen beeindruckenden Frauen freuen dürfen.

Sonntag, 7. Oktober 2018

Rezension "So dunkel der Wald" von Michaela Kastel - Emons Verlag

Nach §2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diesen Beitrag als Werbung



Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Emons Verlag (15. März 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 9783740802936
ISBN-13: 978-3740802936
D: 18,00 Euro







Inhalt:


Eine klaustrophobische Welt aus Gewalt und Angst.

Ronja und Jannik führen ein Leben ohne Zukunft, seit sie als Kinder von einem gewissenlosen Entführer tief in den Wald verschleppt wurden. Eines Tages gerät die Situation außer Kontrolle, und die langersehnte Freiheit ist zum Greifen nahe. Doch was so lange ein Wunschtraum war, erscheint ihnen plötzlich fremd und beängstigend. Und die Jagd auf sie hat bereits begonnen.

Eindringlich und schonungslos führt Michaela Kastel in eine klaustrophobische Welt aus Gewalt und Angst. Ein Ausnahme-Thriller.
Quelle: Amazon


Die Autorin:


Michaela Kastel wurde 1987 in Wien geboren. Nach ihrem Abschluss an einer katholischen Privatschule studierte sie sich quer durch das Angebot der Universität, ehe sie das Studentendasein an den Nagel hängte und in die Buchbranche einstieg. Nach einigen Jahren bei einem großen Buchhandelskonzern wechselte sie in eine kleine, private Buchhandlung im dritten Wiener Gemeindebezirk, wo sie seither mit Menschen über Literatur philosophiert. Sie lebt in Wien.
Quelle: Amazon


Rezension:


Wälder sind etwas Besonderes. Im Sommer glitzert der Tau auf den Gräsern und helle sonnendurchflutete Lichtungen laden zum Verweilen und Träumen ein. Es ist ein Ort der Entspannung, so voller Mystik. Doch der Wald hat auch eine andere, bedrohliche Seite. Eng beieinander stehende Bäume, undurchdringliches Dickicht verwirren die Sinne, ziehen uns in einen dunklen Bann. Rasch hat man sich in den unendlich erscheinenden Tiefen des Waldes verirrt. Wälder sind seit Urzeiten ein gutes Versteck für dunkle Gestalten und ein Nährboden für gruselige Geschichten.

"So dunkel der Wald" ist eine dieser beklemmend düsteren Geschichten, die so nah an der Wirklichkeit spielen, dass man noch lange nach dem Ende gedanklich in ihnen verweilt. 
Es ist die Brutalität, die die Autorin ungeschönt auf uns wirken lässt, die Zerstörung, die völlige Abschottung und psychologische Zermürbung über viele Jahre hinweg, die einen Geist zerbrechen lassen. Bezeichnend hierfür sind die für uns Außenstehenden schwer zu begreifenden Handlungen der Protagonisten. Jahrelange Unterdrückung und Gewalt, haben das Urvertrauen in die Menschen zerstört. Die psychologischen Auswirkungen auf den Einzelnen sind unterschiedlich. Das komplette Ausmaß lässt sich nur erahnen. Ist nach einem dermaßen langen Martyrium ein normales Leben noch möglich? 

Die Autorin zeigt die Zerrissenheit, in der sich die Kinder bzw. Jugendlichen befinden. Wo liegt die Trennung zwischen Gut und Schlecht? Zwischen den Zeilen keimt immer wieder die Hoffnung, doch kann es ein gutes Ende hier überhaupt geben? Die Lösung von Michaela Kastel ist perfekt und nur allzu realistisch. Mich hat sie damit komplett überzeugen können. 
Dennoch existieren weiterhin einzelne lose Fäden, die mich auch nach dem letzten Satz beschäftigen. Neben Erleichterung ist da eine gewisse Traurigkeit, ein Bedauern, das sich breit macht.

Dieser Thriller zieht seine Leser in  ein düsteres, sich sehr real anfühlendes Szenario und berührt tief.

Montag, 1. Oktober 2018

Rezension "Revolution im Herzen - Die heimliche Liebe des Karl Marx" von Claudia und Nadja Beinert - Knaur HC

Nach §2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diesen Beitrag als Werbung




Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
Verlag: Knaur HC (3. April 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426654334
ISBN-13: 978-3426654330
D: 19,99 Euro






Inhalt:


Der historische Roman zum 200. Geburtstag von Karl Marx von den Autorinnen Claudia und Nadja Beinert und gleichzeitig eine große Liebesgeschichte.
In Zeiten todbringender Armut und Ausbeutung muss sich Lenchen Demuth schon früh als Dienstmädchen verdingen. Im Haushalt der Familie Marx wird sie der jungen Ehefrau Jenny zur engen Freundin – und bald auch Vertraute des großen Philosophen Karl Marx. Fasziniert verfolgt sie seine Studien und erkennt bald, dass diese auch mit ihrem eigenen Leben zu tun haben.
Doch dann verliebt sich Lenchen rettungslos in Karl Marx.. Als sie ein Kind erwartet, steht nicht nur ihre Freundschaft mit Jenny, sondern auch das Werk von Marx und Engels auf dem Spiel.
Mit tiefer historischer Kenntnis verweben die Beinert-Schwestern Fakten und Fiktion zu einem einfühlsamen Roman um eine geheime große Liebe.
Quelle: Amazon




Die Autorinnen:


Kennen Sie das Gefühl, Menschen "zu begegnen", die Sie magisch anziehen? Die ein besonderes Charisma besitzen und etwas Geheimnisvolles zu ergründen haben? Für uns geht dieser Zauber von historischen Frauenfiguren aus. Aktuell haben uns Margarethe Luther und ihr Einfluss auf den berühmten Sohn Martin Luther in den Bann gezogen.

Wir sind schreibende Zwillingsschwestern und berichten auf unseren Lesungen über unser schwesterliches Autorenleben, über unsere Romanhintergründe und Dinge, die uns während der Recherche ins Staunen versetzt oder zum Schmunzeln gebracht haben. Wir wollen unsere Roman-Epochen wirklich verstehen, die damaligen Denkweisen und gesellschaftlichen Normen wieder lebendig werden lassen.

Möchten Sie mehr über Luthers Mutter oder Uta von Naumburg erfahren? Dann schauen Sie doch auf unserer Homepage www.beinertschwestern.de vorbei.
Quelle: Amazon



Rezension:

...Meine liebe Jenny, ich schicke Dir das treue liebe Lenchen, als das Beste, was ich Dir schicken kann...

Wieviel Wahrheit in diesem Satz ihrer Mutter steckt, wird Jenny erst nach vielen Jahren erkennen.
Wer war Lenchen (Helena) Demuth? 

Die Geschichten um Karl und Jenny Marx oder Friedrich Engels hat sicher jeder schon einmal gehört. Im Leben dieser Personen spielte aber eine Frau eine wichtige Rolle, die gern übersehen wird - Helena Demuth, genannt Lenchen. Den Überlieferungen nach war sie sehr energisch, herzlich und die gute Seele im Hause Marx. Die Autorinnen Claudia und Nadja Beinert haben mit diesem schonungslos offenen, aber herzlichen Roman das Leben von Lenchen recherchiert und bringen sie uns Lesern sehr nahe. 

Verbriefte historische Fakten vermischen sich gekonnt mit fiktiven Einschüben. Um einen flüssigen, aber nicht zu ausschweifenden Plot zu erhalten, wurden geschichtliche Daten stellenweise in schriftstellerischer Freiheit ein wenig verändert. Diese werden aber am Ende des Romans entsprechend erläutert und fallen dem Leser nicht auf. Das Buch ist ein Balanceakt, vor allem wenn man bedenkt, welch unterschiedliche Empfindungen allein die Person Karl Marx bei den Menschen auslöst. 
Karl und auch Jenny Marx waren Kinder ihrer Gesellschaft und des Rangs, in den sie hinein geboren wurden. Ihre Ideale, Hoffnungen und Bestrebungen für eine bessere Gesellschaftsordnung für alle kamen von Herzen, dennoch haben sie es selbst nie verstanden, mit den Ihnen zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln zu haushalten. Marx war ein Visionär und Träumer. Die Familie und vernünftige Entscheidungen standen hinter den Idealen seiner Arbeit zurück. Lenchen besaß die Vernunft und das praktische Wesen, das der Familie ein ums andere Mal das Leben rettete. Sie war klug, umsichtig und weltoffen. Ihr Arbeitsverhältnis wich rasch einer tiefen Freundschaft zu den Marxens. Auch nach ihrem Vertrauensbruch gegenüber Jenny, wussten alle, was sie mit Lenchen verlieren würden.

Mit 10 Jahren habe ich "Mohr und die Raben von London" gelesen. Inwieweit hier Lenchen überhaupt in Erscheinung tritt, müsste ich nun direkt einmal nachlesen. Ich gebe zu, mir war bislang nicht direkt bewusst, dass Karl Marx noch einen unehelichen Sohn hatte und dieser Aspekt ist sehr spannend. Auch hier verhielt sich die Familie entsprechend den hierarchischen Gepflogenheiten. Beim Lesen schwankt man immer wieder zwischen Sympathie und Verdammnis gegenüber diesem recht vielschichtigen Mann. In beiden Büchern wird sein Verhältnis zu seinem Sohn Musch aber ähnlich dargestellt. Und auch wenn ich wusste, welches Schicksal diesen kleinen, fröhlichen Jungen erwartete, litt ich mit der Familie und Lenchen mit. Marx war neben allen politischen Ambitionen ein warmherziger Ehemann und Familienvater. Gerade, wenn man sich das Familienschicksal vor Augen führt und die offenen Gefühle, die Marx aufgrund des Verlustes von Musch zeigte, ist es schwer zu verstehen, wie er sich seinem unehelichen Kind gegenüber verhielt. 

Die Autorinnen verstehen es hervorragend, die Gefühle der einzelnen Charaktere hervorzuheben. Es gibt nicht nur gut oder schlecht. Sie vereinen alle Wesenszüge in sich. Ich hatte das Gefühl, hier den wahren Marx gegenüber zu stehen, ungeschönt oder auf ein Podest erhoben. Er war ein Mann mit visionären Ideen, deren Umsetzung aber allein schon am angeborenen Egoismus des einzelnen Menschen scheitern musste. Er selbst war nicht frei davon. So bestritt er zum Beispiel den Großteil seines Lebens auf Kosten anderer und lebte überwiegend von geborgtem bzw. geschenktem Geld. 

In "Revolution im Herzen - die heimliche Liebe des Karl Marx" steht aber nicht Karl Marx alleinig im Vordergrund. Es ist Lenchens Blick auf die Welt und die Menschen um sich herum, den wir erhaschen dürfen. Wir lernen hier viele weitere Personen kennen und ich kann mir vorstellen, dass es diese zum Teil genauso wie dargestellt auch gegeben hat. Die Person Friedrich Engels zum Beispiel ist eine Art umstrittener Wohltäter dieser Zeit. Wir treffen ihn zwischen innerer Zerrissenheit, Arroganz und unerschöpflicher Freundschaft ohne einen Gegenwert zu fordern. Um seine Ziele zu erreichen, war er weitsichtig genug, seine Ideale auch einmal hinten anstehen zu lassen und die für sein Empfinden unangenehmeren Wege zu gehen. 

Eindringlich und warmherzig lassen uns die Beinert-Schwestern in das Leben von Lenchen und der Familie Marx eintauchen. Bedrückend leuchten sie das harte Leben der armen Bevölkerungsschichten aus, aber auch die Anteilnahme und Hilfsbereitschaft, die diese Menschen untereinander zu geben bereit waren. 

Es ist eine spannende Zeitreise, die mit viel Herz sowie bekannten und neuen geschichtlichen Fakten von Beginn an bis hin zur letzten Zeile fesselt. 





Freitag, 28. September 2018

Rezension "Teacher: Meine Lehrerin Anne Sullivan Macy " von Helen Keller - Verlag Freies Geistesleben

Nach §2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diesen Beitrag als Werbung




Gebundene Ausgabe: 276 Seiten
Verlag: Freies Geistesleben; Auflage: 3 (25. April 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 377252768X
ISBN-13: 978-3772527685
D: 22,00 Euro






Inhalt:


Teacher ist das persönlichste Buch der taubblinden Schriftstellerin Helen Keller, in dem sie über das Leben und die Erziehungsarbeit ihrer Lehrerin Anne Sullivan berichtet – und zugleich über ihre eigenen Erlebnisse und ihre Entwicklung an der Seite dieser Persönlichkeit. So gibt dieses Buch auch einen eindrucksvollen Einblick in Leben und Werk Helen Kellers.
Quelle: Amazon




Rezension:


Bereits mit neun Jahren hat mich das Schicksal von Helen Keller berührt und irgendwie hat sie mich all die Jahre danach nicht mehr losgelassen.

Allein die Vorstellung, in einer Welt ohne Licht und Laute zu leben, sich zurecht finden zu müssen war erschreckend. Doch wie mag es einem kleinen Kind ergehen, das nichts anderes kennt als die Stille und Dunkelheit um sich herum, dem die Welt jenseits des vertrauten Kokons unverständlich und bedrohlich erscheinen muss?

Helen beschreibt in ihrem Spätwerk mit einer außergewöhnlichen Tiefe ihre eigene Entwicklung und das damit untrennbar verbundene Leben von Anne Sullivan Macy.

Anfangs empfand ich eine große Distanziertheit seitens Helen gegenüber ihrem kindlichen Ich. Es war, als würde sie über eine fremde Person schreiben. Nach und nach begriff ich, dass diese Gedanken gar nicht so falsch waren. Zwischen der kleinen Helen und der erwachsenen Helen liegen Welten und eine Entwicklung die man kaum wirklich ergreifen kann. Sie zeigt auf, welch wildes Wesen die kleine Helen war. Ein Kind, das Gefühlsregungen und die Welt um sich herum weder begriff, noch sich darin zurecht fand. Helen reagierte auf Reize unvorhersehbar, fast wie ein wildes Tier. Niemand konnte mit Sicherheit sagen, ob bzw. welche Intelligenz sich in diesem Mädchen verbarg. Nur der Glaube der Eltern und von Annie brachten eine faszinierende hochintelligente Persönlichkeit zu Tage.


Das Zusammentreffen von Anne Sullivan und Helen war eine Schicksalsfügung. Trotz ihrer ungenügenden Ausbildung konnte nur Anne den Kokon um Helen brechen und ihr die Hilfe geben, die sie benötigte. Für Helen wurde die Arbeit der Freundin nie entsprechend gewürdigt. Daher ist dieses Buch ihr letztes Vermächtnis an Teacher, wie Anne liebevoll genannt wurde. Es ist eine Liebeserklärung an einen besonderen Menschen. Anne bedauerte immer ihren unvollkommenen Wissensstand und blieb ein Leben lang wissbegierig, lernte stetig neue Dinge hinzu. Ihrer unkonventionellen Art, ihrem Ideenreichtum, ihrem Mut Neues auszuprobieren und einer angeborenen Hartnäckigkeit ist es zu verdanken, dass aus Helen diese beeindruckende Persönlichkeit erwachsen konnte. 

Viele warfen den beiden Frauen vor, Helen würde nur als Sprachrohr für ihre Lehrerin fungieren und eher wie eine Art dressiertes Äffchen (meine Interpretation) auftreten. Ja, Anne Sullivan hat Helen geprägt, vielleicht etwas intensiver als es unsere Eltern mit uns tun. Aber sie ermöglichte es ihr auch, ihre eigene Sicht auf Dinge und die Menschen um sich herum zu gewinnen und sich durchzusetzen. Beeindruckend fand ich die Freiheit, die beide in dieser Zeit bereits genießen durften. Dabei verschweigt Helen nicht, dass das gemeinsame Leben auch von Schwierigkeiten und harten Zeiten geprägt wurde. Anne war für Helen Schwester, Freundin, Mutter und Lehrerin zugleich. Eine Rolle, die ihr sehr viel abverlangte, die sie aber voller Liebe und Ehrgeiz ausfüllte. Ihr Einfluss auf Helen war unbestritten intensiv, aber sie versuchte nie, Helen ihren Willen aufzuzwingen und gab ihr alle nötigen Freiheiten für eine eigenständige Entwicklung. Dennoch mochten die Menschen Helen oft kein eigenes Denkvermögen zugestehen und legten beiden Steine in den Weg.

Mich faszinieren beide Frauen enorm. Helen, die die Welt mit einer unglaublich bildhaften und poetischen Art betrachten gelernt hat und mich mit vielen Formulierungen überraschte. Die sich ein Leben lang für Menschen mit Behinderung einsetze und nie aufgab. Annie, die ihr Leben quasi nach einem fremden Kind ausrichtete, eigentlich fast nur einem einzigen Menschen – Helen – widmete und dabei ihr eigenes Glück nur allzu oft beiseite schob. Anne, die sogar ihre Gesundheit vernachlässigte, um für Helen da zu sein. Die Frau mit dem irischen Temperament, eben solchen Ecken, Kanten und Fehlern, war ihrer Zeit sehr voraus, war sich dessen allerdings meist nicht bewusst. 

Im vergangenen Halbjahr habe ich einen Kurs für Gebärdensprache besucht und setze diesen in wenigen Wochen mit dem DSG II fort. Wir hatten sehr viel Spaß an unseren gemeinsamen Nachmittagen und mit unserer tauben Lehrerin, die herrlich offen und witzig sein kann. 
Mich fasziniert die Verständigung per Gebärdensprache schon lange. Leider ergab sich zuvor leider keine Teilnahme an einem derartigen Lehrgang. 
Wisst Ihr, wie sprachlos man sich fühlen kann, wenn man etwas ausdrücken möchte, die entsprechende Gebärde hierfür aber noch nicht kennt oder vergessen hat? Dabei können wir ja noch visuell viele Dinge erfassen oder weitergeben. Nimmt man die visuelle Wahrnehmung weg, um wie viel schwieriger wird dann das Erlernen und Erfassen unbekannter Informationen bzw. Zusammenhänge.

"Teacher - Meine Lehrerin Anne Sullivan Macy" ist ein beeindruckendes Werk, das niemanden auf einen Sockel hebt, aber ein Vermächtnis darstellt. Beide trugen wesentlich dazu bei, dass das Leben der Blinden erleichtert wurde. Helen bedauerte immer, nicht mehr für taub-blinde Menschen getan zu haben, da diese eine größere Unterstützung im Alltag benötigen, um am gesellschaftlichen Leben teilhaben bzw. ihre Fähigkeiten überhaupt entfalten und entwickeln zu können. Das dieses Buch von Helen Keller geschrieben wurde, hatte sie den Großteil ihres Lebens bereits hinter sich und Anne Sullivan Macy war bereits viele Jahre tot. Es zeichnet sich durch sehr viel Liebe und Hingabe, aber auch eine Reife aus, deren objektive Betrachtung der Vergangenheit neue Tore öffnet.

Das Buch wird beiden Frauen gerecht. Schreibt man über Anne, schreibt man auch über Helen, denn beider Leben sind untrennbar miteinander verbunden. Es war von einem einmaligen Miteinander geprägt, wie man es sicher nur sehr selten zwischen zwei Menschen finden kann.




Dienstag, 25. September 2018

Rezension "Das versteckte Kind" - Graphic Novel von Loïc Dauvillier, Marc Lizano und Greg Salsedo - Panini Verlag

Nach §2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diesen Beitrag als Werbung



Gebundene Ausgabe: 80 Seiten
Verlag: Panini (17. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3862017745
ISBN-13: 978-3862017744
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Hidden: A Child's Story of the Holocaust
D: 16,99 Euro







Inhalt:


Loïc Dauvillier, Marc Lizano und Greg Salsedo erzählen in bewegenden Bildern die Geschichte der kleine Dounia und derer, die Zivilcourage gezeigt und sie beschützt haben. Eine aufrüttelnde Graphic Novel aus der Sicht eines Kindes.
Dounia muss oft an die Zeit zurückdenken, als sie so alt war wie ihre kleine Enkelin Elsa. Damals, als sie zur Schule ging, fing es an. Von einem Tag auf den anderen wurde sie plötzlich von Freunden und Mitschülern gemieden, weil sie nun einen aufgenähten gelben Stern tragen musste. Dann kam der Tag, an dem ihre Eltern abgeholt wurden und ihre Nachbarn mit ihr fliehen mussten, um sie zu schützen. Es war das Ende einer unbeschwerten Kindheit und Dounia musste sich an ein ganz neues Leben gewöhnen, voller Angst und banger Ungewissheit – an das Leben eines versteckten Kindes.
So kann „Das versteckte Kind“ eine Brücke zwischen dem Schicksal der Heldin dieser Graphic Novel und der heutigen Jugend schlagen. Es kann auch zeigen, dass es Menschen gibt, die selbst in dunkelster Zeit sich ihre Menschlichkeit bewahren. Diese Inhalte zu ermitteln, ist eine wichtige didaktische Aufgabe, und ich hoffe, dass „Das versteckte Kind“ dieses Ziel erreichen kann.
Quelle: Amazon





Über den Autor und weitere Mitwirkende


Marc Lizano Der Zeichner Marc Lizano wurde am 26. Dezember 1970 in Rennes geboren, wo er heute noch lebt. Seine Leidenschaft für das Medium der graphischen Literatur erwachte früh, und während seiner Studienzeit entwickelte er erste Stoffe. Ermutigt durch die Unterstützung von Kollegen wie Jean -Claude Fournier (Spirou), Michel Plessix (Der Wind in den Weiden) und Joann Sfar, wurde seine Leidenschaft zum Beruf. Zunächst war er Herausgeber von Anthologien, dann schuf er erste Werke, die seine Konzentration auf Emotionsdarstellung widerspiegeln - er schafft es, eine frische Herangehensweise insbesondere auf Kindheitserlebnisse in subtilen und betörend einfachen, aber graphisch nachhaltigen Erzählungen mit einer reichhaltigen Bezugnahme auf die französisch-belgischen Klassiker zu verbinden. Loïc Dauvillier Der Autor Loïc Dauvillier wurde am 3.1.1971 geboren. Von den Buch-und Drucktechniken fasziniert, gründet er zunächst einen Kleinverlag, bevor er sich dem Schreiben widmet, zunächst mit Adaptionen von Werken wie „Reise um die Welt in 80 Tagen“ von Jules Verne oder „Oliver Twist“ von Charles Dickens in das Medium Comics. Seine Adaption von Yasmina Khadras Werk über eine palästinensische Selbstmordattentäterin erscheint 2014 als Graphic Novel im Carlsen Verlag.
Quelle: Amazon




Rezension:


Bei mir hat sich vor einiger Zeit ein kleines Mädchen versteckt. Erfolgreich, denn es durfte erwachsen werden, eine Familie gründen und ein ausgefülltes Leben leben. Etwas, das so völlig normal scheint und doch vielen Menschen, besonders Kindern, in der Zeit des Holocaust nicht vergönnt war. 
Nur eines konnte sie bis ins hohe Alter nicht, über die Vergangenheit und ihre Erlebnisse sprechen. Erst gegenüber ihrer Enkelin gelingt es Dounia von der schrecklichen Zeit zu berichten und das Geheimnis ihrer Kindheit zu lüften.

Nur mit Hilfe von mutigen Menschen, die ihr eigenes Leben in Gefahr brachten, hat die kleine Dounia die Zeit der Judenverfolgung überlebt. Ihre Geschichte steht für viele ähnliche Schicksale dieser Zeit. Diese Geschichte ist wie ein Hoffnungsschimmer am Horizont und ein Gedenken für diejenigen, denen nicht so viel Glück vergönnt war.

Diese Graphic Novel bringt schon sehr jungen Lesern auf verständliche und einfühlsame Art die Schrecken des Holocaust nahe. Ausdrucksstarke Bilder untermalen die geschriebenen Worte und geben ihnen eine größere Intensität. 
Gefühle wie Liebe, Angst, Sehnsucht, Trauer und Hoffnung sind förmlich greifbar. "Das versteckte Kind" ist ein Comic, der auf eine sensible Art Kindern Geschichte näher bringt, damit sie verstehen können, was damals passiert ist. Aber auch Erwachsene wird Dounias Schicksal berühren und dabei helfen, unseren Kindern zu erklären, was sich damals ereignet hat.

Nur wenn wir verstehen und nicht vergessen, was einmal war, können wir unsere Zukunft so gestalten, dass sich die Geschichte nicht wiederholt. 




Sonntag, 23. September 2018

Rezension "Gschlamperte Verhältnisse: Ein Fall für die Kalte Sofie" (Krimiserie Die Kalte Sofie, Band 5) von Felicitas Gruber - Diana Verlag

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Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: Diana Verlag (10. September 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453359577
ISBN-13: 978-3453359574
D: 9,99 Euro







Inhalt:


Zefix, was ist los in diesem Münchner Sommer? Eine männliche Leiche schwimmt in der Isar, drei Frauen verschwinden spurlos. Wer hat sie auf dem Gewissen, und was hat es auf sich mit den beinernen Schädelreliquien, die als Diebesgut von Kirchenräubern sichergestellt werden? Dazu kommt der gruselige Kellerfund in Charly Loessls neuem Haus. Zusammen mit Kriminalhauptkommissar Joe Lederer beginnt Dr. Sofie Rosenhuth tiefer zu graben und stößt dabei auf unerfüllte Sehnsüchte, weibliche Zukunftsträume und einen skrupellosen Täter, der unerkannt im Netz agiert – bis schließlich sogar Sofies Chefin Dr. Iglu in akute Lebensgefahr gerät …
Quelle: Amazon



Die Autorin:


Felicitas Gruber ist das Pseudonym der Autorinnen Brigitte Riebe und Gesine Hirsch. Brigitte Riebe ist promovierte Historikerin und begeistert seit vielen Jahren mit ihren historischen Romanen ihre zahlreichen Leserinnen und Leser. Gesine Hirsch ist Kunsthistorikerin und entwickelte die erfolgreiche Serie »Dahoam is Dahoam« für das Bayerische Fernsehen mit. Beide Autorinnen leben in München, wo auch ihre Krimireihe mit der sympathischen Rechtsmedizinerin Dr. Sofie Rosenhuth spielt.
Quelle: Amazon



Rezension:


Die Kalte Sofie hat nun bereits ihren fünften Fall zu lösen und irgendwie kann ich davon gar nicht genug bekommen. Wer die vier ersten Bücher gelesen hat, wird sich bereits ab der ersten Seite heimisch fühlen. Der urig bayerische Dialekt klingt in den Ohren und versetzt einen direkt nach München

Den beiden Autorinnen ist einmal wieder die perfekt Symbiose zwischen kriminalistischen Ermittlungen, Faktenwissen zur rechtsmedizinischen Arbeit oder Reliquien sowie kleinen, feinen gesellschaftlichen Einschüben und ganz viel zwischenmenschlichen Interaktionen gelungen. Ich fühlte mich über alle Seiten hinweg wunderbar unterhalten.

Neben der Lösung des Falls war ich natürlich auch an der Klärung der "geschlamperten Verhältnisse" interessiert. Im Dreiergespann von Sofie, Joe und Charly hatte ich meinen eigenen persönlichen Favoriten. Ob oder für wen sich Sofie am Ende entscheidet, verrate ich aber nicht. Und ohne die Vroni geht da auch nichts. Wer weiß, wo wir da landen würden.

Ein großes Augenmerk liegt dieses Mal auf Sofies Chefin Elke Falk. Durch Murmelchen hat Dr. Iglu ja in der Vergangenheit bereits sehr an Sympathie gewonnen. Heute erleben wir sie von einer weiteren, sehr menschlichen Seite. Sie tat mir an vielen Stellen ganz schön leid. 
Wo man bei Sofie immer wieder sagt: "Die mag ich.", ist man bei Elke Falk ständig hin und her gerissen. 

Im Vergleich für die lange Schreibzeit, die ein gutes Buch benötigt, um wirklich rund zu sein, ist es leider immer wieder allzu rasch ausgelesen. Am Ende bleiben die Vorfreude und das Warten auf ein nächstes Abenteuer. Ich hoffe doch sehr, dass uns die Sofie auch weiterhin mit auf Spurensuche nimmt. 

Donnerstag, 20. September 2018

Rezension "Inspector Swanson und die Frau mit dem zweiten Gesicht" von Robert C. Marley - DRYAS Verlag

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Taschenbuch: 250 Seiten
Verlag: Dryas Verlag; Auflage: 1 (27. August 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3940855782
ISBN-13: 978-3940855787
D: 11,00 Euro







Inhalt:


London 1894 – Während in den Salons der feinen Gesellschaft rauschende Feste gefeiert werden und spiritistische Sitzungen, Hellseher und Geisterbeschwörer der letzte Schrei sind, kommt auf dem Markt von Covent Garden ein Straßenjunge unter mysteriösen Umständen zu Tode. Was zunächst nach einem Routinefall aussieht, entpuppt sich schließlich als unheimliches Verbrechen, das Chief Inspector Swanson nicht nur an seinem gesunden Menschenverstand zweifeln lässt, sondern ihn und sein Team auch an die Grenzen ihrer Kräfte bringt …
Quelle: Amazon



Der Autor:


Robert C. Marley, geboren 1971, ist Autor, Kriminalhistoriker, Goldschmiedemeister und Mitglied des Syndikats – der Vereinigung deutschsprachiger Krimiautoren. Seit seiner Jugend liebt er Sherlock Holmes und Agatha Christie und besitzt ein privates Kriminalmuseum. Der Autor lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen in einer sehr alten Stadt in Ostwestfalen.
Quelle: Amazon



Rezension:


Ein neues Krimiabenteuer aus der Feder von Robert C. Marley entführt uns wieder in das viktorianische England. Liebhaber dieser Krimireihe treffen auf alte Bekannte, Neueinsteiger können dieses in sich abgeschlossene Buch problemlos ohne Kenntnis der vorangegangenen Teile lesen.

Dieses Mal beleuchtet der Autor die Situation der Kinder in den Straßen Londons. Hier herrscht ein hierarchisches Machtgefüge, dem sich besonders die Kinder unterzuordnen haben, um zu überleben.
Gleich zu Beginn müssen wir den qualvollen Tod eines Straßenjungen miterleben. Sein Freund Badger, der einzige Zeuge der Polizei, schwebt fortan in Lebensgefahr. Badger ist ein Junge, den man sofort ins Herz schließt, um den man immer wieder bangt und den man unbedingt beschützen muss. 

Inspector Swanson zeigt in diesem Zusammenhang einmal wieder sein untrügliches Gespür, aber vor allem seine menschliche Seite. Es gilt nicht nur einen Mord aufzuklären. Mysteriöse Begebenheiten bestimmen fortan seine Ermittlungen. 

Das inspirierendste Wiedersehen war für mich das mit Oscar Wilde. Besonders gefällt mir, dass den einzelnen Kapiteln im Buch jeweils ein Zitat von Oscar Wilde vorangestellt wurde. 
Ich mag diesen Menschen sehr, der sich dem damaligen Gesellschaftssystem nicht unterordnete und viele verschiedene Facetten in seinem Wesen vereint. Ja, er besaß den nötigen finanziellen Rückhalt, dennoch bedurfte es einer gewissen Portion Mut, vielleicht auch Übermut und Ignoranz, sich entgegen den ungeschriebenen Regeln der Gesellschaft zu verhalten.
Robert C. Marley gelingt es, Oscar Wilde so darzustellen, dass ich mir vorstellen kann, dass er sich zu Lebzeiten wirklich genau so verhalten haben könnte. Ich liebe den Schlagabtausch zwischen Inspector Swanson, Oscar Wilde, Arthur Conan Doyle und Frederick Greenland. Diese Passagen genieße ich jedes Mal.

Miss Louisa Balshaw ist eine sehr liebenswerte Person und sorgt für den mystischen Part in diesem historischen Kriminalroman. Mit ihr liegt dieses Mal auch ein Hauch von Liebe in der Luft.

Spannend und unterhaltsam, mit einem Spritzer Geschichtsunterricht, so liebe ich diese Buchreihe rund um die Ermittlungen von Inspector Swanson