Sonntag, 25. Februar 2018

Leserunde Let´s (sp)read "Unter schwarzen Federn" von Sabrina Schuh - 1. Leseabschnitt

Nach §2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diesen Beitrag als Werbung


Willkommen zum ersten Teil unserer Leserunde von "Unter schwarzen Federn" von Sabrina Schuh.

Wir haben in der vergangenen Woche den ersten Leseabschnitt beendet und uns auch bezüglich unserer Leseeindrücke ausgetauscht. Es fiel mir wahnsinnig schwer, nach dem 20. Kapitel eine Pause einzulegen, denn ich wollte doch so gern wissen, wie es mit Fee und Markus weitergeht.

Schon nach wenigen Seiten war ich mitten drin in den Ereignissen. Die Seiten haben sich rasch weg gelesen und der Schreibstil von Sabrina Schuh trifft den Nerv der Leserzielgruppe. Sie schafft es den jugendlichen Tonfall ihrer Protagonisten gut wiederzugeben. Bei einem Streit fallen auch einmal Sätze wie "Halt die Schnauze.", was in der besagten Situation auch gepasst hat. Gerade dieser Ausdruck kam in wütenden Wortwechseln noch mehrfach vor und passte für mich dann irgendwie nicht in den Kontext, in dem sich die beiden Protagonisten eigentlich unterhalten. Wenn im nächsten Satz das Wort Suizidversuch anstatt Selbstmordversuch  verwendet wird, mutet die genannte Ausdrucksweise merkwürdig an. Im weiteren Verlauf der Handlung fand ich die Dialoge dagegen sehr stimmig und passend.

Fee und Markus wirken authentisch und sympathisch. Ich habe beide direkt ins Herz geschlossen. Sie tragen jeder ein eigenes Päckchen an Schicksalsschlägen und Problemen mit sich herum und doch scheinen sie einander ähnlicher, als man auf den ersten Blick erahnen möchte. Zwischen beiden herrscht von Beginn an eine besondere Verbindung.

Fee ist in sich recht widersprüchlich. Nach außen hin rebelliert sie, trägt Springerstiefel und schwarze Klamotten. Trotz der Ausgrenzung durch ihre Mitschüler ist sie nicht bereit, sich anzupassen. Sie ist sich ihrer wahren Stärke nicht wirklich bewusst und dennoch sehr verletzlich. Fee sehnt sich einfach nur nach Verständnis und Geborgenheit.
Markus ist beliebt, Schulsprecher und wird von allen anerkannt. Seine Vergangenheit und die damit verbundene Traurigkeit verbirgt er geschickt vor der Außenwelt. Er hat sich eine eigene heile Welt aufgebaut, hinter deren Mauern er sich sicher fühlt. Durch Fee wird ihm bewusst, dass er mehr Rückgrat zeigen muss.


"Unter schwarzen Federn" ist nicht einfach nur eine Märchenadaption. Hier werden vor allem die Themen Mobbing, Depressionen und Suizid angesprochen. Die Handlung gibt den Lesern sehr viele Gedanken mit auf den Weg.
Ich habe das Gefühl das Thema Mobbing ist seit einigen Jahren erst wirklich präsent und in seiner Form aggressiver geworden. Ja, in meiner Schulzeit gab es auch schon Anflüge dessen, aber nicht in diesem Ausmaß. Streitigkeiten wurden eher direkt ausgetragen. Doch über das Internet und die uns heute zur Verfügung stehenden Medien ist es einfacher geworden, jemanden anzugreifen, ohne mit dem Opfer in direkte Konfrontation zu geraten. Es bleibt anonymer bzw. distanzierter, dafür erreichen derartige Attacken eine breitere Masse und sind öffentlicher. Bisher empfand ich unsere Kinder immer offener und toleranter, als uns Erwachsene. Meine Mädels hatten bisher zum Glück keine Probleme und wurde so akzeptiert, wie sie sind. Leider musste ich feststellen, dass diese Tendenz nunmehr bereits in der Grundschule immer mehr verloren geht.

Mit Voranschreiten der Mobbingattacken und dem höheren Stresspegel in Schule und Beruf bzw. dem Erfolgsdruck, haben auch die Fälle von Depressionen und Suiziden zugenommen.
Depression ist eine bösartige Erkrankung, da sie noch immer von der Gesellschaft nicht wirklich wahrgenommen wird. Es ist nichts, was man sehen oder fassen kann, da sich ja alles auf der psychischen Ebene abspielt. Dadurch trifft man oft auf wenig Verständnis. Die Betroffenen  sind sich ihrer Krankheit bewusst, stehen den damit einhergehenden Gefühlen aber hilflos gegenüber. Ich kenne dies aus der näheren Verwandtschaft. Es belastet die Betroffenen genauso wie Angehörige und Freunde.
Ein ehemaliger Schulkamerad von mir hat sich vor einigen Jahren das Leben genommen. Später erfuhren wir, dass er seit vielen Jahren unter Depressionen gelitten hat. Auch wenn wir eine lange Zeit keinen Kontakt hatten, war ich sehr betroffen. Da kommt man dann ins Grübeln und stellt sich die Frage nach den Warum. Oft begehen gerade diejenigen einen Suizid, von denen man es am wenigsten erwartet hätte. Es sind nicht die schwachen und hilfsbedürftig wirkenden Menschen, sondern oft diejenigen, die nach außen hin so stark erscheinen.
Um Hilfe zu bekommen braucht es jemanden, der einen unterstützt und den nötigen Halt gibt, aber auch den Willen, sich helfen zu lassen. Bei Fee ist der erste Schritt getan. Doch die Ursachen liegen nicht nur beim Mobbing in der Schule und ich bin gespannt, welche Entwicklungen sich im weiteren Verlauf der Handlung ergeben werden.



Mit Unterstützung von Sabrina Schuh gibt es für Euch am Ende unserer Leserunde 3x je ein signiertes Print von "unter schwarzen Federn" mit Lesezeichen und Postkarte zu gewinnen.

Auf allen teilnehmenden Blogs stellen wir Euch heute, am 04.03.18 und 11.03.18 jeweils eine Frage. So könnt ihr an jedem Sonntag 10 Lose, also insgesamt bis zu 30 Losen sammeln, mit denen ihr am Ende in den Lostopf hüpft.

Gewinnspielfrage:

Musstet ihr Euch schon einmal gegen Mobbing wehren oder habt ihr derartige Situationen schon einmal bei anderen Personen miterleben müssen?

Das Gewinnspiel startet am 25.2.18 und endet am 12.3.18 um 23:59 Uhr.
Beachtet bitte unsere Teilnahmebedingungen!





Kommentare:

Manuela Schäller hat gesagt…

Huhu,
Danke für den tollen Beitrag.
Ja ich hatte schon ein solches Erlebnis.
Ich habe eine neue Arbeitsstelle angefangen und durch mein kleines Kind nicht so arbeiten wie die anderen, da ja der Kindergarten erst um 6 öffnet.
Das hat den Kollegen gar nicht gefallen und ich durfte das schnell spüren, ins Gesicht waren sie sehr freundlich aber genau das ist ja das denn es wird sehr geschickt gemacht.
Ich habe da nicht lange gearbeitet, denn das wollte ich mir nicht antun.

LG Manu

Anonym hat gesagt…

Liebe Anja,
zum Glück war ich bisher nicht von Mobbing betroffen. Ungerechtigkeiten, Hänseleien und Ausgrenzungen gibt es an jeder Ecke, aber wo ist es einer schlechten Laune, Missverständnis oder sonst etwas geschuldet und wo fängt bewusstes, böswilliges Mobbing an?
Auch eine meiner früheren Schulfreundinnen hat sich vor vielen Jahren das Leben genommen und ich habe immer noch eine Gänsehaut, wenn ich darüber nachdenke. Sie war auch ein, die stark rüberkam...und es wohl doch nicht war.

Liebe Grüße, Heike

Anja Schmidt hat gesagt…

Ich kann leider nicht direkt auf Eure Kommentare antworten, dann einfach mal kurz auf diese Weise.

Oh, Manuela, das tut mir leid. Ich hoffe, Du hast eine neue, angenehmere Arbeitsstelle gefunden.

Ja, Heike, man steht dann immer so hilflos daneben und fragt sich, was man hätte unternehmen können.

Ilona hat gesagt…

Hallo,
nein ich kann von Glück sagen, damit noch nie Erfahrung machen zu müssen.

Grüße Ilona