Mittwoch, 30. Mai 2018

Rezension "Blue Note Girl" von Bernd Richard Knospe - ProTalk Verlag

Nach §2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diesen Beitrag als Werbung





Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Pro-Talk (15. März 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3939990469
ISBN-13: 978-3939990468
D: 14,90 Euro







Inhalt:


Ein Jazzkonzert mit fatalem Ausgang - Auf den Spuren einer Vermissten:

Die junge, aufstrebende Jazzsängerin Janina Nossak gibt in Hamburg ein fulminantes Konzert und verschwindet anschließend spurlos. 15 Jahre später stößt der Journalist Eric Teubner bei der Recherche für ein neues Buchprojekt auf einen alten Mitschnitt dieses Konzerts und glaubt, darauf einen entscheidenden Hinweis auf das mögliche Verbrechen entdeckt zu haben. Fasziniert, fast besessen von der Sängerin und ihren düsteren Songtexten, beginnt er, den alten Fall neu aufzurollen. Bald wird klar, dass der Journalist nicht der Einzige ist, der immer noch im Bann der zerbrechlichen Sängerin steht.

Unterstützung erhält Teubner unverhofft vom hartgesottenen Privatdetektiv Jensen, der damals erfolglos nach Janina gesucht hatte. Doch kann er dem kauzigen Eigenbrötler auch trauen? Und wer versucht mit allen Mitteln zu verhindern, dass alte Erinnerungen wieder freigesetzt werden?

Mit seinen Ermittlungen setzt Teubner eine verheerende Ereigniskette in Gang und am Ende muss nicht nur er einen hohen Preis dafür zahlen denn wenn man Staub aufwirbelt, bleibt manchmal nur verbrannte Erde zurück...

In seinem packend geschilderten, atmosphärisch dichten Kriminalroman legt Bernd Richard Knospe mit erzählerischer Bravour Schicht um Schicht den Kern einer schon verloren geglaubten Wahrheit frei. Auf kunstvolle Weise arrangiert er seine Figuren um die abwesende Protagonistin im Zentrum der Erzählung, lässt vergangene und gegenwärtige Dämonen ans Licht treten. Blue Note Girl überzeugt nicht nur durch brillante, pointierte Dialoge und markante, komplex gezeichnete Charaktere Knospes mehrstimmig erzählte Komposition ist auch eine Verbeugung vor der Macht der Musik.
Quelle: Amazon




Der Autor:


Geboren 1958 in Hamburg/Groß Borstel.

Die Leidenschaft für das Schreiben entwickelte sich schon während der frühen Schulzeit. Sie wuchs mit der Erkenntnis, wie wunderbar es ist, aus einer schier unerschöpflichen Fantasie heraus aus der Wirklichkeit etwas völlig Neues zu machen; Figuen erfinden und ihnen ein ganz besonderes Schicksal zu geben. Für sie das wahr werden zu lassen, was man sich selbst erträumte.

Diese Begeisterung wurde früh erkannt und sanft gefördert vom Erlanger Großvater Richard Knospe, der seinen Enkel mit aufmerksamen Interesse (und fünf Mark pro Geschichte) anzuspornen wusste.

Zuvor war die Lust auf das Erfinden von Geschichten bereits in jungen Jahren von der älteren Schwester Marion nachhaltig geweckt worden - weil sie ohne Gute-Nacht-Geschichte einfach nicht einschlafen wollte.

Erste literarische Fußspuren in Anthologien und Zeitschriften (Kurzgeschichten und Gedichte) in den Achtzigerjahren.

Veröffentlichung in Romanzeitschriften als freier Autor in den Neunzigerjahren.

2000 – 2003 Erstellung einer Familienchronik „Spuren“ auf Basis der Tagebücher Marga Meyer und der Lebenserinnerungen von Charlotte Rogall und Druck einer kleinen Auflage des Buches für Familie und Freunde.

Von 2003 - 2013 intensive Aktivitäten in Kurzgeschichten-Foren (online-romane.de, kg.de später wortkrieger.de), was sich als wertvolle und wichtige Lehrzeit erwies, um den nächsten großen Schritt zu wagen: den ersten Roman!

2013 Beginn des ersten Kriminalromans „Blue Note Girl“, der im November 2016 zunächst im eBook Format bei hey! publishing erschien. Drei weitere bisher noch nicht veröffentlichte Kriminalromane/Thriller sind seitdem fertig gestellt. Der fünfte Roman ist in Arbeit.

Jenseits der Schriftstellerei seit langer Zeit glücklich verheiratet.
Mit Leib und Seele immer ein Hamburger Jung geblieben.
Seit vielen Jahren in einem Unternehmen der Medienbranche beschäftigt.
Wichtigste Erkenntnis, worauf es im Leben ankommt: TIMING!
Wichtigster Rat: Der beste Zeitpunkt für einen Beginn ist JETZT!
Quelle: Amazon



Rezension:


Ging es Euch schon einmal so, dass ihr über eine reale Person aus einem Buch bzw. Film mehr erfahren wolltet? In der Regel ist dies recht einfach. Über das Internet lassen sich sehr viele Daten recherchieren. 
Doch was, wenn diese Person seit 15 Jahren verschwunden ist. Ihre Persönlichkeit und ihr Charisma aber so nachhaltig wirken, dass Ihr euch dieser Sogwirkung nicht entziehen könnt? So ergeht es Eric Teubner. Allein die verwackelte Aufnahme eines einzigen Konzertes lässt ihn nicht mehr los. Die Suche nach der damals verschwundenen Sängerin wird für ihn zu einer Obsession. Hierfür setzt er sogar sein privates Glück aufs Spiel.

Im Fokus dieses Krimis steht das ungewisse Schicksal eines jungen Mädchens - Janina Nossak.
Nachdem die ursächlichen Zusammenhänge erklärt sind, wechseln die Sichtweisen auf diesen Fall. Als Leser bewegt man sich zwischen aktuellen Verwicklungen und der Vergangenheit. Die Zeitsprünge sind übersichtlich angelegt und die Perspektivwechsel leicht zu verfolgen. Die Spannung baut sich erst allmählich auf und hält am Ende den Bogen stetig aufrecht. 
Es sind vor allem die psychischen Abgründe, die den Leser in den Bann ziehen. Wie verändern uns Erlebnisse und Ereignisse? Der Autor zeigt verschiedene Obsessionen und ihre Ausmaße auf das Leben der betroffenen Personen und ihrer Umgebung. Aber auch, wie weit Menschen aus Liebe oder einfach reiner Zuneigung gehen können.

Leider werden recht viele Klischees herangezogen, so dass sich dieser Kriminalroman nicht wirklich aus der breiten Masse heraushebt. Da ist der alkoholkranke Expolizist, dessen Leben total verkorkst ist und der in der Lösung dieses einen letzten Falls seine Erlösung sieht. Oder der todkranke Privatdetektiv, Frank Jensen, der einige dunkle Geheimnisse verbirgt und die Grenzen der Gesetzmäßigkeiten ständig überschreitet. Selbst die weiblichen Protagonisten müssen sich dem Schubladensystem fügen. Hier hätte ich mir innovativere Ideen für die Ausgestaltung der Charaktere gewünscht. 

Dennoch bietet "Blue Note Girl" interessante und unvorhersehbare Wendungen. Die Charaktere sind nicht darauf angelegt, Sympathien zu erzeugen. Sie sind facettenreich und bleiben auch nach dem Lesen im Kopf lebendig. Der Krimi lebt von dem Geheimnis rund um das Verschwinden von Janina Nossak. Die Aufklärung dessen, was vor 15 Jahren geschah, offenbart sich in seinem ganzen Ausmaß wirklich erst am Ende. Bis dahin schickt uns der Autor immer wieder auf falsche Fährten.

Bernd Richard Knospe hat hier einen soliden Krimi geschaffen, der trotz einiger Kritikpunkte gute Unterhaltung verspricht.


Donnerstag, 24. Mai 2018

Rezension "Kalter Sand" - Küsten Krimi von Anja Behn - Emons Verlag

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Taschenbuch: 240 Seiten
Verlag: Emons Verlag (15. März 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3740802812
ISBN-13: 978-3740802813
D: 10,90 Euro







Inhalt:


Düster und eiskalt - Die Ostsse offenbart eine unheilvolle Vergangenheit.

Kunsthistoriker Richard Gruben reist an die Ostsee, um die Vernissage seines Freundes Philipp Stöbsand zu besuchen. Kaum angekommen, erfährt er von einem ungeklärten Verbrechen, das den kleinen Küstenort vor Jahren erschütterte. Ein junges Mädchen war erdrosselt worden, der einzige Verdächtige damals: Philipp. Immer tiefer taucht Gruben in dessen verstörende Vergangenheit ein, ohne zu ahnen, wie nah ihm das Grauen gekommen ist.
Quelle: Amazon




Die Autorin:


Anja Behn, geboren 1972 in Rostock, studierte Bauingenieurwesen und arbeitet in einer Rostocker Baufirma. Sie lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf in Mecklenburg.
Quelle: Amazon



Rezension:


Richard Gruben gerät erneut in einen geheimnisvollen Kriminalfall. Dieses Mal ist er persönlich betroffen, denn bei dem Verdächtigen, Philipp Stöbsand, handelt es sich um einen langjährigen Freund. Der Exzentrische Künstler konnte sich auch sechs Jahre nach dem Mord nicht von den Verdachtsmomenten befreien. Diese Belastung hat sein Leben extrem beeinflusst.
Warum hat der Freund sich ihm nicht anvertraut? Kann man einen Menschen ein Leben lang kennen und kennt ihn doch nicht? Kann man sich so in einer Person täuschen? Trotz aller augenscheinlichen Beweise, regen sich in Richard Gruben die Zweifel.
Als auch noch die mysteriöse Jette in sein Leben tritt, wird es kompliziert. Was verbindet Jette mit Philipp?

Lebendige, vielschichtige und vor allem authentische Charaktere nehmen uns mit auf kriminalistische Spurensuche. Bereits der Prolog erzeugt eine nachhaltige Spannung. Diese setzt sich geschickt unterschwellig angelegt fort und nimmt im Laufe der Handlung immer mehr an Fahrt auf. 


Gut platzierte Cliffhanger mit harmonischen Perspektivwechseln, geben der Handlung immer wieder neuen Aufschwung und überraschende Wendungen schicken den Leser in die Irre. Vorhersehbare erscheinende Entwicklungen täuschen, gewonnene Erkenntnisse müssen neu überdacht und gefasste Theorien verworfen werden. 
Dazu erzeugt die von Anja Behn beschriebene Kulisse der stürmischen Ostseelandschaft eine besondere düstere und geheimnisvolle Stimmung.

"Kalter Sand" schafft es, uns auch ohne blutige Gemetzel in Atem zu halten. Anja Bahn setzt auf die durch ihren eindringlichen Schreibstil hervorgerufenen Emotionen und die Vorstellungskraft ihrer Leser. Ich kann Euch diesen Küstenkrimi wärmstens empfehlen.


Donnerstag, 17. Mai 2018

Rezension "Mörderische Teatime" - Ein Irland-Krimi (Britcrime) von Ivy Paul - Dryas Verlag

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Taschenbuch: 246 Seiten
Verlag: Dryas Verlag (20. Februar 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3940258830
ISBN-13: 978-3940258830
D: 11,00 Euro





Inhalt:


Anne Cleary, Moderatorin der berühmten Vorabendshow „Teatime with Annie“, wird bei der Vorbereitung der Dreharbeiten im B&B „Tae agus Ceapaire“ ermordet. Am Abend zuvor hatte sie sich mit ihrer Jugendfreundin Mae Pennywether gestritten, worauf diese ihr wutentbrannt einen qualvollen Tod gewünscht hatte. Mae gerät daher unter Tatverdacht und beginnt zu ermitteln, um den wahren Täter zu finden.

Als kurz darauf jemand versucht, Annes Co-Moderator zu vergiften, verdichten sich die Hinweise, dass die Tearoom-Besitzerin Clarissa Nelson nicht nur Gelegenheit, sondern auch Motive für beide Verbrechen hatte. Schließlich kannte auch sie Anne aus Jugendtagen und war von ihr für eine Karriere beim Fernsehen aufs Übelste im Stich gelassen worden.

Doch wie soll Mae Clarissas und ihre eigene Unschuld beweisen?
Quelle: Amazon


Die Autorin:


Ivy Paul lebt und arbeitet in Augsburg, als begeisterte Do-it-yourself-Anhängerin frönt sie der Seifensiedekunst und dem Kosmetik rühren.

Irland übt seit je her eine große Faszination auf sie aus und so hat sie einige Roman geschrieben, die genau dort spielen. Im Februar 2018 erschien ihr zweiter Cozy-Krimi "Mörderische Teatime" beim Dryas Verlag.

Obwohl ihre große Leidenschaft Romance und Liebesromane gehört, hat sie auch Fantasy (unter dem Pseudonym Lynn Carver) und einen humorvollen Augsburg-Krimi (Jo Stephan) geschrieben.

Man findet Ivy Paul auf Facebook, Instagram und unter ihrer Website.
Quelle: Amazon



Rezension:


Lasst Euch in einen kleinen, typisch irischen Ort entführen. Man kennt sich untereinander gut und doch verbergen sich auch hier hinter den zugezogenen Gardinen die ein oder anderen Geheimnisse. 
Alter Groll tritt zu Tage, als Anne Cleary nach Jahren der Abwesenheit mit ihrem Fernsehteam in ihrem Heimatort auftaucht. Übrigens eine recht unsympathische Zeitgenossin. 

Doch haben die alten Geschichten wirklich so tiefe Wunden geschlagen, dass es zu einem Mord reicht? Oder sind Tatmotiv und Mörder an ganz anderer Stelle zu suchen?

Ivy Paul hat mit Mae Pennywether bereits in "Der Tote in Whiskey-Fass" mein Leserherz erobert. 
Ein wenig wie Miss Marple agiert diese neugierige alte Lady und schafft es mit irischem Humor und Scharfsinn, die komplizierten Zusammenhänge zu entwirren. Wer kann da schon widerstehen. So ist auch der junge Inspektor machtlos gegen ihren Charme und nach kurzer Zeit sogar auf ihre unkonventionelle Hilfe angewiesen.

Kurzweilig, mit hintergründigem Humor und viel Liebe zum Detail, konnte mich Ivy Paul erneut fesseln. Man sollte diesen Krimi gemütlich mit einer passenden Tasse Tee genießen.



Samstag, 12. Mai 2018

Rezension "Tödliches Serum" (Jessica-Wolf-Krimi 2) von Katrin Rodeit - Independently published

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Taschenbuch: 318 Seiten
Verlag: Independently published (4. Mai 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1980982872
ISBN-13: 978-1980982876
D: 9,99 Euro







Inhalt:


Der beliebte und renommierte Kinderarzt Dr. Harald Fechner wird tot in seinem Haus aufgefunden. Während Kriminalhauptkommissarin Jessica Wolf und ihr neu zusammengewürfeltes Team noch aufzuklären versuchen, ob es ein Mord war, wird eine Erzieherin auf heimtückische Art erschossen. Als unabhängig davon auch noch ein Erpresserschreiben eingeht, wird das beschauliche Ulm in Angst und Schrecken versetzt. Die Ermittler stehen vor einem Rätsel und kommen doch in keinem der Fälle weiter. Bis sie plötzlich einem unglaublichen Skandal auf der Spur sind …
Quelle: Amazon




Die Autorin:


Katrin Rodeit wurde 1977 am Rande der Schwäbischen Alb in Ulm geboren und ist dort aufgewachsen. Nach dem Abitur mit Schwerpunkt BWL hat sie eine Ausbildung zur Diplombetriebswirtin Fachrichtung Bank (BA) absolviert. Bis 2008 hat sie als Kundenberaterin bei Leasinggesellschaften gearbeitet.
Mittlerweile lebt sie mit ihrer Familie in der Nähe von Ulm und arbeitet seit 2015 ausschließlich als freie Autorin.
Quelle: Amazon




Rezension:


Was verbindet einen Kinderarzt, eine Kindergärtnerin und eine Mitarbeiterin des staatlichen Gesundheitsamtes miteinander? Oder stehen diese Fälle in gar keinem Zusammenhang? Die Ulmer Polizei ermittelt auf Hochtouren. 

"Tödliches Serum" ist ein Krimi, der bis zum Ende Spannung verspricht. Der Täter und auch sein Motiv bleiben bis kurz vor Schluss im Dunkeln. Dabei sind die Beweggründe erschreckend nah am wahren Leben. Am Ende empfand ich sogar so etwas wie Sympathie und Mitleid mit dem Mörder. Warum, versteht Ihr erst, wenn Ihr das Buch gelesen habt.

Katrin Rodeit hat einen etwas verschnörkelten Schreibstil, wodurch sich immer wieder kleinere Längen in die Handlung einschleichen. Mir fiel dies sehr ins Auge, da auch ich gern beim Schreiben dieser Versuchung erliege. Trotzdem wurde der Spannungsbogen immer wieder aufgegriffen und nimmt gegen Ende noch einmal richtig Fahrt auf. 

Katrin Rodeit hält die Leser über 318 Seiten hinweg in Atem. Ihre Figuren und die Handlungsorte werden gerade aufgrund dessen auch so bildlich und authentisch dargestellt. Die Autorin beleuchtet die polizeiliche Ermittlungsarbeit und das private Umfeld gleichermaßen. Dadurch bekommt man ein gutes Gefühl für die Menschen hinter den Kulissen der Polizeiarbeit. Mit der Ermittlerin Jessica Wolf wurde ich recht schnell warm. Aber auch Nebenfiguren werden perfekt in Szene gesetzt. Hier bietet sich viel Potential für weitere Teile.

Da mir erst im Laufe des Lesens bewusst wurde, dass es sich bereits um den zweiten Teil einer Reihe handelt, kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass sich "Tödliches Serum" auch ohne Kenntnis des ersten Bandes problemlos lesen lässt. Jedoch bin ich nun infiziert und möchte unbedingt noch den ersten Teil "Lauernde Schatten" lesen.




Mittwoch, 9. Mai 2018

Rezension "So sprach Achill" von Alessandro Baricco - Hoffmann und Campe Verlag

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Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: HOFFMANN UND CAMPE VERLAG GmbH (20. Februar 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3455405797
ISBN-13: 978-3455405798
D: 15,00 Euro







Inhalt:


Der edle Hektor, der listenreiche Odysseus, der rachsüchtige Achilles und der göttergleiche Paris schildern die blutigen Schlachten der Antike zwischen Griechen und Troianern aus ihrer ganz persönlichen Perspektive: Alessandro Baricco, der große italienische Autor und Philosoph, erzählt Homers Epos der Ilias über den trojanischen Krieg nach, indem er die Figuren selbst zu Wort kommen lässt und erschafft einen Roman, der einem modernen Krimi gleicht. Dabei entblättert er eine zutiefst menschliche Geschichte, die in ihrer Dramatik ihresgleichen sucht. Die Ilias ist nicht umsonst das große Werk der Weltliteratur, das Gewalt und Liebe als grundlegende Themen des Menschen erzählt und dabei die gesamte Geistesgeschichte geprägt hat – und das heute von tragischer Aktualität ist.
Quelle: Amazon



Der Autor:


Alessandro Baricco, 1958 in Turin geboren, studierte Philosophie und Musikwissenschaft. Er ist Mitherausgeber verschiedener Literaturzeitschriften und von La Repubblica. Neben seinen Romanen hat Baricco zahlreiche Essays, Erzählungen und Theaterstücke verfasst, sein Roman Seide wurde zum internationalen Bestseller. Baricco wurde mit dem Premio Campiello, dem Premio Viareggio und dem Prix Médicis Étranger ausgezeichnet. Zuletzt erschien bei Hoffmann und Campe Die junge Braut (2017).
Quelle: Amazon



Rezension:


Wer meinem Blog schon länger folgt, weiß, dass ich Alessandro Baricco seit langem für mich entdeckt habe und die Bücher dieses Autors liebe. Sie zeugen immer wieder von einer bewundernswerten Wandlungsfähigkeit. So hat er mich auch mit "So sprach Achill" überrascht und mir neue Wege aufgezeigt. 

Ich gebe zu, ich habe weder die Ilias gelesen, noch entsprechend authentische Verfilmungen gesehen. Dennoch besitzen wir alle ein gewisses Grundwissen in Bezug auf die griechischen Heldengeschichten rund um Odysseus, die schöne Helena und auch Achill und Aeneas sind uns ein Begriff.
Die Schilderungen des Trojanischen Krieges waren mir dementsprechend soweit oberflächlich bekannt, dass ich den Ereignissen gut folgen konnte. 

Das Szenario der Kämpfe und das Geschehen hinter den Kriegslinien kommen nicht als Heldenepos daher. Die Götter und ihre Verstrickungen in diesem Werk, hat der Autor komplett eliminiert.
Baricco verleiht dieser Erzählung dadurch etwas Menschliches. Es macht die Ereignisse transparenter. Er zeigt, wie zermürbend und zerstörerisch Kriege sind, wie sehr sich die Menschen in ihrem Innersten nach Frieden sehnen. Sie sind des Kämpfens müde. Eigentlich besteht kein wahrer Hass zwischen ihnen, sie bringen einander sogar einen gewissen Respekt und Hochachtung entgegen und dennoch können sie diesen Krieg nicht einfach beenden. Aufgeben bedeutet Schmach. 
Alessandro Baricco verwebt klassische mit aktuellen Bezügen und erschafft so ein neues Gesamtwerk. 

Alessandro Baricco hat eine wunderbare Neuauflage des bekannten klassischen Stoffes geschaffen, der in seiner gekürzten Fassung sowohl informativ, als auch aktuell ist. Seine ganz eigenen Einschübe und Ergänzungen sind in den Formulierungen typisch für den Autor. Ans Herz möchte ich jedem auch das persönliche Nachwort von ihm legen.

Sonntag, 6. Mai 2018

Rezension "Jedem Anfang wohnt ein verdammter Zauber inne" von Andrea Harmonika - Bastei Lübbe

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Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch); Auflage: 1. Aufl. 2018 (26. Januar 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404609670
ISBN-13: 978-3404609673
D: 10,00 Euro






Inhalt:


Andrea Harmonika leidet unter emotionaler Inkontinenz, faltet Jugendliche im Schwimmbad zusammen und zieht in ihrer Freizeit liebevoll Gemüse groß, das ihre Kinder dankend ablehnen. Manchmal fragt sie sich, ob aus ihnen wirklich verpimpelte Sitzpinkler werden, wenn sie auf jeden Kratzer ein Piratenpflaster klebt und findet, dass früher alles anders, und nicht besser war.

Brüllend komisch und mit schmerzlich hoher Treffsicherheit nimmt die 2-fache Mutter jeden noch so wunden Punkt ihrer Elternschaft aufs Korn. Ein Muss für alle Eltern und solche, die es werden wollen.


"Bei ihren Texten hat man oft Tränen in den Augen - meistens vor Lachen, manchmal vor Rührung, aber jedes Mal treffen sie mitten ins Herz."

Danielle Graf von "Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn."
Quelle: Amazon



Die Autorin:


Andrea Harmonika, fast 40, ist von Beruf Nicht-Schriftstellerin und lebt mit ihrer Familie in einem Handvoll-Haeuser-Dorf in Norddeutschland. Seit 2014 schreibt sie ueber den Sinn und Unsinn mit Kindern auf ihrem Blog Unterhaltung auf mittlerem Niveau, wo sie bereits nach 10 Monaten die 1-Million-Klickmarke knackte. Neben einer kleinen Auswahl ihrer reichweitenstärksten Beiträge bietet ihr Buch vor allem 50 brandneue Geschichten. Schließlich soll sich der Griff zum verdammten Zauber nicht nur für Neu-LeserInnen lohnen.

"Bei ihren Texten hat man oft Tränen in den Augen - meistens vor Lachen, manchmal vor Rührung, aber jedes Mal treffen sie mitten ins Herz."
- Danielle Graf von "Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn -
Quelle: Amazon


Rezension:


Nachdem ich das Cover dieses Buches gesehen hatte, war mein Interesse geweckt. Titel und der Blick des in der Nase bohrenden kleinen Mädchens hatten es mir sofort angetan. Der Klappentext verstärkte den Sog und so habe ich ein paar wundervolle Stunden zwischen den Seiten dieses Buches verbracht. 

Viele emotional bewegende und vor allem humorvolle Kapitel erwarteten mich. Manche habe ich intensiver als andere gelesen. Der augenzwinkernde Blick in die Welt von Eltern und Kindern offenbarte so viele Parallelen zu unserer Familie. Dabei gibt es auch ernsthaftere Passagen, die voller Wahrheiten stecken und zeigen, wie sehr so ein kleiner Erdenbürger unser Leben beeinflussen kann. 

Wer kennt sie nicht, diese Situationen, in denen man schier aus der Haut fahren möchte und dann vor Liebe die Gefühle überschwappen. Kleine Alltagssituationen, in denen man sich fragt: "Geht es anderen Müttern oder Vätern auch so?". Wir können beruhigt sein, viele Alltäglichkeiten spielen sich analog auch in anderen Familien ab. Gerade die Schilderungen des nervenaufreibenden Zähneputzens ließen mich schmunzeln. Ja, diese Situation kenne ich. 
Erinnert Ihr euch an die kuriosen Gespräche mit den Kleinen und späteren ernsthafteren mit den Großen?  Man vergisst so schnell und sollte die Welt doch öfter auch einmal wieder mit Kinderaugen betrachten. Natürlich ist nicht alles zu Verallgemeinern und doch wird sich jeder irgendwo wiederfinden.

Andrea Harmonika hält uns einen Spiegel vor, der beruhigt und uns zeigt, wie schön und einzigartig das Leben mit Kindern ist. Humorvoll, witzig und mit einem Hauch Ironie treffen ihre Beschreibungen immer wieder ins Schwarze. Ich habe oft laut aufgelacht und in Erinnerungen geschwelgt bzw. stecke zum Teil noch mitten drin in diesen wiederkehrenden Phasen zwischen Staunen, Beschützerinstinkt, dem aus der Haut fahren und überbordender Liebe. Ja, Kinder bereichern und verändern unser Leben jeden Tag aufs Neue.

Kinder verändern und bereichern unser Leben wie sonst keiner. Andrea Harmonika hat es geschafft, die kleinen und großen Begebenheiten mit ihnen in wundervolle Texte zu kleiden, bei denen sich ein jeder wiederzufinden vermag.

"Jedem Anfang wohnt ein verdammter Zauber inne" ist ein wundervolles Buch für alle Eltern und diejenigen, die es noch werden möchten.

Mittwoch, 2. Mai 2018

Rezension "Black Rabbit Hall" von Eve Chase - Blanvalet Verlag - hello Sunshine - (#Werbung)

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Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag; Auflage: Erstausgabe (29. Februar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3764505605
ISBN-13: 978-3764505608
Originaltitel: Black Rabbit Hall
€ 19,99 [D] inkl. MwSt.
€ 20,60 [A] | CHF 27,90*
(* empf. VK-Preis)







Inhalt:


Eine Familie. Ein Geheimnis. Ein Sommer, der alles verändert ...

Amber Alton weiß, dass die Stunden auf Black Rabbit Hall, dem Sommersitz ihrer Familie, anders vergehen, ihren eigenen Takt haben. Es ist ruhig und idyllisch. Bis zu einem stürmischen Abend 1968. Vereint durch eine unfassbare Tragödie, müssen sich die vier Alton-Geschwister mehr denn je aufeinander verlassen. Doch schon bald wird diese Verbundenheit auf eine harte Probe gestellt.

Jahrzehnte später fahren Lorna Smith und ihr Verlobter Jon auf der Suche nach einem Ort für ihre Hochzeitsfeier durch die wilde Landschaft Cornwalls – und stoßen auf ein altes, leicht verfallenes, aber wunderschönes Haus. Ein Haus, das Lorna nach und nach seine schönsten Geschichten und traurigsten Momente verrät ...
Quelle: Blanvalet Verlag



Die Autorin:


Eve Chase wollte schon immer über Familien schreiben – solche, die fast untergehen aber irgendwie doch überleben – und über große, alte Häuser, in denen Familiengeheimnisse und nicht erzählte Geschichten in den bröckelnden Steinmauern weiterleben. Eve Chase ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Oxfordshire.
Quelle: Blanvalet Verlag




Rezension:


Ein Familiendrama vor der malerischen Kulisse Cornwalls. Dieser Sommer 1968 verändert einfach alles. 

Black Rabbit Hall
– verwunschen gelegen, idyllisch und doch so voller Tragik.
Einst war es ein Ort, an dem man die Konventionen und gesellschaftlichen Zwänge vor den Toren des Anwesens abstreifen und eine bis dahin ungeahnte Freiheit genießen konnte. Ein Ort voller Harmonie und Liebe. Die Zeit läuft hier langsamer und folgt anderen Regeln. Es beherbergt aber auch die Geschichte einer Familie, die mit dem Tod der Mutter in ihren Grundfesten zerbricht und durch Schuldgefühle, verletzte Eitelkeiten und Intrigen fast zerstört wird. 


Es begann auf Black Rabbit Hall und hier schließt sich am Ende wieder der Kreis.

Die Geschichte der Familie Alton wird auf zwei Zeitebenen erzählt. 
Ich liebe es, wenn zwei Handlungsstränge sich berühren und am Ende zu einem großen Ganzen zusammenfließen. Wie Gegenwart und Vergangenheit zusammenhängen, wird erst im Verlauf der Ereignisse wirklich klar. Mir gefielen die Schilderungen und Erlebnisse der Vergangenheit eher, da diese emotionaler gestaltet sind. Erst am Ende, als sich der Kreis wieder komplett schließt, war diese emotionale Basis auch in der Gegenwartsperspektive intensiv spürbar.

Black Rabbit Hall ist ein magischer Ort, an dem alles möglich erscheint. Dennoch werfen verschmähte Liebe, verletzte Gefühle und Machtstreben eisige Schatten auf das Anwesen und seine Bewohner. Die Charaktere sind vielschichtig und wachsen einem als Leser rasch ans Herz. Eve Chase versteht es, die Zerrissenheit und Verletzlichkeit der Kinder nach dem Tod der Mutter aufzuzeigen. Ihnen fehlt der Halt, die Stütze und vor allem Liebe, denn mit dem Tod der Mutter haben sie noch sehr viel mehr verloren, als man auf den ersten Blick erkennen mag.

Es gelingt der Autorin trotz kleinerer Längen, den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten bzw. zu intensivieren. Als Leser möchte man unbedingt die Geheimnisse rund um Black Rabbit Hall lösen.

Eve Chase versteht es, die Gefühle ihrer Leser zu lenken. Jedem sei angeraten, unbedingt auch den Epilog am Ende des Buches zu lesen. An dieser Stelle überfluteten mich die Gefühle regelrecht.