Samstag, 23. Juni 2018

Rezension "Der Himmel über unseren Träumen" von Heidi Rehn - Droemer Knaur Verlag

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Broschiert: 464 Seiten
Verlag: Knaur TB (3. April 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426519380
ISBN-13: 978-3426519387
D: 10,99 Euro







Inhalt:


Ein großer Nachkriegsroman über die Aufbruchsstimmung in den 50er Jahren, aber auch über die Schatten der Nazizeit, die noch prägend waren.
Ein berührender Roman von der Bestseller-Autorin Heidi Rehn über eine junge Frau mit jüdischen Wurzeln, die im München der Nachkriegszeit als Architektin Karriere machen will.
München in den frühen fünfziger Jahren: Mit der Rückkehr in ihre geliebte Heimatstadt erfüllt sich für die junge Architektin Vera Cohn ein Traum. Sie will den Wiederaufbau mitgestalten und ihre Sehnsucht nach einer friedlicheren Zukunft verwirklichen, auch wenn dies das Land ist, in dem ihr und ihrer Familie so viel Leid widerfahren ist. Außerdem will sie beweisen, dass Frauen als Architektinnen genauso viel leisten können wie Männer.
Als sie und ihr Kollege Arthur sich ineinander verlieben, scheint ihr Glück perfekt. Voller Elan schmieden die beiden Zukunftspläne. Doch Vera, die gerade aus dem Exil zurückgekehrt ist, kann nicht vergessen. Die Vergangenheit steht zwischen ihnen – und die Frage nach der Schuld, die Arthur und seine Familie auf sich geladen haben …
Quelle: Amazon


Die Autorin:


Heidi Rehn wurde 1966 in Koblenz/ Rhein geboren und wuchs in einer Kleinstadt am Mittelrhein auf. Zum Studium der Germanistik, Geschichte, BWL und Kommunikationswissenschaften kam sie nach München. Nach dem Magisterexamen war sie zunächst als Dozentin an der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig, anschließend war sie PR-Beraterin in einer Agentur. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet sie als freie Journalistin und Autorin. Zusammen mit ihrer Familie lebt sie mitten in München. 2014 erhielt sie den "Goldenen Homer" für den besten historischen Beziehungs- und Gesellschaftsroman.
Quelle: Amazon


Rezension:


Eine Kindheit in Deutschland während der Vorkriegszeit, aufgewachsen in fremden Ländern und als junge Frau zurückgekehrt, hat es Vera nicht leicht. Beruflich läuft alles prima, auch ihre jüdischen Wurzeln scheinen für ihr Umfeld keine negative Wirkung mehr zu haben. Dennoch ist ihr Vertrauen in die Menschen in seinen Grundfesten erschüttert. Erinnerungen und die Erlebnisse der Vergangenheit holen sie immer wieder ein. Ihre Unsicherheiten versteckt sie gekonnt auch vor engen Freunden. 

Eine feste Beziehung einzugehen ist für Vera besonders schwer. Immer hängen Fragen im Raum: "Was tat er während des Krieges. War er beteiligt an der Vernichtung meiner Familie und vieler Juden in Deutschland?" Dass gerade Arthur bei Nachfragen zu seiner Vergangenheit ausweichend reagiert, augenscheinlich Geheimnisse vor ihr verbirgt, macht es nicht einfacher. Veras Misstrauen wächst stetig... 

Heidi Rehn schafft es gekonnt, besonders die Nachkriegszeit mit ihrem raschen Fortschritt und der gesellschaftlichen Entwicklung zum Leben zu erwecken. Bildgewaltig steckt man mitten drin in einer Zeit des Aufbruchs und der Denkweise der 50er Jahre. Das Buch beleuchtet eine Zeitspanne unserer Geschichte, die in der Literatur ein wenig zu kurz kommt. Zehn Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, scheint die Welt langsam wieder in Ordnung zu kommen. Wir befinden uns mitten in der Wirtschaftswunderzeit. Doch nicht alle Trümmer, besonders die in den Köpfen der Menschen, sind verschwunden. 
Welche Vorurteile, Ängste und Standesdünkel herrschten damals? Einige Begebenheiten lassen uns Leser nachdenklich zurück. Es gibt auch Passagen, die wütend schlucken lassen, denn nicht alle Ungerechtigkeiten wurden gesühnt. Nur reden mag niemand über die Vergangenheit. Alle Gedanken sind in die Zukunft gerichtet. Doch manche Wunden heilen nur, wenn man über deren Ursachen sprechen kann.

Mit "Der Himmel über unseren Träumen" tritt der Leser ein in einen atmosphärischen Roman mit einer spannenden und vielschichtigen Thematik, die noch eine Weile nachklingen wird. 



1 Kommentar:

sommerlese hat gesagt…

Hallo Anja,

ein beeindruckender Roman, was mich bei der Autorin auch nicht wundert. Sie versteht es prima, die Zeit im Buch perfekt auferstehen zu lassen, sodass man alles authentisch miterleben kann.
Das wäre auch eine Lektüre nach meinem Geschmack. Danke fürs Vorstellen!

Liebe Grüße

Barbara