Sonntag, 7. Oktober 2018

Rezension "So dunkel der Wald" von Michaela Kastel - Emons Verlag

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Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Emons Verlag (15. März 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 9783740802936
ISBN-13: 978-3740802936
D: 18,00 Euro







Inhalt:


Eine klaustrophobische Welt aus Gewalt und Angst.

Ronja und Jannik führen ein Leben ohne Zukunft, seit sie als Kinder von einem gewissenlosen Entführer tief in den Wald verschleppt wurden. Eines Tages gerät die Situation außer Kontrolle, und die langersehnte Freiheit ist zum Greifen nahe. Doch was so lange ein Wunschtraum war, erscheint ihnen plötzlich fremd und beängstigend. Und die Jagd auf sie hat bereits begonnen.

Eindringlich und schonungslos führt Michaela Kastel in eine klaustrophobische Welt aus Gewalt und Angst. Ein Ausnahme-Thriller.
Quelle: Amazon


Die Autorin:


Michaela Kastel wurde 1987 in Wien geboren. Nach ihrem Abschluss an einer katholischen Privatschule studierte sie sich quer durch das Angebot der Universität, ehe sie das Studentendasein an den Nagel hängte und in die Buchbranche einstieg. Nach einigen Jahren bei einem großen Buchhandelskonzern wechselte sie in eine kleine, private Buchhandlung im dritten Wiener Gemeindebezirk, wo sie seither mit Menschen über Literatur philosophiert. Sie lebt in Wien.
Quelle: Amazon


Rezension:


Wälder sind etwas Besonderes. Im Sommer glitzert der Tau auf den Gräsern und helle sonnendurchflutete Lichtungen laden zum Verweilen und Träumen ein. Es ist ein Ort der Entspannung, so voller Mystik. Doch der Wald hat auch eine andere, bedrohliche Seite. Eng beieinander stehende Bäume, undurchdringliches Dickicht verwirren die Sinne, ziehen uns in einen dunklen Bann. Rasch hat man sich in den unendlich erscheinenden Tiefen des Waldes verirrt. Wälder sind seit Urzeiten ein gutes Versteck für dunkle Gestalten und ein Nährboden für gruselige Geschichten.

"So dunkel der Wald" ist eine dieser beklemmend düsteren Geschichten, die so nah an der Wirklichkeit spielen, dass man noch lange nach dem Ende gedanklich in ihnen verweilt. 
Es ist die Brutalität, die die Autorin ungeschönt auf uns wirken lässt, die Zerstörung, die völlige Abschottung und psychologische Zermürbung über viele Jahre hinweg, die einen Geist zerbrechen lassen. Bezeichnend hierfür sind die für uns Außenstehenden schwer zu begreifenden Handlungen der Protagonisten. Jahrelange Unterdrückung und Gewalt, haben das Urvertrauen in die Menschen zerstört. Die psychologischen Auswirkungen auf den Einzelnen sind unterschiedlich. Das komplette Ausmaß lässt sich nur erahnen. Ist nach einem dermaßen langen Martyrium ein normales Leben noch möglich? 

Die Autorin zeigt die Zerrissenheit, in der sich die Kinder bzw. Jugendlichen befinden. Wo liegt die Trennung zwischen Gut und Schlecht? Zwischen den Zeilen keimt immer wieder die Hoffnung, doch kann es ein gutes Ende hier überhaupt geben? Die Lösung von Michaela Kastel ist perfekt und nur allzu realistisch. Mich hat sie damit komplett überzeugen können. 
Dennoch existieren weiterhin einzelne lose Fäden, die mich auch nach dem letzten Satz beschäftigen. Neben Erleichterung ist da eine gewisse Traurigkeit, ein Bedauern, das sich breit macht.

Dieser Thriller zieht seine Leser in  ein düsteres, sich sehr real anfühlendes Szenario und berührt tief.

1 Kommentar:

paperlove hat gesagt…

Hallo Anja :)

Ich kannte das Buch noch gar nicht, aber der Klappentext hat mich neugierig gemacht. Das klingt ja so ein bisschen nach einem sehr düsteren, modernen "Hänsel und Gretel".

Viel verrätst du über den Inhalt ja nicht, aber das was du schreibst, klingt sehr beklemmend. Ich muss mir da Buch unbedingt noch genauer anschauen, vielleicht landet es ja auf meiner Wunschliste :)

Liebe Grüsse ♥
paperlove von Between the Lines.