Sonntag, 18. November 2018

Rezension "Peter Hase - Der Weihnachtswunsch" von Beatrix Potter - FISCHER Sauerländer Verlag

Nach §2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diesen Beitrag als Werbung



Gebundene Ausgabe: 18 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer; Auflage: 1 (26. September 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 9783737355834
ISBN-13: 978-3737355834
ASIN: 3737355835
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 3 Jahren
D: 8,99 Euro





Inhalt:


Peter Hase, ein Klassiker zu Weihnachten!
Bei Peter Hase und seinen Geschwistern weihnachtet es sehr. Der Wald ist tief verschneit und im gemütlichen Hasenbau glitzern schon die Lichter am Weihnachtsbaum. Ob wohl für alle der liebste Weihnachtswunsch in Erfüllung geht? Noch einmal schlafen, dann ist es soweit. Aber Peter Hase bleibt vor lauter Aufregung wach. Dieses Knistern, Knacken und Tapsen im Hasenbau. Ist das etwa der Weihnachtsmann? Aber dann fallen auch Peter Hase die Augen zu. Und es bleibt ein Geheimnis, wer die Weihnachtsgeschenke gebracht hat.
Ein bezauberndes Pappbilderbuch als ideales Weihnachtsgeschenk schon für die Kleinen.
Quelle: Amazon


Die Autorin:


Beatrix Potter wurde 1866 in London geboren. Ihr ganzes Leben war bestimmt von der Liebe zu Tieren und zur Malerei. Ihre Kindheit war von viktorianischer Enge und den Ferienausflügen nach Schottland und zum Lake District geprägt, in denen sie mit ihren zeichnerischen Studien zu Flora und Fauna begann.
Es sollte aber Peter Hase – der berühmteste und jetzt hundertjährige Held eines ihrer Kinderbücher – sein, der Potter zu ihrer Karriere als weltberühmte Autorin und Illustratorin verhalf. Sie schrieb und illustrierte noch zahlreiche andere Kinderbücher, die jeweils von anderen, liebenswerten Tiercharakteren handelten.
Quelle: Amazon


Rezension:


Kennt jemand Peter Hase eigentlich nicht? Ich habe diesen drolligen kleinen Kerl schon vor langer Zeit in mein Herz geschlossen.
 

Beatrix Potter verzaubert mich seit jeher mit ihren Geschichten und vor allem ihren wundervollen Zeichnungen. Diese sind nicht nur detailliert und voller Liebe. Sie strahlen so viel Wärme aus, dass ich mich jedes Mal zwischen den Buchseiten und Illustrationen verlieren könnte. Ich liebe ihre Geschichten und Bücher einfach. Beim Blättern durch die Seiten und dem Lesen der kleinen Abenteuer verspüre ich immer einen Hauch von Nostalgie und auch ein trüber Herbsttag verwandelt sich so in einen besonderen Tag.


Dieses Mal ist es ein Pappbilderbuch aus dem Sauerländer Verlag, das sich in meine Sammlung einreiht. Mit dicken Seiten und einem von der Größe gut gewählten Format, passt es perfekt in kleine Kinderhände. Es ist stabil und lädt zum Entdecken der Weihnachtswelt gemeinsam mit Peter Hase ein. Aber auch als kurze Vorlesegeschichte für zwischendurch ist es ein toller Begleiter durch die Vorweihnachtszeit. 

Wenn ihr noch ein schönes Nikolausgeschenk sucht, kann ich dieses Buch auf jeden Fall empfehlen.

PS: Auch "große" Kinder/Erwachsene freuen sich so manches Mal über ein nostalgisches Bilderbuch.



Sonntag, 11. November 2018

Rezension "In der Nacht hör' ich die Sterne" von Paola Peretti - dtv Verlag

Nach §2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diesen Beitrag als Werbung



Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (26. Oktober 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423289678
ISBN-13: 978-3423289672
Originaltitel: La distanza tra me e il ciliegio
D: 18,00 Euro





Inhalt:


140 Schritte bis zur Nacht

140 Schritte: So viele trennen Mafalda noch von dem Tag, an dem es vollkommen dunkel um sie herum sein wird. Als das Mädchen vor drei Jahren erfuhr, dass mit seinen Augen etwas nicht stimmt, flüchtete es auf den Kirschbaum im Schulhof. Dank der neuen Hausmeisterin fand es wieder zurück auf den Boden der Realität. Seitdem wird Mafalda von Estella morgens mit einem Pfiff begrüßt, sobald sie in die Straße zur Schule einbiegt. Anfangs kann sie von dort aus den Kirschbaum noch sehen. Doch mit jeder Woche werden es weniger Schritte. Tapfer geht sie ihrem Schicksal entgegen − unmerklich geleitet von Estella, die ihr zeigt, dass das Wesentliche im Leben für die Augen unsichtbar ist.
Quelle: Amazon


Die Autorin:


Paola Peretti wurde 1986 in der Nähe von Verona geboren und kann sich in ihre blinde Romanheldin Mafalda einfühlen wie kaum eine andere: Vor 15 Jahren bekam sie selbst die Diagnose Morbus Stargardt, die zu vollkommener Erblindung führt. Doch die Italienerin lässt sich davon nicht unterkriegen: Nach einem Literatur-, Philosophie- und Journalismus- Studium schreibt sie heute für diverse Tageszeitungen. ›In der Nacht hör’ ich die Sterne‹ ist ihr Romandebüt.
Quelle: Amazon



Rezension:



Schließt einmal Eure Augen und versucht Euch in der gewohnten Umgebung Eurer Wohnung oder auch nur Eures Zimmers zurecht zu finden. Gar nicht so einfach oder? Mafalda ist erst neun Jahre alt und erlebt ihre Erblindung seit drei Jahren schleichend. Dennoch ist es für ein kleines Mädchen, dem die Welt offen steht, in der es noch wahnsinnig viel zu entdecken gilt, eine viel zu kurze Zeit. Es ist beängstigend und doch zeigt Mafalda uns, was Mut und die Liebe zum Leben bedeutet.



"...Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unverzichtbar...“


Wir erleben hier eine tapfere kleine Heldin, die sich vom Schicksal nicht unterkriegen lässt. Mafaldas Welt wird von Tag zu Tag kleiner, zumindest die Welt, die sie mit den Augen erkunden kann. Am Anfang trennen sie noch 140 Schritte von absoluter Dunkelheit, doch täglich verringert sich diese Zahl. 

Immer an ihrer Seite Estella. Ihr werdet diese wunderbare Frau lieben lernen. Trotz aller Schicksalsschläge steckt in ihr eine Kraft, die man bewundern kann. Sie ist es, die Mafalda den Mut vermittelt, eigenständig zu handeln, Entscheidungen zu treffen und ihr Schicksal anzunehmen. Sie zeigt ihr den Weg hinein in ein anderes Leben, das genauso schön werden kann, wie das, was sie verloren glaubt.  Neben allem, was wir im Leben brauchen, sind Freunde, die zu uns stehen, im Sonnenschein sowie in der Dunkelheit eines der wichtigsten Dinge, die ein Mensch braucht. Estella hilft Mafalda dies zu erkennen und Freunde zu finden. Nein, finden ist nicht der richtige Ausdruck, Freundschaften zuzulassen und ihnen zu trauen. 



Paola Peretti verarbeitet in dieser Geschichte ihre eigenen Gedanken und Gefühle. Mafalda ist ihr Sprachrohr. Mit sehr viel Gefühl und Poesie lässt sie uns die Schönheit der Welt und unseres Lebens erspüren. Das Licht, das langsam in ihren Augen erlischt, lebt umso intensiver in ihren Gedanken, Träumen und Gefühlen weiter. 

Philosophisch, tiefgründig und metaphorisch erleben wir die Gedankenwelt eines kleinen Mädchens. Ihre Einsichten sind dabei oft weiser, als die von uns Erwachsenen. Sie lehrt uns Empathie, Liebe, Freundschaft und für einander da zu sein. Aber auch die Schönheit der Welt um uns herum nicht als selbstverständlich zu betrachten und diese mit offenen Augen zu betrachten.

Dieses Buch darf man nicht einfach nur lesen, man muss die Worte im Herzen spüren.


Donnerstag, 8. November 2018

Rezension "Kleines Nashorn, wo fährst du hin?" von Meg McKinlay (Autor), Leila Rudge (Illustrator) - Thienemann Verlag

Nach §2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diesen Beitrag als Werbung


Gebundene Ausgabe: 40 Seiten
Verlag: Thienemann Verlag in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH (17. August 2018)
Sprache: Deutsch
übersetzt von Inge Wehrmann
ISBN-10: 3522458737
ISBN-13: 978-3522458733
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 4 - 6 Jahre
Originaltitel: Once Upon A Small Rhinoceros
D: 12,99 Euro





Inhalt:


Ein Bilderbuch über Mut und Selbstvertrauen, für Kinder ab 4 Jahren.
Das kleine Nashorn träumt davon, einmal die große weite Welt zu sehen. Die Welt außerhalb des Sumpfes am großen Fluss, wo es mit den anderen Nashörnern lebt.
Die großen Nashörner verstehen das nicht. Hier im Sumpf ist doch alles, was ein Nashorn braucht! Das sieht das kleine Nashorn ein. Aber trotzdem verfolgt es seinen großen Traum unbeirrt weiter. Es baut sich ein Floß und sticht in See – und auch wenn es sich auf dem Weg manchmal verirrt, am Ende erreicht das kleine Nashorn sein Ziel.
Ein poetisches, warmes Bilderbuch mit einem kleinen Helden, den man mit seiner freundlichen, positiven Art sofort ins Herz schließt.
Quelle: Amazon




Die Autorin:


Meg McKinlay wuchs in Bendigo, einer Stadt im australischen Bundesstaat Victoria, auf. Bevor sie Kinderbuchautorin wurde, arbeitete sie als Schwimmlehrerin, Reiseleiterin, Übersetzerin und Lehrerin. Heute lebt sie mit ihrer Familie nahe dem Meer in Fremantle und hat stets eine neue Geschichte im Kopf.
Quelle: Amazon


Rezension:


Heute habe ich eine bezaubernde Kindergeschichte für Euch, die auch Erwachsenen noch einmal den kindlichen Blick auf die Wunder dieser Welt öffnet.
Das kleine Nashorn besitzt etwas sehr kostbares, etwas, das den großen Nashörnern abhandengekommen ist. Neugierde und Entdeckergeist. Die große weite Welt ist beängstigend, doch der Wunsch Neues zu entdecken, andere Tiere kennen zu lernen und Grenzen zu überschreiten ist größer. Und so macht sich das kleine Nashorn auf in ein großes Abenteuer.

Am Ende seiner Reise findet es zurück nach Hause und hat ganz viel zu erzählen. Die großen Nashörner stellen aber nur eine Frage und fühlen sich bei der Antwort des kleinen Nashorns in ihrer ursprünglichen Meinung bestätigt. Dabei übersehen sie aber, wie wertvoll all die Begegnungen und Erlebnisse für das kleine Nashorn waren. Einzig ein noch jüngeres Tier hört mit offenen Ohren zu und versteht, dass es nicht schlimm ist, Angst zu haben. Angst gehört zum Leben dazu und wer den Mut aufbringt, diese Angst zu überwinden, dem eröffnen sich wundervolle Welten. 
Neugierig bleiben, mutig sein und den eigenen Träumen folgen, sind nur Teilbotschaften in dieser wundervollen Bildergeschichte. Sich nicht von anderen beirren zu lassen und sich auch einmal aus der eigenen Wohlfühlzone herauszuwagen, all das zeigt uns das kleine Nashorn. Wenn wir uns den kindlichen Blick auf die Welt bewahren, können wir unseren Kindern helfen, ihren eigenen Weg zu finden und sich mutig hinaus ins Unbekannte zu wagen. Was Kinder brauchen, um mutig voran gehen zu können, ist unser Halt und unsere Unterstützung. Wenn wir sie in ihrem Handeln bestärken, wagen sie sich von ganz allein hinaus in die Welt.

Meg McKinlay versteht es, uns mit kurzen präzisen und sehr ausdrucksstarken Texten mit auf eine ungewöhnliche Abenteuerreise zu nehmen. Die liebevollen Illustrationen untermalen diese anschaulich. So ist das Buch geeignet als Vorlesegeschichte für jüngere Kinder, aber auch für erste Leseausflüge kleiner Leseanfänger. 

"Kleines Nashorn, wo fährst du hin" ist auf jeden Fall eine wunderbare Ergänzung für das heimische Bücherregal.

Sonntag, 4. November 2018

Rezension "Veranda" von J. P. Conrad - Books on Demand

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Taschenbuch: 156 Seiten
Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (19. September 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 374488600X
ISBN-13: 978-3744886000
D: 7,90 Euro







Inhalt:


Was muss passieren, damit ein Mensch zum Monster wird?

David Snow ist ein erfolgreicher Londoner Psychiater. Sein friedliches und geordnetes Leben fällt ins Chaos, als er eines Tages eine schockierende Nachricht auf seinem Smartphone erhält: Jemand hat seine Frau entführt und zwingt ihn, auf seiner gut einsehbaren Veranda zu bleiben. David ist sofort klar, dass er auf Schritt und Tritt beobachtet wird und so keine Chance hat, unbemerkt Hilfe zu rufen.

Als die Entführer David ihre wahren Absichten offenbaren, erkennt er, dass es ihnen nicht um Lösegeld geht; sie haben einen viel perfideren Plan ...
Quelle: Amazon



Der Autor:


J.P. Conrad:
J.P. Conrad (eigentlich Jens Peter Conradi), Jahrgang 1976, ist Mediendesigner und diplomierter Werbetexter. Er stammt aus der Wetterau, lebt aber seit einigen Jahren im Taunus. Er ist verheiratet und hat ein Kind.
Quelle: Amazon




Rezension:


Die Grundfrage in diesem Buch hat mich schon nach dem Klappentext nicht mehr losgelassen.

Was muss passieren, damit ein Mensch zum Monster wird?

Im Affekt oder zur Selbstverteidigung sind wir in der Lage einen anderen Menschen zu töten, doch auf Befehl und ohne Aggressionsgrund dem Opfer gegenüber - schwerlich. Dennoch müssen wir unsere Überlegungen noch einmal überdenken. Wie würden wir uns verhalten, wenn das Leben eines geliebten Menschen auf dem Spiel steht? Wie verschiebt sich hier unsere Grenze von Richtig oder Falsch?

Das grundsätzliche Geschehen spielt sich innerhalb des kleinen Radius einer Veranda ab. David Snow ist Psychiater und kennt sich mit den menschlichen Abgründen aus. Diese Situation jedoch überfordert auch ihn. Er fühlt sich macht- und hilflos. Die Umstände treiben ihn in einen Strudel der Ereignisse, denen er nur schwer entfliehen kann. Sein bisheriges Leben löst sich auf, wie ein Luftschloss. Er wird zum Spielball in einem perfide ausgeklügelten Plan und muss erkennen, dass alles, was ihm wirklich wichtig war, auf einer Lüge aufbaute.

Rache ist eine mächtige Kraft. Die Akteure vergessen sogar, dass sie letztendlich nicht besser sind, als ihr Opfer, das sie für seine Taten bestrafen möchten. Selbstjustiz ist keine wirkliche Lösung. Am Ende gibt es nur Verlierer.

J. P. Conrad versteht es geschickt, ein psychologisches Spiel mit seinen Lesern zu treiben. Die Gefühle von David Snow sind derart greifbar, dass man sich selbst in diesen Protagonisten wiederfindet und die Ereignisse mit ihm erlebt.
Die wahren Hintergründe des Verbrechens eröffnen sich uns erst nach und nach und den letzten wichtigen Faden gibt uns der Autor wirklich erst auf den allerletzten Seiten in die Hand.

Ich fühlte mich wunderbar unterhalten, konnte bis zum Schlusssatz mitfiebern und ermitteln. Ein psychologisch gut ausgereifter Thriller.


Donnerstag, 1. November 2018

Rezension "Blutrausch - Er muss töten: Thriller (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller, Band 9)" von Chris Carter - Ullstein Verlag

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Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch; Auflage: 1. (24. August 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 9783548289533
ISBN-13: 978-3548289533
ASIN: 3548289533
Originaltitel: The Gallery of The Dead
D: 10,90 Euro





Inhalt:


Ein Killer mit Künstlerseele. Das Los Angeles Police Department ist aufgeschreckt. Ein neuer Fall für Robert Hunter und seinen Partner Garcia. Die härtesten Profiler der Welt!

„Seit 37 Jahren bei der Truppe, und das Einzige, was ich vergessen möchte, ist das, was in diesem Zimmer ist.“ Ein Polizist vom LAPD warnt die Sonderermittler Robert Hunter und Carlos Garcia vor dem schockierenden Anblick. Die beiden Detectives sind auf Morde spezialisiert, bei denen der Täter mit extremer Brutalität vorgegangen ist. Im Morddezernat intern als ultra violent, kurz „UV“ eingestuft. Hunter und Garcia, ausgebildete Kriminologen und Psychologen, sind die UV-Einheit, und der neue Fall sprengt selbst für sie alle Grenzen des Verbrechens. Sie jagen einen Serienkiller, der die Welt einlädt, seine Galerie der Toten zu besichtigen.

Der 9. Fall für Hunter und Garcia: ein Mega-Thriller von Bestsellerautor Chris Carter.
Quelle: Amazon



Der Autor:


Chris Carter wurde 1965 in Brasilien als Sohn italienischer Einwanderer geboren. Er studierte in Michigan forensische Psychologie und arbeitete sechs Jahre lang als Kriminalpsychologe für die Staatsanwaltschaft. Dann zog er nach Los Angeles, wo er als Musiker Karriere machte. Gegenwärtig lebt Chris Carter in London. Seine Thriller um Profiler Robert Hunter sind allesamt Bestseller.
Quelle: Amazon




Rezension:


Vor zwei Jahren durfte ich bereits im Rahmen der Erfurter Herbstlese einen Abend mit Chris Carter erleben. Er begeistert mich immer wieder aufs Neue. Dieses Mal war ich aber rein privat in Erfurt und konnte den Abend ohne Verpflichtungen genießen. Es wurde ein humorvoller Abend mit interessanten Einblicken. Wobei ich mir für die nächste Lesung wieder Margarete von Schwarzkopf als Moderatorin wünschen würde. Sie schafft es einfach, den besonderen Tenor von Chris Carter zu reflektieren und einen Leseabend abzurunden.


Chris Carter erläuterte uns an diesem Abend in der Buchhandlung Peterknecht in Erfurt noch einmal bildgewaltig den Unterschied zwischen Serien- und Massenmördern. Des Weiteren gewährte er uns einen Einblick in die knifflige Arbeitswelt eines Krimi- bzw. Thrillerautors. 

In Büchern muss all das, was an einem realen Tatort mit den Sinnen wahrgenommen wird, mit Worten in Bilder umgesetzt werden. Jedes Verbrechen muss am Ende einer Logik folgend nach dem Ursachenprinzip aufgeklärt werden. Nur dann fühlen sich die Leser auch wirklich angesprochen.


Die Wirklichkeit folgt allerdings nicht immer einer Logik und Handlungsweisen lassen sich oft nicht zufriedenstellend klären. Ein Satz von ihm sollte uns auch einmal innehalten und nachdenken lassen. 

„..Jeder Mensch kann zu einem Mörder werden, es bedarf nur bestimmter Umstände…“ 


Die Konstellation der Umstände bewirkt eine Veränderung in unserem Verhalten, wodurch wir uns über unsere eigenen ethischen bzw. grundsätzlichen Grenzen hinwegsetzen. Diese Tatsache hat er in seinem aktuellen Buch „Blutrausch – Er muss töten“ wirkungsvoll umgesetzt.

„Blutrausch“ hat mich einmal wieder bis zum Ende gefesselt und rätseln lassen, wer denn nun der eigentliche Mörder ist. Einige Seiten vor Schluss raubte mir Chris Carter sogar kurz den Atem und ich dachte. „Das kann er jetzt nicht machen. Nein! Er wird doch wohl nicht…“. 


Chris Carter beweist einmal mehr sein Geschick, die wahrhaft dunklen Seiten der Menschen in einer fiktiven Handlung so zu verarbeiten, dass man als Leser kaum zu unterscheiden vermag, inwieweit die Schilderungen einem wahren Fall nahe kommen. Nicht immer sind uns die Täter unsympathisch oder stoßen uns ab. Schlimm wird es, wenn wir beginnen, diesen Verständnis entgegenzubringen und fragen müssen: "Wie hätte man selbst reagiert?". Gleichzeitig ist es immer wieder erschreckend, wie abgrundtief böse und krank eine menschliche Seele sein kann. 

Nach einem etwas ruhigeren, mehr in die psychologische Ermittlungsarbeit und das Umfeld seiner Ermittler eintauchenden Mittelteil, nimmt dieser Thriller am Ende noch einmal richtig an Fahrt zu. Hunter und seine Gedankenwelt faszinieren mich immer wieder.

Das Ende ist erneut mit einem Cliffhanger gespickt, der mich nun ungeduldig auf den nächsten Teil warten lässt. Zum Glück ist dieser bereits fertig geschrieben. Wie müssen uns allerdings noch bis zum Herbst 2019 gedulden, um die deutsche Fassung lesen zu dürfen. 

Chris Carter ist nicht nur ein sympathischer und humorvoller Autor, er ist auch unheimlich nah bei seinen Lesern. Zu der sich an die Lesung reihenden Signierstunde begrüßte er wirklich jeden mit Handschlag. Trotz der ihm leicht anzumerkenden Müdigkeit, nahm er sich geduldig Zeit für kurze Gespräche und gemeinsame Fotos. 


Fazit: Ein rundum gelungener Abend und ein Thriller, den ich Euch auf jeden Fall empfehlen kann.